Konsens (Software)

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KONSENS (Koordinierte neue Softwareentwicklung der Steuerverwaltung) ist ein Projekt zur Vereinheitlichung der Verwaltungssoftware der deutschen Finanzämter und ein Nachfolgeprojekt zu FISCUS.

Geschichte[Bearbeiten]

Nach dem Scheitern des Projekts FISCUS wurde am 23. Juni 2004 in der Finanzministerkonferenz das Thema Koordinierte neue Softwareentwicklung der Steuerverwaltung beraten und es erging der Beschluss, die fiscus GmbH aufzulösen, die Mitarbeiter zu entlassen bzw. zu versetzen und die bisher entwickelten Projekte, soweit es wirtschaftlich sinnvoll erscheint, in das neue Vorhaben KONSENS zu übernehmen.

Ziel des Vorhabens ist die Schaffung einer einheitlichen Steuersoftware, die von allen Bundesländern gemeinsam entwickelt und eingesetzt wird. Gleichzeitig sollte das Bundesland Bayern wieder mit ins Boot geholt werden. Bayern hatte zwischenzeitlich dem FISCUS-Projekt den Rücken gekehrt und gemeinsam mit den neuen Bundesländern seine eigene Software-Lösung favorisiert. Diese wurde vorangetrieben unter dem Namen EOSS (Evolutionär orientierte Steuersoftware), Vorgängerbezeichnung UNIFA (Unix im Finanzamt; die namensgebende Betriebssystembasis wurde im Verlauf der Entwicklung, etwa bis 1997, zugunsten von Windows NT aufgegeben), das bis zum Jahre 2000 bereits mit diversen Modulen allgemein eingesetzt wurde.

Grundlage der KONSENS-Vorhaben sind die derzeit in den einzelnen Bundesländern eingesetzten Programme. Bei der Bestrebung, diese zu vereinheitlichen, soll die im EOSS-Verbund und vom Land Nordrhein-Westfalen entwickelte Software genutzt werden. Die Entwicklung liegt federführend in den Händen der Bundesländer Bayern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Baden-Württemberg und Hessen. Die Server-Anwendungen werden in Java geschrieben, um Windows-basierte Systeme und Linux-basierte Systeme (z. B. in Niedersachsen) gleichermaßen einbinden zu können. Client-Anwendungen basieren auf dem ISA Dialogmanager. Die Einführung der „Konsens I“ genannten ersten Stufe des Projekts erfolgt nicht zeitgleich für alle Bundesländer. Vielmehr werden die einzelnen Systeme der Bundesländer Schritt für Schritt nacheinander vereinheitlicht und zu unterschiedlichen Zeitpunkten umgestellt. Unter „Konsens II“ wird die weitere länderübergreifende Weiterentwicklung der Basissoftware aus „Konsens I“ heraus verstanden, die nach Einführung von „Konsens I“ in allen Bundesländern durchgeführt wird.

KONSENS-Verfahren[Bearbeiten]

  • BIENE (Bundeseinheitliches integriertes evolutionär neu entwickeltes Erhebungsverfahren)
  • BuStra/Steufa (DV-Unterstützung für Bußgeld-, Strafsachen- und Steuerfahndungsstellen)
  • ELFE (Einheitliches länderübergreifendes Festsetzungsverfahren)
  • ELSTER (Elektronische Steuererklärung)
  • GDA (Gesamtdatenarchivierung)
  • GINSTER (Grundinformationsdienst Steuer)
  • KONSENS-Dialog (übergreifendes Dialogverfahren mit Dialogprodukt UNIFA)
  • MUESt (Maschinelle Überwachung der Steuerfälle)
  • Prüfungsdienste (IT-Unterstützung für Prüfungsinnen- und außendienst)
  • RMS (Risikomanagementsysteme, Risikominimierung für Steuerausfälle)
  • SESAM (Steuererklärungen scannen, archivieren und maschinell bearbeiten)
  • DAME (Data-Warehouse)
  • KapESt (Kapitalertragsteuer)
  • ZANS (Zentralstelle Arbeitnehmer-Sparzulage und Wohnungsbauprämie)

Weblinks[Bearbeiten]