Konrad I. von Abensberg

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Konrad von Abenberg (* um 1075; † 9. April 1147 im Lungau, Salzburg) war Erzbischof von Salzburg in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts und dabei ein äußerst tatkräftiger Reformer, der so vielfach den Ehrentitel „zweiter Gründer der Kirche Salzburgs“ erhielt. In der Literatur wird er häufig fälschlicherweise der Familie der niederbayerischen Abensberger zugeordnet.

Leben[Bearbeiten]

Erzbischof Konrad von Abenberg entstammt der Familie der Grafen von Abenberg-Frensdorf, Hochstiftsvögte von Bamberg; vgl. Franz, Machilek: Die Grafen von Abenberg-Frensdorf, in: Hochmittelalterliche Familien in Altbayern, Franken und Schwaben, 2005, S. 213-238, hider S. 225 f. Als Sohn von Wolfram I. von Abenberg wurde er am Hof des Kaisers Heinrich IV. erzogen, wurde Hofkaplan und danach Domherr in Hildesheim. Am 7. Januar 1106 ernannte ihn Kaiser Heinrich V. zum Erzbischof von Salzburg, wo noch der von Heinrich IV. eingesetzte Gegenerzbischof Berthold von Moosburg regierte. Durch die militärische Unterstützung seiner älteren Brüder Otto und Wolfram konnte er Berthold zur Abdankung bewegen. Papst Paschalis II. weihte ihn am 21. Oktober in Guastalla zum Bischof und übergab ihm das Pallium.

Im Juli 1110 zog er mit Kaiser Heinrich V. gemeinsam nach Italien, lehnte aber das so genannte „Konkordat von Sutri“ ab und stellte sich im Investiturstreit auf die Seite des Papstes. Wegen weiterer Konflikte mit den kaiserlichen Beamten musste er 1112 fliehen und konnte erst 1121 nach Salzburg zurückkehren.

Nach seiner Rückkehr reorganisierte er seine Diözese, gründete etliche Klöster und reformierte viele andere, in dem er die Regel der Augustiner-Chorherren oder jene der Regularkanoniker durchsetzte (Domstift zu Salzburg, St. Zeno/Reichenhall, Gurk, Reichersberg, Berchtesgaden, Baumburg, Gars am Inn, Au am Inn, Ranshofen, Höglwörth, Herrenchiemsee, Seckau, Suben). Auch die Benediktiner wurden vom Erzbischof unterstützt. Durch diese Maßnahmen, die begleitet wurden von einer großen Anzahl von Reisen und Visitationen, erwarb er sich den Ehrentitel „Zweiter Gründer der Salzburger Kirche“.

1121 erhielt der Dom zwei mächtige Türme im Westen. 1127 ließ er den nun abgebrannten Salzburger Dom wiederaufbauen und ausbauen. Für die Armen der Stadt wird vom Domkapitel des St. Johannsspital (heute Spital der Barmherzigen Brüder am Kai), nächstgelegen errichtet das Stift St. Peter das Laurentiusspital (heute Chiemseehofteile). 1140 legt er den Domfriedhof an.

Er wies dem Stift St. Peter Grundflächen zu, auf denen zuvor seine Residenz stand und dann ein Teil des Klosters aufgebaut wurde. Die neue erzbischöfliche Residenz verlegte er hin zum Dom. Unter seiner Regierung entstand auch der Stiftsarm des Almkanals.

Zur Ungarnabwehr erbaute er die Festen Leibnitz (Seggau), Pettau (Ptuj) und Reichenburg (Brestanica). Auch ein Ausbau der Burg Deutschlandsberg als Zentrum der Salzburger Besitzungen in der Weststeiermark wird für seine Regierungszeit angenommen.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]


Vorgänger Amt Nachfolger
Thiemo Erzbischof von Salzburg
1106–1147
Eberhard von Biburg