Arnsteiner Patres

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Die Arnsteiner Patres (eigentlich Kongregation von den Heiligsten Herzen Jesu und Mariens und der ewigen Anbetung des Allerheiligsten Altarsakramentes, lateinisch Congregatio Sacrorum Cordium Jesu et Mariae necnon adorationis perpetuae Sanctissimi Sacramenti Altaris, Ordenskürzel SSCC) sind eine katholische Ordensgemeinschaft. Die Bezeichnung "Arnsteiner Patres" geht auf ihre 1919 gegründete erste Kommunität in Deutschland zurück, den Wallfahrtsort Kloster Arnstein in Obernhof an der Lahn.

Geschichte[Bearbeiten]

Gegründet wurde die Kongregation von den Heiligsten Herzen Jesu und Mariens in der Weihnacht des Jahres 1800 von dem französischen Priester Pierre Coudrin und der Adligen Henriette Aymer de la Chevalerie.

Coudrin, der sich während der Französischen Revolution heimlich zum Priester weihen ließ, arbeitete jahrelang als Seelsorger im Untergrund. Die französische Adlige Aymer de la Chevalerie wurde während der Revolution inhaftiert, da sie kirchentreue Priester, darunter auch Coudrin, unterstützt hatte. In der Weihnachtsnacht des Jahres 1800 legten beide die Ordensgelübde ab und begründeten somit eine sich rasch entwickelnde Ordensgemeinschaft. In Frankreich wurden die Ordensgemeinschaft und ihre Brüder nach dem Standort des französischen Mutterhauses im Pariser Vorort Picpus unter der Bezeichnung Picpus-Gesellschaft beziehungsweise Picpus-Patres oder Picpus-Missionare bekannt.

Durch ihre Ordensgründung wollten Coudrin und Aymer de la Chevalerie beim Wiederaufbau der durch die Französische Revolution zerstörten französischen Kirche mitwirken. Vorrangigstes Ziel war die Sorge um Arme, insbesondere minderbemittelte Kinder, für die sie Schulen errichteten. Ab 1827 entwickelte sich die Kongregation zu einer Missionsgemeinschaft, blieb jedoch auch immer ihrem Gründungsideal, der Linderung der leiblichen Nöte der Menschen, verpflichtet.

Daten und Fakten[Bearbeiten]

  • Die Gemeinschaft zählt heute etwa 900 Ordenspriester (Patres) und Ordensbrüder (Fratres), die in 35 Ländern der Welt tätig sind. In Deutschland widmen sie sich verstärkt der Jugendseelsorge. Der Frauenzweig des Ordens zählt weltweit ca. 700 Schwestern und ist in vielen Ländern der Welt vertreten – allerdings nicht in Deutschland.
  • Die Spiritualität der Kongregation ist von der Verehrung der Herzen Jesu und Mariä geprägt. Eine Ausprägung dieser Verehrung ist die Thronerhebung des Herzens Jesu, die Pater Mateo Crawley-Boevey propagierte.
  • Das Generalat des Ordens befindet sich in Rom. Der Sitz der Deutschen Ordensprovinz befindet sich in Lahnstein.
  • Das bekannteste deutsche Mitglied ist Bernhard Hermann Köckemann (engl. Herman Koeckemann), der von 1882 bis 1892 Apostolischer Vikar der Hawaiianischen Inseln war.

Schulen[Bearbeiten]

Die Arnsteiner Patres unterhielten bis vor einiger Zeit in Deutschland zwei katholische Schulen, das Johannes-Gymnasium Lahnstein in Lahnstein und das Gymnasium St. Christophorus in Werne. An beiden Schulen setzten sich die Arnsteiner Patres für eine Erziehung nach christlichen Grundsätzen ein. Teilweise sind auch heute noch Patres als Lehrer oder Schulseelsorger an diesen Schulen tätig.

Generalsuperiore[Bearbeiten]

  • Marie-Joseph Coudrin (1800–1837)
  • Pierre-Dominique-Marcellin Bonamie (1837–1853)
  • Euthyme Rouchouze (1853–1869)
  • Marcellin Bousquet (1870–1911)
  • Flavien Prat (1912–1938)
  • Jean du Cœur de Jésus d’Elbée (1938–1958)
  • Henry Systermans (1958–1970)
  • Jan Scheepens (1970–1982)
  • Patrick Bradley (1982–1994)
  • Enrique Losada Adame (1994–2006)
  • Javier Álvarez-Ossorio Ramos (seit 2006)

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]