Kongelige Danske Marine

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Kongelige Danske Marine
Naval Ensign of Denmark.svg
Die dänische Seekriegsflagge
Aufstellung 1510
Streitkräfte Dänische Streitkräfte
Typ Teilstreitkraft
Stärke 3.600 Mann zzgl. Reserven und Marineheimwehr
Søværnets Operative Kommando (SOK)/(Operatives Kommando der Marine) Aarhus
Leitung
Chef for Søværnets Operative Kommando (Chef des operativen Kommandos der Marine) Konteradmiral Frank Trojahn

Die Königlich Dänische Marine (Dänisch: Kongelige Danske Marine) sind die Seestreitkräfte des Königreichs Dänemark und somit ein Teil der Dänischen Streitkräfte. Die Marine umfaßt 3.600 Mann und 7.300 Reservisten, hinzu kommen 4.000 Mann Marineheimwehr.[1] Die dänische Marine blickt auf eine über 500-jährige Geschichte zurück.

Auftrag[Bearbeiten]

Die L16 Absalon und F357 Thetis vor Kopenhagen bei der Flottenparade zum 500. Jahrestag der dänischen Marine (2010)

Die Aufgabenstellung für die dänische Marine wurde und wird durch die geographischen Besonderheiten Dänemarks bestimmt: Die eine Hälfte des Königreichs besteht aus Inseln (Seeland, Fünen etc.), die andere aus Festland (die Halbinsel Jütland). Dänemark liegt zudem genau an den drei Meerengen zwischen Nordsee und Ostsee, und es beherrschte bis zum 17. Jahrhundert beide Seiten dieser Meerengen. Minimalaufgabe der dänischen Flotte war stets der Schutz der dänischen Inseln (ggf. unter Preisgabe des Festlands) und Kopenhagens vor Landungsoperationen feindlicher Flotten.

Weitere Hauptaufgaben waren und sind neben der Verteidigung der dänischen Küsten und Gewässer aber auch die Kontrolle der Ostseezugänge, die Sicherung der Verbindungen nach Norwegen und Schonen sowie die Vorherrschaft in der südlichen bzw. westlichen Ostsee (zwischen Seeland und Bornholm). Zudem ist die dänische Marine innerhalb der NATO für den Schutz der Färöer-Inseln und die Verteidigung Grönlands mitverantwortlich.[2] Nach Abzug der US-Truppen vom Inselstaat Island übernahm die dänische Marine die isländische Küstenverteidigung gemeinsam mit der isländischen Küstenwache (Landhelgisgæsla Íslands).

In den 500 Jahren ihres Bestehens zählte auch der Kampf gegen Piraten sowohl in den dänisch-norwegischen Gewässern als auch auf den übrigen Weltmeeren immer wieder zu ihren Aufgaben. Zur Teilnahme an friedensfördernden Operationen hat die Marine regelmäßig eine Korvette an die NATO delegiert.

Geschichte der Dänischen Marine[Bearbeiten]

Die Geschichte der dänischen Seefahrt begann spätestens mit der Völkerwanderung und den Wikingerfahrten, ab dem 6. Jahrhundert kam der Gebrauch von Segeln auf. Vom 9. bis zum 11. Jahrhundert beherrschten dänische Schiffe die Nordsee, vom 12. bis zum 17. Jahrhundert zumeist die Ostsee. Ihre Hauptgegner waren dabei im Mittelalter Lübeck und die Hanse, in der Neuzeit Schweden, danach aber auch Großbritannien und Deutschland. Wichtige Verbündete waren zwischenzeitlich die Niederlande und Russland. Eine (zunächst auch Norwegen einschließende) nationale und permanente königlich-dänische Marine wurde erst zu Beginn des 16. Jahrhunderts geschaffen (1510). Mindestens zweimal, nach dem Raub der dänischen Flotte durch die Britische Royal Navy (1807), und nach nach der Selbstversenkung während des Zweiten Weltkriegs (1943), wurde die dänische Marine faktisch aus dem Nichts neu erschaffen.

Organisation[Bearbeiten]

Dänische Gewässer (ohne Färöer und Grönland) und wichtigste Marinebasen: Frederikshavn (Nordseegeschwader), Korsør (Ostseegeschwader, Minensucher), Kongsøre (Froschmannkorps), Kopenhagen (Marineakademie), Helsingør (einstige Sundfestung)

Die dänische Flotte gliedert sich traditionell in zwei Geschwader (Eskadre), ein Nordsee- bzw. Kattegat-Geschwader (1. Eskadre) und ein Ostseegeschwader (2. Eskadre). Hinzu kommt ein als "Froschmänner" bezeichnetes Marinespezialkommando (Frømandskorpset), eine Kombination aus Marineinfanterie und Kampftauchern. Zu den Geschwadern gehören Schiffe mit unterschiedlichen Funktionen und Größen. Darüber hinaus verfügt die Marine über mobile, landgestützte Seezielflugkörper-Batterien. Die Marine entwickelte den modularen Schiffstyp Standard-Flex-300, dessen Schiffe je nach Ausrüstung und Ausbildung der Besatzung als Überwachungsboot, U-Jagdboot und Minenleger/Minenräumboot eingesetzt werden können. Die Marine hat fest stationierte Einheiten zur Umweltüberachung, Fischereiüberwachung und zur Wahrung der Souveränitätsrechte vor Grönland und den Färöern.

