Konrad Repgen
Konrad Repgen (* 5. Mai 1923 in Friedrich-Wilhelms-Hütte) ist ein deutscher Historiker und emeritierter Professor an der Universität Bonn.
Konrad Repgen legte 1941 das Abitur am Bonner Beethoven-Gymnasium ab und war von 1941 bis 1945 Soldat. Von 1945 bis 1950 studierte er an der Universität Bonn Geschichte, Germanistik und Latein. Dort trat er in den K.St.V. Arminia Bonn ein. 1950 promovierte er in Bonn mit der Arbeit Märzbewegung und Maiwahlen des Revolutionsjahres 1848 im Rheinland bei Max Braubach zum Dr. phil.
Von 1952 bis 1955 hielt er sich zu einem Forschungsaufenthalt in Rom auf. 1958 erfolgte in Bonn die Habilitation mit der Arbeit Die römische Kurie und der Westfälische Friede. Papst, Kaiser und Reich. 1962 wurde er als Ordentlicher Professor an die Universität des Saarlandes berufen. 1967 wurde er Nachfolger von Max Braubach in Bonn und lehrte dort bis zu seiner Emeritierung 1988 als Professor für Mittlere und Neuere Geschichte. Von 1985 bis 1988 war er Dekan der Philosophischen Fakultät.
Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf den editorischen Arbeiten zum frühneuzeitlichen Europa, aber auch zur Erforschung der politischen und sozialen Geschichte des 19. Jahrhunderts und 20. Jahrhunderts. Repgen war über Jahrzehnte Leiter des Langzeitprojektes der Acta Pacis Westphalicae, das das Aktenmaterial zum Westfälischen Frieden herausgibt. Für seine Forschungen zum Dreißigjährigen Krieg und zum Westfälischen Frieden wurde ihm 1998 der Historikerpreis der Stadt Münster verliehen. Er ist Mitglied der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften sowie Mitglied der Rheinisch-Westfälischen Akademie der Wissenschaften. 1989 wurde er Komtur des Päpstlichen Ritterordens des heiligen Gregors des Großen.[1] 2000 erhielt er den Wissenschaftspreis der Krupp-Stiftung. Repgen veröffentlichte grundlegende Studien zur Reichs- und Kirchengeschichte, darunter das Standardwerk Dreißigjähriger Krieg und Westfälischer Friede. Er gilt als „Nestor der kirchlichen Zeitgeschichtsforschung“.[2]
Schriften [Bearbeiten]
- Dreißigjähriger Krieg und Westfälischer Friede. Studien und Quellen. Herausgegeben von Franz Bosbach, Paderborn u.a. 1988, ISBN 3-506-73382-6.
- Krieg und Politik 1618–1648. Europäische Probleme und Perspektiven. München 1988, ISBN 3-486-53761-X.
- Von der Reformation zur Gegenwart. Beiträge zu Grundfragen der neuzeitlichen Geschichte. Herausgegeben von Klaus Gotto und Hans Günter Hockerts. Paderborn 1988, ISBN 3-506-77207-4.
- Märzbewegung und Maiwahlen des Revolutionsjahres 1848 im Rheinland. Bonn 1955.
Literatur [Bearbeiten]
- Patrick Bahners: Die List des offenen Wortes. Gründe sind stärker als Wünsche: Zum achtzigsten Geburtstag des Historikers Konrad Repgen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 5. Mai 2003, Nr. 103, S. 38.
- Joachim Scholtyseck: Reden zum 80. Geburtstag von Konrad Repgen am 12. Mai 2003. Bonn 2003, ISBN 3-416-03044-3.
- Karl-Joseph Hummel: Zeitgeschichtliche Katholizismusforschung. Tatsachen, Deutungen, Fragen. Eine Zwischenbilanz [Konrad Repgen zum 80. Geburtstag, Rudolf Morsey zum 75. Geburtstag] Paderborn u.a. 2004, ISBN 3-506-71339-6.
- Dieter Albrecht (Hrsg.): Politik und Konfession. Festschrift für Konrad Repgen zum 60. Geburtstag. Berlin 1983, ISBN 3-428-05337-0.
Weblinks [Bearbeiten]
- Literatur von und über Konrad Repgen im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Porträt Konrad Repgen auf den Webseiten der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste
- Artikel in der Welt zum 80. Geburtstag von Konrad Repgen
Anmerkungen [Bearbeiten]
- ↑ AAS 82 (1990), n. 4, S. 411.
- ↑ Karl-Joseph Hummel/Michael Kißener (Hrsg.): Die Katholiken und das Dritte Reich. Kontroversen und Debatten. Paderborn u.a. 2009, S. 10.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Repgen, Konrad |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Historiker |
| GEBURTSDATUM | 5. Mai 1923 |
| GEBURTSORT | Friedrich-Wilhelms-Hütte |
- Neuzeithistoriker
- Hochschullehrer (Universität des Saarlandes, Saarbrücken)
- Hochschullehrer (Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn)
- Deutscher
- Geboren 1923
- Mann
- Träger des Gregoriusordens (Komtur)
- Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften
- Mitglied des Päpstlichen Komitees für Geschichtswissenschaft
- Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften
- Korporierter im KV