Korvette K130

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Braunschweig-Klasse
Die Braunschweig

Die Braunschweig

Schiffsdaten
Land DeutschlandDeutschland (Seekriegsflagge) Deutschland
Schiffsart Korvette
Bauzeitraum 2004 bis 2013
Stapellauf des Typschiffes 19. April 2006
Gebaute Einheiten 5
Dienstzeit Seit 2008
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
89,12 m (Lüa)
Breite 13,28 m
Tiefgang max. 3,4 m
Verdrängung 1.840 t
 
Besatzung 58 Personen (StAN: 65)
Maschine
Maschine 2 × Diesel MTU 1163 20V
Maschinen-
leistungVorlage:Infobox Schiff/Wartung/Leistungsformat
14.800 kW (20.122 PS)
Geschwindigkeit max. 26 kn (48 km/h)
Propeller 2 Verstellpropeller
Bewaffnung
Sensoren
  • TRS-3D-Multifunktionsradar
  • UL 5000 K

Die Klasse 130[1] (nach dem Typschiff auch Braunschweig-Klasse genannt) ist eine aus fünf Korvetten bestehende Kriegsschiffklasse der Deutschen Marine. Die Braunschweig wurde am 16. April 2008 in Dienst gestellt. Ihr folgten Magdeburg (22. September 2008), Erfurt (28. Februar 2013), Oldenburg (21. Januar 2013) und Ludwigshafen am Rhein (21. März 2013).

Die Korvetten sind ein neuer Bootstyp mit der Hauptaufgabe Überwasserseekriegführung, insbesondere in Randmeeren und Küstengewässern,[2] einschließlich der Überwachung und Aufklärung der Überwasserlage. Sie verfügen über Sensoren zur Fernmelde- und elektronischen Aufklärung (SIGINT) und zur bildgebenden Aufklärung (IMINT). Die Aufnahme eines ferngelenkten fliegenden Aufklärungssystems ist vorgesehen jedoch noch nicht realisiert.[1][3][4] Sekundäre Fähigkeiten der Korvetten sind das Potential zum Stören der gegnerischen Kommunikation[5] und der Einsatz als Minenleger.[6]

Namensgebung[Bearbeiten]

Die Schiffe sind nach deutschen Großstädten benannt. Bis auf Ludwigshafen am Rhein wurden alle Namen bereits zuvor von deutschen Kriegsschiffen geführt.[7] Der Klassenbezeichnung Braunschweig-Klasse wurde erstmals vor über 100 Jahren von Linienschiffen der Klasse der Kaiserlichen Marine getragen.

Entwicklung[Bearbeiten]

Das Ressortkonzept von 1995 sah 15 Korvetten als Ersatz für die Schnellboote der Klassen 143 und 143A vor. Die Realisierung ließ weniger aus Geldmangel denn aus konzeptionellen Auffassungsunterschieden im Führungsstab Marine und der Rüstungsabteilung auf sich warten. Erst im Juni 1998 begann die Definitionsphase, die dann am 13. Dezember 2001 zur Unterzeichnung des Beschaffungsvertrages für den Bau von fünf Einheiten der Korvette Klasse 130 (K130) im Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) führte.[8] Bereits vor 2009 war geplant, eine weitere Korvettenklasse K131 zu beschaffen.[9] Diese Planungen gingen in das Mehrzweckkampfschiff 180 über.

Gemäß dem vorläufigen Einsatzkonzept K130, das 2007 durch den damaligen Inspekteur Marine erlassen wurde, sind die Korvetten der Klasse 130 dafür konzipiert, um multinational und streitkräftegemeinsam sowie weltweit in Einsätzen zur internationalen Konfliktverhütung und Krisenbewältigung, einschließlich des Kampfes gegen den internationalen Terrorismus und der Piraterie, beizutragen. Dies schließt die Durchsetzung im Überwasserkampf höchster Intensität nebst einer gezielten und wirkungsvollen Bekämpfung von Zielen an Land ein.[10] Die Korvetten sind dazu primär zur Aufklärung konzipiert worden, mit der Fähigkeit Ziele an Land und auf dem Wasser anzugreifen.[4]

Aufgrund technischer Störungen und Mängel hat sich die Indienststellung der fünf Schiffe erheblich verzögert. Laut Medienberichten rechnet das Flottenkommando erst im Jahr 2014 mit der Einsatzfähigkeit des Korvettengeschwaders, also sieben Jahre später als geplant.[11] Insbesondere die Leistung der Maschine, die Funktion der Ruderanlage sowie der computergesteuerten Bordsysteme erfüllten die von der Marine geforderten Parameter nicht und mussten überarbeitet werden. Bei der Braunschweig ereignete sich auf einer Probefahrt im Nord-Ostsee-Kanal zudem eine Grundberührung mit der steinernen Kanalböschung, die schweren Schaden an einem der beiden Propeller verursachte. Ersatzteile für die Reparatur wurden von den anderen im Bau befindlichen Korvetten herangezogen, was wiederum deren Fertigstellung hinauszögerte.

