Korsika

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt die Insel Korsika. Für den Weiler im Odenwald siehe Korsika (Odenwald).
Korsika
Flagge Korsikas Wappen Korsikas
Nord-Pas-de-Calais Picardie Champagne-Ardenne Lothringen Elsass Haute-Normandie Basse-Normandie Bretagne Centre Ile-de-France Burgund Franche-Comté Pays de la Loire Poitou-Charentes Limousin Aquitanien Midi-Pyrénées Languedoc-Roussillon Auvergne Rhône-Alpes Provence-Alpes-Côte d’Azur Korsika Andorra Monaco Liechtenstein Österreich Luxemburg Belgien Niederlande Vereinigtes Königreich Deutschland Schweiz Italien Guernsey Jersey SpanienLage Korsikas in Frankreich
Über dieses Bild
Basisdaten
Verwaltungssitz Ajaccio
Präsident des Exekutivrats Paul Giacobbi[1] PRG
Bevölkerung

 – gesamt 1. Januar 2011
 – Dichte

314.486 Einwohner
36,2 Einwohner je km²

Fläche

 – gesamt
 – Anteil an Frankreich:

8.680 km²
1,4 %

Départements 2
Arrondissements 5
Kantone 52
Gemeinden 360
ISO 3166-2-Code FR-H

Korsika (Korsisch Corsica, Frz. Corse [kɔʀs]) ist eine zum großen Teil aus Hochgebirge bestehende Insel im Mittelmeer und politisch eine Gebietskörperschaft mit Sonderstatus (fälschlich auch als Region mit Sonderstatus bezeichnet) Frankreichs. Sie liegt westlich von Italien auf der Höhe der Abruzzen, nördlich der italienischen Insel Sardinien und südöstlich des französischen Festlandes. Korsika ist die viertgrößte Mittelmeerinsel (nach Sizilien, Sardinien und Zypern).

Die korsische Collectivité territoriale besteht aus den Départements Corse-du-Sud (Südkorsika) und Haute-Corse (Oberkorsika). Die Insel hat eine Fläche von 8.680 km² und 314.486 Einwohner (Stand 1. Januar 2011). Hauptstadt und Verwaltungssitz ist Ajaccio.

Geografie[Bearbeiten]

Karte von Korsika

Die Mittelmeerinsel Korsika liegt zwischen 43° 01′ und 41° 22′ nördlicher Breite und 9° 34′ und 8° 33′ östlicher Länge. Von Norden (Cap Corse) bis Süden (Capo Pertusato) misst die Insel 183 km, von Osten (Alistro) nach Westen (Capo Rosso) 83 km. Aufgrund der zahlreichen Buchten hat Korsika eine über 1000 km lange Küste. Ein Drittel davon ist Strand, der Rest Felsküste. Zu großen Teilen besteht die Insel aus Hochgebirge, lediglich die Ostküste besitzt einen maximal 10 km breiten ebenen Streifen.

Die Insel liegt im Mittelmeer und wird dabei im Norden vom Ligurischen Meer, im Osten und Süden vom Tyrrhenischen Meer und im Westen vom Westlichen Mittelmeer begrenzt.

Die Entfernung nach Frankreich (Nizza) beträgt 180 km, das italienische Festland ist dagegen nur 83 km entfernt (Livorno), die italienische Insel Sardinien an der Straße von Bonifacio im Süden sogar nur 12 km.

Die Insel ist sehr gebirgig. Etwa 86 % der Insel sind Bergland und nur 14 % Küstentiefland. Korsika hat eine durchschnittliche Höhe von 568 m (Sardinien: 344 m, Sizilien: 441 m). Auf Korsika ragen 50 Zweitausender in den Himmel. Der höchste Berg ist der Monte Cinto mit 2706 m, der nur 24 km von der Westküste entfernt liegt.

Korsika entstand wie die Alpen im Tertiär. Es besteht zu zwei Drittel aus einem kristallinen Granitsockel, vor allem im Westen. Der Osten besteht überwiegend aus Schiefer, der sich aus Meeressedimenten gebildet hat, und aus Schwemmland.

Städte[Bearbeiten]

Die bevölkerungsreichsten Städte Korsikas sind:

Stadt (korsischer Name) Einwohner (Jahr) Département Anmerkungen
Ajaccio (Aiacciu ) 66.809 (2011) Corse-du-Sud Hauptstadt des Départements Corse-du-Sud, Geburtsstadt Napoleons
Bastia 42.912 (2011) Haute-Corse Hauptstadt des Départements Haute Corse, wichtige Hafenstadt
Porto-Vecchio (Portivechju) 10.957 (2011) Corse-du-Sud
Borgo (U Borgu) 7.742 (2011) Haute-Corse
Biguglia 7.322 (2011) Haute-Corse
Corte (Corti) 7.098 (2011) Haute-Corse alte Hauptstadt Korsikas im Zentrum der Insel, Sitz der Universität Pascal Paoli Korsika
Calvi (Calvi) 5.598 (2011) Haute-Corse wichtige Hafenstadt im Nordwesten
Furiani 5.432 (2011) Haute-Corse
Sartène oder Sartè – die „korsischste aller korsischen Städte“

Weitere bedeutende Städte sind:

  • Bonifacio (Bunifaziu): südlichste Stadt Korsikas
  • Sartène (Sartè): gilt als die „korsischste aller korsischen Städte“

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten]

Bereits zwischen 1793 und 1811 war die Insel in zwei Départements gegliedert, Golo und Liamone. Die heutigen beiden Départements der Region Corse bestehen seit dem 1. Januar 1976.

