Kopfschmuck

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Geierhaube als königlicher Kopfputz
Kopfputze (Kanzashi) von Maikos

Ein Kopfschmuck oder veraltet auch Kopfputz oder Kopfzierrath[1] ist eine schmückende Kopfbedeckung, die in erster Linie nicht dem Zweck des Bekleidens oder zum Schutz des Kopfes dient, sondern der Verzierung oder der Hervorhebung der eigenen Person.

Unterschiedliche Ausführungen[Bearbeiten]

Siehe auch: Hut, Haube und Schleier

Zum Kopfschmuck zählen beispielsweise die altägyptische Geierhaube, die Tiara, das Diadem, die Kronen westlicher Herrscher, das Perlenschnurbarett der chinesischen Kaiser sowie die Goldhaube oder Bändelhaube in der ostbairischen und österreichischen Tracht. Ebenso zum Kopfschmuck zählen die mit federn geschmückten indianischen Warbonnet, die afrikanischen Federhauben oder Haarverzierungen mit Perlen. Der Begriff Kopfputz gilt laut Theater-Lexikon von 1841 insbesondere für die weibliche Kopfzierde zu der neben Spangen, Bänderd, Federn auch Perlen oder Diamanten gehören können.[1]

Eine besondere Rolle spielt der Kopfputz bei traditionellen Trachten, wo er oft maßgeblich zur Abgrenzung von anderen, ähnlichen Trachten und zur Identifizierung einer bestimmten Tracht beiträgt, ebenso – und oftmals mehr noch – aber auch zur Erforschung der geschichtlichen Entwicklung einer Tracht, was dann immer auch eng verbunden ist mit der Geschichte der Besiedlung und den Bevölkerungsverschiebungen eines Gebietes.

In früheren Zeiten gab es für die Hersteller dieser Verzierung den Beruf der „Putzmacher“. Die offizielle Berufsbezeichnung ist Modist.

Kopfschmuck als Standeszeichen[Bearbeiten]

Der traditionelle Kopfschmuck diente neben der Bekleidung insbesondere als sichtbares Zeichen eines Standes. So trugen beispielsweise die germanischen Anführer einen Kopfschmuck (auch in Form von geflochtenen Haarkränzen) als Zeichen ihrer Würde und Macht um jedem ihre Stellung anzuzeigen. Da nur wenige Menschen lesen konnten waren diese Symbole ein wichtiges Erkennungsmerkmal.[2] In vielen Berufszweigen finden sich zudem einheitliche Kopfbedeckungen. Sie dienen nicht als Schmuck, sondern als Erkennungsmerkmale (Haube von Krankenschwester oder Dienstmädchen, Barett oder Helm des Soldaten, Pickelhaube[3] oder Dienstmütze des Polizisten). In warmen Ländern wie Afrika, in denen die Stammeszugehörigkeit oder der Familienstand nicht durch Kleidung ausgedrückt wird, kann dieses am Kopfschmuck abgelesen werden. Beispielsweise bei äthiopischen Frauen.[4] Auch in Europa wurde im Mittelalter der Familienstand verheirateter Frauen durch das Tragen einer Haube (Gebende) angezeigt.[5] Bei der Hochzeit tragen viele Bräute zudem einen Brautschleier als Kopfschmuck, der teilweise oder ganz das Gesicht verhüllt.

Kopfschmuck als Herrschaftssymbol[Bearbeiten]

Schon vor Jahrtausenden schmückten sich die Kaiser, Könige und Fürsten des Altertums mit besonderen Hüten oder Kränzen. Wobei der herrschenden Schicht meist ein besonders prunkvoller Kopfschmuck, beispielsweise für Repräsentationszwecke, zur Verfügung stand. Hierzu zählen die schweren goldenen Kronen, die nicht für ein dauerhaftes Tragen gedacht waren. Beispiele dafür finden sich in vielen Kulturen insbesondere in Hochkulturen etwa in Ägypten (Geierhaube, Nemes-Kopftuch, unterschiedliche Kronen[6]), im Orient (Turban eines Emirs, Kalifen, Sultans oder Maharadschas) oder bei den Aztheken (Federkrone Moctezumas). In manchen Kulturen war es eher ein schlichter Kranz, der als Kopfschmuck diente und seinen Träger beschützen oder ihm besondere Kräfte verleihen sollte. Diese finden sich beispielsweise bei den Sumerern oder Etruskern. Kränze als Ehrenzeichen sind auch aus dem antiken Griechenland (Stephanos) oder dem römischen Reich (Lorbeerkranz) bekannt, wo sie beispielsweise als Siegerkränze die auf besondere Bedeutung oder Leistung des Trägers hinwiesen.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Mario Schmidt: Nadeln als Kopfschmuck in der Späthallstattzeit. (= Universitätsforschungen zur prähistorischen Archäologie. 242.) Rudolf Habelt, Bonn 2013, ISBN 978-3-774-93836-6.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Philipp Jakob Düringer, Heinrich Ludwig Barthels: Theater-Lexikon. Theoretisch-practisches Handbuch für Vorstände, Mitglieder und Freunde des deutschen Theaters. O. Wigand, Leipzig 1841, OCLC 6838332, S. 633/634. (online)
  2. a b Kronen – Symbole der Macht. auf planet-wissen.de, abgerufen am 19. Mai 2014.
  3. Pickelhaube – Symbol für preußischen Militarismus. in: Die Welt. vom 15. Februar 2011, abgerufen am 19. Mai 2014.
  4. African Hairstyle – Bunte Haartraditionen der Mumuilas auf touring-afrika.de, abgerufen am 19. Mai 2014.
  5. Rolf Ballof (Hrsg.): Geschichte des Mittelalters für unsere Zeit. Steiner, Stuttgart 2003, ISBN 3-515-08224-7, S. 189. (online).
  6. Kronen der Götter und Pharaonen auf leben-in-luxor.de, abgerufen am 19. Mai 2014.