Konsignationslager

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Dieser Artikel erklärt das Lieferanten-Logistik-Zentrum (LLZ). In der Funknavigation steht LLZ für Localizer.

Das Konsignationslager ist ein Warenlager eines Lieferanten oder Dienstleisters, welches sich in der Nähe des Kunden (Abnehmers) befindet. Die Ware verbleibt solange im Eigentum des Lieferanten, bis der Kunde sie aus dem Lager entnimmt. Erst zum Zeitpunkt der Entnahme findet eine Lieferung als Grundlage der Rechnungsstellung statt. Siehe auch: Konsignation. Rechtlich handelt es sich in Deutschland beim Konsignationslagervertrag um einen Lagervertrag nach § 467 mit kaufrechtlichen Elementen.

Vorteile[Bearbeiten]

für den Abnehmer[Bearbeiten]

  • Da das Material bereits qualitätsgeprüft und jederzeit in der vereinbarten Menge erhältlich ist, liegt höchste Versorgungssicherheit vor.
  • Es entsteht nur ein geringer Abwicklungsaufwand, da die Berechnung häufig monatlich (auf Basis der Entnahmebedingungen) abgewickelt wird.
  • Da das Material erst nach Entnahme aus dem Lager berechnet wird, verringert sich die Kapitalbindung.

für den Einlagerer[Bearbeiten]

  • Bei langfristigen Lieferbeziehungen bindet der Verkäufer (Einlagerer) den Kunden mittelbar, da letzterer eher den transaktionskostenarmen Weg der Entnahme wählen wird, statt bei einem anderen Anbieter zu bestellen.
  • Oftmals befindet sich das Konsignationslager nicht nur in der Nähe des Kunden, sondern in den Räumen des Kunden selbst. In diesem Fall entfallen für den Einlagerer i.d.R. Lagerkosten. Da er weiterhin Eigentümer ist, ist er in der Insolvenz des Abnehmers i. d. R. geschützt.

Umsatzsteuerliche Besonderheiten[Bearbeiten]

Befinden sich Lieferant und Konsignationslager in unterschiedlichen Ländern der EU, sind die umsatzsteuerlichen Regelungen zum innergemeinschaftlichen Verbringen zu beachten. Die europaweit geltenden MwstSystRL sehen vor, dass der Lieferant im Moment der Warenverbringung in das Lager eine innergemeinschaftliche Lieferung und gleichzeitig, im anderen Land, einen innergemeinschaftlichen Erwerb tätigt. Er muss also im Land des Konsignationslagers registriert sein und eine dortige Umsatzsteuer-Identifikationsnummer besitzen.

Erst bei der Entnahme aus dem Lager wird die Lieferung des Lieferanten an den Kunden umsatzsteuerlich realisiert. Ort der Lieferung ist - wie meist immer im Umsatzsteuerrecht - der Beginn der Lieferung - in diesem Fall das Konsignationslager im Ausland. Es fällt also ausländische Umsatzsteuer an.

Um dem Lieferanten die umsatzsteuerlichen Pflichten zu erleichtern, haben einige Länder Vereinfachungsregelungen eingeführt (die europarechtlich aber nicht vorgesehen sind). Deutschland sieht gesetzlich keine solche Regelung vor. [1]

Lieferanten-Logistik-Zentrum (LLZ)[Bearbeiten]

Das Lieferanten-Logistik-Zentrum ist ein gemeinsames Konsignationslager mehrerer Zulieferer in unmittelbarer Nähe zu einem Großkunden. Der Lagerinhalt bleibt auch hier bis zur Auslagerung/Anlieferung an den Kunden Eigentum der Lieferanten. Der Sinn eines LLZ ist das „Ein-Lager-Prinzip“ mit kurzer und sicherer Anbindung an den Kunden. Für die Lieferanten liegt der mögliche Vorteil in der Einsparung von Kosten und Lagerfläche. Insbesondere Automobilhersteller konnten aufgrund ihrer starken Marktstellung LLZ mit Lagermieten durchsetzen. Andere EU-Länder benutzen abweichende Verfahren.

Abgrenzung[Bearbeiten]

Konsignationslager werden von Kommissionslagern abgegrenzt. Während bei Konsignationslagern der Lieferant das Lager für den Verbraucher (Kunden) führt, wird das Kommissionslager von einem Agenten (Kommissionär) geführt, dem Ware von einem Lieferanten zur Verfügung gestellt wird, welche zum Verkauf an Dritte bestimmt ist (Kommissionsgeschäft).

Literatur[Bearbeiten]

  • Schulte, Christof: Logistik. Wege zur Optimierung der Supply Chain. 5. Auflage. Verlag Franz Vahlen GmbH (2008): München. ISBN 3-8006-3516-X

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. IHK Stuttgart, http://www.stuttgart.ihk24.de/recht_und_steuern/steuerrecht/Umsatzsteuer_Verbrauchssteuer/Umsatzsteuer_international/971964/Konsignationslager.html (Link abgerufen am 8. Oktober 2014)