Korneuburg
| Korneuburg | ||
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Staat: | Österreich | |
| Bundesland: | Niederösterreich | |
| Politischer Bezirk: | Korneuburg | |
| Kfz-Kennzeichen: | KO | |
| Fläche: | 9,71 km² | |
| Koordinaten: | 48° 21′ N, 16° 20′ O48.34527777777816.333055555556168Koordinaten: 48° 20′ 43″ N, 16° 19′ 59″ O | |
| Höhe: | 168 m ü. A. | |
| Einwohner: | 12.267 (1. Jän. 2012) | |
| Bevölkerungsdichte: | 1.263 Einw. pro km² | |
| Postleitzahl: | 2100 | |
| Vorwahl: | 02262 | |
| Gemeindekennziffer: | 3 12 13 | |
| NUTS-Region | AT126 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Hauptplatz 39 2100 Korneuburg |
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| Website: | ||
| Politik | ||
| Bürgermeister: | Christian Gepp (ÖVP) | |
| Gemeinderat: (2010) (37 Mitglieder) |
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| Lage der Stadt Korneuburg im Bezirk Korneuburg | ||
| (Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria) | ||
Korneuburg ist die Bezirksstadt des gleichnamigen Bezirks in Niederösterreich mit 12.267 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2012).
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Korneuburg liegt im Weinviertel in Niederösterreich an der Donau, 12 km nordwestlich von Wien. Die Fläche der Stadtgemeinde umfasst 9,71 Quadratkilometer. 20,76 Prozent der Fläche sind bewaldet. Es existieren keine weiteren Katastralgemeinden außer Korneuburg.
Geschichte [Bearbeiten]
Ursprünglich aus einer Ufersiedlung entstanden, war Korneuburg jahrhundertelang mit Klosterneuburg, unter dem gemeinsamen Namen Nivenburg verbunden. Die Verbindung war eine Furt durch die damaligen Donauarme. Der lateinische Name war Corena Nova. Im Jahre 1136 wurde es erstmals urkundlich in der Gründungsurkunde des Benediktinerklosters Klein-Mariazell erwähnt, als neuer Marktplatz – novum forum, forum trans Danubium. 1298 erhielt Korneuburg das Stadtrecht durch Herzog Albrecht I., was die formelle Trennung von Klosterneuburg bewirkte.
Aufgrund seines Status als landesfürstliche Festung war Korneuburg in verschiedenen Kriegen immer wieder stark umkämpft (Zweite Wiener Türkenbelagerung, Dreißigjähriger Krieg, Napoleonische Kriege).
Die Stadtanlage entspricht deutlich einem schlesischen Gründungsschema. Bemerkenswerterweise ist Korneuburg damit die einzige österreichische Stadt mit einem typisch schlesischen zentralen regelmäßig rechteckigen „Ringplatz“, also mit großem Markt, der in der Mitte das Rathaus und eine weitere Häuserinsel, in Niederösterreich „Grätzl“ oder auch „Kretzl“ genannt, umschließt.
Abseits des Hauptplatzes, der mit seinen Patrizierhäusern über städtisches Ambiente verfügt, beginnt die Stadtstruktur deutlich dörfliche Züge zu tragen. Ebenerdige Häuser bestimmen das Stadtbild, und manche Einfamilienhäuser liegen schon in der Nähe des Hauptplatzes an. Das Erscheinungsbild der Stadt wurde in der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts grundlegend umgestaltet.
1927 wurde die Raffinerie Korneuburg in Betrieb genommen. 1958 folgte das Kraftwerk Korneuburg.
Am 18. Mai 1930 kam es in der Stadt zum sogenannten Korneuburger Eid. Damals leisteten christlich-soziale Heimwehren einen Schwur zur Abschaffung der Demokratie, bekannten sich zum Faschismus und zur Errichtung eines „Ständestaates“.
Seit 2006 ist Korneuburg Mitglied des Regionalentwicklungsvereins 10 vor Wien.
