Korb (Württemberg)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Korb
Korb (Württemberg)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Korb hervorgehoben
48.8416666666679.3611111111111296Koordinaten: 48° 51′ N, 9° 22′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Rems-Murr-Kreis
Höhe: 296 m ü. NHN
Fläche: 8,45 km²
Einwohner: 10.199 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 1207 Einwohner je km²
Postleitzahl: 71404
Vorwahl: 07151
Kfz-Kennzeichen: WN, BK
Gemeindeschlüssel: 08 1 19 041
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
J.-F.-Weishaar-Straße 7
71404 Korb
Webpräsenz: www.korb.de
Bürgermeister: Jochen Müller (parteilos)
Lage der Gemeinde Korb im Rems-Murr-Kreis
Allmersbach im Tal Allmersbach im Tal Althütte Auenwald Backnang Backnang Burgstetten Fellbach Großerlach Kaisersbach Kaisersbach Kaisersbach Kaisersbach Kirchberg an der Murr Leutenbach (Württemberg) Leutenbach (Württemberg) Leutenbach (Württemberg) Murrhardt Oppenweiler Plüderhausen Plüderhausen Plüderhausen Rudersberg Schorndorf Schwaikheim Spiegelberg Sulzbach an der Murr Waiblingen Waiblingen Waiblingen Weissach im Tal Welzheim Winnenden Winterbach (Remstal) Aspach (bei Backnang) Berglen Berglen Weinstadt Kernen im Remstal Urbach (Baden-Württemberg) Alfdorf Alfdorf Korb (Württemberg) RemshaldenKarte
Über dieses Bild

Korb ist eine Gemeinde im Rems-Murr-Kreis in Baden-Württemberg. Sie gehört zu der Metropolregion Stuttgart.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Blick auf Korb vom Hörnleskopf

Korb liegt nordöstlich von Waiblingen an der Buocher Höhe am Rand des Remstals. Die Umgebung des Ortes wird durch die Landwirtschaft geprägt. Neben Streuobstwiesen und Obstanbau beherrscht der Weinbau die Landschaft, der in den Lagen Sommerhalde, Korber Kopf, Berg, Hörnle und Steingrüble angebaut wird.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Korb gehören die Dörfer Kleinheppach und Korb. Die ehemalige Gemeinde Kleinheppach wurde am 1. Januar 1972 nach Korb eingemeindet. Der Ort Steinreinach ist in Korb aufgegangen und wurde 1936 als Wohnplatz aufgehoben. Auf dem Gebiet des Ortsteils Kleinheppach liegt der abgegangene Ort Hofstatt.[2] Der Ortsteil Kleinheppach bildet eine Ortschaft im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Korb 1686 im Kieserschen Forstlagerbuch

Die erste bisher bekannte urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1270. In einer Esslinger Urkunde aus dem Jahre 1270 wird bezeugt, dass das Spital in Esslingen vom Konvent des Frauenklosters in Steinheim (Murr) Grundstücke in Korb erworben hat. Dass Korb und seine Umgebung mehrere zehntausend Jahre vorher schon besiedelt war, zeigen zahlreiche Funde, die im Steinzeitmuseum in Korb-Kleinheppach ausgestellt sind. Steinzeitwerkzeuge der mittleren Altsteinzeit (vor ca. 50.000 Jahren), der jüngeren Steinzeit (vor ca. 20.000 Jahre), der Mittelsteinzeit, der älteren, mittleren und späten Jungsteinzeit u. a. mit Bandkeramik, Rössener Kultur und Schnurkeramikkultur (4500–2000 v. Chr.), sowie Funde aus der Bronzezeit (ca. 1700 v. Chr.) zeugen von uraltem Siedlungsland auf der Gemarkung von Korb und Kleinheppach.

Für die folgende Kelten- und Römerzeit fehlen direkte Funde aus Korb, dagegen liegen diese aus unmittelbarer Umgebung (Schurwald und Waiblingen) vor. Erst 1270 erscheint Korb in besagter Urkunde wieder. 1389 wird berichtet, dass ein Esslinger Bürger das halbe Dorf besaß, das ihm Eberhard der Greiner aus dem Hause Wirtenberg streitig machte. 1494 lesen wir, dass der ganze Ort und Steinreinach zu Wirtenberg gehörte. In den folgenden Jahrhunderten erlebten Korb und seine Bürger bewegte Zeiten.

Während des Dreißigjährigen Krieges 1618–1648 herrschte große Not und teilweise war Korb total unbewohnt (1636–38). Viele Häuser wurden zerstört und mehrere dann abgebrochen, um in Waiblingen mit dem Abbruchmaterial neue Häuser aufzubauen. Bauernaufstand (1514 „Armer Konrad“ im Remstal und 1525 im ganzen Land) und Franzoseneinfall (1797) gingen an Korb auch nicht ohne Leid vorbei.

Über all die Jahrhunderte spielte der Wein bei der überwiegend bäuerlichen Bevölkerung eine große Rolle. Er bildete praktisch die Haupteinnahmequelle, war aber auch mit vielen Steuern belegt.

Erst die Industrialisierung um die Jahrhundertwende, verbunden mit einem katastrophalen Reblausbefall, bei dem im Remstal alle Weinberge abgeräumt und die Reben verbrannt werden mussten, begründeten den Wandel von Korb zur heutigen Wohngemeinde mit ihrer guten Infrastruktur.

Familiengeschichtliches[Bearbeiten]

Durch den Dreißigjährigen Krieg erlitt der Ort starke Bevölkerungsverluste. Einige wenige Familien konnten sich durch zeitweilige Flucht retten, darunter die Familie Singer, die nach ihrer Rückkehr zur zahlreichsten Familie im Ort wurde. Stammvater aller heutigen Singer ist der 1573 geborene Esaias Singer.