Département Präfektur ISO 3166-2 Arrondissements Kantone Gemeinden Einwohner (Jahr) Fläche
(km²)
Dichte
(Einw./km²)
Corse-du-Sud Ajaccio FR-2A 2 22 124
000000000145846.0000000000145.846 (2011)
000000000004014.00000000004.014 000000000000036.300000000036,3
Haute-Corse Bastia FR-2B 3 30 236
000000000168640.0000000000168.640 (2011)
000000000004666.00000000004.666 000000000000036.100000000036,1

Geologie[Bearbeiten]

NASA-Satellitenbild Korsikas

Korsika ist nach Sizilien, Sardinien und Zypern die viertgrößte Insel des Mittelmeeres. Die Insel ragt stellenweise aus 2500 m Tiefe des Mittelmeers als eine imposante Gebirgslandschaft empor. Nur 24 km von der Westküste entfernt erreicht sie mit dem Massiv des Monte Cinto (2706 m) ihre höchste Erhebung.

Restonicatal, Felswand mit aufgeschlossenen Quarzporphyr

Geologisch wird die Insel durch eine Linie von der Île Rousse im Nordwesten bis nach Sari-Solenzara im Südosten in zwei völlig unterschiedliche geomorphologische Bereiche getrennt. Im Westen finden sich überwiegend variszische Granite und Tiefengesteine, wie z. B. der Quarzporphyr aus dem Karbon. Der östliche Teil der Insel besteht aus gefaltetem Schiefer (Tonschiefer, Glanzschiefer), dessen Entstehung auf die gewaltigen Landmassenbewegungen während der Auffaltung der Alpen in der geologischen Epoche des Eozän zurückgeht. Stellenweise weist der Tonschiefer fein verteilte Pyriteinschlüsse auf. Die Glanzschieferdecke ist weniger klastisch geprägt und enthält dafür zahlreiche Radiolarite.

Das östlich gelegene Schiefergebirge bleibt mit seinen Gipfelhöhen deutlich unter 2000 m und besitzt damit den Charakter eines Mittelgebirges. Das granithaltige Grundgebirge im Westen dagegen besitzt einen von Nordwesten nach Südosten ziehenden über 2000 m hohen, meist gratförmigen Hauptkamm mit S-förmigen Verlauf und zeigt typischen Hochgebirgscharakter. Von diesem Hauptkamm aus, der gleichzeitig die Wasserscheide darstellt, laufen zahlreiche steil abfallende Seitenkämme und Seitentäler hinunter bis zur buchtenreichen Westküste. Diese Geländemorphologie ermöglicht einzigartige Ausblicke und gab Korsika das Synonym „Gebirge im Meer“. Direkt in diesem Hauptkamm beziehungsweise unweit davon befinden sich die höchsten Berge der Insel:

Der Hauptkamm des Gebirges wird von insgesamt vier Pässen durchquert (Col de Bavella, Col de Verde, Col de Vergio, Col de Vizzavona), von denen der Col de Vergio mit einer Höhe von 1470 m der höchste und der Col de Vizzavona (1163 m) der verkehrsreichste ist. Weitere Passstraßen erschließen in über 1000 m Höhe die Seitenausläufer. Das Gebirge wird auf seiner ganzen Länge durch den GR 20 (im regionalen Naturpark Korsika) erschlossen, der als schwierigster Wanderweg Frankreichs gilt.

Während der Hochzeit der letzten Eiszeit des Pleistozäns, also vor 30.000 bis 20.000 Jahren, war Korsika stark vergletschert. Als Überbleibsel dieser Zeit finden sich in den Bergen Kare, die zum Teil Wasser gefüllte Karseen bilden und zahlreiche durch Gletscher geformte Täler mit Endmoränen. In den Zungenbereichen der ehemaligen Gletscher liegen heute noch ausgedehnte Schutt- und Geröllhalden, die bis in die Sommermonate nicht selten von abfließendem Schmelzwasser durchströmt werden.

Aiguilles de Bavella
Steilküste bei Bonifacio

Erwähnenswert sind die schroffen Felstürme der Aiguilles de Bavella, die auch als die korsischen Dolomiten bezeichnet werden, obwohl sie aus Graniten aufgebaut sind. Ferner geologisch interessant ist der Küstenabschnitt zwischen Porto und Piana, der auch als „Calanche de Piana“ bekannt ist und für seine Tafoni-Verwitterungen bekannt ist. Diese wissenschaftliche Bezeichnung wurde der korsischen Sprache entlehnt.

Nach Süden hin nimmt das Relief der Insel deutlich an Prominenz ab. Am Südende bei Bonifacio trifft man großflächig sedimentierte Dolomit-Kalke an, die vermutlich durch sekundäre Dolomitisierung von Kalkschlamm marinen Ursprungs entstanden. Die verkarsteten Kalkfelsen von Bonifacio sind sowohl von den Gezeiten als auch von Stürmen eindrucksvoll gezeichnet.

Klima[Bearbeiten]

Klimadiagramm Bastia

Auf Korsika herrscht ein typisches Mittelmeerklima: Heiße, trockene Sommer und milde, feuchte Winter. Dabei wirkt im Winter das Mittelmeer (13–24 °C) als Wärmespeicher. Aufgrund der hohen Berge und starker Winde gibt es auf Korsika allerdings einige Abweichungen.

Die Niederschlagsmenge ist abhängig von der Höhe. Auf 2000 m Höhe ist der Niederschlag etwa viermal so stark wie an der Küste, wo im Sommer fast kein Regen fällt. Sommerliche Gewittergüsse lassen nur kurz die Flüsse anschwellen. Korsika hat mit ca. 2750 Stunden mehr Sonnenschein als das französische Festland.