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Verkehr [Bearbeiten]
Straßenverkehr [Bearbeiten]
Da Korneuburg an der Kreuzung mehrerer Verkehrswege liegt, ist die Verkehrsbelastung enorm. Durch die unmittelbare Nähe zur Donauufer Autobahn (A22) sowie der Nähe zur Wiener Außenring Schnellstraße (S1) wird sich die Verkehrsbelastung in der Region Korneuburg zusätzlich verschärfen. Die Stadtentwicklung ist durch diese beiden stark befahrenen Straßen maßgeblich beeinflusst. Des Weiteren wird Korneuburg durch die Donau Straße (B3) und Laaer Straße (B6) durchfahren.
Um das am gegenüberliegenden Donauufer gelegene Klosterneuburg zu erreichen, steht die Rollfähre Korneuburg–Klosterneuburg zur Verfügung.
Öffentlicher Verkehr [Bearbeiten]
Korneuburg ist zudem mittels Regionalzügen und Schnellbahnen von Wien über die S-Bahn-Stammstrecke direkt zu erreichen. Zusätzlich stehen Regionalbusse und ein Anrufsammeltaxi (AST) zur Verfügung.[1]
Öffentliche Einrichtungen [Bearbeiten]
Gerichte [Bearbeiten]
In Korneuburg hat eines der vier niederösterreichischen Landesgerichte seinen Sitz. Sein Sprengel umfasst im Wesentlichen das gesamte Weinviertel (Bezirksgerichte Gänserndorf, Zistersdorf, Laa an der Thaya, Mistelbach, Korneuburg, Stockerau und Hollabrunn, sowie den Landstrich entlang des südlichen Donauufers bis zur Staatsgrenze nach Osten (Bezirksgerichte Bruck an der Leitha und Schwechat) sowie der Städte Klosterneuburg und Gerasdorf (Bezirksgericht Klosterneuburg). Das Landesgericht Korneuburg selbst zählt zum Sprengel des Oberlandesgerichts Wien. Es beschäftigt derzeit etwa 30 Richter. Ab 10. September 2012 nehmen Landes- und Bezirksgericht sowie Staatsanwaltschaft – bisher am Hauptplatz beheimatet – die Arbeit am neuen Standort am Landesgerichtsplatz 1 (nahe der Donauauen) auf.
Schulen [Bearbeiten]
- Außenstelle der Schule für allgemeine Gesundheits- und Krankenpflege Stockerau
- Heilpädagogischer Kindergarten
- 2 Volksschulen
- Allgemeine Sonderschule
- Hauptschule I – Musikhauptschule
- Hauptschule II – Sport- und Kreative Modellschule
- Musikschule der Korneuburger Musikfreunde
- Polytechnische Schule
- BG und BGR der Stadtgemeinde Korneuburg
- Volkshochschule Korneuburg
- Bundeshandelsakademie
- private Schule mit Öffentlichkeitsrecht auf Basis der Montessori-Pädagogik
- SDV Informatik Schule
- Sporthauptschule
Gesundheit [Bearbeiten]
- Landesklinikum Weinviertel Korneuburg
- NÖ Gebietskrankenkasse
- Landespflegeheim Korneuburg
- Gesundheitshaus
- Hilfswerk Korneuburg
- Islamische Kultur und Hilfsorganisation Korneuburg
- Rotes Kreuz Korneuburg
- Therapiezentrum Korneuburg
Militär [Bearbeiten]
- Dabsch-Kaserne (ABC-Abwehrschule, AFDRU-Einheiten)
- Albrechts Kaserne und Kammeramtsgebäude (militärische Nutzung bis 1955)
- Franz Joseph Infanterie Kaserne (militärische Nutzung zur k.u.k.-Zeit)
weitere Einrichtungen [Bearbeiten]
- Arbeitsmarktservice
- BEV-Vermessungsamt
- Bewährungshilfe Korneuburg
- Bezirksbauernkammer, Kammer für Arbeiter und Angestellte (AK, ÖGB)
- Bezirkshauptmannschaft Korneuburg
- Finanzamt Hollabrunn Korneuburg Tulln
- Polizei
- Jugendstrafanstalt
- Landesjugendheim Korneuburg
- NÖ-Gebietsbauamt I
- Öffentlicher Notar
- Österreichische Post Aktiengesellschaft, Postamt Korneuburg, PSK
- Röm.-kath. Kirchenbeitragsstelle (Außenstelle)
- Stadtgemeinde Korneuburg
- Kulturzentrum Korneuburg mit Museum der Stadt Korneuburg
- Freiwillige Feuerwehr der Stadt Korneuburg
Bevölkerung [Bearbeiten]
Bevölkerungsentwicklung [Bearbeiten]

Korneuburg hat seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert ein stetiges, zwischen 1880 und 1890 sogar rasantes (+ 38 % in nur zehn Jahren) Anwachsen der Bevölkerung zu verzeichnen. Rückgänge brachten jeweils die Kriegsjahre (zwischen 1910 und 1923 −4,4 % und zwischen 1939 und 1951 gar −20,4 %). Seither nimmt die Bevölkerung zu. Der Zuwachs von der vorletzten 1991 zur letzten Volkszählung 2001 betrug 13,4 % und ist ausschließlich auf die Zuwanderungsbilanz (+13,6 %) zurückzuführen, da die Geburtenbilanz leicht negativ (−0,2 %) war.
