Konya

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Konya (Begriffsklärung) aufgeführt.

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Konya
Wappen von Konya
Konya (Türkei)
Red pog.svg
Basisdaten
Provinz (il): Konya
Koordinaten: 37° 53′ N, 32° 29′ O37.87805555555632.4811111111111200Koordinaten: 37° 52′ 41″ N, 32° 28′ 52″ O
Höhe: 1200 m
Einwohner: 2.079.225[1] (2014)
Telefonvorwahl: (+90) 332
Postleitzahl: 42 000
Kfz-Kennzeichen: 42
Struktur und Verwaltung (Stand: 2011)
Bürgermeister: Tahir Akyürek (AKP)
Webpräsenz:

Konya (osmanisch ‏قونیه‎, altgriech. Ἰκόνιον / Ikónion, lat. Iconium) ist die Hauptstadt der türkischen Provinz Konya, der flächenmäßig größten Provinz der Türkei und die siebtgrößte Stadt des Landes.

Geographie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt etwa 200 km südlich von Ankara in der Ebene von Konya (türkisch Konya Ovası) in etwa auf 1.200 m Meereshöhe, fast im geographischen Zentrum Anatoliens. Die Hochebene hat keinen Abfluss zum Meer, sondern nur lokale Flüsse, die in Binnenseen münden. Im Umkreis wird sie von einigen bis 2.300 m hohen Bergen überragt, der nördlichen Fortsetzung des Taurusgebirges.

Klimatabelle[Bearbeiten]

Konya
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
35
 
5
-4
 
 
28
 
7
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27
 
12
-1
 
 
33
 
17
4
 
 
42
 
22
9
 
 
23
 
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12
 
 
6.6
 
30
16
 
 
4.8
 
30
15
 
 
11
 
26
11
 
 
28
 
20
6
 
 
31
 
13
1
 
 
40
 
7
-3
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: Turkish State Meteorological Service; wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Konya
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 4,6 6,8 11,5 17,4 22,2 26,5 30,0 30,0 25,8 20,0 13,0 6,5 Ø 17,9
Min. Temperatur (°C) −4,3 −3,5 −0,5 4,2 8,5 12,4 15,5 15,2 10,6 5,7 0,7 −2,5 Ø 5,2
Niederschlag (mm) 34,9 28,2 27,0 32,6 42,2 23,4 6,6 4,8 11,0 28,2 31,2 40,4 Σ 310,5
Sonnenstunden (h/d) 3,1 4,3 5,7 7,0 8,9 10,8 11,8 11,3 9,7 6,9 5,0 3,3 Ø 7,3
Regentage (d) 10,6 9,2 9,7 10,3 11,2 6,9 2,4 1,7 3,2 6,7 7,4 11,2 Σ 90,5
Luftfeuchtigkeit (%) 79 74 65 57 56 50 41 40 46 58 72 80 Ø 59,8
T
e
m
p
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a
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4,6
−4,3
6,8
−3,5
11,5
−0,5
17,4
4,2
22,2
8,5
26,5
12,4
30,0
15,5
30,0
15,2
25,8
10,6
20,0
5,7
13,0
0,7
6,5
−2,5
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
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s
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a
g
34,9
28,2
27,0
32,6
42,2
23,4
6,6
4,8
11,0
28,2
31,2
40,4
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Konya belegt mit 2.079.225 Einwohnern den 7. Platz.

Die Tabelle zeigt die Entwicklung der Einwohnerzahlen.

Jahr Einwohner
1970 200.444
1980 329.139
1990 513.346
2000 742.690
2006 903.797
2007 1.412.343
2008 1.423.546
2009 1.450.682
2010 1.486.653
2011 1.527.937
2012 1.563.863
2013 2.079.225

[2]

Einwohner nach Stadtbezirken[Bearbeiten]