Die Winter sind an der Küste mit Tagestemperaturen um 12 °C recht mild, wenn auch gelegentlich Nachtfrost auftritt. Im höheren Bergland gibt es regelmäßig Schneefälle und geschlossene Schneedecken, wobei Wintersport bis ins Frühjahr durchaus möglich ist. Das Frühjahr ist mit Werten zwischen 15 und 20 °C recht angenehm, wobei es nachts noch recht frisch werden kann. Ab Juni steigen die Temperaturen jedoch auf Werte von 25 °C und mehr. Im Juli und August ist es mit rund 30 °C heiß, allerdings kühlt es Nachts auf Temperaturen um die 20 °C ab. Auch im Sommer ist auf den hohen Bergen noch oft Schnee zu sehen. Der Herbst ist mit rund 20 °C wieder wesentlich angenehmer, jedoch können hier wie im Frühling die Nächte deutlich kühler (teils unter 10 °C) werden.

Die Extremwerte in Ajaccio liegen bei −8,1 °C im Januar und +40,5 °C im August.

Winde auf Korsika[Bearbeiten]

Winde-korsikas.jpg
Windrichtungen im Jahresschnitt

Die in den Sommermonaten am häufigsten wehenden Winde:

  • Nord: Tramontana, kalt und trocken; von jenseits der Alpen
  • Nordwest: Mistral (Maestrale), kalt und trocken; bringt klare Sicht
  • Nordost: Grecale, feucht und schwül
  • Ost: Levante, warm und feucht; ist verantwortlich für die Dünenbildung und die Entstehung der Lagunen an der Ostküste
  • Südost: Scirocco, feucht und heiß; bringt Gewitterstürme
  • Südwest: Libeccio (Libeccu), weht am häufigsten, mäßig stark, große Temperaturschwankungen; sagt Regen voraus
  • West: Ponente: sehr selten, heiß

Zusätzlich gibt es auch Land- und Seewinde, die sich aufgrund der unterschiedlich starken tageszeitlichen Erwärmung ergeben:

  • Die Seebrise Mezziornu setzt etwa 2–4 Stunden nach Sonnenaufgang ein, erreicht ihren Höhepunkt zwischen 13–14 Uhr und endet 1–2 Stunden vor Sonnenuntergang.
  • Die Landbrise Terranu weht in der Nacht und trägt häufig den Duft der Macchia ins Meer hinaus.

Bei einer Fahrt entlang der Küste sollte man immer im Hinterkopf haben, dass der Wind von einem Kap zum anderen aus unterschiedlicher Richtung und in unterschiedlicher Stärke wehen kann. Die steil aufragenden Berge verursachen besonders dort wo sie direkt aus dem Meer aufsteigen eine starke Kreuzsee. Bei schwerem Seegang erreicht diese enorme Ausmaße und glättet sich erst weit draußen auf dem offenen Meer.

Gezeiten und Wasserstände[Bearbeiten]

Wie überall auf der Erde, treten auch im westlichen Mittelmeer gleiche Gezeiten in Abständen von knapp zwölfeinhalb Stunden auf. Der Tidenhub an der Küste Korsikas beträgt bei Springtide 30 cm, bei Nipptide 10 cm. Abweichungen zwischen Morgen- und Abendpegel können bis zu 10 cm betragen. Winde erhöhen oder vermindern, je nach Richtung, den Wasserstand erheblich.

Vegetation[Bearbeiten]

Höhenstufen[Bearbeiten]

Laricio-Kiefernwald unterhalb des Hangtrogs nahe Lac de Nino, Forêt de Valdo-Niellu. Hinten links Paglia Orba, recht das Monte Cinto-Massiv
Azonaler Buchenwald bei Cozzano (Kanton Zicavo) bildet in extrem niederschlagsreichen Staulagen die höchstgelegene Waldgesellschaft, im Vordergrund eine Wüstung bedeckt mit einer Heide geprägt von Salzmann-Ginster und Tragant

Mediterrane Stufe (0–900/1000 m)

Submediterrane Stufe

Mediterran-montane Stufe (1100–1800 m)

Waldfreie hochmontane Stufe (1600–2000 m)

Alpine (Nordseiten) bis kulminale (Sonnseiten) Stufe (2000–2700 m)

  • Gebüsche, Grasheiden, Schutt- und Felsengesellschaften.

Macchia[Bearbeiten]

Garigue und Macchia auf Korsika

Die Macchie, auf Korsisch Macchia genannt, ist ein immergrüner Buschwald, der rund die Hälfte der Insel bedeckt. Dieser Vegetationstyp ist typisch für mediterrane Winterregenklimate und ist für die Insel besonders prägend. Die Pflanzen haben oft ledrige Blätter und sind unterseits behaart, um die Verdunstung möglichst gering zu halten. Ölhaltige und stark duftende Pflanzen sind ebenfalls typisch für die Macchia.

Schon im ausgehenden Winter erblüht die Macchia in bunten Farben, und ein intensiver Duft lässt die Insel auch vom Meer her duften; Napoléon Bonaparte soll gesagt haben, er könne seine Heimatinsel schon allein daran erkennen. Wichtige Pflanzen sind beispielsweise Lavendel, Ginster, Zistrose, Myrte, Baumheide und Erdbeerbaum. In den heißen Sommermonaten vertrocknet die Vegetation in vielen Bereichen, sodass die Landschaft ein steppenhaftes Aussehen erreicht.

Alljährlich kommt es im Hochsommer zu Waldbränden, die meistens auf Brandstiftung oder Fahrlässigkeit zurückzuführen sind. Hirten legen absichtlich Brände, um die „wertlose“ Macchia zu Weideland aufzuwerten. In der Vergangenheit war Brandstiftung auch Mittel von Bauspekulanten, die so die Macchia als Natur entwerteten und dann leichter Baugenehmigungen erhielten. Ein kleiner Teil dieser Brände entsteht auch durch Selbstentzündung der ausgetrockneten Vegetation (Feuerökologie). Zum Löschen größerer Waldbrände werden spezielle Löschflugzeuge eingesetzt, die im küstennahen Bereich Seewasser aus dem Meer aufnehmen, um es im Landesinneren direkt über den Brandherden abzuwerfen. Dies kann stellenweise zu Versalzungen des Oberbodens führen und das Wiederaufkommen der Vegetation erschweren.

