Kopfgeld – Einer wird bezahlen

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Filmdaten
Deutscher Titel Kopfgeld – Einer wird bezahlen!
Originaltitel Ransom
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1996
Länge 116 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Ron Howard
Drehbuch Richard Price
Alexander Ignon
nach
Cyril Hume
Richard Maibaum
(Originaldrehbuch)
Produktion Brian Grazer
B. Kipling Hagopian
Scott Rudin
Musik James Horner
Kamera Piotr Sobociński
Schnitt Daniel P. Hanley
Mike Hill
Besetzung

Kopfgeld – Einer wird bezahlen ist ein US-amerikanischer Actionthriller des Regisseurs Ron Howard aus dem Jahr 1996 und eine Neuverfilmung des Spielfilms Menschenraub (Ransom!) aus dem Jahr 1956.[1] Der Film ist eine Co-Produktion von Imagine Entertainment und Touchstone Pictures, die auch gleichzeitig die Veröffentlichung des Films übernommen haben. Mel Gibson spielt den Großindustriellen Tom Mullen, dessen Sohn entführt wird. Die geforderte Lösegeldsumme setzt er als Kopfgeld für die Ergreifung des Täters aus. Der Film wurde im TV unter dem Titel Kopfgeld – Einer muss bezahlen! beim Sender VOX ausgestrahlt.

Handlung[Bearbeiten]

Tom Mullen ist der wohlhabende Eigentümer einer Fluglinie und führt zusammen mit seiner Frau Kate und seinem Sohn Sean ein glückliches Familienleben. Er scheint der geborene Gewinner zu sein. Eines Tages jedoch wird alles anders, Sean, der sich zusammen mit seinem Vater anlässlich eines Straßenfestes, bei dem Seans Mutter Schirmherrin ist, im Bereich des Central Parks aufhält, verschwindet unauffindbar quasi unter den Augen seiner Eltern. Wieder zuhause, erhalten die beunruhigten Eltern einen Anruf. Es stellt sich heraus, dass Sean entführt wurde. Die Entführer verlangen 2 Millionen US-Dollar Lösegeld. Seans Mutter macht ihrem Mann bittere Vorwürfe, dass er nicht besser auf den gemeinsamen Sohn aufgepasst habe. Tom Mullen wundert sich, dass die Entführer „nur“ 2 Millionen Dollar fordern, obwohl ihnen bekannt sein dürfte, wie reich Mullen tatsächlich ist und dass er diesen Betrag sozusagen „aus der Portokasse bezahlen könne“, wie Agent Lonnie Hawkins meint.

Wie sich schnell herausstellt, ist Det. Jimmy Shaker der Kopf der Entführerbande. Seine Freundin Maris Connor fragt ihn, warum sie den Jungen nicht gleich töten würden, er sei doch eine stete Gefahr für sie alle. Bei einer Lösegeldübergabe wird Tom quer durch die Stadt gehetzt, am Zielpunkt platzt eine Geldübergabe, da plötzlich massiv Polizei auftaucht und die Gangster über Lautsprecher aufgefordert werden, sich zu ergeben. Dabei kommt Cubby Barnes, einer der Entführer, zu Tode. Er war derjenige, dem der Junge leid tat und der sich als einziger um ihn kümmerte und davon ausging, dass Sean nicht getötet werden sollte.

Tom glaubt nicht daran, dass die Entführer wirklich vorhaben, seinen Sohn freizulassen und fasst einen schwerwiegenden Entschluss. Erneut wird eine Geldübergabe vereinbart. Als der Entführer sich bei Tom meldet, lässt er ihn wissen, dass es eine kleine Planänderung gäbe, er solle in Kürze Kanal 5 einschalten. Dort verkündet Tom Mullen, dass er die 2 Mio. Dollar als Kopfgeld auf den Entführer aussetze, tot oder lebendig. Toms Rechnung geht insoweit auf, dass die Entführer von der Situation überrollt werden und nicht wissen, wie sie sich nun verhalten sollen.

Trotz gegenteiliger Meinungen bleibt Tom bei seiner Weigerung, Lösegeld an die Entführer zu zahlen, im Gegenteil, er erhöht die Kopfgeldsumme auf 4 Millionen Dollar. Es kommt zu einem dramatischen Telefongespräch zwischen Tom und dem Haupt der Entführer Det. Jimmy Shaker an dessen Ende ein Schuss fällt. Was ist passiert? Kate und Tom sind einem Zusammenbruch nahe.

Det. Jimmy Shaker ändert seinen Plan und will sich nun als Befreier des kleinen Sean aufspielen. Um dieses Ziel zu erreichen, tötet er die anderen beiden Bandenmitglieder und auch seine Freundin Maris Connor gezielt mit Schüssen und spielt sich neben Sean sitzend als Befreier des Jungen auf. Er hat eine Schussverletzung und wird abtransportiert. Wieder aus der Klinik entlassen, scheut Shaker nicht davor zurück bei Tom Mullen zu Hause aufzutauchen und seine “Belohnung” einzufordern. Als Sean Mullen Shaker zufällig sieht, ohne dass dieser ihn bemerkt, bekommt sein Vater Tom mit, wie sein Sohn erstarrt und in seine Hose uriniert – offenbar hat er Shakers Stimme wiedererkannt. Mullen versucht sich nichts anmerken zu lassen und unterzeichnet den Scheck, allerdings mit falscher Signatur. Shaker entdeckt dies und bedroht Mullen. Nach einem Wortgefecht zwischen den Männern, in dem Tom Shaker überzeugen kann, gemeinsam zur Bank zu gehen, kommt es beim Verlassen des Bankgebäudes zum erbitterten Showdown zwischen Mullen und Shaker, an dessen Ende Shaker erschossen wird.