        Stadtbezirk         Einwohner
Ahırlı 4.765
Akören 6.740
Akşehir 93.883
Altınekin 14.528
Beyşehir 70.297
Bozkır 28.152
Çeltik 10.396
Çumra 64.619
Derbent 4.783
Derebucak 7.576
Doğanhisar 9.487
Emirgazi 9.324
Ereğli 137.837
Güneysınır 9.928
Hadim 13.572
        Stadtbezirk         Einwohner
Halkapınar 4.739
Hüyük 16.769
Ilgın 56.452
Kadınhanı 33.382
Karapınar 48.665
Kulu 51.134
Meram 333.988
Sarayönü 27.059
Selçuklu 565.093
Seydişehir 63.628
Taşkent 7.094
Tuzlukçu 7.111
Yalıhüyük 1.830
Yunak 24.919

[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Der ursprüngliche Name der Stadt Ikonion ist seit dem 4. Jahrhundert vor Christus nachgewiesen. Es ist die hellenisierte Form eines wahrscheinlich bereits luwischen Namens.

Die Städte der römischen Teilprovinz Lycaonia gehörten in griechischer Zeit meist zu Phrygien. Bei Ausgrabungen im Zentrum der Stadt (Aladdin-Tepe) wurden Funde gemacht, die dem phrygischen Kunsthandwerk ähneln. Das Gebiet wurde 25 n. Chr. zeitweise der römischen Provinz Galatien zugerechnet bzw. dem östlich angrenzenden Kappadokien oder den Südregionen Pisidien bzw. Pamphylien. Nachdem der römische Kaiser Claudius hier Veteranen angesiedelt hatte, hieß die Stadt zeitweise auch Claudiconium. Konya gilt als Geburtsort der Heiligen Thekla. Die Stadt wird im Zusammenhang mit Paulus in der Bibel (Apg 14,1-5 EU) sowie (Apg 14,21 EU) erwähnt.

Im 11./12. Jahrhundert eroberten die Seldschuken die Region und ein Teil von ihnen, die sog. Rum-Seldschuken, gründeten in Anatolien ein unabhängiges Sultanat, dessen blühende Hauptstadt seit Kılıç Arslan I. Ikonion war. Die Rum-Seldschuken brachten den einheimischen Bauern den Obst- und Gemüseanbau bei, organisierten Bewässerungsanlagen und brachten einen Aufschwung des Handels. Russische Pelze, Kobalt, Seide, Baumwolle, Sklaven und Pferde gegen Edelsteine, Gold und Silber; Getreide, Tuch und Waffen aus dem Westen gegen Gewürze, Zucker, Moschus und Aloesaft aus Ägypten und Mesopotamien. Die Stadt erhielt eine Stadtmauer mit 108 Türmen. Diese Mauer wurde im 19. Jahrhundert abgerissen.

Auf dem Dritten Kreuzzug schlug Friedrich Barbarossa hier 1190 die Schlacht von Ikonion.

Nach dem Untergang der Rum-Seldschuken (1307) herrschten die Karamaniden über Konya. 1442 schlugen die Osmanen unter Murad II. die Karamaniden und Konya blieb bis zum Ende des Ersten Weltkrieges Teil des Osmanischen Reiches. Am 21. Dezember 1832 schlug hier Ibrahim Pascha den osmanischen Großwesir vernichtend. Damit wurde die Herrschaft seines Vaters, des Vizekönigs von Ägypten Muhammad Ali Pascha, über Syrien vorerst gesichert. Seit 1923 ist Konya Teil der Türkei.

In osmanischer Zeit war Konya ein bedeutendes religiöses Zentrum. Nach dem Verbot der Sufiorden durch Atatürk entwickelte es sich daher zu einer Hochburg der islamisch-konservativen Opposition. Die Stimmenanteile islamischer Parteien sind stets unter den landesweit höchsten. In der römisch-katholischen Kirche bildet es ein Titularerzbistum.

Stadtbild[Bearbeiten]

Mevlana-Museum

Das Wahrzeichen der Stadt ist das Mausoleum von Mevlana Dschalal ad-Din Rumi, dem Begründer des Mevlevi-Ordens, heute ein Museum und Wallfahrtsort frommer Muslime und Anhänger des Sufismus.[4] Daneben befinden sich in Konya bedeutende Baudenkmäler aus der Zeit der Seldschuken.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Konya besitzt seit dem Jahr 2000 einen Flughafen, den rund 18 Kilometer nördlich gelegenen Flughafen Konya.