Garigue[Bearbeiten]

Die Garigue wird oft mit der Macchia verwechselt. Die Vegetation ist aber niedriger und erreicht hier meist nur eine Höhe bis zu einem Meter, außerdem sind andere Pflanzen zu finden. Auf besonders dünnen Böden finden sich Zistrosen, Wolfsmilchsarten, verschiedene Ginster, Rosmarin, Thymian, Lavendel, Salbei und Geophyten wie Orchideen, Affodill oder die Merendera.

Bäume und Kulturpflanzen[Bearbeiten]

Korkeichen, Filitosa, (Corse-du-Sud)

Die wichtigsten forstlichen Ertragswaldbäume Korsikas sind Laricio-Kiefern (31 %), Steineichen (21 %), Seestrandkiefern (29 %), Buchen (15 %), Korkeichen (4 %) und Weiß-Tanne (1 %).

Die Laricio-Kiefer, auch Korsische Schwarzkiefer (Pinus nigra ssp. laricio) genannt, kann eine Wuchshöhe bis zu 50 Meter und ein Alter von nahezu tausend Jahren erreichen. Der Baum ist auf Korsika in den höheren Gebirgslagen ab etwa 800 bis 1800 m stark verbreitet. Die Korsische Schwarzkiefer ist sehr anspruchslos. Auf den kargen, felsigen Böden der Hochlagen wächst sie naturgemäß sehr langsam. Sie übersteht ohne Probleme längere Frostperioden.

Mächtige Edelkastanie bei Zicavo

Die Edelkastanie, die auch als Esskastanie bezeichnet wird, bedeckt allein im Gebiet der Castagniccia etwa eine Fläche von 15.000 ha, auf der gesamten Insel sind 40.000 ha mit Edelkastanienpflanzungen bestanden. Die Anlage von siedlungsnahen Edelkastanien-Selven wurde maßgeblich von den Genuesen auf der gesamten Insel gefördert, um die damals immer wieder auftretende Hungersnöte zu lindern. Dafür wurden auch zahlreiche frischere Stein- und Flaumeichenstandorte gerodet und in die heute noch charakteristische mediterrane Kastanienlandschaft umgewandelt. Neben der Viehzucht (Schafe, Ziegen) waren die Kastanien die Hauptnahrungsquelle der Korsen – deshalb auch die Bezeichnung als „Brotbaum“.

Im Süden der Insel rund um Porto-Vecchio und Figari, ist die Korkeiche verbreitet. Kleinere Vorkommen gibt es auch im Norden zum Beispiel bei Saint Florent. Alle 10 bis 20 Jahre kann der Baum zur Gewinnung von Naturkork geschält werden.

In den zur Malariabekämpfung trockengelegten Sumpfgebieten wurde vielfach Eukalyptus angepflanzt, der schnell wächst und sehr viel Wasser verdunstet. Eukalyptus wird bis zu 40 m hoch und hat eine silbrig-graue Rinde, die meist in senkrechten Fetzen und Streifen vom Stamm herab hängt. Die Blätter sind lang sichelförmig gebogen und verströmen den typischen „Husten-Bonbon“-Duft, ebenso die Früchte. Eine Anpflanzung mit teils stattlichen Bäumen befindet sich im Golf von Porto an der Westküste, der Hain beherbergt unter anderem den örtlichen Camping Municipal d'Ota Porto.

Soweit die Bodenverhältnisse es zulassen, gedeihen bis auf eine Höhe von etwa 400 Meter weitere typische Pflanzen, die im gesamten Mittelmeerraum anzutreffen sind. Dazu gehören beispielsweise Zypressen, Ölbäume, Oleander, Platanen, Mimosen und Dattelpalmen. Wichtige landwirtschaftliche Kulturen sind in dieser Höhenstufe Zitrusfrüchte (Zitronen, Orangen, Clementinen, Limonen), Feigenbäume, Mandel- und Pfirsichbäume sowie der Anbau von Wein.

Fauna[Bearbeiten]

Korsika beherbergt mehrere endemische, also ausschließlich auf dieser Insel vorkommende Tierarten.

Amphibien[Bearbeiten]

Unter den Amphibien sind als Endemiten der Korsische Gebirgsmolch, der Korsische Feuersalamander und der Korsische Scheibenzüngler zu nennen, sämtlich Arten, die ihren Verbreitungsschwerpunkt in mittleren und großen Höhenlagen haben.

Die tieferen Lagen sind Verbreitungsschwerpunkt von Arten, die auch andernorts im Mittelmeerraum anzutreffen sind: Sardischer Scheibenzüngler, Wechselkröte, Tyrrhenischer Laubfrosch sowie Italienischer Wasserfrosch.

Reptilien[Bearbeiten]

Zu den Reptilienarten Korsikas, die vor allem die tieferen Lagen besiedeln gehören die Griechische Landschildkröte, die Europäische Sumpfschildkröte, Europäischer Halbfinger, Mauergecko sowie die Ruineneidechse. Je nach Relief kommt die Tyrrhenische Gebirgseidechse auch in Meeresnähe vor, so beispielsweise an der teils sehr schroffen Westküste. Generell besiedelt sie eher die hohen Lagen, und ist als einzige Eidechse noch in den Gipfellagen jenseits von 2500 m regelmäßig anzutreffen. Tyrrhenische Mauereidechse, Gelbgrüne Zornnatter sowie die Ringelnatter, die hier als eigene Unterart vorkommt, sind in beinahe jeder Höhenstufe der Insel zu finden, nur die Gipfellagen werden nicht besiedelt. Sehr selten kommen auf Korsika noch der Europäischer Blattfinger und Zwerg-Kieleidechse, beides Arten die nur noch Refugiallebensräume besetzen können.