Im Jahr 2009 mussten alle Schiffe der Baureihe stillgelegt werden. Bei einer Testfahrt der Oldenburg verursachte eine lose Schraube einen schweren Getriebeschaden. Untersuchungen ergaben, dass die vom Schweizer Hersteller RENK-MAAG gelieferten Getriebe erhebliche Mängel aufwiesen. Daraufhin wurden die fünf Korvetten in die Werft beordert, wo die inzwischen modifizierten Getriebe wieder eingebaut wurden. Ab dem Spätsommer 2010 begannen erste Seeerprobungen.[11]

Im Februar 2011 wurde bei einer Erprobungsfahrt der Korvette Magdeburg vor der Küste Norwegens festgestellt, dass sich im Schiff Schimmel und Schwitzwasser bildeten, weil bei der Konstruktion der Klimaanlagen Fehler gemacht worden waren. Dies führte dazu, dass alle fünf Korvetten erneut überarbeitet werden mussten. Nach Angaben des Fernsehmagazins Panorama soll es bei Werfterprobungsfahrten Ende Mai 2011 Probleme mit den Kupplungen der Getriebe auf den Korvetten Oldenburg und Ludwigshafen am Rhein gegeben haben.[11]

Im Juni 2012 wurden weitere Probleme öffentlich. Durch die Isolierung der Abgasanlagen wurde beim Betrieb Formaldehyd ausgedünstet, wenn das Schiff im NBC-Verschlusszustand war. Da es in diesem Zustand zu einer Überschreitung von Grenzwerten kam, durfte der Maschinenraum nur mit Atemschutzmaske betreten werden. Dies war dem Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) bereits bei der Übernahme der Boote bekannt; bei der nächsten Werft-Instandsetzung war ein Austausch der Isolierung geplant.[12] Mittlerweile sind die Maschinenräume im Sinne des Arbeitsschutzes ohne Schutzausrüstung begehbar.[13] Zusätzlich wurde bekannt, dass an der Flugkörperbewaffnung noch Nachbesserungen erforderlich sind.

Überblick[Bearbeiten]

Nach dem Zweiten Weltkrieg unterhielten die NATO-Staaten zunächst im Bereich der Ostsee nur sehr schwache Seestreitkräfte. Die sowjetische Marine konnte davon ausgehen, von ihrer traditionellen Hauptbasis in der Ostsee aus schnell freien Zugang zu den Weltmeeren erkämpfen zu können. Erst mit der deutschen Wiederbewaffnung ab 1956 änderte sich die Lage. Durch den massenhaften Bau billiger Flugkörperschnellboote standen bald Kräfte in beachtlicher Stärke bereit zur Verteidigung der Ostseeausgänge. Dies bedeutete, dass die sowjetische Marine nicht mehr so leicht aus der Ostsee in den Nordatlantik eindringen und dort die REFORGER-Konvois angreifen konnte. Deshalb baute die Rotbanner-Nordflotte unter Gorschkow die Basen im Nordmeer aus. Die Sowjetunion revanchierte sich, indem 1976 sechs SSBKs der Golf-II-Klasse mit ballistischen Nuklearraketen in die Ostsee verlegt wurden, ab 1982 wurden diese durch vier SSGKs der Juliett-Klasse ergänzt. Ab 1981 führte die Sowjetunion, die DDR und die Volksrepublik Polen auch zur Provokation Manöverübungen in der Nordsee durch, neben den üblichen Anlandungsübungen in der Ostsee. Zudem beschaffte die Rotbanner-Nordflotte Kräfte für amphibische Landungen in Island, Norwegen oder im Kattegat.[14] Die Bundesmarine arbeitete daraufhin gemeinsam mit Norwegen an der U-Boot-Klasse 211 zur Abwehr der amphibischen Kräfte, später mit der U-Boot-Klasse 212 A.

Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion fiel die Bedrohung weg, gleichzeitig erlangte das wiedervereinigte Deutschland mit dem Zwei-plus-Vier-Vertrag seine Wehrhoheit. Die Politik entschied daraufhin, die Bundeswehr an internationalen Missionen teilnehmen zu lassen. Dazu zählten die Operation Südflanke und die Operation Southern Cross. Letztere zeigte die Notwendigkeit eines Docklandungsschiffes/Hubschrauberträgers auf, das als Joint Support Ship in die Haushaltsplanung eingebracht werden soll. Die Korvetten K130 sind für Einsätze zur internationalen Konfliktverhütung und Krisenbewältigung zugeschnitten, und sollen einen Teil der dafür ungeeigneten Schnellboote ersetzen.

