Kontrollschacht

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Schachtdeckel in der Fahrbahn

Ein Kontrollschacht (auch Einstiegschacht, Eisteg oder Revisionsschacht) ist ein Schachtbauwerk, das zur Überprüfung, Unterhaltung und Reinigung von Rohrleitungen dient. Diese Schachtbauwerke unterbrechen Rohrleitungssysteme für Schmutz-, Misch- oder Regenwasser und sind Bestandteil der kommunalen Abwasserentsorgung. Sie sind aber auch Polygonpunkt der Richtungsänderung einer Leitung, wobei die Abwinklung maximal 100 gon (90°) beträgt. Einen Schacht und die in Fließrichtung folgende Rohrleitung bezeichnet man als Haltung. Sie haben nach ISYBAU dieselbe Bezeichnung. Kontrollschächte bestehen in der Regel aus Betonfertigteilen, Mauerwerk, Faserzement, Polymerbeton oder Kunststoff. Die Kombination verschiedener Materialien ist möglich.

Bauteile[Bearbeiten]

Aus dem Boden gedrückte Schachtabdeckung mit Auflagering und Schachthals.

Kontrollschächte bestehen aus verschiedenen Bestandteilen:

  • Schachtabdeckung
  • Auflagerring
  • Schachthals (auch Konus)
    Ein Konus ist ein Schachtring (im Allgemeinen der oberste Schachtring) zum Verjüngen des Kontrollschachtes nach oben. Die Verjüngung erfolgt asymmetrisch, eine Seite ist senkrecht, an dieser Seite sind Steigeisen eingelassen. In der Regel hat der Konus eine Höhe von 60 cm, der obere Durchmesser beträgt 625 mm oder 800 mm.
  • optionale Bauteile
    • Abdeckplatte (Dicke 200 mm) alternativ zum Konus bei geringen Schachthöhen oder ungünstiger Aufteilung der Bauteile.
    • Übergangsplatte (bei Schächten größer als 1200  und mehr als zwei Metern über der Kanalsohle, in der Regel auf 1000 mm)
    • Auflagerring, Fußring
    • Schachtringe mit Steigeisen (gemäß DIN 1212) oder andere Einstiegshilfen wie eine Leiter oder Steigbügel
  • Schachtunterteil mit Schachtboden und Fließgerinne
    • Nennweite des Schachtunterteiles DN 1000
      • bis Rohrleitung DN 600 (Kreisprofil)
    • Nennweite des Schachtunterteiles DN 1200
      • bis Rohrleitung DN 800 (Kreisprofil)
    • Nennweite des Schachtunterteiles DN 1500
      • bis Rohrleitung DN 1000 (Kreisprofil)
  • Schachtzu- oder -abgänge
  • Gerinne
    Das Gerinne bei runden begehbaren Einstiegsschächten mit einem Durchmesser von 1,00 m - 1,50 m wird meistens mit einem Ausbau in Beton, Steinzeughalbschalen oder verklinkert hergestellt. Beton hat jedoch keine hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Schwefel und anderen Schadstoffen, weshalb bei Schmutzwasserschächten meist auf einen Gerinne- und Bermenausbau aus Beton verzichtet wird.

Neben den runden begehbaren Abwasserschächten gibt es auch Handschächte, diese haben meist jedoch eine eckige Form.

Der Schachtinnendurchmesser bei Fertigteilschächten ist abhängig vom Rohrleitungsdurchmesser, den Profilen, der Anzahl und der Einbindewinkel der angeschlossenen Kanalprofile.

Schächte (eher Schachtabdeckungen) werden nach Belastungsklassen unterschieden, wie Klasse D 400 und Klasse F 900.

Kontrollschächte können auch aus unterschiedlichen Nennweiten mit Hilfe von Übergangsplatten zusammengesetzt werden. Weiterhin ist es auch möglich, verschiedene Materialien und Profile zu kombinieren, beispielsweise ein eckiges gemauertes Schachtunterteil mit einem weiteren Aufbau von Schachtringen und Konus aus Beton.

Normen[Bearbeiten]

  • EN 124 (alt DIN 1229) - Aufsätze und Abdeckungen für Verkehrsflächen
  • DIN 4034 - Betonfertigteile
  • DIN 4051 - Kanalklinker
  • DIN 1211 und DIN 1212 - Steigeisen
  • DIN 28124 Mannlochverschlüsse für Druckbehälter aus unlegierten Stählen

Struktur in einem Kanalnetz[Bearbeiten]

  • Richtungsänderung maximal 100 gon
  • Winkelangabe der Zuläufe relativ zum Ablauf mit 0 gon, dann im Uhrzeigersinn folgend die Zuläufe.

Literatur[Bearbeiten]

  • Dietrich Richter, Manfred Heindel: Straßen- und Tiefbau. B.G. Teubner Verlag, 2008, ISBN 978-3-8351-0057-2, Seite 182 ff.