Konzertfotografie

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Perspektive eines Konzertfotografs bei einem Konzert der Band Emmure beim Vainstream-Festival 2014

Die Konzertfotografie ist ein spezieller Bereich der Reportagefotografie. Das Fotografieren auf Konzerten an unterschiedlichsten Orten stellt besondere Ansprüche an den Fotografen und seine Ausrüstung. Jeder Veranstaltungsort (Festival, Freilichtbühne, Halle, Musikclub, Musikkneipe, ...) erfordert eine Anpassung von Ausrüstung und Technik. Neben ständig wechselnden Lichtverhältnissen, mitunter unzureichender Beleuchtung, temporeichen Bühnenaktionen und enorm lauten Arbeitsbedingungen muss er auch mit dem Zeitdruck kämpfen, da bei größeren Konzerten das Fotografieren nur maximal während der ersten drei Stücke gestattet ist.

Zweck[Bearbeiten]

Die Konzertfotografie erfolgt nahezu ausschließlich im Auftrag. Auftraggeber sind typischerweise die Presse, der Veranstalter, das Management oder die Musiker selbst. Rein künstlerische Fotografie ist hier seltener zu finden, auch wenn die Ergebnisse oftmals einen künstlerisch hochwertigen Charakter haben.

Technik[Bearbeiten]

Die Schweizer Sängerin Francine Jordi
Apocalyptica beim Festival Mera Luna in Hildesheim

Aufgrund des Zeitdrucks durch Auftraggeber arbeitet ein großer Teil der Konzertfotografen mittlerweile nur noch digital. Nur so ist es möglich – wie auch in vielen anderen Bereichen der Reportagefotografie – den Kunden schnell mit Ergebnissen zu versorgen. Um für den Druck brauchbare Ergebnisse zu erzielen, muss auf hochauflösende Digitalkameras oder Filme zugegriffen werden. Dies hat insbesondere bei Hochglanzmagazinen und großformatigen Ausdrucken seine Berechtigung. Digitale Kameras bieten mittlerweile eine Lichtempfindlichkeit, die mit chemischem Film nicht oder nur mit extremem Qualitätsverlust erreicht werden konnte.

Aufgrund der wechselnden und oft auch unbefriedigenden Lichtverhältnisse insbesondere in Musikclubs und Musikkneipen ist bei den Optiken auf hohe Qualität zu achten. Lichtstarke Objektive sind unverzichtbar. Die von manchen Herstellern angebotenen Verwacklungsschutzoptiken ermöglichen schärfere Fotos bei freihändigem Fotografieren von unbewegten Motiven trotz längerer Belichtungszeit (zwei bis drei Zeitstufen Gewinn). Da sich Musiker auf der Bühne meistens bewegen, ist der Nutzen des Verwacklungsschutzes durch die Bewegungsunschärfe meist deutlich geringer als erhofft.

Die verwendeten Brennweiten richten sich nach der Art der Veranstaltung. Bei größeren Konzerten und Festivals sind Teleobjektive bevorzugt im Einsatz, es sei denn, der Fotograf darf die Bühne betreten. Bei Konzerten in kleinerem Rahmen (zum Beispiel in Musikclubs oder Musikkneipen) kommen auch verstärkt Normal-Weitwinkelobjektive zum Einsatz, die auch die Gefahr des Verwackelns bei wenig Licht verringern.

Bei Konzerten mit klassischer Musik wird das Auslösegeräusch der Kamera oft als zu laut und störend empfunden. Hier kommen bevorzugt Kameras ohne Schwingspiegel zum Einsatz. Darüber hinaus werden auch schalldämmende Hüllen (Blimps) verwendet.

Blitze und auch Stative gehören für den Konzertfotografen kaum zur Ausrüstung. Blitzen ist in den meisten Fällen verboten und würde auch die Lichtsituation auf der Bühne zerstören. Stative sind im Normalfall eher hinderlich und werden von Veranstaltern größerer Konzerte meist als potentiell gefährlich nicht geduldet. Es wird daher mit hoher Lichtempfindlichkeit gearbeitet.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Loe Beerens: Konzertfotografie. Three songs, no flash! dpunkt.verlag GmbH, Heidelberg 2010, ISBN 978-3-89864-682-6.
  • J. Dennis Thomas: Concert and Live Music Photography. Pro tips from the pit. Focal Press, Elsevier, Oxford 2012, ISBN 978-0-240-82064-4
  • Alan Hess: All Access. Your Backstage Pass to Concert Photography. Wiley Publishing, Indianapolis 2012, ISBN 978-1-118-17290-2

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Konzertfotografie – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien