Konfabulation

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Unter Konfabulation bzw. konfabulieren (von lat. fabulaFabel, Geschichte, Märchen“) versteht man in der Psychopathologie die Produktion objektiv falscher Aussagen oder Erzählungen, die in verschiedenen Formen auftritt. Einzelne beruhen auf falschen Wahrnehmungen, andere auf Fehlfunktionen des Gedächtnisses, z. B. wenn jemand mehr Informationen aus seinem Gedächtnis abzurufen versucht als tatsächlich gespeichert sind (sog. provozierte Konfabulationen). Eine spezielle Variation beruht auf dem Versagen eines vorbewussten Filters, das die kortikale Repräsentation eines aufkommenden Gedankens je nach seinem Bezug zur aktuellen Gegenwart anpasst. Ein Versagen dieses Mechanismus’ führt zu spontanen Konfabulationen und Desorientiertheit mit einem Verkennen der aktuellen Gegenwart. Nur diese Form hat eine klare anatomische Bedeutung: Sie beruht auf einer Schädigung des so genannten orbitofrontalen Kortex, einer Region unten am Gehirn, oberhalb der Augen. Besondere Aufmerksamkeit hat sie bei organisch bedingten Prozessen bekommen, z. B. beim amnestischen Korsakow-Syndrom.

Während ein Symptomträger der Pseudologia phantastica nur im „Augenblick“ der Erzählung von der Wahrheit und Richtigkeit überzeugt ist, bleibt der Konfabulierende oft bei seiner Geschichte. Provozierte Konfabulationen kommen auch bei Gesunden vor.

Forensik[Bearbeiten]

Eine besondere Rolle spielen Konfabulationen auch im Bereich der forensischen Psychologie, besonders im Zusammenhang mit dem Problem der Glaubhaftigkeit von Zeugenaussagen (Aussagepsychologie). In diesem Zusammenhang wird eine anhaltende Kontroverse um Suggestibilität und das False-Memory-Syndrom geführt.

Literatur[Bearbeiten]

Daniel Schacter: The Seven Sins of Memory: How the Mind Forgets and Remembers. Mariner Books, Boston 2002, ISBN 0-618-21919-6

Siehe auch[Bearbeiten]