Konversionsstörung

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Klassifikation nach ICD-10
F44 Dissoziative Störungen (Konversionsstörungen)
ICD-10 online (WHO-Version 2013)

Bei einer Konversionsstörung zeigen Patienten neurologische Symptome wie Taubheit, Blindheit, Lähmung, ungewollte Muskelkontraktionen oder Anfälle, aber ohne eine neurologische Ursache. Es wird derzeit vermutet, dass diese Probleme in Reaktion auf Schwierigkeiten im Leben des Patienten entstehen. Die Konversionsstörung gilt im DSM-IV als eine psychiatrische Störung und wird darin als somatoforme Störung klassifiziert. Hingegen wird sie von der ICD-10 als eine dissoziative Störung klassifiziert.

Der Begriff Konversion stammt ursprünglich aus der Psychoanalyse nach Sigmund Freud. Er verwendete aber den Begriff in einer allgemeineren Form, als er heute gebraucht wird. Freud bezog den Begriff ganz generell auf die Übertragung von Affekten wie Angst, Aggression, Wut, Ärger, Schuld, sexuelle Triebwünsche usw. auf Organe. Nicht nur Symptome wie beispielsweise Erektionsstörungen, Ohnmacht, Kopfschmerzen bzw. Migräne, Magen-Darm-Störungen, sondern auch allgemeine körperliche Reaktionen wie Erröten würden sich ihm zufolge als psychosomatische Krankheiten oft als Übertragung einordnen lassen. Dabei geht es um das Verdrängen von unerträglichen psychischen Zuständen auf die körperliche Ebene. Eine besondere Form der Konversion ist das Affektäquivalent, eine Abwehrreaktion des Körpers, die durch bestimmte Emotionen ausgelöst wird.

Der Vorgang der Verschiebung von der Psyche in das Soma (Körper) ist ein Abwehrmechanismus. Er soll unangenehme, unerträgliche Konflikte vom Ich-Bewusstsein fernhalten. Dem Unbewussten erscheint es unmöglich, sich dem Konflikt zu stellen und ihm adäquat zu begegnen.

Die Konversion ist eine naheliegende Schutzfunktion des Ichs, die wegen der körperlichen Leiden, die dadurch ausgelöst werden, pathogen ist.

Diskussion der Zuordnung[Bearbeiten]

Historisch wurden Konversionsstörungen der Hysterie zugeordnet.

Neuere Forschungen empfehlen, Konversionsstörungen und psychosomatische Störungen den „dissoziativen Störungen“ zuzuordnen. Sie fallen dann in den Bereich Somatoforme Dissoziation und sollten unter diesem Oberbegriff zusammengefasst werden, in Abgrenzung zur psychoformen Dissoziation.

Patienten mit dissoziativen Störungen leiden oftmals unter chronischen körperlichen Beschwerden, welche als Dissoziationen aufzufassen sind. Der Behandelnde sollte die Körpersymptome seines Patienten dann als Anzeichen für eine Desintegration der Gesamtpersönlichkeit ansehen.

Die Symptome sind hier vermutlich die Folge einer instinktiven Überlebensreaktion des Menschen, ähnlich der von Tieren, und erzeugen Erregungs- oder Betäubungszustände. Die Betrachtung der Endorphin-Neurotransmitter auf biochemischer Ebene zeigt so ein tieferes Verständnis der Dissoziation auf der Verhaltensebene.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ellert R. S. Nijenhuis: Somatoforme Dissoziation (Originaltitel:Somatoform dissociation); Junfermann Verlag 2006; ISBN 3-87387-623-X; Reihe Fachbuch.Traumaforschung

Weblinks[Bearbeiten]