Die K130 ist in Bezug auf die Größe ein neues Waffensystem für die Deutsche Marine. Im Gegensatz zu den Fregatten F123 und F124, welche eine Seeausdauer von 21 Tagen ohne Nachversorgung erreichen, kann die K130 nur sieben Tage ohne Versorger auskommen.[15] Bei Nachversorgung durch einen Tender erhöht sich die Seeausdauer auf 21 Tage. Über solche Fähigkeiten verfügen die Schnellboote der Klasse 143A nicht.[16] Im Gegensatz zu bisherigen Einheiten ist die K130 personell lediglich als Zweiwachsystem konzipiert. Ein Dreiwachsystem über mehrere Tage ist möglich, belastet aber die Besatzung. Vor dem Hintergrund der höheren Belastung kalkuliert das 1. Korvettengeschwader mit 21 Tagen ununterbrochener Stehzeit auf See, bevor im optimalen Fall die Korvette für eine Erholungsphase von etwa 3 bis 5 Tagen einen Hafen anläuft.[10] Verglichen mit größeren Schiffen ist die Stehzeit sehr gering. Hier sieht man den Unterschied zwischen einer Korvette (K130: 7 Tage) und einer Fregatte (F123: 21 Tage), einem Zerstörer (Typ 45: 45 Tage) und einem Kreuzer (Ticos: 60 Tage).[15]

Technik[Bearbeiten]

Hauptsensoren[Bearbeiten]

Das Combat Direction System (CDS) bildet das „Gehirn“ der K130, und ist mit dem Aegis-Kampfsystem vergleichbar. Es besteht aus Konsolen, Interface-Rechnern und Netzwerken sowie Betriebssystemen und operationeller Einsatzsoftware. Das CDS basiert auf der erstmals bei den Fregatten F124 eingeführten voll verteilten Rechnerarchitektur. Das CDS steuert und kontrolliert auf Basis handelsüblicher Rechner (COTS) alle Waffen und Sensoren und verarbeitet vollautomatisch die Daten der eigenen Sensoren sowie externer Quellen, erstellt das Lagebild und bringt es zur Anzeige. Die von den erfassten Zielen ausgehende Bedrohung wird auf Basis von ESM-Aufschaltung, Kinematik, Emitterparameter, Position usw. vom CDS berechnet und angezeigt. Sensoren und Waffen können zu Funktionsketten verknüpft und vollautomatisch eingesetzt werden.[5] Als bordeigene Sensoren stehen das TRS-3D-Radar, das SIGINT-System UL 5000 K, zwei EO/IR-Kameras vom Typ „Mirador“, zwei Navigationsradare und das IFF-Radar MSSR 2000I zur Verfügung.[3]

Die Operationszentrale (OPZ) wird, erstmalig auf deutschen Marineeinheiten, als Hellraum-OPZ gefahren. Dazu wurde ein neues Beleuchtungskonzept entwickelt. In der OPZ laufen alle verfügbaren Lageinformationen einschließlich die der Schiffstechnik zusammen, und können auf sieben Multifunktions-Konsolen mit jeweils zwei 21"-TFT-Monitoren[3] und einem Großbilddisplay angezeigt werden.[16] Diese Konsolen sind voll redundant ausgelegt. Ein redundantes Realtime-Netzwerk sowie ein Non-Realtime-Netzwerk ermöglichen den digitalen Datenaustausch der Sensoren und Waffen mit den CDS-Konsolen in der OPZ und auf der Integrierten Brücke. Über einen zusätzlichen Videobus werden Videobilder der Sensoren und Waffen an alle angeschlossenen Konsolen und Workstations verteilt. Zusätzlich zur F124-Architektur wurde noch ein bordeigenes Intranet integriert, welches die an Bord vorhandenen Teilnetze der K130 miteinander verbindet.[3]

Das Konzept der Integrierten Brücke der K130 basiert auf dem Konzept der Ein-Mann-Brücke moderner Handelsschiffe. Die auf der Brücke vorhandenen Geräte, Anzeigen und Bildschirme sind nach modernen ergonomischen Gesichtspunkten zu einer kompakten Anlage zusammengefasst. Neben der navigatorischen Lage werden die Schiffsdaten, alle Informationen aus dem schiffstechnischen Bereich sowie das komplette Lagebild des CDS auf den sechs Bildschirmen der Integrierten Brücke dargestellt.[3]

TRS-3D/16[Bearbeiten]

Hauptartikel: TRS-3D

Das TRS-3D/16 wurde von EADS gefertigt und arbeitet im C-Band (4–8 GHz). Das Radar besteht aus einer 1,2 m × 0,4 m kleinen rechteckigen Antenne an der Mastspitze, welche 340 kg wiegt. Die Antenne ist in der Vertikalen passiv phasengesteuert. Dazu wird das Sendesignal, welches in einer Wanderfeldröhre erzeugt wird, durch 16 Zeilen zu je 46 Modulen abgestrahlt. Das Radar führt eine Nebenkeulenunterdrückung durch und kann die Sendecharakteristik wie Pulslänge, Pulswiederholrate, Polarisation und Frequenz von Sendepuls zu Sendepuls ändern, wobei die Sendefrequenz durch Pseudozufall ausgewählt wird.[17]

Das Radar hat zwei Plotextraktoren, einen für Luft-, der Andere für Bodenziele. Die Plotextraktoren können EloGM feststellen und wählen dann die am geringsten gestörte Frequenz aus. Das Radar kann Helikopter automatisch klassifizieren, besitzt aber sonst keine Fähigkeit zur nicht-kooperativen Zielidentifizierung (NCTI) oder Freund-Feind-Erkennung (IFF). Die Freund-Feind-Erkennung wird vom MSSR 2000I wahrgenommen, welches nicht Teil des TRS-3D ist. Das Radar kann bis zu 300 See- und Luftziele gleichzeitig verfolgen. Der bleistiftdünne Radarstrahl deckt normalerweise 20° bis 70° in Elevation ab (short-range mode), kann aber auch einen breite Keule mit 7,5° im Azimut im Bereich von 0° bis 15° Elevation ausbilden (long-range mode). Im Überwachungsmodus gegen Flugzeuge werden sieben übereinander liegende Strahlpositionen von 0° bis 45° angewählt, mit variabler Sendeenergie. Das Radar kann die verschiedenen Sendemodi verschränken.[17]

