Konrad Schäfer

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Dieser Artikel behandelt den Mediziner Konrad Schäfer. Für den Maler und Graphiker siehe Konrad Schaefer.
Konrad Schäfer während der Nürnberger Prozesse

Konrad Wilhelm Philip Schäfer (* 7. Januar 1911 in Mülhausen) war ein deutscher Mediziner. Er war wegen seiner Menschenversuche im Zweiten Weltkrieg beim Nürnberger Ärzteprozess angeklagt, wurde aber freigesprochen.

Schäfer studierte an den Universitäten München, Berlin und Innsbruck und schloss sein Studium an der Universität Heidelberg im Dezember 1935 ab.[1] Schäfer wurde 1936 promoviert und arbeitete ab 1937 mit Unterbrechungen als Assistent am Chemo-therapeutischen Labor der Schering AG. Im November 1941 ging er zur Sanitätsversuchs- und Lehrabteilung der Luftwaffe in Jüterbog und referierte Ergebnisse von Menschenversuchen im KZ Dachau zum Thema Durst und Durstbekämpfung auf der Tagung Seenot im Oktober 1942. Im Jahr 1944 war er am Forschungsinstitut für Luftfahrtmedizin des Reichsluftfahrtministers tätig. Er gilt als Erfinder einer Methode zur Meerwasserentsalzung, die 1944 im KZ Dachau an den Roma erprobt wurde.

Wegen seiner Menschenversuche wurde er im Nürnberger Ärzteprozess angeklagt, am 20. August 1947 allerdings freigesprochen. Bis 1951 war er noch im Dienst der US-Luftwaffe im Fliegerhorst Randolph in San Antonio (Texas) tätig.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich - Wer war was vor und nach 1945, Frankfurt am Main, 2. Auflage: Juni 2007, S. 524.
  • Ernst Klee: Auschwitz, die NS-Medizin und ihre Opfer. 3. Auflage. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, 1997, ISBN 3-596-14906-1.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aussage von Konrad Schäfer vom 10. Dezember 1946 auf Nuremberg trials Project