Kongelige Danske Marine

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Kongelige Danske Marine
Naval Ensign of Denmark.svg
Die dänische Seekriegsflagge
Aufstellung 1509
Streitkräfte Dänische Streitkräfte
Typ Teilstreitkraft
Stärke 4.500
Søværnets Operative Kommando (SOK)/(Operatives Kommando der Marine) Aarhus
Leitung
Chef for Søværnets Operative Kommando (Chef des operativen Kommandos der Marine) Konteradmiral Frank Trojahn

Die Kongelige Danske Marine ist die Marine Dänemarks. Sie ist die maritime Teilstreitkraft der dänischen Streitkräfte.

Überblick[Bearbeiten]

Die dänische Marine blickt auf eine über 500-jährige Geschichte zurück. Heute haben die Seestreitkräfte eine Stärke von 4500 Mann. Die täglichen Operationen finden in den Geschwadern statt, die sich im Prinzip aus Schiffen zusammensetzen, die ein und denselben Auftrag haben. Zu den Geschwadern gehören Schiffe mit unterschiedlichen Funktionen und Größen. Darüber hinaus verfügt die Marine über mobile, landgestützte Seezielflugkörper-Batterien. Die Marine entwickelte den modularen Schiffstyp Standard-Flex-300, dessen Schiffe je nach Ausrüstung und Ausbildung der Besatzung als Überwachungsboot, U-Jagdboot und Minenleger/Minenräumboot eingesetzt werden können.

Über ihre Unterstützungsfunktionen hinaus gehört zu den Aufgaben der Marinestützpunkte die Überwachung der dänischen Gewässer. Die Marine hat fest stationierte Einheiten zur Umweltüberachung, Fischereiüberwachung und zur Wahrung der Souveränitätsrechte vor Grönland und den Färöern.

Zur Teilnahme an friedensfördernden Operationen hat die Marine regelmäßig eine Korvette an die NATO delegiert. Nach Abzug der US-Truppen vom Inselstaat Island übernahm die dänische Marine die isländische Küstenverteidigung gemeinsam mit der isländischen Küstenwache (Landhelgisgæsla Íslands).

Geschichte[Bearbeiten]

Gründung und Entwicklung[Bearbeiten]

In der Periode von 1509 bis 1814, als Dänemark und Norwegen ein Königreich bildeten, war die Marine Teil der dänisch-norwegischen Seestreitkräfte. Bis zur sogenannten „copenhagenization“ der Marine 1807 verfügte die Seestreitkraft Dänemarks über einen in Europa wichtigen geostrategischen Einfluss. Danach wurde die Mannstärke und Bedeutung der Marine kleiner.

Im Kalten Krieg und danach wurde die Marine als NATO-Komponente am „Eingang“ der Ostsee wieder bedeutender. Da Dänemark zudem anfällig für seegestützte Angriffe war, lag auch die Bildung der aggressiven militärischen Spezialeinheit wie der Frømandskorpset auf der Hand.

Entwicklung ab 2000[Bearbeiten]

Die Marine ist seit den 2000er Jahren einem Erneuerungsprozess unterworfen. 2004 wurden alle bis dahin übrig geblieben fünf U-Boote ersatzlos gestrichen, dafür aber neue Überwassereinheiten gebaut.[1]

Die Marine heute[Bearbeiten]

Die Marine hat heute eine Mannstärke von etwa 4.500 Mann.

Organisation[Bearbeiten]

Die Leitung aller Operationen der Marine liegt beim operativen Marinekommando (SOK) in Aarhus, beim Grönland-Kommando und beim Färöer-Kommando. Für die Logistik ist das Materialkommando der Streitkräfte (FMT) in Kopenhagen zuständig.

Die Hauptbasen der Marine sind die Marinestützpunkte in Korsør und Frederikshavn.

Spezialeinheit[Bearbeiten]

Dänische Spezialkräfte beim Einsatz im Golf von Aden

Das Frømandskorpset (deutsch Froschmannkorps) ist eine Kampfschwimmereinheit der dänischen Marine. Die Einheit gilt als eine der fähigsten und professionellsten Kampfschwimmereinheiten der NATO.