Vögel[Bearbeiten]

Korsenkleiber (Sitta whiteheadi)

Da Korsika eine wichtige Zwischenstation des europäischen Vogelzugs ist, lassen sich in den Lagunen der Ostküste zwischen Oktober bis März große Schwärme von Wasser- und Watvögeln beobachten, darunter sehr seltene Arten wie z. B. Großer Brachvogel, Bekassine, Knäkente, Rotschenkel, Trauerente und Zwergseeschwalbe. Die meisten Arten sind durch die EG-Vogelschutzrichtlinie geschützt und dürfen auch auf Korsika nicht bejagt werden. Der Triel wurde auf Korsika stellenweise auch als Brutvogel festgestellt.

Greifvögel sind oft zu beobachten, zum Beispiel Fischadler (an der Westküste, beispielsweise im Naturreservat La Scandola), Steinadler und Bartgeier (vor allem im Hochgebirge), Rotmilan, Mäusebussard, Schlangenadler und Turmfalke. Einzige nur auf Korsika vorkommende, also endemische Vogelart ist der Korsenkleiber.

Tiere in Gewässern[Bearbeiten]

Die Küstengewässer sind fischreich, man kennt hier etwa 300 Brack- und Salzwasserarten. In den Fließgewässern sind Forellen und Aale anzutreffen, die zum Teil eingesetzt werden. Dies bereitet vor allem der ursprünglich heimischen Mittelmeer-Bachforelle Probleme, die nur noch in wenigen Fließgewässersystemen der Insel häufiger zu finden ist. Eine weitere Besonderheit der Süßgewässer Korsikas sind Süßwassergarnelen, die in den Unterläufen kleinerer Flüsse stellenweise häufig anzutreffen sind.

Säugetiere[Bearbeiten]

Die wildlebende Säugetierfauna ist aufgrund der Insellage, der gebirgigen Topografie und der intensiv betriebenen Bejagung nicht sehr artenreich. Der heute auf Korsika dominierende Säuger ist das Wildschwein. Selten ist der Europäische Mufflon geworden, der durch starke Bejagung in ganz Europa ausgerottet war und einzig auf Korsika und Sardinien überleben konnte. Auf Korsika sind nur zwei Populationen erhalten geblieben, und zwar im Monte-Cinto-Massiv nördlich von Calacuccia und in der Umgebung des Col de Bavella zwischen Zonza und Solenzara. In der Nähe von Venaco am Monte Rotondo-Massiv wurden Mufflons wieder angesiedelt, um nach und nach wieder den gesamten Hauptkamm des korsischen Hochgebirges zu besiedeln.

Der Korsische Zwerghirsch wurde auf Korsika ausgerottet und konnte als Unterart nur auf Sardinien überleben. Inzwischen wurden sardische Tiere auf der nördlichen Nachbarinsel wieder angesiedelt. In den Macchie- und Garrigue-Landschaften trifft man auf Hasen, Mauswiesel sowie Füchse und Wildkatzen. Pottwale und Delfine sind besonders häufig am Cap Corse und in der Straße von Bonifacio zu beobachten, wenn sie von einem in ein anderes Becken des Mittelmeeres wechseln.

Insekten und Malaria[Bearbeiten]

Unter der großen Gruppe der auf Korsika verbreiteten Insekten befindet sich auch die Europäische Gottesanbeterin. Bemerkenswerte Spinnentiere sind die Europäische Schwarze Witwe und die Tarantel.

Über 60 Arten der Tag- und Dickkopffalter sind bisher auf dieser Insel nachgewiesen worden. Davon sind mindestens vier Arten Endemiten der tyrrhenischen Inseln, kommen also nur auf Korsika und Sardinien vor: Korsischer Schwalbenschwanz, Euchloe insularis (eine Weißlingsart), Korsischer Perlmutterfalter und Korsischer Waldportier. Das Korsische Wiesenvögelchen hat auch Populationen auf Elba und umgebenen Inseln, sowie in küstennahen Gebieten der Toskana. Die dort vertretene Unterart elbana wird jedoch manchmal auch als eigene Art eingestuft, in diesem Fall ist die Nominatform corinna ein echter tyrrhenischer Endemit. Die in Hochlagen vertretene Unterart ichnusa des Kleiner Fuchses ist leicht am Fehlen schwarzer Flecke auf der Vorderflügel-Oberseite zu erkennen. Auch dieses Taxon soll manchmal als Art bewertet werden.[2]

Bis in die 1950er Jahre war die Malaria auf Korsika noch ein großes Problem, insbesondere an den ausgedehnten Brackwasserflächen der Ostküste. Diese eigentlich landwirtschaftlich interessante weil ertragreiche Küstenebene war traditionell zwar nie dicht besiedelt, weil die Korsen in der Vergangenheit die Piraten fürchteten. Aber die vor allem durch die Anopheles-Mücken übertragenen Krankheit war auch ein Hinderungsgrund, vor der sich die Korsen traditionell während des Hochsommers in höhere Lagen zurückzogen. Ab 1944 bekämpfte die amerikanische Luftwaffe im Mündungsdelta des Stabiacco bei Porto-Vecchio die Malariamücke durch Versprühen von DDT, was die Ansiedlung der „Algerien-Auswanderer“ (frz. 'pieds-noirs') und die Urbarmachung der Küstenebene und später den Tourismus erst möglich machte. Bis in die 1970er Jahre gab es jedoch immer wieder aufkeimende Malaria, heute gilt die Insel als malariafrei.

Geschichte[Bearbeiten]

Hauptartikel: Geschichte Korsikas und Korsika im Altertum

Bis zum 18. Jahrhundert[Bearbeiten]

Die korsische Urbevölkerung, Jäger und Sammler, wurde um 6000 v. Chr. von einwandernden Neolithikern der Impresso-Kultur verdrängt. Im Süden der Insel entwickelte sich etwa 3000 v. Chr. eine mehrphasige Megalith-Kultur (Filitosa), die auch zahlreiche Menhire errichtete und um 1800 v. Chr. von der Kultur der Torreaner abgelöst wurde, die Torren, nuraghenartige Turmbauten eigener Prägung errichteten. In griechischer Zeit hieß die Insel Kύρνος (Kyrnos)[3], zuletzt waren Teile Korsikas unter griechischer (Alalia) und römischer (Aleria) Herrschaft. Auch Vandalen, Oströmer und Goten eroberten die Insel.

