Koprolalie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Koprolalie (griechisch: κοπρολαλία koprolalía – von: κόπρος kópros = »[der] Dung«, »[der] Kot« und λαλώ laló = »ich rede«) bezeichnet eine »fortgesetzte Neigung, beim Sprechen Ausdrücke und Bilder der Verdauungsvorgänge zu verwenden«.[1] Der Pschyrembel engt gegenüber Peters ein auf »zwanghaftes Wiederholen von vulgären Ausdrücken aus der Fäkalsprache«. Im Roche-Lexikon der Medizin hingegen: »Koprolalie: ‚Kotsprache‘; Neigung zu Redensarten aus dem Bereich der Verdauungsvorgänge«.

Inhaltsverzeichnis

Anwendung [Bearbeiten]

Koprolalie taucht auch als – meist bewusst eingesetztes – Stilmittel in der Literatur auf, sowohl in der pornografischen Literatur als auch beispielsweise in den Werken Henry Millers.

Symptom [Bearbeiten]

Koprolalie ist auch als neurologisch-psychiatrisches Symptom bekannt. Eine besondere, ja geradezu kennzeichnende Bedeutung hat die Koprolalie beim Tourette-Syndrom, wo sie bei etwa 30 % der Betroffenen als komplexe, vokale Ticstörung erscheint, die sich darin äußert, dass der Betroffene plötzlich – ohne erkennbaren Grund oder Zweck sowie willkürlich unbeeinflussbar – sozial unangebrachte oder obszöne Wörter in regelrechten Salven von sich gibt. Vom Tourette-Syndrom Betroffene erleben dies als impulsiven Zwang, dem sie machtlos ausgeliefert sind.

Siehe auch [Bearbeiten]

Literatur [Bearbeiten]

  • Uwe Henrik Peters: Wörterbuch der Psychiatrie und medizinischen Psychologie. 3. Auflage. Urban & Schwarzenberg, München 1984. ISBN 3541049634

Weblinks [Bearbeiten]

Wiktionary Wiktionary: Fäkalsprache – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
Wiktionary Wiktionary: Koprolalie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Referenz [Bearbeiten]

  1. Peters, 1984. S. 313