Tieffliegende Seezielflugkörper können in 15–20 km erfasst werden, Kampfflugzeuge auf 10° Elevation in etwa 60 bis 75 km, Seezielflugkörper auf 10° in etwa 42 km. Im Selbstverteidigungsmodus rotiert die Antenne mit 30/min, in clutterreicher Umgebung mit 17/min. Im Überwachungsmodus beträgt die Drehrate nur 10/min, dafür steigt die Ortungsreichweite gegen Kampfflugzeuge auf 110 km.[17]

UL 5000 K[Bearbeiten]

Hauptmast mit Kragen, darunter die Salinge mit Dipolen, unten die Radome

Das UL 5000 K ist ein System zur elektronischen Kampfführung, und vereint Fernmeldeaufklärung (COMINT), Elektronische Aufklärung (ELINT), Elektronische Unterstützungsmaßnahmen (EloUM) und Elektronische Gegenmaßnahmen (EloGM) in einem System. Der Antennenkomplex verwendet Systeme von EADS, der spanischen Firma Indra und der südafrikanischen Firma Grintek. Neben großzügiger Datenverarbeitungskapazität sind die Systeme Maigret 5000, SPS-N-5000, KJS-N-5000 und Einzelkomponenten von Telegon integriert.[5]

Der Hauptmast, mit dem TRS-3D an der Spitze, ist darunter mit einem Kragen versehen. Dieser enthält sechs SPS-N-5000-Antennen für elektronische Aufklärung (ELINT) im Band von 2 bis 18 GHz. Die Peilgenauigkeit soll bei 2° liegen, die Empfindlichkeit der Antennen bei -80 dBm (10-11 Watt). Es ist denkbar, dass der Frequenzbereich darüber, bis zu 40 GHz, durch die kleinen Antennen unter den Radomen abgedeckt wird.[5] Diese gehören ebenfalls zum SPS-N-5000 und bestehen aus einer horizontal rotierenden, senkrechten Spiralantenne.[17] Diese SIGINT-Antennen für elektronische Aufklärung (ELINT) und Fernmeldeaufklärung (z. B. Ku-Band Radar oder Ka-Band SATCOM) haben eine Peilgenauigkeit von 1° RMS und eine Empfindlichkeit von mindestens −120 dBm (10−15 Watt). Unter dem Kragen sind, an den Salingen des vorderen und hinteren Mastes, Dipole installiert. Fünf Dipole decken das Frequenzband von 200 bis 1000 MHz (UHF-Band) ab. Der Frequenzbereich von 1,5 bis 200 MHz sollte (Stand 2006) durch Käfigantennen, und der von 1 bis 3 GHz durch einen tieferliegenden zweiten Kragen abgedeckt werden. Durch die hohe Empfindlichkeit können die Antennen auch Signale mit Low Probability of Intercept (LPI) Eigenschaften orten.[5] Da der zweite Kragen nicht erkennbar ist, wurde vermutlich die Antennenanlage für 1–3 GHz auf den hinteren Mast ausgelagert, und der Frequenzbereich von 1,5–200 MHz durch auf dem Schiff verteilte Masten mit Stabantennen abgedeckt, um Emitter durch Triangulation anpeilen zu können. Der Antennenwald wird noch unübersichtlicher, weil auch HF-Antennen ergänzt wurden, um Peilfehler, die durch die Masse des eigenen Schiffs verursacht werden, zu kompensieren.[5]

Achterner Mast mit Gitterantenne und Dipolen, dahinter weitere Stabantennen

Der KJS-N-5000-Störsender basiert auf dem Cicada R und arbeitet im Frequenzbereich von 6–18 GHz. Der Störsender stammt aus Deutschland von EADS, die Antenne von Indra. Das System verwendet entweder eine Phased-Array-Antenne oder eine Parabolantenne. Es können mehrere Ziele im Time-Sharing-Verfahren gestört werden. Dazu stehen DRFM-basierte Gate Pull-off-Techniken und gepulste Rauschstörungen zur Verfügung. Cicada R verwendet die zwei großen Radome back- und steuerbordseits des Hauptmastes. Ferner wurde das Kommunikationsstörsystem Cicada C integriert, welches an Land im Funkstörpanzer Hummel verwendet wird. Die Antennen, über das Schiff verteilte Dipole, stören zwischen 1 MHz bis 3 GHz, hauptsächlich im VHF- und UHF-Band.[5]

