Koreanische Literatur

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Die koreanische Literatur war zuerst nur auf Chinesisch geschrieben. Nur allmählich nach der Einführung des koreanischen Schriftsystems Hangeul wurde auf Koreanisch geschrieben. Die koreanische Literatur lässt sich nach der Entstehungszeit in zwei Gruppen einteilen: Werke, die vor dem 20. Jahrhundert geschrieben und entstanden sind, rechnet man in Nord- und Südkorea zur „Klassischen Literatur“ (kor. 고전 문학, Gojeon munhak, [koʝənmunhak]), und die im und nach dem 20. Jahrhundert geschriebenen zur „Modernen Literatur“ (현대 문학, Hyeondae munhak, [hjəndɛmunhak]). Die Klassische Literatur umfasst zu einem großen Teil Werke, die auf Altchinesisch geschrieben sind, aber auch solche, die in Idu und in der Schreibweise des Hunminjeongeums geschrieben sind. Die Moderne Literatur wird nach westlichen literarischen Genres eingeteilt.

Klassische Literatur[Bearbeiten]

Dichtungen[Bearbeiten]

Romane[Bearbeiten]

Moderne Literatur[Bearbeiten]

Ab der Jahrhundertwende vom 19. ins 20. Jahrhundert kamen Einflüsse aus Europa und Amerika hinzu. Heutzutage ist die koreanische Literatur eigenständig, wird jedoch von Weltströmungen beeinflusst.

Nordkorea[Bearbeiten]

Wie alle Kunstgattungen in Nordkorea unterliegt auch die Belletristik der Zensur der nordkoreanischen Behörden. Wichtigste Themen sind die Problematik der Teilung Koreas in Nord- und Südkorea und die „Heldentaten“ von Kim Il-sung und seinen Genossen.

Südkorea[Bearbeiten]

Wichtige Autoren aus Südkorea sind Hwang Sun-won, Hwang Sok-yong und Pak Chong-hwa (Realismus, Kriegsthematik); Kim Su-yong (Vertreter des Modernismus). Cho Se-hui und Yi Mun-yol gehörten zur Munji-Bewegung. Choi Seung-ho hat die Deshumanisierung von Seoul geschildert. Zu den wichtigsten Auszeichnungen zählt der Yi-Sang-Literaturpreis.

Buchmarkt[Bearbeiten]

Südkorea ist seit Jahren neben der Volksrepublik China der wichtigste Abnehmer deutscher Übersetzungslizenzen; zumal Bücher für Kinder und Jugendliche, Klassiker und Philosophen werden auf der jährlichen Buchmesse in Seoul gehandelt. Immer noch reisen nur wenige Deutsche privat nach Südkorea. Kein deutschsprachiger Verlag hat ein deutsch-koreanisches Wörterbuch im Angebot (im Gegensatz zu südkoreanischen Verlagen), und auch ein aktueller deutschsprachiger Reiseführer fehlt.

Die südkoreanischen Schriftsteller Ko Un und Yi Mun-yol gelten seit Jahren als Anwärter auf den Nobelpreis. Auch jüngere südkoreanische Autoren werden in anderen europäischen Ländern viel gelesen, beispielsweise in Frankreich. Im deutschen Sprachgebiet fehlen oft gelungene Übersetzungen. Südkorea hatte als Gegenmaßnahme einen aufwändig gestalteten Auftritt als Gastland der Frankfurter Buchmesse 2005 mit staatlich geförderten Übersetzungen, Konzerten und mehr. In Südkorea füllen sich bei Literaturlesungen mitunter sogar Stadien.

Weltweit liegt Südkorea bei den Buch-Neuerscheinungen auf Platz sieben. Im Jahr 2004 waren es etwa 50.000 Bücher.

Siehe auch[Bearbeiten]

Bibliographie[Bearbeiten]

Bücher zur koreanischen Literatur:

  • Kyo-Chul Chung [Chung Kyo-Chul] Studien zu P'ansori: Ein Beitrag zu Geschichte, Wesensstruktur und Gestaltungsprinzipien des koreanischen Epengesanges. HICE: Seoul, 1997.
  • Hanguk Yeokdae Munjip Chongseo Mongnok. Kyungin: Seoul, 2000.
  • Hoyt, James Soaring Phoenixes and Prancing Dragons: A Historical Survey of Korean Classical Literature. Jimoondang International: Somerset (Korean Studies Series, No. 20), 2000.
  • Hunggyu Kim [Kim Hunggyu] Understanding Korean literature. Sharpe: Armonk, NY, 1997.
  • Köhler, Kai Aufbruch aus der Morgenstille. Koreanische Literatur in deutscher Übersetzung. literaturwissenschaft.de: Marburg, 2005
  • Eckardt, André Geschichte der koreanischen Literatur. Kohlhammer: Stuttgart (Sprache und Literatur 28), 1968.
  • McCann, David R. Early Korean Literature: Selections and Introductions. Columbia University Press: New York, 2000.
  • Korean National Commission for UNESCO. Korean Literature: Its Classical Heritage and Modern Breakthroughs. Hollym: Seoul, 2003. ISBN 1-56591-176-8.

Weblinks[Bearbeiten]