Hintergrund[Bearbeiten]

  • Während der Dreharbeiten musste sich Mel Gibson einer Blinddarmoperation unterziehen.[2]
  • Der 1986 geborene Brawley Nolte, der die Rolle des Sean Mullen spielt, ist der Sohn des Schauspielers Nick Nolte. Brawley Nolte wurde für seine Darstellung des Entführungsopfers 1997 für den Young Artist Award nominiert.
  • Die Idee zu dieser Verfilmung wurde durch den Film Menschenraub (Ransom!) von 1956 inspiriert, dessen Handlung von Cyril Hume und Richard Maibaum konzipiert wurde. Die Stars der Verfilmung von 1956 waren Glenn Ford, Donna Reed und Leslie Nielsen. Der englische Originaltitel beider Filme Ransom bedeutet allerdings weder Menschenraub, noch Kopfgeld, sondern Lösegeld.
  • Der Film spielte bei einem Budget von rund 80 Millionen US-Dollar allein in den US-amerikanischen Kinos über 136 Millionen Dollar wieder ein. Hinzu kommen noch die weltweiten Verwertungen, die mit fast 310 Millionen Dollar zu Buche schlagen. Der Film war somit ein absoluter Überraschungserfolg für die Produzenten. Durch die weltweite Videovermarktung konnte der finanzielle Erfolg noch weiter verstärkt werden.
  • Als Shaker mit Tom Mullen telefoniert, zitiert er aus dem klassischen Science-Fiction-Roman Die Zeitmaschine von H. G. Wells. Dabei vergleicht Shaker die armen Menschen (zu denen er sich selbst zählt) als Morlocks und die Reichen wie Mullen als Elois.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • 1997: Mel Gibson wurde in der Kategorie „Bester Hauptdarsteller in einem Drama“ für den Golden Globe nominiert.
  • 1997: Brawley Nolte wurde für den Young Artist Award nominiert.
  • 1997 ASCAP Film and Television Music Awards – Top Box Office Film
  • 1997 Academy of Science Fiction, Fantasy & Horror Films (Saturn Award) – Nominiert-Saturn Award bester Action-, Abenteuer-, Thriller-Film
  • 1997 Image AwardsDelroy Lindo nominiert als „Bester Nebendarsteller in einem Spielfilm (Drama)“

Kritik[Bearbeiten]

„Ein nur im letzten Drittel wirklich spannender Actionfilm, der mehr an Äußerlichkeiten als an einer glaubhaften Verhaltensschilderung interessiert ist. Fragwürdig ist er in seiner Erfolgsideologie und in der Tendenz, sein Recht selbst durchzusetzen.“

film-dienst[3]

„[…] Mel Gibson und Gary Sinise liefern sich in Ron Howards schweißtreibendem Entführungs-Drama ein erbittertes Duell. […] So ist ‚Kopfgeld‘ trotz einiger Actionszenen kein Thriller im konventionellen Sinne. Es ist eine Studie über die menschliche Psyche. Und wenn man bei solch einer Expedition durch Seele, Hirn und Instinkt den richtigen Fremdenführer hat, ist es die spannendste Reise der Welt.“

Cinema[4]

„Nach diversen Skandalen gilt Gibson, der hier eine seiner besten Rollen spielt, heute als Kassengift: Seine letzte Thrillerkomödie, ‚Get the Gringo‘, kam in den USA trotz sehr guter Kritiken nicht einmal mehr ins Kino. Schweißtreibendes Katz-und-Maus-Spiel.“

TV Spielfilm[5]

„Gibson liefert eine interessante Vorstellung ab, indem er einen Mann zeigt, der versucht, aus einer Krise herauszufinden und Sinise gibt einen guten Gegenpart: Hier sind zwei Männer, die ein Spiel mit tödlichen Einsätzen spielen.“

Roger Ebert (Drei von vier Sternen)[6]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kopfgeld – Einer wird bezahlen bei imdb.de
  2. Kopfgeld – Einer wird bezahlen Daily News: Notizen zum Film
  3. Kopfgeld – Einer wird bezahlen im Lexikon des Internationalen Films
  4. Kopfgeld – Einer wird bezahlen bei Cinema.de
  5. Kopfgeld – Einer wird bezahlen bei TV Spielfilm.de
  6. Ransom Roger Ebert, suntimes.com: „Gibson gives an interesting performance, showing a man trying to think his way out of a crisis, and Sinise makes a good foil: Here are two smart men playing a game with deadly stakes.“ Retrieved 8/02/10