Konrad Adam

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Konrad Adam beim Gründungsparteitag der Alternative für Deutschland (AfD) am 14. April 2013 in Berlin

Konrad Adam (* 1. März 1942 in Wuppertal) ist ein deutscher Journalist, Publizist und Politiker (AfD).

Inhaltsverzeichnis

Werdegang [Bearbeiten]

Er studierte Klassische Philologie, Geschichte und Rechtswissenschaft in Tübingen, München und Kiel. 1970 promovierte er zum Dr. phil.[1] Von 1979 bis 2000 war er Mitglied der Feuilleton-Redaktion der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ). Anschließend ging er für knapp sieben Jahre als politischer Chefkorrespondent der WELT nach Berlin. Bekannt war vor allem seine wöchentliche Kolumne im so genannten Forum des politischen Teils der Zeitung. Ende März 2007 verabschiedete Adam sich in den Ruhestand. Seitdem schreibt er wieder vermehrt im Feuilleton seines früheren Arbeitgebers, der FAZ. Im akademischen Jahr 1995/1996 war Adam Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin.

In dem Essay Das machtlose Parlament aus dem Jahr 2000 kommt Adam zu dem Schluss, dass Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Medien zunehmend die Macht der parlamentarischen und richterlichen Staatsgewalt in Frage stellen. Er exemplifiziert dies unter anderem an der Entscheidungsfindung zu Transrapid und Hochschulfinanzierung.[2] Dieser Essay wurde mehrfach rezipiert und von Norbert Lammert bei seiner Rede am 9. Juli 2006 im Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung angesprochen.[3]

Seine zahlreichen Buchpublikationen beschäftigen sich vorwiegend mit der deutschen Innenpolitik, besonders die Bildungspolitik steht seit vielen Jahren im Mittelpunkt seiner journalistischen Arbeit. Vor allem sein Buch Die deutsche Bildungsmisere von 2002, in dem er sich mit den Ergebnissen der PISA-Studie auseinandersetzt und eine Rückbesinnung auf das klassische Bildungsideal fordert, gelangte in die öffentliche Wahrnehmung und wurde in den Feuilletons mehrerer überregionaler Tageszeitungen rezensiert, wobei es auf ein geteiltes Echo stieß.[4]

2009 erhielt Adam den Deutschen Sprachpreis der Henning-Kaufmann-Stiftung.

Konrad Adam (links) mit Frauke Petry und Bernd Lucke beim Gründungs­parteitag der AfD 2013 in Berlin

Adam ist Gründungsmitglied der eurokritischen Wahlalternative 2013 und wurde 2013 ein Sprecher der Partei Alternative für Deutschland (AfD).[5][6][7] Als Kolumnist der Welt hatte Adam 2006 Überlegungen zur Aberkennung des Wahlrechts für „Inaktive und Versorgungsempfänger“ (Beamte, Politiker, Arbeitslose und Rentner) angestellt,[8] was einzelne Medien mit Blick auf das Mitgliederprofil der AfD thematisierten.[9][10]

Literatur (Auswahl) [Bearbeiten]

Artikel und Aufsätze (Auswahl)

Weblinks [Bearbeiten]

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Vorstellung Konrad Adams bei der Berliner Morgenpost, archiviert am 27. September 2007 im Internet Archive
  2. Konrad Adam: Das machtlose Parlament. Konsens ohne Gemeinwohl: Experten, Räte, Meinungsmacher umgehen die Verfassung. In: Die Welt. 2. Juni 2001, abgerufen am 26. April 2013.
  3. Rede von Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert zum Thema "Weder machtlos noch allmächtig: Parlamentskultur in Deutschland" beim Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung. In: Webpräsenz www.bundestag.de. Deutscher Bundestag, 9. Juli 2006, abgerufen am 26. April 2013.
  4. Rezensionsnotizen bei Perlentaucher.de
  5. Zu den Gründern zählen u. a.. Abschnitt auf der Startseite der Wahlalternative 2013, abgerufen am 7. Oktober 2012.
  6. Joachim Jahn: Gründungsparteitag der AFD – Aufstand gegen Merkels „alternativlose Politik“. In: FAZ.NET. 14. April 2013, abgerufen am 18. April 2013.
  7. Mitbegründer der Alternative für Deutschland: "Der Euro bringt die Völker gegeneinander auf". In: Spiegel Online, 13. April 2013
  8. Wer soll wählen? Kolumne Die Macht der Schwachen Von Konrad Adam in Die Welt, 16. Oktober 2006: "Neulich hat ein Gastautor auf diesen Seiten den Vorschlag gemacht, den von ihm sogenannten Nettostaatsprofiteuren das Wahlrecht zu entziehen. In diese Kategorie gehören nach seiner Definition nicht nur die Beamten, die im Staat ihren Arbeitgeber sehen, und nicht nur alle diejenigen, die weniger für die Politik als von der Politik leben, die Mehrzahl der Berufspolitiker also, sondern auch und vor allem die Masse der Arbeitslosen und der Rentner. [...] Vor diesem Hintergrund klingt die Anregung, den Inaktiven und Versorgungsempfängern das Wahlrecht abzuerkennen, provokativer, als sie tatsächlich ist."
  9. Sie wollen die Alternative für Deutschland sein Zeit-Online, 18. April 2013: "Spricht man ihn [Axel Leonhardt] auf die Forderung von Parteisprecher Konrad Adam an, Arbeitslosen das Wahlrecht zu entziehen, reagiert er ausweichend."
  10. The European: Ohne Demokratie für die Demokratie, vom 24. April 2013. " Sprecher Konrad Adam und der im wissenschaftlichen Beirat sitzende Professor Vaubel etwa haben keine Probleme damit, auch einmal über die Begrenzung des Wahlrechts zu fabulieren."