Korenisazija

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Korenisazija (russisch коренизация, Transliteration: Korenizacija, wörtlich übersetzt "Einwurzelung") bezeichnet die Politik der Bolschewiki bzw. der Sowjetunion in den 1920er Jahren nach der Oktoberrevolution. Sie hatte zum Ziel, nichtrussische Völker in den neuen Staat einzubinden, indem Minderheiten explizit gefördert wurden, um diese in den KPdSU-Kader und damit in die Sowjetunion zu integrieren. Russen wurden dazu ermutigt, teilweise sogar auch dazu gezwungen, sich in Gebieten, in denen sie eine Minderheit darstellten, an die regionale Kultur anzupassen und die jeweilige Sprache zu lernen. Insbesondere in der Ukraine führte die Korenisazija-Politik zu einer regelrechten Ukrainisierung. Spätestens ab 1931 kam die sowjetische Regierung jedoch wieder ab von dieser Politik und forcierte stattdessen wieder die Russifizierung.

Literatur[Bearbeiten]

  • W. Koschemjakina u. a.: Slowar soziolingwistitscheskich terminow. Institut jasykosnanija RAN, Moskau 2006, S. 97–98. (russisch)