Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen

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Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen
Basisdaten
Ratsvorsitzender: Ralf Meister, Landesbischof Hannover
Präses der Synode: Gerhard Eckels
Leitung Geschäftsstelle: Andrea Radtke
Gründungsjahr: 1971
Mitgliedskirchen: 5
Mitglieder: ca. 4 Millionen
(2010)
Anschrift: Rote Reihe 6
30169 Hannover
Website: http://www.evangelische-konfoederation.de/

Die Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen ist eine Konföderation von fünf evangelischen Landeskirchen auf dem Gebiet des Landes Niedersachsen. Sie hat ihren Sitz bzw. ihre Geschäftsstelle im Landeskirchenamt Hannover der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers.

Mitgliedskirchen[Bearbeiten]

Die Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen vertritt rund vier Millionen[1] Gemeindeglieder (Stand: 2010) in mehr als 2.200 Gemeinden. Ihr gehören folgende Landeskirchen, die alle Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sind, an:

Gebiet und Geschichte[Bearbeiten]

Das Gebiet der Konföderation erstreckt sich somit über das gesamte Land Niedersachsen. Da zu einigen Landeskirchen, vor allem zur Evangelisch-reformierten Kirche aber auch Gemeinden außerhalb von Niedersachsen gehören, erstreckt sich das Gebiet der Konföderation de jure auch auf diese Gemeinden. Das hat aber in der Praxis keine Bedeutung.

Die Konföderation wurde 1971 gebildet. Grund war die Tatsache, dass das Land Niedersachsen einen einheitlichen Ansprechpartner in kirchlichen Fragen haben wollte. Im Gegensatz zu anderen deutschen Ländern, wo es meist nur ein bis zwei, gelegentlich drei oder vier Landeskirchen sind, die Anteil am Land haben, gibt es in Niedersachsen fünf Landeskirchen.

Nachdem ein erster Anlauf, die niedersächsischen Kirchen zu fusionieren, 2009 gescheitert ist, werden seit März 2011 wieder Gespräche zum Zusammenschluss geführt.[2] Das Katholische Büro Niedersachsen nimmt zum Teil ähnliche Aufgaben für die römisch-katholischen Bistümer in Niedersachsen wahr.

Aufgaben[Bearbeiten]

Die Konföderation vertritt die gemeinsamen Anliegen der evangelischen Kirchen gegenüber dem Land Niedersachsen und führt insofern den Inhalt des 1955 abgeschlossenen Vertrags der evangelischen Landeskirchen in Niedersachsen mit dem Land Niedersachsen (sog. Loccumer Vertrag) fort.

Einrichtungen[Bearbeiten]

Die Konföderation ist Träger verschiedener Einrichtungen für alle Mitgliedskirchen, zu ihnen gehören:

  • Rechtshof als gemeinsames Verfassungs- und Verwaltungsgericht
  • Arbeits- und Dienstrechtliche Kommissionen
  • Schiedsstellen und Schlichtungskommissionen
  • Prüfungsamt

Einrichtungen im Evangelischen MedienServiceZentrum[Bearbeiten]

Verband evangelischer Publizistik[Bearbeiten]

Im Verband evangelischer Publizistik Niedersachsen-Bremen gGmbH (VEP) nehmen die Mitgliedskirchen der Konföderation zusammen mit der Bremischen Evangelischen Kirche ihre Publizistischen Aufgaben wahr. Der Verband nimmt die Aufgabe des Herausgebers des Evangelischen Pressedienstes in Niedersachsen und Bremen wahr (epd Niedersachsen-Bremen). Der Verband hat seinen Sitz im Evangelischen MedienServiceZentrum (EMSZ) der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und wird dort verwaltet. Der VEP steht in enger Verbindung zum Evangelischen Kirchenfunk Niedersachsen.[3]

Evangelische Zeitung/Kirchenfunk[Bearbeiten]

Unter der gemeinsamen Verantwortung der Konföderation stehen zudem der Evangelischen Kirchenfunk Niedersachsen (ekn) gGmBH und die Evangelische Zeitung für die Kirchen in Niedersachsen, diese werden im Evangelischen MedienServiceZentrum zentral verwaltet.

Einrichtungen im Haus kirchlicher Dienste[Bearbeiten]

Unter Trägerschaft der Konföderation stehen zudem einige Einrichtungen in Niedersachsen die dem Haus kirchlicher Dienste zugeordnet sind .

Mehrere Landeskirchen beteiligen sich am Verein Begegnung-Christen und Juden Niedersachsen e.V., der dem Haus kirchlicher Dienste angeschlossen ist.

Von 1979 bis 2002 war der Beauftragte für Umweltfragen (Umweltbeauftragter) der Landeskirche Hannovers zugleich Umweltbeauftragter der Konföderation. Angesiedelt war das Amt beim Leiter des Amt für Gemeindedienst (heute: Haus kirchlicher Dienste). Erster Amtsinhaber war Paul Gerhard Jahn (1979-1990), ihm folgten Hans Joachim Schliep (1990-2000) und Dine Fecht (2000-2002).

Weitere[Bearbeiten]

Daneben besteht als gemeinsame Einrichtungen das Missionswerk Niedersachsen.

Bei der Konföderation ist der Bevollmächtigte für Schulangelegenheiten angesiedelt.

Die Diakonischen Aufgaben der Mitgliedskirchen übernimmt seit Januar 2014 das gemeinsame Diakonische Werk in Niedersachsen[4].

Der Verband der kirchlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen Hannover ist Verband und Interessenvertretung der kirchlichen Mitarbeiter in der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen

Verwaltung[Bearbeiten]

Die Konföderation hat einen Rat der Konföderation, in welchem die leitenden Geistlichen (Bischöfe bzw. Landessuperintendenten) und Beamten aus allen fünf Landeskirchen sitzen. Vorsitzender des „Rates der Konföderation“ ist derzeit der Hannoversche Landesbischof Ralf Meister.

Als „Parlament“ hat die Konföderation eine Synode mit 48 Synodalen. Diese entscheiden über Gesetze und Finanzen der Konföderation.

Die Verwaltung der Konföderation obliegt der Geschäftsstelle in Hannover. Ihr steht Andrea Radtke, Oberlandeskirchenrätin der hannoverschen Landeskirche, vor. Andrea Radtke ist gleichzeitig Beauftragte des Rates beim Niedersächsischen Landtag.

Die Konföderation erfüllt ausschließlich Aufgaben, die ihr von den Landeskirchen zugewiesen werden. Sie vertritt die Interessen der niedersächsischen Landeskirchen gegenüber dem Land Niedersachsen.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.lutheranworld.org (PDF; 199 kB) in Verbindung mit www.evlka.de.
  2. www.taz.de.
  3. http://www.vepnb.de/index.html
  4. http://www.diakonie-in-niedersachsen.de/pages/presse/pressemeldungen/subpages/diakonisches_werk_in_niedersachen_ist_gegruendet/index.html