Seit 1992 verfügt Konya über ein aus zwei Linien bestehendes Straßenbahnnetz in Normalspur, welches ausschließlich mit aus Köln übernommenen gebrauchten Triebwagen betrieben wird. Auf dem Straßenbahnnetz von Konya werden auch die für die Stadtbahn in Gaziantep in einem Lok- und Wagenwerk in Eskişehir umgebauten ehemaligen Pt-Wagen der Straßenbahn Frankfurt am Main erprobt. Weder in Eskişehir noch in Gaziantep konnte wegen der fehlenden geeigneten Infrastruktur ein Probebetrieb durchgeführt werden[5].

2011 wurde die Hochgeschwindigkeitsstrecke Ankara–Konya eröffnet. Die rund 300 Kilometer werden seitdem in 90 Minuten zurückgelegt. Die Fahrzeit der Bahn nach Istanbul beträgt etwa 12 Stunden.

Konya ist bis heute nicht an das türkische Autobahnnetz angeschlossen. Entlang der D 715 Richtung Ankara befinden sich zahlreiche Firmen.[6]

Tourismus[Bearbeiten]

Konya ist das Ziel von etwa zwei Millionen meist türkischer Touristen, die besonders das Mausoleum sehen wollen.[7] Südöstlich von Konya, ca. 40 km entfernt, befindet sich Çatalhöyük, eine der ältesten Siedlungen der Menschheit. In der Umgebung befinden sich Ak Manastir, die antike Stadt Kilistra, Kara Höyük sowie der Wasserfall Hadim Selale.

Kultur[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Bibliothek und das Archiv der Selçuk-Universität
Die Medizin-Fakultät der Selçuk-Universität

Die Hacı-Veyiszade-Moschee gilt als besonders sehenswert. Zu den sehenswerten Museen gehört das Karatay-Museum, das Archäologie-Museum, das ethnografische Museum und das Atatürk-Museum. Hinzu kommen die Sırçalı-Medrese, die İnce-Minare-Medrese, der Kubudabad-Palast und der Allahaddin Tepesi (Aladin Hügel).

Einen hohen Bekanntheitsgrad genießen auch die heute noch in mehreren Gruppen organisierten tanzenden Derwische der Mevlevis, die mittlerweile zu einer touristischen Attraktion geworden sind. Seit 1954 darf der Sema (Mevlevi-Tanz) anlässlich des Jahrestages von Dschalal ad-Din Rumis Tod am 17. Dezember wieder in einer Sporthalle vollzogen werden, nachdem am 2. September 1925 Mustafa Kemal Atatürk, der Gründer der Türkischen Republik, solche religiösen Aktivitäten durch Beschluss der Großen Nationalversammlung der Türkei hatte verbieten lassen.

Medien[Bearbeiten]

Konya ist Sitz des lokalen Senders Kon-tv.

Universität[Bearbeiten]

Die Selçuk Üniversitesi in Konya besteht aus 16 Fakultäten, einer Fremdsprachenhochschule, einem staatlichen Konservatorium, 3 Gesundheithochschulen, 25 Berufshochschulen, 4 Instituten, 2 Sporthochschulen und 13 Forschungs- und Entwicklungszentren. Mit mehr als 85.000 Studenten ist sie zahlenmäßig die größte Universität der Türkei.

Bekannte Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Konya – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Türkisches Institut für Statistik, abgerufen am 12. Februar 2014
  2. Türkisches Institut für Statistik, abgerufen am 12. Februar 2014
  3. Türkisches Institut für Statistik, abgerufen am 12. Februar 2014
  4. Mevlana Museum. ArchNet
  5. VGF-Mitarbeiterzeitschrift "in Fahrt" April / Mai 2010, Seite 18
  6. Wolf-Dieter Hütteroth und Volker Höhfeld: Türkei. Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 2002, ISBN 3-534-13712-4, hier S. 276
  7. Lutz Jäkel: Der richtige Dreh um das Herz. spiegel.de vom 4. Mai 2007, abgerufen am 22. Februar 2012