Kongregation für die orientalischen Kirchen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Kongregation für die Ostkirchen)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Basisdaten
Name: Kongregation für die orientalischen Kirchen
(lat. Congregatio pro Ecclesiis Orientalibus)
Sitz: Palazzo dei Convertendi
Via della Conciliazione 34
00193 Roma
Kardinalpräfekt: Leonardo Kardinal Sandri
(seit 2007)
Sekretär: Erzbischof Cyril Vasiľ SJ
Untersekretär: Msgr. Maurizio Malvestiti

Die Kongregation für die orientalischen Kirchen (lat.: Congregatio pro Ecclesiis Orientalibus), oft auch „Kongregation für die Ostkirchen“ genannt, ist eine Zentralbehörde (Dikasterium) der römischen Kurie, die zentrale Leitungsaufgaben für die Universalkirche wahrnimmt.

Entstehung[Bearbeiten]

Die Ostkirchenkongregation, die ursprünglich nur eine Abteilung der Kongregation für die Glaubensverkündigung (Sacra Congregatio de Propaganda Fide) war, wurde am 1. Mai 1917 durch das Motu proprio Dei Providentis Papst Benedikts XV. zur selbstständigen Behörde erhoben. Sie trug zunächst den Namen „Heilige Kongregation für die orientalische Kirche“, wurde aber 1967 von Paul VI. in „Heilige Kongregation für die orientalischen Kirchen“ (Plural) (Sacra Congregatio pro Ecclesiis Orientalibus) umbenannt. 1984 entfiel das Attribut „heilig“.

Aufgabe[Bearbeiten]

Der Geschäftsbereich der Ostkirchenkongregation umfasst alle Angelegenheiten, die das Verhältnis der mit Rom unierten Ostkirchen und dem Heiligen Stuhl betreffen, das heißt die Verbindung zu suchen und zu halten, ihr Wachstum zu fördern, ihre Rechte zu sichern und auch ihr Erbe der verschiedenen orientalischen christlichen Traditionen lebendig und vollständig zu erhalten.

Die Ostkirchenkongregation hat heute ad normam iuris über die Eparchien (Diözesen), die Bischöfe, den Klerus, die Ordensleute und die Gläubigen der orientalischen Riten die gleichen Befugnisse wie die entsprechenden Kongregationen über die Anhänger des lateinischen Ritus. In Ägypten und der Sinaihalbinsel, Eritrea und Nordäthiopien, Südalbanien, Bulgarien, Zypern, Griechenland, Iran, Irak, Libanon, Palästina, Syrien, Jordanien und der Türkei hat sie sogar die ausschließliche Kompetenz.

Die Kongregation koordiniert die Arbeit dreier Expertenkommissionen:

  1. die Sonderkommission für die orientalische Liturgie
  2. die Sonderkommission für die Studien des Christlichen Orients
  3. die Kommission für die Ausbildung des Klerus und der Ordensleute

Die Kongregation gibt auch eine Zeitschrift (S.I.C.O. Servizio Informazioni Chiese Orientali) heraus, die über ihre Aktivitäten berichtet, in der Verlautbarungen des Papstes bzgl. der Ostkirchen veröffentlicht werden und aktuelle Nachrichten und Meldungen aus dem Bereich der orientalischen Kirchen bekanntgemacht werden.

Finanziert wird die Arbeit der Kongregation mit Mitteln des Heiligen Stuhls und Spendengeldern verschiedener internationaler Hilfsorganisationen (z.B. die Catholic Near East Welfare Association in den USA) und Privatpersonen. Zur Koordinierung dieser Hilfsorganisationen gibt es die R.O.A.C.O. (Riunione delle Opere di Aiuto alle Chiese Orientali), deren Vorsitzender der Kardinalpräfekt ist.

Struktur[Bearbeiten]

An der Spitze der Kongregation für die Ostkirche steht ein Kardinalpräfekt; ihm zur Seite stehen ein Sekretär, ein Untersekretär und 29 weitere fest angestellte Mitarbeiter. Außerdem wird die Kongregation in ihrer Arbeit von einem 50-köpfigen Beratergremium (Konsultoren) unterstützt.

Leonardo Kardinal Sandri wurde durch Papst Benedikt XVI. zum Präfekten ernannt und am 16. März 2013 durch Papst Franziskus übergangsweise bestätigt.[1]

Mitglieder[Bearbeiten]

Die Kongregation selbst besteht zusätzlich zum Präfekten aus 23 Kardinälen, vier Patriarchen, zwei Großerzbischöfen, drei Erzbischöfen und drei Bischöfen, die vom Papst für jeweils fünf Jahre berufen werden. Geborene Mitglieder sind die Patriarchen und Großerzbischöfe der orientalischen Kirchen und der Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen. Mitglieder der Kongregation sind zurzeit:

Sekretäre[Bearbeiten]

Präfekten[Bearbeiten]

Bis 1967 war der Papst selber Präfekt der Kongregation.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dikasterien der römische Kurie übergangsweise bestätigt, Radio Vatikan, 16. März 2013
  2. Nomina di Membri dei Dicasteri della Curia Romana, in: Presseamt des Heiligen Stuhls: Tägliches Bulletin vom 24. November 2003.
  3. a b c Nomina di Cardinali Membri dei Dicasteri della Curia Romana, in: Presseamt des Heiligen Stuhls: Tägliches Bulletin vom 29. Dezember 2010.
  4. a b c d e Nomina di Membri della Congregazione per le Chiese Orientali, in: Presseamt des Heiligen Stuhls: Tägliches Bulletin vom 7. März 2012.
  5. a b c d e Nomina di Cardinali Membri dei Dicasteri e degli Organismi della Curia Romana, in: Presseamt des Heiligen Stuhls: Tägliches Bulletin vom 21. April 2012.
  6. CONFERME E NOMINE NELLA CONGREGAZIONE PER LE CHIESE ORIENTALI, Presseamt des Vatikans, 19. Februar 2014
  7. a b c Nomina di membri della Congregazione per le Chiese Orientali, in: Presseamt des Heiligen Stuhls: Tägliches Bulletin vom 7. März 2009.
  8. Nomina di Membro della Congregazione per le Chiese Orientali, in: Presseamt des Heiligen Stuhls: Tägliches Bulletin vom 22. Juni 2011.