Antennenwald mit Stabantennen auf Masten; rechts im Eck der MASS-Werfer

Die Daten der Hochfrequenzanlage werden von einem RPA-2746-Prozessor verarbeitet, der 4 Millionen Pulse pro Sekunde verarbeiten kann, den Sender identifiziert und den Winkel zum Emitter über der Zeit darstellt. Die Signalverarbeitung der Fernmeldeaufklärung des Maigret 5000 arbeitet wie in den vorherigen Versionen: Um das Frequenzsprungverfahren zu überwinden, können bis zu eine Milliarde Kanäle pro Sekunde abgescannt und vier Kanäle parallel verarbeitet (das heißt abgehört) werden. Da auch die Richtung zum Signal ermittelt wird (möglicherweise mit 3,5° RMS), werden ESM und COMINT in einer Datenbank fusioniert. Um die Arbeitsbelastung des Operators zu senken, werden Nicht-Bedrohungen herausgefiltert. Es können bis zu 512 Emitter gleichzeitig verfolgt werden, welche durch eine Datenbank, die über 10.000 Einträge enthält, abgeglichen werden. Der Operator arbeitet mit einer Emitterdatenbank, die über 256 Einträge enthält, und durch eine Datenbank mit 144 Bedrohungs-Sendemodi ergänzt wird. Winkel, Abfangzeit, Amplitude, Frequenz, Pulsintervall, Pulsbreite und Suchmuster werden in Echtzeit bestimmt. Beim Absaugen von Datenströmen, auch mit LPI-Charakteristik, wird Winkel, Abfangzeit, Amplitude, Modulation, Kanalkodierung (möglicherweise auch Verschlüsselung), Kommunikations- und Netzwerkprotokoll bestimmt. Das System klassifiziert dann mit Hilfe einer mächtigen Datenbank die Datenlinks und Netzwerke, analysiert den Datenverkehr und ermittelt Rufzeichen. Alle gesammelten elektronischen Daten werden demoduliert und der Inhalt (Sprache, Daten, Bilder) in Massenspeichern abgelegt.[5]

Um die Fernmelde- und Elektronische Aufklärung zu verbessern, werden alle aufgezeichneten Daten fusioniert. Emitter werden durch Triangulation und Target Motion Analysis (TMA) lokalisiert, und ihr Bewegungsvektor bestimmt. Eine Datenbank ermittelt dann das Bedrohungslevel.[5]

Hauptbewaffnung[Bearbeiten]

Neben der aufgeführten Hauptbewaffnung führen die Schiffe der Braunschweig-Klasse noch zwei Revolverkanonen MLG 27 zur Speedbootabwehr mit, hinzu kommen zwei MASS-Täuschkörperwerfer[15][3][16] und eine Reihe von Handfeuerwaffen.

Geschützturm[Bearbeiten]

Hauptartikel: 76/62 Compact

Das 76-mm-Geschütz von Oto Melara befindet sich auf dem Vorderdeck vor dem RAM-Werfer und wurde von der Schnellbootflottille kannibalisiert.[15] Die Waffe mit 62 Kaliberlängen verschießt eine breite Munitionspalette mit einer Kadenz von bis zu 85/min und einer Mündungsgeschwindigkeit von 925 m/s. Die effektive Reichweite gegen Bodenziele beträgt 8000 m, gegen Luftziele als Flak bis zu 5000 m. Das Geschützrohr kann um 35°/s in der Elevation in einem Bereich von +85°/−15° bewegt werden. Die Drehgeschwindigkeit des Turmes beträgt 60°/s. Die Masse wird durch die Verwendung von Leichtmetall reduziert, das Gehäuse besteht aus GFK. Die kleine Mündungsbremse reduziert den Rückstoß um 35 %.[5]

Das Geschütz arbeitet wie folgt: Unter Deck befindet sich der Doppelbeladekranz mit einer Aufnahmekapazität von 70 Granaten, die durch die Drehbewegung der Beladeeinrichtung von dem äußeren in den inneren Kranz befördert werden. Auf der linken Seite befindet sich darüber eine Trommel mit 6 Schuss, welche das Zwischenmagazin bildet. Dieses füttert eine Förderschnecke in der Drehachse des Turmes, welcher die Munition senkrecht nach oben führt. Oben angekommen, werden die Geschosse von Ladehebeln entgegengenommen. Diese zwei Ladehebel schwenken alternierend (das heißt wenn der eine sich nach oben bewegt, schwenkt der andere nach unten) hinter den Verschluss und setzen die Granaten an. Fällt der Schuss und die Waffenanlage läuft zurück, fängt der Ladearm die ausgeworfene Hülse auf, und der andere setzt eine neue Granate beim Rückholen an. Die Hülsen werden nach vorn aus dem Geschützturm ausgeworfen.[5] Als scharfe Munitionsart wurden Hochexplosivgeschosse mit Einschlags- oder Annäherungszünder beschafft.

Nahbereichsverteidigungssystem[Bearbeiten]

Achterner RAM-Werfer auf der Braunschweig (F 260)

Das Nahbereichsverteidigungssystem (Close-In Weapon System) Mark 31 besteht aus den Flugkörpern RIM-116 Rolling Airframe Missile, welche in Transportkanistern vom Typ EX-8 stecken. Die Kombination wird wiederum als EX-44 bezeichnet. Der drehbare Werfer mit 21 Zellen vom Typ Mark 49 besteht aus der Startbox und einer Lafette, welche vom Phalanx CIWS übernommen wurde und als Mark 144 bekannt ist.[18] Der Einfachheit wegen wird das Gesamtsystem schlicht als RAM bezeichnet, nach dem Flugkörper Rolling Airframe Missile. Die Korvette K130 besitzt zwei RAM-Starter, einer zwischen dem Geschützturm und der Brücke, der andere achtern vor dem Flugdeck.[19] Hauptaufgabe des Nahbereichsverteidigungssystems ist das Abfangen feindlicher Seezielflugkörper.