Nachdem Korsika zunächst den römischen Päpsten untertan war, gehörte es ab 1300 zu Genua. Nach Aufständen der Bevölkerung gegen die Genuesen wurde 1755 die Unabhängigkeit ausgerufen. Zuvor, am 15. April 1736, machten korsische Rebellen den deutschen Abenteurer Baron Theodor von Neuhoff (1694–1756) im Kloster von Alesani in der Castagniccia zu ihrem König. König Theodor I. von Korsika war der einzige König, den Korsika je hatte. Das ausgerufene Königreich Korsika bestand aber kaum ein Jahr lang. In der Folge beschäftigte das – nur zeitweilig erfolgreiche – Bestreben der Inselbewohner nach Unabhängigkeit und Selbstbestimmung die Intellektuellen der Epoche der Aufklärung bis hin zu Jean-Jacques Rousseau und den amerikanischen Verfassungsvätern.[4]

Unter Führung des als Vater der Nation (Babbu di a Patria) bezeichneten Pascal Paoli schufen die Korsen eine demokratische Verfassung und ein relativ fortschrittliches Staatswesen. Daraufhin verkaufte Genua die Insel an Frankreich, das 1769 die korsischen Truppen in der Schlacht bei Ponte Nuovo besiegte. Korsika ist seitdem – abgesehen von einem kurzen Zeitraum im Verlauf der Französischen Revolution, als die Insel zu England gehörte – französisches Staatsgebiet.

Ajaccio auf Korsika ist der Geburtsort Napoléon Bonapartes, dessen Eltern dem niederen korsischen Adel angehörten. Korsika stand damals unter französischer Besatzung, und korsischen Adeligen wurde angeboten, französische Adelstitel anzunehmen, wenn sie ihre Herkunft lückenlos nachweisen konnten. Um dem nachzukommen, reisten seine Eltern nach Frankreich und schickten den jungen Napoleon dort zur Schule.

Gegenwart[Bearbeiten]

Im Laufe des 20. Jahrhunderts erfolgte eine stetige Einwanderung von Festlandfranzosen. Vor allem nach dem Algerienkrieg wurden gezielt aus Algerien vertriebene und geflohene Franzosen (frz. 'pieds-noirs') angesiedelt, so dass die Korsen zur Minderheit auf der eigenen Insel wurden. Gleichzeitig wurde die korsische Sprache durch ihre Verbannung aus Schule und öffentlichem Leben zielstrebig bekämpft, um die korsische Identität der Bewohner zu zerstören.

Auf der Insel gibt es seit langer Zeit eine Bewegung für die korsische Unabhängigkeit. Die französische Regierung lehnt diese strikt ab in der Befürchtung, sie bedrohe die französische Einheit. Einige Unterstützer der korsischen Unabhängigkeit, insbesondere die FLNC, versuchen durch Bombenanschläge und Mord die Regierung zur Gewährung der Unabhängigkeit zu zwingen. Im Jahr 2000 stimmte der damalige Ministerpräsident Lionel Jospin im Rahmen des Prozesses von Matignon einer größeren Autonomie Korsikas im Gegenzug zu einem Ende der Gewalt zu. Dem stand die gaullistische Opposition in der französischen Nationalversammlung entgegen, die befürchtete, dass andere Regionen wie die Bretagne, die Provence und das Elsass ebenfalls Autonomie fordern könnten und dies in einer Aufspaltung Frankreichs ende.

Die vorgeschlagene Autonomie für Korsika würde einen größeren Schutz des Korsischen (corsu) als zentralem Identifikationpunkt der Inselbevölkerung beinhalten. Frankreich lehnt jedoch traditionell den Gebrauch regionaler Sprachen oder Minderheitensprachen ab, da das Vorherrschen der französischen Sprache als Absicherung für die Existenz des französischen Staates angesehen wird (siehe Edikt von Villers-Cotterêts).

Im Juli 2003 stimmten knapp 51 % der Korsen in einer Befragung gegen den Prozess von Matignon. Obwohl diese keinen politisch bindenden Charakter besaß, respektierte die französische Regierung das Votum und stoppte die weitere Umsetzung des Vorhabens. Die Gründe für das Scheitern werden vor allem im Vorwurf gegen Jospin gesehen, er habe durch die Verhandlungen mit Vertretern der Unabhängigkeitsbewegung die von Teilen derselben ausgeübte Gewalt legitimiert.

Herkunft des Namens[Bearbeiten]

Der Name der Insel Corsica bzw. Französisch Corse geht wohl auf den phönizischen Begriff Korsai zurück, was in etwa „mit Wäldern bedeckt“ bedeutet. Gelegentlich wird die griechische Bezeichnung für die Insel Kalliste („die Schöne“) als Wurzel für den heutigen Namen vermutet.

Das korsische Wappen[Bearbeiten]

Das korsische Wappen am Portal eines Tunnels der Chemins de fer de la Corse

Das korsische Wappen zeigt einen Mohrenkopf mit krausem Haar und weißem Stirnband. Dieses Wappen ist eigentlich ein Freiheitssymbol der Korsen, allerdings ist nicht sicher, wer dargestellt ist. Es gibt zahlreiche Legenden um die Entstehung und Bedeutung des Symbols.

Der einen Legende nach entführte im 13. Jahrhundert ein maurischer Herrscher eine junge Korsin nach Spanien. Deren korsischer Verlobter reiste hinterher, um sie zu befreien, woraufhin der Maure einen seiner tapfersten Getreuen gegen ihn in den Kampf schickte. Der Korse schlug jedoch dem Mauren den Kopf ab und hielt diesen als Zeichen des Triumphs hoch.

