Konsumgut

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Konsumgüter sind Güter, die für den privaten Ge- oder Verbrauch hergestellt und gehandelt werden. Im Unterschied zu Investitionsgütern oder Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen, die für den Produktionsprozess vorgesehen sind, dienen Konsumgüter primär dem privaten Konsum. Allerdings stellt sich erst bei der tatsächlichen Nutzung eines Gutes heraus, ob es endgültig konsumiert wird oder als Arbeitsmittel in einen Produktionsprozess eingeht. Das gilt für hochwertige Güter, z. B. Fahrzeuge, Maschinen, Immobilien, etc., genauso wie für Verbrauchsgüter des täglichen Bedarfs.[1]

Konsumgüter können Verbrauchsgüter sein (z. B. Brennstoffe, Nahrungsmittel, Medikamente, etc.), aber auch langlebige Gebrauchsgüter, die nicht im eigentlichen Sinne verbraucht werden, sondern die durch den wiederholten Gebrauch einem Verschleiß (Abnutzung) unterliegen.[2]

In der marx'schen Gesellschafts- und Werttheorie werden Konsumgüter - ohne diesen Begriff zu nutzen - zusätzlich unterschieden in Gebrauchsgüter und Waren. Erstere haben lediglich einen Gebrauchswert und sind für den Eigenbedarf, Waren hingegen sind in höherentwickelten Gesellschaften speziell für den Tausch oder Handel produziert und besitzen neben dem Gebrauchswert auch einen Tauschwert.

Arten[Bearbeiten]

Je nach Bedarfslage der Konsumenten und den Vertriebsformen im Handel können Konsumgüter vier großen Gruppen zugeordnet werden:

Güterarten nach Verwendungszweck und -dauer
Produktionsgut Konsumgut
langlebiges Gut
(Gebrauchsgut i.w.S.)
Investitionsgut
(z. B. Produktionsmaschinen, Bürogebäude)
Gebrauchsgut
(z. B. Wohngebäude, Einrichtungsgegenstände)
kurzlebiges Gut
(Verbrauchsgut i.w.S.)
Vorleistungsgut
(z. B. Schmieröl, Lacke, Elektromotoren)
Verbrauchsgut
(z. B. Lebensmittel)

Güter des alltäglichen Bedarfs (convenience goods)[Bearbeiten]

Dies sind Güter, die häufig und ohne intensive Planung oder Vorbereitung gekauft werden. Im Normalfall handelt es sich um Güter mit einem vergleichsweise niedrigen Preis, die mit Hilfe einer Massenmarktstrategie des Herstellers vertrieben werden. Diese Güter können an vielen Orten erworben werden, zum Beispiel: Brot, Zeitung, Toilettenpapier, Benzin u. a.

Güter des Such- und Vergleichskaufs (shopping goods)[Bearbeiten]

Diese Güter werden seltener gekauft und haben einen höheren Preis als Güter des alltäglichen Bedarfs. Beim Kauf ist ein höheres Maß an Planung notwendig. Es werden im Laufe des Kaufentscheidungsprozesses Vergleiche getroffen, um die bestmögliche Alternative auszuwählen. Die Güter werden sowohl durch den Hersteller als auch den Händler beworben und in der Regel im Fachhandel vertrieben, zum Beispiel: Parfüm, Markenmöbel, Markenkleidung, Automobile, etc.

Sonderprodukte und Spezialitäten (speciality goods)[Bearbeiten]

Hierbei handelt es sich meistens um Luxusgüter, für die es nur sehr beschränkt alternative Marken im Handel gibt. Die Sensibilität bezüglich des Preises ist sehr gering. Daher kann für diese Luxuswaren ein sehr hoher Preis verlangt werden. Solche Güter werden mit Hilfe einer auf die Zielgruppe ausgerichteten exklusiven Marketingstrategie beworben und werden nur durch speziell ausgewählte Marken-Händler vertrieben, zum Beispiel: Luxusuhren, teures Porzellan, Kristallwaren, Weine.

Güter des fremdinitiierten Kaufs mit geringer Nachfrage (unsought goods)[Bearbeiten]

Für diese Güter gibt es nur eine sehr geringe Nachfrage, da die Konsumenten entweder nicht wissen, dass es diese Güter überhaupt gibt, oder aber es handelt sich um Produkte, die man gefühlsmäßig ablehnt. Der Konsument lehnt es ab, sich mit diesen Gütern zu beschäftigen, da dies als lästig empfunden wird. Der Verkauf solcher Produkte wird durch aggressive Werbung unterstützt und auch durch Direktvertrieb gefördert, zum Beispiel Versicherungsleistungen.

Bedeutung im Rahmen der Volkswirtschaftslehre[Bearbeiten]

In der Makroökonomie stellt die Nachfrage nach Konsumgütern einen Bestandteil der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage dar. Im Rahmen der Wirtschaftspolitik ist die Beeinflussung der Konsumgüternachfrage ein wichtiger Streitpunkt zwischen den Denkschulen der Angebots- und Nachfragepolitik.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Klaus Herdzina: Einführung in die Mikroökonomik, München 2005, S. 8-9
  2. Konsumgut auf bpb.de

Siehe auch[Bearbeiten]