Konstantin Michailowitsch Simonow

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Konstantin Simonow ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zu anderen Bedeutungen siehe Konstantin Simonov.
Simonow 1943 - als Oberstleutnant

Konstantin (Kirill) Michailowitsch Simonow (russisch Константин (Кири́лл) Михайлович Симонов, wiss. Transliteration Konstantin Michajlovič Simonov; * 15. Novemberjul./ 28. November 1915greg. in Petrograd; † 28. August 1979 in Moskau), war ein sowjetischer Schriftsteller, Lyriker und Kriegsberichterstatter.

Leben[Bearbeiten]

Kindheit und Jugend[Bearbeiten]

Er ist der Sohn des zaristischen Generalmajors Michail Simonow und seiner Frau Alexandra, Tochter aus dem fürstlichen Hause der Obolenski und Smolny-Absolventin. Nachdem sich die Eltern während der Revolutionszeit getrennt hatten, wuchs Simonow bei seiner Mutter und seinem Stiefvater, dem der Trotzki-Armee angehörigen ehemaligen zaristischen Oberst Iwanitschew, auf. Dieser verschwieg die adlige Herkunft und gab Simonow als Proletarier aus. In Saratow besuchte er als Komsomolze die Betriebsschule und absolvierte die Lehre eines Drehers. 1931 zog die Familie nach Moskau um. Ab 1934 besuchte Simonow vier Jahre das Moskauer Literaturinstitut. In den Zeitschriften "Junge Garde" und "Oktober" erschienen erste Gedichte. 1939 wurde Simonow als Kriegsberichterstatter des Grenzkonflikts mit Japan in den Fernen Osten geschickt. Zu diesem Zeitpunkt änderte er auch seinen Vornamen von Kirill in Konstantin - angeblich weil er aufgrund eines Sprachfehlers Schwierigkeiten mit den Buchstaben "r" und "l" hatte.[1] 1940 und 1941 entstanden zwei erfolgreiche Theaterstücke. Simonow absolvierte einen Kurs als Berichterstatter an der Lenin-Akademie

Deutsch-Sowjetischer Krieg[Bearbeiten]

Im Verlauf des Krieges stieg Simonow als Mitglied der Propagandaeinheiten der Roten Armee bis zum Rang eines Oberst auf. Er war einer der bekanntesten und meistgelesenen Kriegsberichterstatter und bereiste alle Fronten Osteuropas bis zur Schlacht um Berlin. Seine Berichte und Schriften erschienen meist in den Zeitungen Roter Stern und Prawda. Sein berühmtestes Kriegsgedicht „Warte auf mich“ (russisch Жди меня), war seiner späteren Frau Walentina Serowa gewidmet, die er 1943 heiratete.

Nachkriegszeit[Bearbeiten]

Nach dem Krieg unternahm Simonow verschiedene Reisen, unter anderem 1946 zusammen mit Ilja Grigorjewitsch Ehrenburg als Zeitungskorrespondent in die USA. Er arbeitete als Chefredakteur der Zeitungen Nowy Mir (1946 bis 1950 sowie 1953 bis 1958) und Literaturnaja Gaseta (1950 bis 1953). Seine Entlassung bei Literaturnaja Gaseta erfolgte wegen eines Lobgedichtes nach Stalins Tod auf Betreiben von Chruschtschow [2] Während der Tauwetter-Ära verlor er seine Ämter im Schriftstellerverband der UdSSR, dem Zentralkomitee der KPdSU und dem Obersten Sowjet. 1957 erfolgte die Scheidung von Walentina Serowa. Simonow heiratete später eine Schriftstellerwitwe. Als Korrespondent der Prawda lebte er von 1958 bis 1960 in Taschkent. Von 1967 bis zu seinem Tod war er erneut Sekretär des Schriftstellerverbands.

Werk[Bearbeiten]

Der Hauptteil von Simonows Werk handelt vom Krieg. Neben seinen Kriegsberichten entstanden eine Vielzahl von Romanen und Theaterstücken, die oftmals verfilmt wurden. Daneben besorgte er eine Biografie Majakowskis und viele Übersetzungen westlicher Autoren wie Hemingway oder Arthur Miller.

Sonstiges[Bearbeiten]

Er ist der Vater des russischen Politikers Alexei Simonow. Nach dem Schriftsteller ist unter anderem das Flusskreuzfahrtschiff Konstantin Simonov benannt.

Schriften[Bearbeiten]

Bücher

  • Kriegstagebuch (auch Kriegstagebücher)
  • Heimatlicher Rauch: Erzählung (1957)
  • Die Lebenden und die Toten (1959)
  • Man wird nicht als Soldat geboren (1964)
  • Waffengefährten (Товарищи по оружию, Kultur und Fortschritt, Berlin 1967; deutsche Übersetzung von Otto Braun)
  • Der letzte Sommer (1972)
  • Das sogenannte Privatleben (1978)
  • Ich sah das Vernichtungslager, Verlag der sowjetischen Militärverwaltung, Berlin, dt. Ausgaben 1945, 1946, 1947 (Die Todesfabrik Majdanek, russ. Orig., Moskau 1944)
  • Tage und Nächte, Verlag der sowjetischen Militärverwaltung, Berlin, dt. Ausgaben 1947, russ. Original 1946.

Hörspiele

  • Geheimnisse um P-E-3. Regie: Carl Nagel. Prod.: Rundfunk der DDR, 1950.
  • Aus den Notizen Lopatins. Regie: Helmut Hellstorff. Prod.: Rundfunk der DDR, 1987.

Verfilmungen[Bearbeiten]

Literarische Vorlage

Drehbuch

  • 1943: Warte auf mich (Shdi menja)
  • 1959: Normandie - Njemen (Normadija - Njemen)
  • 1966: Wenn dir dein Haus lieb ist (Jesli dorog tebje twoj dom)
  • 1971: Das Ereignis mit Polynin (Slutschaj s Poliniym) – nach seinem Roman "Die Trennung"
  • 1976: 20 Tage ohne Krieg (Dwazat dnje bes woinu)

Literatur[Bearbeiten]

  • Günter Warm: Konstantin Simonow. In: Urania Universum. Jg. 19, 1973, S. 415–422, mit Abbildung.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Konstantin Simonov – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Biografie von Simonov Konstantin Kirill Mihalovich (Симонов, Константин (Кирилл) Михайлович) auf russisch Энциклопедия Кругосвет - Универсальная научно-популярная онлайн-энциклопедия
  2. Webseite der Literaturnaja Gaseta (russisch) abgerufen am 23. Januar 2013