Religionen [Bearbeiten]
Die Mehrheit der Bevölkerung (68,4 %) ist römisch-katholisch, 4,2 % sind evangelisch, 3,6 % sind orthodoxe Christen. 3,1 % bekennen sich zum Islam. 17,5 % sind ohne religiöses Bekenntnis.
Politik [Bearbeiten]
Gemeinderat [Bearbeiten]
Der Gemeinderat der Stadt besteht aus 37 Sitzen. Nach der Gemeinderatswahl vom 14. März 2010 ergibt sich folgende Mandatsverteilung:
ÖVP 18, SPÖ 14, Liste Grüne 3, FPÖ 2.
Die endgültigen Ergebnisse[2] der Gemeinderatswahlen im Detail:
| Partei | 2010 | 2005 | ||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Stimmen | % | Mandate | St. | % | Mdt. | |
| ÖVP |
3.013 | 47,56 | 18 | 1.984 | 36,35 | 13 |
| SPÖ |
2.253 | 35,56 | 14 | 2.705 | 49,56 | 19 |
| Die Grünen |
594 | 9,38 | 3 | 576 | 10,55 | 4 |
| FPÖ |
381 | 6,01 | 2 | 193 | 3,54 | 1 |
| Wahlbeteiligung | 60,71 % | 60,59 % | ||||
Bürgermeister [Bearbeiten]
Bürgermeister: Christian Gepp (ÖVP)
Vizebürgermeister: Helene Fuchs-Moser (ÖVP), Robert Zodl (SPÖ)[3]
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
- Katholische Stadtpfarrkirche St. Ägid (spätgotisch)
- Augustinerkirche des ehemaligen Augustinereremitenklosters: Das Kloster wurde 1338 von Otto dem Fröhlichen gegründet, die Kirche wurde 1745 bis 1773 von einem unbekannten Meister neu errichtet. Die barocke Ausstattung, u.a. das Hochaltarfresko "Das letzte Abendmahl", stammt von Franz Anton Maulbertsch. Der Turm wurde 1898 von Max Kropf errichtet.
- Neugotisches Rathaus: Erbaut unter Max Kropf, eröffnet 1895. An der Fassade befinden sich die Statuen von Kaiser Franz Josef und Herzog Albrecht I. sowie die Wappen der damaligen Kronländer und weiterer bedeutender niederösterreichischer Städte. Im Inneren findet sich eine Wappendecke, die ausschließlich Wappen bürgerlicher Familien des 15./16. Jahrhunderts zeigt, unter anderem des ersten Bürgermeisters der Stadt, Andreas Ramler (1406), und des Niklas Engelgershauser, der sich Verdienste um den raschen Wiederaufbau der Stadt nach dem Brand von 1417 erworben hat.
- Zum Rathaus gehört auch der spätgotische Stadtturm, welcher zwischen 1440 und 1447 errichtet wurde. Als Graf Puchheim die Stadt während des Dreißigjährigen Krieges für Österreich zurück gewann, wurde der Turm schwer beschädigt. Während der Renovierung 1890 wurde er umgestaltet und erhielt so sein heutiges Aussehen. An den vier Hauptseiten sind der Babenberger Bindenschild, das niederösterreichische Landeswappen, das Reichswappen und das Stadtwappen zu sehen. Seine Hauptaufgaben bestanden darin, Feinde und Feuer schnell ausfindig zu machen.