Religionen[Bearbeiten]

Seit Einführung der Reformation 1535 ist Korb evangelisch-lutherisch geprägt. Die Kirchengemeinde gehört zum Kirchenbezirk Waiblingen. Außerdem gibt es eine Gemeinde der Neuapostolischen Kirche in Korb.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Kleinheppach wappen.jpg

Am 1. Januar 1972 wurde Kleinheppach eingemeindet.


Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bei der Bürgermeisterwahl ohne Gegenkandidaten am 8. März 2009 wurde Jochen Müller mit 97,95 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von lediglich 27,21 Prozent für eine dritte Amtszeit bestätigt.[4]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Korb hat 18 Mitglieder. Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgendem vorläufigen Ergebnis. Das amtliche Endergebnis wird vom Statistischen Landesamt gegen Ende des Jahres bekannt gegeben. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Parteien und Wählergemeinschaften %
2014
Sitze
2014
%
2009
Sitze
2009
Kommunalwahl 2014
 %
50
40
30
20
10
0
45,15 %
33,66 %
11,80 %
9,40 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
+4,68 %p
-6,71 %p
+11,80 %p
-9,76 %p
CDU/FW Christlich Demokratische Union Deutschlands/Freie Wähler 45,15 8 40,47 8
FB Freie Bürger Korb 33,66 6 40,37 7
GRÜNE Bündnis 90/Die Grünen 11,80 2
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 9,40 2 19,16 3
gesamt 100,0 18 100,0 18
Wahlbeteiligung 53,31 % 51,09 %

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In gespaltenem Schild vorne in Gold eine blaue Traube, hinten in Blau ein goldener Bienenkorb.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit 1974 unterhält Korb eine Gemeindepartnerschaft zu Matrei in Osttirol. 1989 kam eine Partnerschaft mit Mansle in Frankreich hinzu. Schließlich ist Korb seit 1991 mit Steinach in Thüringen verschwistert.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Korb liegt an der Württemberger Weinstraße, die an zahlreichen Sehenswürdigkeiten vorbeiführt.

Museen[Bearbeiten]

Im Ortsteil Kleinheppach wurde ein Steinzeitmuseum eingerichtet. Das dortige ehemalige Rathaus beherbergt eine bedeutende heimatkundliche Privatsammlung mit Funden bis zurück in die Eiszeit sowie eine handwerkliche und volkskundliche Sammlung des 18. bis 20. Jahrhunderts. In der dortigen evangelischen Kirche mit Anfängen 1355 und dem Kirchenschiff von 1480 befinden sich Glasbilder von Hans Gottfried von Stockhausen.

Bauwerke[Bearbeiten]

Altes Rathaus

Der historische Ortskern ist geprägt durch die evangelische Kirche von 1832, von deren Vorgängerbau von 1500 der Turm übernommen worden ist. Dieser hatte nach dem zweiten Brand 1707 seinen heutigen barocken Abschluss erhalten. Fast gegenüber steht das Alte Rathaus. Das aus dem 14. Jahrhundert stammende ehemalige Haus am Burlingsplatz wurde 1656 zum Rathaus bestimmt und dient auch heute noch einem Teil der Gemeindeverwaltung. 1951 war das Fachwerk freigelegt worden. Wenig entfernt liegt der Kelterplatz mit dem historischen Weingärtnerhaus und der Alten Kelter.

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Über den Weinbergen von Korb befinden sich die drei Berge Korber Kopf (456,8 m) mit Berghäusle, Kleinheppacher Kopf und Hörnleskopf, die auch über Wanderwege erschlossen sind. Weiterhin wurde in den Weinbergen von Korb ein geologischer Lehrpfad angelegt. Im Tal nach Schwaikheim wurde ein Obstbaumlehrpfad im Dornhau zum Thema Streuobstwiesen aufgebaut.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Korb ist eine Weinbaugemeinde, deren Lagen zur Großlage Kopf im Bereich Remstal-Stuttgart des Weinbaugebietes Württemberg gehören.

Verkehr[Bearbeiten]

Korb wird durch die Bundesstraße 14 (StockachWaidhaus) an das überregionale Straßennetz angebunden. Über den Hanweiler Sattel ist sie ferner direkt mit Winnenden verbunden.

Bildung[Bearbeiten]

In Korb gibt es eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule (Keplerschule) sowie eine Grundschule (Urbanschule), der auch die Grundschulklassen im Ortsteil Kleinheppach angegliedert sind. Für die jüngsten Einwohner gibt es zwei kommunale, drei evangelisch-lutherische und einen römisch-katholischen Kindergarten. Der private Verein Korber Windelflitzer bietet zudem eine Betreuung für Krippenkinder an. An der Keplerschule wird eine Hortbetreuung nach dem Unterricht bis 17 Uhr für Schulkinder angeboten.

Die Volkshochschule Unteres Remstal e. V. hat eine Zweigstelle in Korb.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gottlob Ernst: Korb Steinreinach, Die Geschichte zweier Weinbausiedlungen. Korb 1970
  • Jörg Heinrich: Kirchenbuch Korb, 1662 bis 1807. Abschrift, Karlsruhe 2010

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Korb (Württemberg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band III: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverband Mittlerer Neckar. Kohlhammer, Stuttgart 1978, ISBN 3-17-004758-2. S. 527–528
  3. Hauptsatzung der Gemeinde Korb vom 13. März 2003, zuletzt geändert am 6. Dezember 2005
  4. Staatsanzeiger Nr. 9 vom 13. März 2009, Seite 12