Der RIM-116-Flugkörper basiert auf einer alten AIM-9 Sidewinder, der Sucher wurde von der FIM-92 Stinger übernommen. Vorteil sind die geringen Kosten, der Nachteil die typisch geringe Reichweite älterer Sidewinder-Versionen, die bei der RIM-116 nur 9 km beträgt. Der Mach 3 schnelle Flugkörper besitzt einen RF/IR-Dualsucher, wodurch das Ziel als Anti-Radar-Boden-Luft-Rakete angesteuert werden kann. Der RF-Teil ist in Form von vier Antennen, von denen Zwei nach vorn gerichtete „Hörner“ bilden, neben dem abbildenden IR-Sucher integriert. Der IR-Sucher in der Spitze besteht aus einem linearen 80-Pixel-Array, welches aufgrund der Rollbewegung des Flugkörpers eine Rosettenabtastung im Flug vollführt. In der Nähe des Ziels erfolgt die zusätzliche Führung durch die intelligente Bildverarbeitung des Suchers, allerdings ist auch ein Abschuss nur durch RF-Lenkung möglich.[18][19] Vorteil ist, dass das Schiff rein passiv Emitter beschießen kann.[5] Der Fire-and-Forget-Flugkörper sucht nach dem Abfeuern selbstständig das Ziel, eine Heranführung ist nicht nötig.[18] Die Werfer der Braunschweig-Klasse verwenden erstmals den Block-1B-Flugkörper mit HAS-Mode, der durch ein Software-Update für den Einsatz gegen Helikopter, Flugzeuge und Oberflächenziele optimiert wurde.[3][15]

Seezielflugkörper[Bearbeiten]

Leere Startschienen für den RBS15
Hauptartikel: RBS15

Anfänglich war angedacht, den Flugkörper Polyphem auf den Booten unterzubringen. Mit 60 km Reichweite und Steuerung über ein faseroptisches Kabel wäre neben Wirkung auch Aufklärung möglich gewesen. Nach dem Ausstieg von Frankreich und Italien endete das Programm, da Deutschland nicht in der Lage war, Polyphem zur Serienreife zu führen. Da die Deutsche Marine ihre in die Jahre gekommene Flotte von Seezielflugkörpern vom Typ Exocet MM38 und RGM-84 Harpoon durch den RBS15 Mark 3 und Mark 4 ersetzen möchte, machte die Braunschweig-Klasse den Anfang. Ein Nebeneffekt ist, dass dieser Flugkörper dank GPS auch gegen stationäre Landziele geführt werden kann.[20][16][3]

Bei den ersten Schießversuchen des RBS15 Mk.3 an Bord der Korvette Magdeburg (F 261) Ende Mai 2013 vor Norwegen versanken zwei Flugkörper mit Telemetrie. Die erste Rakete sofort, die zweite nach neuneinhalb Minuten planmäßigem Flug. Wegen der Produktionsfehler werden die bestellten Flugkörper auf Kosten des Herstellers nachgebessert. Wann die Initial Operating Capability erreicht wird, ist zur Zeit (Stand Februar 2014) unklar.

Minenschienen[Bearbeiten]

Bei Bedarf können auf dem Flugdeck vier Minenschienen aufgebaut und beladen werden, um die Korvette als Minenleger einzusetzen.[15] Die Minenlege-Planungskapazität wird bereits im Combat Direction System (CDS) bereitgestellt.[16] Welche Seeminen bereitgestellt werden können, ist aus naheliegenden Gründen nicht öffentlich bekannt, denkbar sind:[5][15]

Drei Anti-Invasionsminen DM51 auf Minengleisen im Marinemuseum
  • Ankertaumine DM11: Wurde auch auf den Schnellbooten verwendet. Die klassische Form einer stacheligen Kugel, mit einer Ankermasse, welche die Kugel mit 830 mm Durchmesser über ein Stahlseil im Wasser schweben lässt. Einsatztiefe bis 300 m, Kontakt- oder Fernzündung, 550 kg Sprengmasse. Eingeführt 1968.
  • Grundmine DM41: Primär für den Einsatz durch U-Boote konzipiert, soll aber auch durch Überwasserschiffe ins Wasser verbracht werden können. Der Zylinder hat Abmessungen von 0,5 × 2,3 m. Die Gesamtmasse beträgt 770 kg, davon sind 535 kg Sprengkopfmasse. Kann durch Kontakt, Magnetismus, Akustik, Druck oder aus der Ferne gezündet werden. Die Mine ist amagnetisch.
  • Grundmine DM51: Anti-Invasionsmine zur Zerstörung von Landungsbooten, wurde von 1982 bis 1990 produziert. Besitzt je nach Quelle einen akustischen oder magnetischen Zünder, kann aber auch ferngezündet werden. 0,7 m Durchmesser und 0,3 m Länge, Masse 110 kg, davon 60 kg Sprengstoff.
  • Grundmine DM61: Modernstes Modell von STN Atlas Elektronik, produziert von 1990 bis 1993 für die Schnellbootflotte. Ein 750 kg schwerer, zylindrischer Körper (Durchmesser 0,6 m, Länge 2 m) mit Antisabotage- und Anti-Räum-Eigenschaften. Die Mine besitzt drei Sensoren: Akustisch, magnetisch und hydrodynamisch (Druck). Ein Mikroprozessor verwendet die Kanäle entweder einzeln, oder fusioniert die Informationen der Sensoren. Die Mine enthält eine Datenbank mit Schiffssignaturen, angepasst an die lokale Umgebung, um nur bestimmte Ziele anzugreifen. Die Mine schätzt die Entfernung zum Ziel, und explodiert in optimaler Entfernung. Eine Aufklärungsvariante der Mine kann dazu verwendet werden, Signaturen von potentiellen Zielen zu sammeln. Die Datenverarbeitung filtert dabei störende Umgebungeffekte wie den Tidenhub heraus. Das Programm des Mikroprozessors ist dabei in Echtzeitdaten (Signalverarbeitung, Betriebssystem) und Missiondaten (bevorzugte Ziele, Sensorkombination, Verzögerung bis zum Scharfstellen, Schiffszähler, usw.) unterteilt. Die Mine benötigt etwa alle vier Jahre eine Inspektion, dabei werden neue Daten (z. B. Zielbibliotheken) ausgetauscht.

Allgemein[Bearbeiten]

Signatur und Standkraft[Bearbeiten]

Schwarz lackierter Abgasaustritt der Ludwigshafen am Rhein (F 264)

Die Korvetten der Klasse K130 basieren auf dem MEKO-A-Entwurf. Es wurden Mast- und Waffenmodule sowie in der Operationszentrale (OPZ) und im OPZ-Geräteraum Palettensysteme eingerüstet. Die Modularisierung ist für K130 um das Modulare Fundamentierungssystem (MFS) erweitert worden, das besonders flach baut und dort eingesetzt wird, wo nicht genügend Platz bzw. Raumhöhe zum Einbau kompletter Palettenmodule zur Verfügung steht.[3]

Da die Aktivitäten der Korvette ein unentdecktes Vorgehen erfordern, wurde bei der Braunschweig-Klasse besonderer Wert auf kleine Signaturen gelegt. Zur Reduzierung der Radarsignatur wurden die Oberflächen, besonders an den Bootsseiten, in unterschiedlichen Winkeln angestellt. Diese X-Form in Kombination mit einer Reihe weiterer Maßnahmen bewirkt eine signifikante Reduzierung und Streuung des Radarechos über den gesamten Seiten- und Höhenwinkelbereich.[3][1] Obwohl die Verdrängung der K130 fast fünfmal größer ist als die der Schnellboote der Gepard-Klasse, ist der Radarquerschnitt kleiner. Um die IR-Signatur zu reduzieren, wird Seewasser in die horizontal zu den Bootsseiten geführten Abgasleitungen der Dieselmotoren eingespritzt, welche dicht über dem Wasser liegen.[15] Dadurch wird die Temperatur der Abgase auf einen bisher durch Luftkühlung nicht erreichbaren Wert abgesenkt.[3]

Die gesamte Schiffstechnik wird wie bei den F124-Fregatten durch ein Integrated Monitoring and Control System (IMCS) mit über 7000 Messpunkten überwacht und gesteuert.[1][21] Mit Notebooks können an verschiedenen Stellen des Schiffs die IMCS-Funktionalitäten überwacht und gesteuert werden. Eine Lichtwellenleiterverbindung sorgt im Hafen für eine Fernüberwachung und Fernsteuerung von bis zu drei weiteren Korvetten. Dadurch kann im Hafen das Wachpersonal reduziert werden. Die Korvette besitzt zwei Schiffssicherungsbereiche. Zur Führung des inneren Gefechts ist im IMCS ein Battle Damage Control System (BDCS) integriert. Die Lecklenz- und Feuerlöschsysteme können aus dem schiffstechnischen Leitstand oder über das IMCS von Gruppenständen bzw. per Notebook aus fernbedient werden. Zur fernauslösbaren Brandbekämpfung gibt es beispielsweise in den Maschinenräumen eine fest installierte Druckwasserschaumsprühanlage.[16]

Das Intranet K130, als redundantes, schiffsweites Fast Ethernet-Netzwerk, befähigt über moderne Firewalls und Gateways zum Datenaustausch zwischen einzelnen Teilbereichen der Schiffstechnik, Kommunikation, Einsatzsystem, Logistik und Administration. Über das Intranet werden Grafiken, E-Mails, Lagerbestände oder der Status von Anlagen und Geräten bereitgestellt.[16]

Antriebsanlage[Bearbeiten]