Ein weiterer Erklärungsansatz geht in Richtung der Reformen von Pascal Paoli: Ähnlich wie bei der Nachbarinsel Sardinien zeigte das korsische Wappen ursprünglich einen Mohrenkopf mit verbundenen Augen. Pascal Paoli verschob die Binde in Richtung Stirn und entfernte auch den Ohrring, denn beides galt als Zeichen der Sklaverei, von der sich die Korsen durch seine Reformen befreit hatten.

Musik[Bearbeiten]

Paghjella ist der polyphone Männergesang der traditionellen korsischen Volksmusik. Dabei trägt die mittlere Stimme die Melodie, die zweite, tiefere bildet die Begleitung, die dritte und höchste singt die Koloratur. In dieser Tradition stehen unter anderem die Gruppen I Muvrini und A Filetta.

Kulinarisches[Bearbeiten]

Korsika besitzt eine sehr reichhaltige und meist deftige Küche. Typisch sind die freilaufenden, oft halbwilden Hausschweine, die sich von Kastanien, Eicheln und Bucheckern ernähren und deren Fleisch dann über Kastanienholz geräuchert wird.

Spezialitäten sind beispielsweise:

Wurstwaren:

Käse:

Getränke:

Weinbau auf Korsika[Bearbeiten]

Auf Korsika wird eine große Vielfalt an Weinen produziert: Rotwein, Rosé, Weißwein, still und schäumend, trocken und süß. Das Relief sowie unterschiedliche Böden sind für diese Vielfalt verantwortlich. Reben werden bis in einer Höhe von ca. 300 m kultiviert. Traditionell verwendet man die Rebsorten Cinsault, Carignan, Grenache, Ugni Blanc und Syrah. Inzwischen sind Cabernet Sauvignon, Chardonnay, Viognier, Merlot sowie Pinot Noir hinzugekommen. Regionale Bedeutung haben die Sorten Niellucciu, Sciaccarellu und Vermentinu.

In Korsika gibt es 8 Weinbaugebiete deren Weine das Prädikat AOC tragen dürfen. Diese Appellationen sind:

  • Ajaccio – AOC Coteaux d'Ajaccio: Westküste nördlich von Sartène bis Ajaccio, Hauptrebsorten: Sciaccarellu, Grenache, Verentinu
  • Balagne – AOC Calvi Balagne: zwischen Calvi und der Désert des Agriates, sandige Tonböden, Hauptrebsorten: Syrah, Sciaccarellu, Vermentinu, Ugni Blanc
  • Cap Corse – AOC Coteaux du Cap Corse: die schroffe Felshalbinsel nördlich von Bastia, Hauptrebsorten: Niellucciu, Grenache, Malvoisie, Vermentinu, Muscatellu
  • Cote orientale – AOC Vin de Corse: die Ostküste zwischen Bastia und Solenzara. Hauptrebsorten: Niellucciu und Vermentinu
  • Figari – AOC Figari-Pianottoli: Südspitze Korsikas, Hauptrebsorten: Carcajolo, Barbarossa, Sciaccarellu, Malvoisie de Corse
  • Patrimonio – AOC Patrimonio: Gegend zwischen Cap Corse und der Désert des Agriates, schiefrige Sand- und Tonböden, Hauptrebsorten: Nielluciu, Grenache, Vermentinu
  • Porto-Vecchio – AOC Porto-Vecchio: Gegend um Porto-Vecchio, Granitböden, Hauptrebsorten: Niellucciu, Sciaccarellu, Malvoisie de Corse
  • Sartène – AOC Sartène: um Sartène im Südwesten von Korsika, ton- und kieselhaltige Böden, Hauptrebsorten: Niellucciu, Sciaccarellu, Barbarossa, Cinsault, Vermentinu

Tourismus und Wirtschaft[Bearbeiten]

FKK Urlaubsanlage bei Porto-Vecchio

Korsika ist trotz des idealen Naturpotenzials touristisch relativ wenig erschlossen. Von der korsischen Bevölkerung wird auch befürchtet, dass eine weitere Erschließung durch den Massentourismus die Eigenständigkeit der korsischen Kultur gefährden könnte. Nach korsischer Tradition ist der Strand überall allgemein zugänglich; es gibt kaum größere Hotelkomplexe oder Hotels mit ausländischen Eigentümern. An der Ostküste gibt es südlich von Phare d'Alistro und südlich von Porto-Vecchio zahlreiche FKK-Urlaubsanlagen und Strände.

Im Jahr 1995 waren 73 % aller Touristen, die Korsika besuchten, Festlandfranzosen. Besonders beliebt ist Korsika bei den Fahrrad- und Motorradfahrern, nicht zuletzt wegen der Kombination von Bergstraßen und Meerblick. Die Rennradfahrer schätzen an der Insel den Trainingseffekt der anspruchsvollen Passstraßen. Der umfangreiche Fernwanderweg GR 20 mit zahlreichen Kletterpartien zieht sehr viele Wanderer an.

Seit Beginn des 21. Jahrhunderts gewinnt auch das Klettern als touristische Einnahmequelle zunehmend an Bedeutung. Die zahlreichen bizarren Felsformationen, auch als „Tafoni“ bezeichnet, sind extrem griffig. Die bekanntesten Kletterzentren sind das Restonica-Tal und der Bavella-Pass.

Trotz der südlichen Lage kann im Winter ein Skibetrieb aufrechterhalten werden. Am Col de Vergio zwischen Porto und Calacuccia, unterhalb des Monte Renoso bei Ghisoni (Capannelle) sowie auf dem Plateau d'Eze nordöstlich von Bastelica gibt es drei kleinere Skigebiete mit jeweils drei bis sechs Schleppliften. Ein weiteres Skigebiet bei Haut-Asco nördlich des Monte Cinto ist seit dem Winter 1997/98 nicht mehr in Betrieb, da der Hauptskilift durch einen Steinschlag beschädigt wurde. Skilanglauf kann man auf dem Plateau de Coscione zwischen Zicavu und Monte Incudine sowie oberhalb von Évisa betreiben.

Eine echte Großindustrie gibt es auf Korsika nicht. Das produzierende Gewerbe beschränkt sich im Wesentlichen auf landwirtschaftliche Produkte, Bau- und Dienstleistungen. Die meisten auf der Insel hergestellten Produkte wie beispielsweise die traditionellen heimischen Taschenmesser werden an Ort und Stelle an Touristen verkauft.

Im Vergleich mit dem BIP der Europäischen Union ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreichte Korsika 2006 einen Index von 85,8 (EU-27  100).[5]

Im Jahr 2013 gastierte die Tour de France mit ihrer 100. Auflage zum allerersten Mal überhaupt auf Korsika.[6]

Im Rahmen der sogenannten Grand Départ (große Abfahrt) begann die „Grande Boucle“ mit drei Etappen auf der Mittelmeerinsel:

  • 1. Etappe am Samstag, den 29. Juni über 200 km von Porto-Vecchio nach Bastia;
  • 2. Etappe am Sonntag, den 30. Juni über 155 km von Bastia nach Ajaccio;
  • 3. Etappe am Montag, den 1. Juli über 145 km von Ajaccio nach Calvi.

Gesundheit[Bearbeiten]

Seit 2011 ist das Auftreten von Schistosomiasis (Bilharziose) in Korsika gesichert nachgewiesen.[7] Betroffen sind Einheimische und Touristen die in Kontakt mit dem Wasser des Flüsschens Cavu/Cavo nahe dem Ort Sainte-Lucie-de-Porto-Vecchio nördlich von Porto-Vecchio im Südwesten von Korsika hatten. Es wurden Fälle bei Touristen aus Frankreich, Deutschland und Österreich diagnostiziert.[8]

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Typische Bergstraße

Die Straßen in Korsika sind sehr unterschiedlich in ihrer Breite und Qualität. Im felsigen Gebiet der Westküste und im Gebirge findet man teilweise sehr enge Straßen in schlechtem Zustand, die nur einspurig genutzt werden können. Zum Teil ist ein Befahren mit Wohnmobilen nicht möglich. Etwas besser ist die Verkehrssituation an der flachen Ostküste. Zwischen den größeren Städten gibt es teilweise gut ausgebaute Schnellstraßen.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Mit nur zwei Strecken erschließt die Eisenbahn die Insel wenig. Die Chemins de fer de la Corse (CFC) – eine Tochter der französischen Staatsbahn SNCF – ist die einzige Eisenbahngesellschaft auf Korsika.

Die Strecken (als durchweg eingleisige Schmalspurbahn) verbinden die beiden Hafenstädte Bastia an der Ostküste und Ajaccio an der Westküste. Zudem erschließt sie die Nordküste der Insel mit der Hafenstadt Calvi. Die Gesamtlänge beträgt 231 km.

Luftverkehr[Bearbeiten]

Korsika verfügt über Flughäfen in folgenden Städten:

Wichtige Fluggesellschaften, die Korsika anfliegen, sind Air France und Air Corsica sowie aus Deutschland, Österreich und der Schweiz Germanwings, Tuifly, Lufthansa, Germania, Air Berlin, Intersky und easyJet.

Schiffsverkehr[Bearbeiten]

Autofähre von Corsica Ferries

Die Fährhäfen Ajaccio, Porto-Vecchio, Propriano und Bonifacio bedienen Süd-Korsika, während die in Bastia, Calvi und L'Île Rousse vor allem Nord-Korsika an das europäische Festland anschließen.

Autofährverbindungen gibt es beispielsweise von Marseille, Nizza und Toulon in Frankreich sowie von Sardinien, Savona Vado, Livorno und Genua in Italien. Die wichtigsten Schifffahrtsgesellschaften sind SNCM, Moby Lines und Corsica Ferries.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Korsika – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Corse – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.corse.fr/Le-President-du-Conseil-executif-de-Corse_a405.html abgerufen am 4. Januar 2014
  2. ’Nymphalis ichnusa’ Hübner, 1824. Auf: pyrgus.de ; zuletzt abgerufen am 24. August 2014.
  3. Plutarch, Lobreden, derer sich die Alexandriner bedienten, edd. Leutsch, Schneidewin, Göttingen 1839: <Κυρνία ἄτη:> Κύρνος νῆσος ἦν πάλαι ἄβατος τοῖς πλέουσι διὰ συνεχεῖς λῃστείας. Kretisches Unheil: Kreta war eine Insel, von alters unbetreten von den Seglern wegen des Zusammenhaltes der Räuber.
  4. Jörg Fisch (Hg.): Die Verteilung der Welt. Selbstbestimmung und das Selbstbestimmungsrecht der VölkerOldenbourg, München 2011, speziell S. 47
  5. Eurostat Pressemitteilung 23/2009: Regionales BIP je Einwohner in der EU27 (PDF-Datei; 360 kB)
  6. Le Grand Départ 2013 en Corse (offizielle Website der Tour de France)
  7. RKI: Bilharziose: Häufung von Erkrankungsfällen bei Südkorsika-Reisenden. Kurzmeldung des RKI zum Vorkommen von Schistosomen in Südkorsika vom 19. Mai 2014, zuletzt abgerufen am 17. Juni 2014.
  8. Marton Szell: Schistosomiasis (Bilharziose) auf Korsika. Auf: dietropenordination.at vom 11. Juli 2014, zuletzt abgerufen am 17. Juli 2014.

42.159.0833333333333Koordinaten: 42° 9′ N, 9° 5′ O