Das Frømandskorpset führt Aufklärung im Vorfeld amphibischer Operationen, Hinterhalte und Sabotage sowie Sprengungen und Räumungen unter Wasser durch. Die Soldaten sind im waffenlosen Nahkampf ausgebildet, im Entern von Schiffen sowie auch für maritime Antiterroroperationen wie Geiselbefreiungen auf Schiffen oder Bohrplattformen. In Friedenszeiten unterstützen die Soldaten die dänische Polizei bei der Suche nach Schiffbrüchigen.

Schiffe[Bearbeiten]

Die meisten der kleineren Schiffe der Marine gehören zur Standard-Flex-300-Klasse, einem auf Modulbauweise basierenden Schiffstyp. Er kann je nach Ausrüstung und Ausbildung der Besatzung als Überwachungsboot, U-Jagdboot und Minenleger/Minenräumboot eingesetzt werden. Den Namen Schiffen der dänischen Marine wird regelmäßig das Präfix KDM (Kongelige Danske Marine - Königliche Dänische Marine)[2], in der englischen Literatur[3] und bei internationalen Einsätzen[4] auch alternativ HDMS (Her / His Danish Majesty's Ship), vorangestellt.

Kriegsschiffe und Boote[Bearbeiten]

Küstenschutzschiffe[Bearbeiten]

alles Küstenschutzschiffe Dänemarks werden von der RDN betrieben. Sie gliedern sich in zwei Klassen:

  • MHV 900-Klasse (2003)
    • MHV 901 Enø (2003)
    • MHV 902 Manø (2004)
    • MHV 903 Hjortø (2005)
    • MHV 904 Lyø (2005)
    • MHV 905 Askø (2006)
    • MHV 906 Fænø (2007)
    • MHV 907 Hvidsten (2008)
    • MHV 908 Brigaden (2008)
    • MHV 909 Speditøren (2009)
    • MHV 910 Ringen (2009)
    • MHV 911 Bopa (2009)
  • MHV 800-Klasse (1992)
    • MHV 801 Aldebaran (1992)
    • MHV 802 Carina (1992)
    • MHV 803 Aries (1993)
    • MHV 804 Andromeda (1993)
    • MHV 805 Gemini (1994)
    • MHV 806 Dubhe (1994)
    • MHV 807 Jupiter (1994)
    • MHV 808 Lyra (1995)
    • MHV 809 Antares (1995)
    • MHV 810 Luna (1996)
    • MHV 811 Apollo (1996)
    • MHV 812 Hercules (1997)
    • MHV 813 Baunen (1997)
    • MHV 814 Budstikken (1998)
    • MHV 815 Kureren (1999)
    • MHV 816 Patrioten (2000)
    • MHV 817 Partisan (2000)
    • MHV 818 Sabotøren (2001)

Umweltüberwachung, Seenotrettung und Fischereischutz[Bearbeiten]

Umweltüberwachungs- und Umweltschutzschiffe[Bearbeiten]

Bis 1996 wurden die Schiffe durch das Umweltministerium betrieben und gingen dann in die Verwaltung der RDN über:

  • Supply-Klasse (1996)
    • A560 Gunnar Thorson (1996)
    • A561 Gunnar Seidenfaden (1996)
  • Seatruck-Klasse (1996)
    • A562 Mette Miljø (1996)
    • A563 Marie Miljø (1996)
  • Y342 Miljø 103 (2008)
  • Miljø-Klasse (1996)
    • Y340 Miljø 101 (1996)
    • Y341 Miljø 102 (1996)

Seenotrettungsschiffe[Bearbeiten]

  • Knud Rasmussen-Klasse, Inspektionsschiffe (engl.: Ocean Patrol Vessel)
    • P570 Knud Rasmussen
    • P571 Ejnar Mikkelsen

Weitere Schiffe[Bearbeiten]

Die königliche Yacht Dannebrog (A 540), die drei dänischen Eisbrecher A551 Danbjørn, A552 Isbjørn, A553 Thorbjørn gehören ebenfalls zur Marine.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Schlapphüte statt U-Boote - Dänen suchen Agenten per Anzeige. Spiegel Online, 15. März 2005, abgerufen am 12. Januar 2014.
  2. Präfixe von Marineschiffen
  3. Royal Danish Navy / Kongelige Danske Marine seaforces.org
  4. Commander Danish Task Group (COM DATG) hejste søndag sit kommandoflag på HDMS THETIS. forsvaret.dk

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Dänische Seestreitkräfte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien