Kopp Verlag

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Kopp Verlag
Rechtsform Eingetragener Kaufmann
Sitz Rottenburg am Neckar, Deutschland
Leitung Jochen Kopp, Geschäftsinhaber
Branche Medien
Website www.kopp-verlag.de

Der Kopp Verlag e.K. ist ein deutscher Buchverlag und -versand mit Sitz in Rottenburg am Neckar, dessen Geschäftsinhaber Jochen Kopp ist. Der Verlag vertreibt Bücher über die Themengebiete Politik, Verschwörungstheorien, Esoterik und Pseudowissenschaften.

Profil[Bearbeiten]

Gegründet wurde der Verlag von dem ehemaligen Stuttgarter Polizisten Jochen Kopp.[1] Er verschickt 3000 Büchersendungen täglich und hat rund 60 Mitarbeiter.[2]

Verlegt werden unter anderem Bücher zu den Themen Prä-Astronautik, Ufologie, Erfundenes Mittelalter, Kreationismus, Astrologie, Geomantie sowie Germanische Mythologie, Islamismus, Freiwirtschaftslehre und „Enthüllungen“ sowie zu sogenannten „linken Lebenslügen“.[3]

Nach eigener Darstellung will er mit seinen Publikationen „auf unterdrückte Informationen, Entdeckungen und Erfindungen hinweisen“ sowie „die Öffentlichkeit auf […] Themen aufmerksam […] machen, die überberichtet werden“ und dadurch die „Aufmerksamkeit von wesentlich wichtigeren Berichten ablenken“. Er behauptet darüber hinaus, „Tabuthemen, Political Correctness und Zensur“ in Gesellschaft und Medien zu untersuchen.[4]

Zudem unterhält der Verlag mit „Kopp Online“ ein Internetportal mit dem Untertitel „Informationen, die Ihnen die Augen öffnen“. Neben Artikeln eigener Autoren wurden dort bis 2011 auch Videos in Form einer Nachrichtensendung veröffentlicht, die inhaltlich das Themenspektrum des Verlags abdeckten. Als Moderatoren wechselten sich Eva Herman und zunächst Hakim-Michael Meziani ab.[5]

Im Frühling 2011 verbreitete dort z.B. Udo Ulfkotte die These, dass die EHEC-Epidemie von orientalischen Erntehelfern ausgelöst worden sei, die gezielt ihre Fäkalien in Kontakt mit den geernteten Lebensmitteln bringen würden, um auf diese Weise einen "Fäkalien-Dschihad" gegen die deutsche Verbraucher zu führen. Gerhard Wisnewski äußerte hingegen Überlegungen, ob Barack Obama homosexuell und seine Frau Michelle in Wahrheit transsexuell sei.[6]

Ferner wird mit Kopp exklusiv eine achtseitige Zeitschrift herausgegeben, an der Autoren wie Bruno Bandulet, Jürgen Elsässer, Andreas von Rétyi, Jürgen Roth, Udo Ulfkotte oder Gerhard Wisnewski mitwirken.[7]

Rezeption[Bearbeiten]

Mediale Rezeption erhielt der Verlag aufgrund der Tätigkeiten Eva Hermans. Er ist aufgrund seines Themenspektrums sowie einzelner Autoren umstritten.

Die Welt bezeichnet ihn als „kleinen, aber sendungsbewussten“ Verlag. „Ufologen und Verschwörungstheoretikern“ sei der Name nicht erst ein Begriff, „seit er den neuen Bestseller von Eva Herman veröffentlicht hat“.[8][9] Sein Angebot reiche nach Angaben des Schwäbischen Tagblatt „von Ufo-Theorien über die ‚Germanische Neue Medizin‘ des selbst ernannten Wunderheilers Geerd Hamer bis hin zu vorgeblichen Enthüllungsgeschichten über den ‚kommunistischen Hintergrund der Öko-Bewegung‘ oder die ‚Islamisierung‘ des Abendlandes.“[10]

Das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik schrieb in einem Beitrag, dass sich die Autorenliste des Kopp-Verlags wie ein „Who-is-Who der deutschen Verschwörungsliteratur“ lese, darunter einige Autoren „mit Nähe zu rechtem und esoterischem Gedankengut“, die „in der rechten Szene gerne rezipiert werden“. Vertrieben würden zudem auch Bücher von Jan Udo Holey, dessen Werke „durchsetzt mit rechtsextremer Esoterik“ wären.[11]

Autoren (Auswahl)[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Anna Hunger, Brücke nach rechts, in: Kontext Ausgabe 160, 26./27. April 2014, S. 1.
  2. Anna Hunger, Brücke nach rechts, in: Kontext Ausgabe 160, 26./27. April 2014, S. 2.
  3. Linke Lebenslügen auf kopp-verlag.de
  4. Das Ziel des Kopp Verlags auf kopp-verlag.de
  5. Hauptseite von Kopp Online
  6. Verschwörungstheorien: Das Geschäft mit der Angst. In: Spiegel-Online, 22. Mai 2014. Abgerufen am 10. August 2014.
  7. Kopp exklusiv
  8. Eva Hermans Kampf gegen die Loveparade, Die Welt vom 26. Jul 2010
  9. Eva Herman und die "Wolken der Entfesselung", Die Welt vom 27. Juli 2010
  10. Trittbrettfahrer der Loveparade-Katastrophe, Schwäbisches Tagblatt vom 28. Juli 2010
  11. Eva Herman und die rechten Ufologen, evangelisch.de des Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik vom 26. Juli 2010.

Weblinks[Bearbeiten]