- Rattenfängerbrunnen, vor dem Rathaus 1898 aufgestellt. Damals wurden 2 Pumpbrunnen durch diesen ersetzt. Mit der Statue des Rattenfängers, die der Bildhauer Emanuel Pendel ausführte, wurde eine alte Lokalsage um die Ereignisse von 1646, dem Ende der Schwedenbelagerung, im Gedächtnis bewahrt. Der Brunnen selbst wurde in monumentaler Weise ganz aus Kaiserstein, dem weißen, harten Kaisersteinbrucher Stein geschaffen.
- Alte Synagoge in der Roßmühlgasse, erbaut zwischen 1306 und 1325, 1420 konfisziert und danach verschiedene Nutzung (z. B. als Getreidespeicher), seit 1980 unter Denkmalschutz, seit 1999 gibt es Konzepte, sie wiederherzustellen.[4]
Söhne und Töchter der Stadt [Bearbeiten]
- Johann Georg Lickl (1769–1843), Komponist
- Kurt Binder (* 1944), Physiker
- Max Burckhard (1854–1912), Direktor des k.k. Hofburgtheaters (Wiener Burgtheater)
- Nico Dostal (1895–1981), Operetten- und Filmmusikkomponist
- Johann Holzer (1753–1818), Komponist
- Hannes Kottek (1958–1994), Jazzmusiker
- Karl Liebleitner (1858-1942), Pädagoge, Chormeister und Volksliedforscher
- Mario Majstorović (* 1977), Fußballspieler
- Viktor Matejka (1901–1993), Schriftsteller und Kulturschaffender und -politiker
- Benjamin Swiczinsky (* 1982), Trickfilmer
Weitere Persönlichkeiten [Bearbeiten]
- Liborius Hausner Edler von Hauswehr (1834-1925), k.u.k. Feldmarschall-Leutnant
- Korneuburg in der Landesaufnahme um 1872
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Stadt Korneuburg: AST Info
- ↑ Land Niederösterreich (aufgerufen am 14.März 2010)
- ↑ Kurier vom 12. April 2010
- ↑ „Garage oder was?“ (PDF; 472 kB) Publikation der ARGE jüdisches Leben in Korneuburg
Literatur [Bearbeiten]
- Rudolf Finz, Evelyn Drescher: Korneuburg. Von der Jahrhundertwende bis heute. Museumsverein, Korneuburg 1984 (ohne ISBN).
- Hermann Kittel: Bettlerumkehr – Schmecks- Uschtarivari. Illustrierte Korneuburger Straßenchronik. In: Lokalgeschichte. 1. Auflage. Edition Weinviertel, Gösing/Wagram 2006, ISBN 978-3-901616-82-2.
- Kommission zur Herausgabe eines Historischen Atlas der Alpenländer Österreichs (Hrsg.): Baualterpläne Österreichischer Städte / Niederösterreich: Tulln, Korneuburg, Traismauer. 1. Auflage. Lieferung 2, Verlag der österreichischen Akademie der Wissenschaften, 1974, ISBN 3-7001-2038-9.
- Norbert Nemec: Korneuburg im Mittelalter. Norbert Nemec, Wien, [Grabmayrgasse 10] 2006.
- Ludwig Ried: König Albrecht I. von Habsburg und seine Bedeutung für die Stadt Korneuburg. 1298–1988. Stadtgemeinde Korneuburg 1998.
- Albert Starzer: Geschichte der landesfürstlichen Stadt Korneuburg. Museumsverein Korneuburg 1991 (Faksimiledruck der Ausgabe von 1899).
Weblinks [Bearbeiten]
- Seite der Stadt Korneuburg
- Gemeindedaten von Korneuburg. In: Statistik Austria.
- Eintrag über Korneuburg in der Datenbank „Gedächtnis des Landes“ zur Geschichte des Landes Niederösterreich (Landesmuseum Niederösterreich)
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