Kopassus

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Kopassus (Komando Pasukan Khusus) ist eine Spezialeinheit des Heeres der indonesischen Streitkräfte. Ihr Hauptquartier befindet sich in Cijantung im Osten von Jakarta. Die etwa 5000 Mann starke Truppe wird unter anderem bei Sabotage, für militärische Aufklärung, bei Entführung oder für Geiselbefreiung eingesetzt.

Neben dem strategischen Heereskommando Kostrad ist sie das zweite Machtzentrum des Militärs in Indonesien und war seit ihrer Gründung in allen Krisen aktiv beteiligt, angefangen von der Bekämpfung der 1950 auf den Molukken ausgerufenen Republik Maluku Selatan, dem Konflikt mit Malaysia in den 1960ern, über den Machtgewinn von General Suharto, bis zu Operationen im jetzt unabhängigen Osttimor und anderen Krisenregionen, wie Aceh oder West-Neuguinea. Bei diesen Aktionen wurde immer wieder von internationalen Beobachtern auf Verwicklungen in schwere Menschenrechtsverletzungen und Unterstützung paramilitärischer Gruppen durch Kopassus hingewiesen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Idee zu einer Spezialeinheit geht auf die beiden indonesischen Offiziere Lieutenant Slamet Riyadi und Oberst Alex Evart Kawilaran zurück, als sie 1949 Einheiten der ehemaligen Kolonialmacht Niederlande auf den Molukken bekämpften. Beide waren erstaunt über die Fähigkeiten der Scharfschützen der niederländischen „Korps Speciale Troepen“ (KST), welche die christliche Bevölkerung unterstützten. Riyadi starb ein Jahr später.

Oberst Kawilaran wurde am 15. November 1951 Oberbefehlshaber des Wehrbereichs III „Siliwangi“ von Westjava und Jakarta und traf den Holländer Mochamad Idjon Djanbi (richtiger Name: Rokus Bernandus Visser), ein Deserteur und ehemaliger Major der niederländischen Kolonialarmee KNIL, der sich anbot Männer auszubilden.

Die Truppe wurde am 16. April 1952 mit dem Namen „Kesatuan Komando Tentara Territorium“ offiziell unter dem Kommando des Wehrbereichs III „Siliwangi“ gegründet, um mit der DI/TII-Operation in Westjava fertig zu werden. Der Niederländer Visser war ihr erster Kommandeur. Sie bestand aus etwa 100 Mann und zwei Einsatzgruppen („Grup“), Grup I in Serang, Westjava, und Grup II in Kartosuro in der Nähe von Surakarta. Am 9. Februar 1953 wurde das Kommando direkt dem Army Chief of Staff unterstellt. Das ABRI-Hauptquartier übernahm die Kontrolle am 18. März und nannte die Truppe in „Korps Komando Angkatan Darat“ um.

1963 kam Grup III hinzu, zuständig für die Ausbildung mit Sitz und Trainingslager in Batujajar bei Bandung. Das neue Hauptquartier in der Hauptstadt Jakarta wurde 1959 eröffnet.

1985 wurde die Einheit umorganisiert und mit Angehörigen der Grup III wurden zwei weitere neue Gruppen gebildet: Grup IV („Satuan Gabungan Intelijen“, auch INTEL, SGI), war für geheimdienstliche Tätigkeiten und „schmutzige“ Kriegsführung zuständig und Grup V, eine Antiterroreinheit („Satuan Anti Teror“), unter dem direkten Kommando des Oberbefehlshabers („Danjen Kopassus“).

Ab Dezember 1986 organisierte die Armee die Einheit um und gab ihr den heutigen Namen Kopassus.

Namen[Bearbeiten]

Datum Name Abkürzung
16. April 1952 „Kesatuan Komando Tentara Territorium“ KTT III
13. März 1953 „Korps Komando Angkatan Darat“ KKAD
25. Juli 1955 „Resimen Pasukan Komando Angkatan Darat“ RPKAD
1959 „Resimen Para Komando Angkatan Darat“ RPKAD
12. Dezember 1966 „Pusat Pasukan Khusus AD“ Puspassus AD
17 Februar 1971 „Komando Pasukan Sandi Yudha“ Kopassandha
26. Dezember 1986 „Komando Pasukan Khusus“ Kopassus

Kommandeure (Danjen Kopassus)[Bearbeiten]

  • Mochamad Idjon Djanbi (Rokus Bernandus Visser) 1952 - 1955
  • Major RE Djailani
  • Major Kaharuddin Nasution
  • Col. Sarwo Edhie Wibowo 1966
  • Brig Gen. Wismoyo Aris Munandar 6. Juni 1983 - 22. Mai 1985
  • Brig Gen. Sintong Pandjaitan 22. Mai 1985 - Oktober 1985
  • Leut. Gen. Tarub 1993 - 1994
  • Prabowo Subianto Dezember 1995 - März 1998
  • Maj. Gen. Amirul Isnaini 2001

Einsätze[Bearbeiten]

  • DI/TII (Darul Islam/Tentara Islam Indonesia) Operation in Westjava 1953
  • Operation Talang Betutu gegen eine Rebellion in T&T IV in Zentraljava
  • Niederschlagung der PRRI/Permesta-Rebellion 1958
  • Kahar Muzakkar
  • Operation Trikora
  • Operation Dwikora
  • Niederschlagung von G30S/PKI 1965
  • Operation Naga
  • Operation Pepera in West-Neuguinea
  • Operation Seroja in Osttimor Dezember 1975
  • Operation Pengacau Keamanan in Aceh
  • Einsatz bei der Woyla Flugzeug Entführung in Bangkok 31. März 1981

Literatur[Bearbeiten]

  • Ken Conboy: KOPASSUS Inside Indonesia's Special Forces. Equinox Publishing, ISBN 979-95898-8-6 (engl.)

Weblinks[Bearbeiten]