Stützpunkte[Bearbeiten]

Hauptbasis der 1. Eskadre ist heute Frederikshavn am Kattegat, Hauptbasis der 2. Eskadre ist Korsør am Großen Belt. In Korsør befinden sich auch die meisten Minensucher und -leger. Das Froschmannkorps hat seinen Stützpunkt in Kongsøre auf Seeland. Bei Århus an der jütländischen Ostseeküste befindet sich das Marinehauptquartier und das Operationszentrum (Søværnets Operative Kommando) des für die Heimatgewässer zuständigen Admirals. In der Hauptstadt Kopenhagen befindet sich die Königliche Marineakademie, an der seit über 300 Jahren Seeoffiziere herangebildet werden.

Die Leitung aller Operationen der Marine liegt beim operativen Marinekommando (SOK) in Aarhus, beim Grönland-Kommando und beim Färöer-Kommando. Für die Logistik ist das Materialkommando der Streitkräfte (FMT) in Kopenhagen zuständig.

Spezialeinheit[Bearbeiten]

Frømandskorpset im Einsatz gegen Piraten vor Aden

Das Frømandskorpset (deutsch Froschmannkorps) ist eine Kampfschwimmereinheit der dänischen Marine. Die Einheit gilt als eine der fähigsten und professionellsten Kampfschwimmereinheiten der NATO.

Das Frømandskorpset führt Aufklärung im Vorfeld amphibischer Operationen, Hinterhalte und Sabotage sowie Sprengungen und Räumungen unter Wasser durch. Die Soldaten sind im waffenlosen Nahkampf ausgebildet, im Entern von Schiffen sowie auch für maritime Antiterroroperationen wie Geiselbefreiungen auf Schiffen oder Bohrplattformen. In Friedenszeiten unterstützen die Soldaten die dänische Polizei bei der Suche nach Schiffbrüchigen.

Schiffe[Bearbeiten]

Die meisten der kleineren Schiffe der Marine gehören zur Standard-Flex-300-Klasse, einem auf Modulbauweise basierenden Schiffstyp. Er kann je nach Ausrüstung und Ausbildung der Besatzung als Überwachungsboot, U-Jagdboot und Minenleger/Minenräumboot eingesetzt werden. Den Namen Schiffen der dänischen Marine wird regelmäßig das Präfix KDM (Kongelige Danske Marine - Königliche Dänische Marine)[3], in der englischen Literatur[4] und bei internationalen Einsätzen[5] auch alternativ HDMS (Her / His Danish Majesty's Ship), vorangestellt.

Kriegsschiffe und Boote[Bearbeiten]

Küstenschutzschiffe[Bearbeiten]

alles Küstenschutzschiffe Dänemarks werden von der RDN betrieben. Sie gliedern sich in zwei Klassen:

  • MHV 900-Klasse (2003)
    • MHV 901 Enø (2003)
    • MHV 902 Manø (2004)
    • MHV 903 Hjortø (2005)
    • MHV 904 Lyø (2005)
    • MHV 905 Askø (2006)
    • MHV 906 Fænø (2007)
    • MHV 907 Hvidsten (2008)
    • MHV 908 Brigaden (2008)
    • MHV 909 Speditøren (2009)
    • MHV 910 Ringen (2009)
    • MHV 911 Bopa (2009)
  • MHV 800-Klasse (1992)
    • MHV 801 Aldebaran (1992)
    • MHV 802 Carina (1992)
    • MHV 803 Aries (1993)
    • MHV 804 Andromeda (1993)
    • MHV 805 Gemini (1994)
    • MHV 806 Dubhe (1994)
    • MHV 807 Jupiter (1994)
    • MHV 808 Lyra (1995)
    • MHV 809 Antares (1995)
    • MHV 810 Luna (1996)
    • MHV 811 Apollo (1996)
    • MHV 812 Hercules (1997)
    • MHV 813 Baunen (1997)
    • MHV 814 Budstikken (1998)
    • MHV 815 Kureren (1999)
    • MHV 816 Patrioten (2000)
    • MHV 817 Partisan (2000)
    • MHV 818 Sabotøren (2001)

Umweltüberwachung, Seenotrettung und Fischereischutz[Bearbeiten]

Umweltüberwachungs- und Umweltschutzschiffe[Bearbeiten]

Bis 1996 wurden die Schiffe durch das Umweltministerium betrieben und gingen dann in die Verwaltung der RDN über:

  • Supply-Klasse (1996)
    • A560 Gunnar Thorson (1996)
    • A561 Gunnar Seidenfaden (1996)
  • Seatruck-Klasse (1996)
    • A562 Mette Miljø (1996)
    • A563 Marie Miljø (1996)
  • Y342 Miljø 103 (2008)
  • Miljø-Klasse (1996)
    • Y340 Miljø 101 (1996)
    • Y341 Miljø 102 (1996)

Seenotrettungsschiffe[Bearbeiten]

  • Knud Rasmussen-Klasse, Inspektionsschiffe (engl.: Ocean Patrol Vessel)
    • P570 Knud Rasmussen
    • P571 Ejnar Mikkelsen

Weitere Schiffe[Bearbeiten]

Die königliche Yacht Dannebrog (A 540), die drei dänischen Eisbrecher A551 Danbjørn, A552 Isbjørn, A553 Thorbjørn gehören ebenfalls zur Marine.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. GlobalDefence.net: Streitkräfte der Welt - Dänemark
  2. Wolfgang Weber: Militärdoktrinen der NATO und ihrer Mitgliedstaaten, Seiten 82-86. Militärverlag der DDR, Berlin 1988
  3. Präfixe von Marineschiffen
  4. Royal Danish Navy / Kongelige Danske Marine seaforces.org
  5. Commander Danish Task Group (COM DATG) hejste søndag sit kommandoflag på HDMS THETIS. forsvaret.dk

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dänische Seestreitkräfte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien