Korschenbroich
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | |
| Regierungsbezirk: | Düsseldorf | |
| Kreis: | Rhein-Kreis Neuss | |
| Höhe: | 46 m ü. NN | |
| Fläche: | 55,26 km² | |
| Einwohner: |
33.022 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 598 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 41352 | |
| Vorwahlen: | 02161, 02166, 02182, 02131 | |
| Kfz-Kennzeichen: | NE | |
| Gemeindeschlüssel: | 05 1 62 020 | |
| LOCODE: | DE KBH | |
| NUTS: | DEA1D | |
| Stadtgliederung: | 5 Ortsteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: |
Sebastianusstraße 1 41352 Korschenbroich |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Heinz Josef Dick (CDU) | |
| Lage der Stadt Korschenbroich im Rhein-Kreis Neuss | ||
Korschenbroich ist eine deutsche Mittelstadt am Niederrhein in Nordrhein-Westfalen, die zum Rhein-Kreis Neuss gehört.
Korschenbroich ist zwischen den Ballungsräumen Mönchengladbach, Krefeld und Düsseldorf gelegen und Teil der Metropolregion Rhein-Ruhr.
Das -broich im Ortsnamen wird wie broo(i)ch ([ˈbʁoːχ]) ausgesprochen, das i ist ein Dehnungs-i.
Inhaltsverzeichnis |
Geografie [Bearbeiten]
Heute zählen zu Korschenbroich folgende fünf Stadtteile: Korschenbroich, Kleinenbroich, Glehn, Liedberg und Pesch. In diesen Stadtteilen befinden sich teilweise weitere Ortschaften. Diese sind Korschenbroich mit Herzbroich, Herrenshoff, Neersbroich, Trietenbroich und Raderbroich; Lüttenglehn, Epsendorf , Scherfhausen und Schlich in Glehn; Steinhausen, Drölsholz und Steinforth-Rubbelrath in Liedberg.
Siehe auch unter Eingemeindungen im Abschnitt Geschichte.
Geschichte [Bearbeiten]
Frühzeit [Bearbeiten]
Zahlreiche vorgeschichtliche und römische Funde auf dem Gebiet der ehemaligen Gemeinde Korschenbroich weisen auf frühe Besiedlung der Region hin.
Mittelalter [Bearbeiten]
Im 12. Jahrhundert wurden die Herren von Myllendonk erwähnt. Dabei handelte es sich zunächst um ein Lehen der Herzöge von Geldern und ging später als Lehen an die Herzöge von Jülich über. Das Gebiet der Herren von Myllendonk war mit dem Gebiet der späteren Gemeinde Korschenbroich identisch.
Neuzeit [Bearbeiten]
Im Jahre 1700 wurde die Herrschaft Myllendonk reichsunmittelbar. 1794 wurde Korschenbroich von den Franzosen besetzt und 1815 kam der Ort an das Königreich Preußen. Im Jahre 1816 wurde die Gemeinde Korschenbroich mit den Ortschaften Korschenbroich, Trietenbroich, Neersbroich, Herrenshoff, Herzbroich, Raderbroich, Engbrück und Fragenhütte gebildet. Sie bildete 1937 mit der Gemeinde Pesch das Amt Korschenbroich. Dieses wurde am 31. Dezember 1974 aufgelöst.
Zeitgeschichte [Bearbeiten]
1986 trat der Bürgermeister Wilderich Freiherr von Mirbach Graf von Spee (CDU) zurück. Er hatte angesichts der leeren Stadtkasse in einer Ratssitzung die Aussage getroffen, zur Sanierung des Haushalts „müsse man ein paar reiche Juden erschlagen“.[2] Der Vorfall wurde bundesweit diskutiert.[3][4][5]
Eingemeindungen [Bearbeiten]
Am 1. Januar 1975 wurden das Amt Korschenbroich aufgelöst und die Gemeinde Pesch eingegliedert, des Weiteren die Gemeinde Liedberg mit den Ortschaften Steinhausen, Drölsholz, Steinforth und Rubbelrath und die Gemeinde Glehn mit den Ortschaften Lüttenglehn, Epsendorf, Scherfhausen und Schlich. Allerdings kam das Gut Bickhausen an die Stadt Grevenbroich. Die Gemeinden Liedberg und Glehn bildeten bis zum 31. Dezember 1974 das Amt Glehn. Außerdem wurde auch die Gemeinde Kleinenbroich eingemeindet, mit Ausnahme von Eschert, das nun zur Stadt Willich gehört. Von der ehemaligen Stadt Rheydt erhielt die Gemeinde Korschenbroich die Westseite der Jahnstraße in Steinhausen.[6]
Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]
Die Zahlen geben die Einwohnerentwicklung vor und nach der Gemeindereform am 1. Januar 1975 wieder:
| Jahr | Einwohner |
|---|---|
| 1964 | 7.712 |
| 1974 | 8.640 |
| 1983 | 26.000 |
| 2007 | 33.645 |
Einwohnerzahlen der einzelnen Stadtteile im Februar 2011:
| Stadtteil | Einwohner |
|---|---|
| Kleinenbroich | 11.058 |
| Korschenbroich | 11.259 |
| Glehn | 5.430 |
| Pesch | 2.814 |
| Liedberg | 2.289 |
Religionen [Bearbeiten]
- Katholische Kirche
Die fünf katholischen Pfarrgemeinden St. Andreas Korschenbroich, Herz Jesu Herrenshoff, St. Marien Pesch, St. Dionysius Kleinenbroich und St. Georg Liedberg bilden die Gemeinschaft der Gemeinden Korschenbroich (GDG). Ferner besteht noch die Pfarrgemeinde St. Pankratius. Der größte Teil des Stadtgebietes und der Pfarreien gehören zum Bistum Aachen, nur die Pfarrei Glehn und Steinfort-Rubbelrath gehört zum Erzbistum Köln.
Die katholische St.-Andreas-Kirche im Stadtkern von Korschenbroich existierte bereits im Mittelalter. Bereits im 13. Jahrhundert war sie schon eine eigene Pfarrei. Allerdings ist nur noch der Turm aus dem Jahr 1504, das Wahrzeichen der Stadt, vorhanden. Die neugotische Kirche, die 1888 eine spätgotische Kirche ersetzte, fiel den Bombenangriffen aus dem Jahr 1943 zum Opfer.
- Weitere Konfessionen
Die evangelischen Christen gehören zur Evangelischen Kirchengemeinde Korschenbroich mit den Bezirken Korschenbroich, Kleinenbroich und Glehn (Friedenskirche). Außerdem gibt es eine Gemeinde der Neuapostolischen Kirche.
Politik [Bearbeiten]
Stadtrat [Bearbeiten]
Die Kommunalwahl am 30. August 2009 führte zu folgendem Ergebnis für die Zusammensetzung des Stadtrats:[7]
| Partei / Liste | Stimmenanteil | Sitze |
| CDU | 44,2 % | 22 |
| SPD | 16,6 % | 8 |
| Grüne | 8,5 % | 4 |
| FDP | 12,3 % | 6 |
| Linke | 3,1 % | 1 |
| Aktive | 15,4 % | 7 |
Wappen, Flagge, Dienstsiegel [Bearbeiten]
Der Stadt Korschenbroich ist mit Urkunde des Regierungspräsidenten Düsseldorf vom 22. Juli 1977 das Recht zur Führung eines Wappens verliehen worden.
- Beschreibung des Wappens
- „Gespalten, vorne in Silber (Weiß) ein schwarzes durchgehendes Kreuz, hinten fünfmal geteilt von Gold (Gelb) nach Schwarz.“[8]
In dem Wappen sind die Zeichen der Landeszugehörigkeit (kurkölnisches Kreuz) eines Teils der vormaligen Gemeinden und des bei Korschenbroich ansässigen Geschlechtes Myllendonk-Mirlaer (Balken) vereinigt.
Der Stadt Korschenbroich ist ferner mit Urkunde des Regierungspräsidenten Düsseldorf vom 9. November 1979 das Recht zur Führung einer Flagge und eines Banners verliehen worden.
- Beschreibung der Flagge
- „Gelb und schwarz im Verhältnis 1:1 längsgestreift, in der Mitte der Wappenschild der Stadt.“
- Beschreibung des Banners
- „Gelb und schwarz im Verhältnis 1:1 längsgestreift mit dem Stadtwappen etwas oberhalb zur Mitte.“[8]
Die Stadt Korschenbroich führt ein Dienstsiegel mit dem Stadtwappen. [8] Das Stadtsiegel zeigt die Umschrift oben „STADT KORSCHENBROICH“ und unten „RHEIN-KREIS NEUSS“ sowie als Siegelbild das Stadtwappen und eine Unterscheidungsziffer.
Städtepartnerschaften [Bearbeiten]
- Carbonne (Frankreich), seit 1988
- Finowfurt, heute zu Schorfheide gehörend, (Brandenburg), seit 1990
Kultur und Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]
- Schloss Myllendonk: ein Wasserschloss, dessen Wurzeln im Mittelalter liegen und das gotische und barocke Bauteile aufweist
- Schloss Liedberg: eine der wenigen Anlagen am Niederrhein, die als Höhenburg erbaut wurde
- Kriegerdenkmal: In der ehemals selbständigen Gemeinde Glehn wurde in den 20er Jahren auf dem Vorplatz der Katholischen Pfarrkirche St. Pankratius ein Kriegerdenkmal für die im Ersten Weltkrieg gefallenen Söhne des Ortes errichtet. Das Denkmal wurde nach einem Entwurf des Kölner Bildhauers Willy Meller geschaffen. Auf dem Sockel kniet ein betender Soldat mit Mantel und Stahlhelm, sein Gewehr hat er seitlich auf den Boden gestützt.
Sport [Bearbeiten]
In der Saison 2009/10 spielt der TV Korschenbroich in der 2. Handball-Bundesliga Süd. Zudem hat Korschenbroich einen Tischtennisverein, den TTC Korschenbroich, der im September 2008 sein 30-jähriges Jubiläum feierte.
Regelmäßige Veranstaltungen [Bearbeiten]
- Internationaler Korschenbroicher City-Lauf seit 1989. Im Jahr 2012 nahmen 3304 Läufer teil.[9]
- Internationale Orgelwoche (Kirche St. Andreas)
- Korschenbroicher Rockmarathon
- Korschenbroicher Karnevalsumzug
- „Unges Pengste“, ein fünftägiges Schützen- und Heimatfest zu Pfingsten, ist eines der größten und bekanntesten Schützenfeste am linken Niederrhein. Rund 1000 Schützen marschieren an drei Tagen mit Fahnenschwenkern, Blumenhörnern und Kapellen aus Korschenbroich und Umgebung durch die Innenstadt. Das Fest wird von der 1504 gegründeten St. Sebastianus Bruderschaft und der 1708 gegründeten St. Katharina Junggesellen-Bruderschaft organisiert und durchgeführt.
- „Schützen-und Heimatfest“ im Ortsteil Glehn am ersten Septemberwochenende mit über 1000 Teilnehmern
Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]
Ansässige Unternehmen [Bearbeiten]
- Bolten-Brauerei
- Mexx Deutschland GmbH
- Sempell
Öffentliche Einrichtungen [Bearbeiten]
Die Niederrhein-Klinik Korschenbroich ist ein regionales Zentrum für vollstationäre und ambulante Medizinische Rehabilitation in den Bereichen Orthopädie und Onkologie.[10]
Bildung [Bearbeiten]
- Gymnasium Korschenbroich
- Realschule Korschenbroich / Kleinenbroich
- Hauptschule Korschenbroich / Kleinenbroich
Verkehr [Bearbeiten]
- Bahn
Der Bahnhof Korschenbroich an der Bahnstrecke Mönchengladbach–Düsseldorf wird von der S-Bahn-Linie 8 (Dortmund-Hagen–Wuppertal–Düsseldorf–Neuss–Korschenbroich–Mönchengladbach) der S-Bahn Rhein-Ruhr bedient.
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Söhne und Töchter
- Adam Weisweiler (1746–1820), deutscher Kunsttischler und Ebenist
- Gerhard Compes (1810–1887), eigentlich Heinrich Joseph Gerard Compes, deutscher Jurist und Politiker
- Therese von Wüllenweber (1833–1907), Mitgründerin des Ordens der Salvatorianerinnen
- Edvard Frank (1909–1972), deutscher Maler der Gruppe „Die verschollene Generation“
- Heinrich Schipperges (1918–2003), deutscher Medizinhistoriker und Medizintheoretiker
- Klaus Schmitt (*1955), deutscher Künstler, Bildhauer, Maler
- Jörg Rohde (*1966), deutscher Politiker
- Manfred Stefes (*1967), ehemaliger deutscher Fußballspieler und jetziger Fußballtrainer
- Uta Fußangel (*1969), deutsche Moderatorin
- Vera Bolten (*1976), deutsche Musicaldarstellerin
- Matthias Hoeren (1916-1997), deutscher Kommunalpolitiker und ehrenamtlicher Landrat, 1951-1975 Bürgermeister der Gemeinde Korschenbroich
Personen mit Beziehung zur Stadt:
- Hans-Ulrich Klose (*1935), deutscher Politiker (CDU), 1994–1999 Bürgermeister von Korschenbroich
- Hans-Hubert „Berti“ Vogts (*1946), ehemaliger deutscher Fußballnationalspieler und Nationaltrainer
- Ulrike Apel-Haefs (1952–2009), deutsche Politikerin
- Bernhard König (*1967), deutscher Komponist, lebt in Korschenbroich
- Ansgar Heveling (*1972), deutscher Politiker, MdB
- Christian Hochstätter (* 1963), ehemaliger deutscher Fußballspieler und heutiger -funktionär, lebt in Korschenbroich
- Andreas Lambertz (* 1984), deutscher Fußballspieler, wohnt in Korschenbroich
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Amtliche Bevölkerungszahlen. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 4. Juli 2012. (Hilfe dazu)
- ↑ W. Benz: Bilder vom Juden 2001 S.26 / dpa
- ↑ Die Vergangenheit holt uns ein. In: Der Spiegel. Nr. 10, 1986, S. 59–71 (3. März 1986, online).
- ↑ http://www.zeit.de/1986/08/das-tabu-zerbricht/komplettansicht Artikel in der Wochenzeitung die ZEIT
- ↑ http://www.zeit.de/1986/09/worte-der-woche/komplettansicht Worte der Woche in die ZEIT
- ↑ Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.
- ↑ WDR
- ↑ a b c § 3 der Hauptsatzung der Stadt Korschenbroich (PDF; 1,6 MB), abgedruckt in Stadt Korschenbroich, Amtsblatt für die Stadtteile Korschenbroich, Kleinenbroich, Glehn, Liedberg und Pesch Nr. 10, Jahrgang 3 vom 26. Juli 2012, Seite 203f
- ↑ City-Lauf GmbH (Hrsg.): Internationaler Korschenbroicher City-Lauf. Korschenbroich 2013, S. 23.
- ↑ Niederrhein-Klinik Korschenbroich
Weblinks [Bearbeiten]
- Website der Stadt Korschenbroich
- Hochauflösende Panoramabilder von Korschenbroich
- Informationen zum Stadtteil Glehn
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