Wulstbug der Ludwigshafen am Rhein

Als Antrieb dient eine Kombination aus zwei Dieselmotoren (CODAD-Antrieb). Bei diesem wirken ein oder zwei Antriebsdieselmotoren mit einer Leistung von je 7.400 kW von MTU vom Typ 1163 TB93 V20 auf ein Getriebe von RENK-MAAG, und von dort auf die beiden Wellen mit Verstellpropeller. Somit steht eine Gesamtleistung 14.800 kW zur Verfügung.[21] Jeder Schiffsdiesel hat eine Länge von 5,6 m, eine Breite von 1,9 m, eine Höhe von 2,9 m und eine Trockenmasse von 24,4 Tonnen. Der Diesel nutzt die 232,7 Liter Hubraum im Miller-Kreisprozess. Dabei schließt das Ansaugventil zu früh, sodass das Gas leicht expandiert und abkühlt bevor die Common-Rail-Einspritzung den Kraftstoff in die Brennräume presst, was die Stickoxid-Emissionen senkt. Bei 1325/min wird die Maximalleistung freigesetzt. Inwiefern die akustische Signatur der Dieselmotoren reduziert wurde, ist unbekannt. Der Hersteller bietet eine einfache und doppelt elastische Lagerung an.[22]

Das Sammelgetriebe war Anfangs eine der Schwachstellen des Antriebes: Schon bei ersten Probefahrten des Typschiffs Braunschweig (F 260) brach eine Antriebswelle, im Frühjahr kam es zu einem Getriebeschaden. Die Getriebe stammen vom Schweizer Hersteller Maag, der sich auf einen (mittlerweile insolventen) Unterlieferanten in Polen stützte.[23] Folglich war eine Reparatur der Antriebsanlagen nötig, welche die Schiffe in die Werften zwang. Zudem zeigten sich bei einigen Korvetten Schäden an den Kupplungen, die zu reparieren waren.[16]

Die Korvetten sollen noch 15 Knoten Fahrt bei Seegang 5 und Beaufort 12 erreichen können. Mit einem Schiffsdiesel können in ruhiger See 20 Knoten erreicht werden. Die Höchstgeschwindigkeit wird mit über 26 Knoten angegeben. Die Reichweite wird je nach Quelle mit 4000 sm bei 15 kn,[15][3] oder 2500 sm bei 15 kn angegeben. Durch eine Doppelruderanlage, die zur Stabilisierung des Schiffs mit einer Ruder-Roll-Stabilisierungsanlage versehen ist, ist der Flugbetrieb bis Seegang 5 möglich. Zusätzlich wurden alle fünf Korvetten zur Erhöhung der Manövrierfähigkeit mit Querstrahlsteueranlagen nachgerüstet.[16] Die E-Anlage mit vier E-Aggregaten mit je 550 kW Leistung ist mit Blick auf Betrieb, Regelung und Überwachung weitgehend automatisiert und erzielt eine 100-prozentige Energieredundanz.[15][16] Die Korvetten sind zur Seeversorgung befähigt.

Hubschrauberdeck und Minendeck[Bearbeiten]

Hubschrauberdeck der Braunschweig (F 260) mit Landegitter und geöffnetem Hangartor

Der Hubschrauberlandeplatz am Heck ist 24 m lang und 12,6 m breit. Er ist für die Landung eines Hubschraubers der 12-t-Klasse[1] wie Westland Lynx oder MH90 ausgelegt. Der Hangar kann keine Hubschrauber aufnehmen, sondern ist nur für die Aufnahme ferngelenkter Aufklärungsdrohnen ausgelegt, von denen bereits seit Beginn der Planungen (vor 2007) ein bis zwei vorgesehen waren. Das Landedeck dient außerdem als Reservedeck für Hubschrauber anderer Schiffe, die an Bord betankt werden können, und zur Aufnahme von Seeminen auf montierbaren Minenschienen.[6] [15][21] Aufgrund von Haushaltsengpässen kommt das Projekt Borddrohne nur langsam voran. Voraussichtlich werden Hubschrauberdrohnen des Typs Camcopter S-100 der österreichischen Firma Schiebel Elektronische Geräte oder ein ähnliches Gerät beschafft.

Schiffsliste[Bearbeiten]

Insgesamt wurden fünf Einheiten für 1,2 Mrd. Euro beschafft. Pro Schiff ergibt sich somit ein Preis von 240 Millionen Euro.[24]

Kennung Name Rufzeichen Werft Kiellegung Stapellauf Indienststellung Heimathafen
F 260 Braunschweig DRBA Blohm + Voss, Hamburg 1. Dezember 2004 19. April 2006 16. April 2008 Warnemünde
F 261 Magdeburg DRBB Lürssen-Werft, Bremen 19. Mai 2005 6. September 2006 22. September 2008
F 262 Erfurt DRBC Nordseewerke GmbH, Emden 22. September 2005 29. März 2007 28. Februar 2013
F 263 Oldenburg DRBD Blohm + Voss, Hamburg 19. Januar 2006 28. Juni 2007 21. Januar 2013
F 264 Ludwigshafen am Rhein DRBE Lürssen-Werft, Bremen 14. April 2006 26. September 2007 21. März 2013

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Korvette K130 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Blohm+Voss Klasse 130. In: Thyssenkrupp Marine Systems. Abgerufen am 4. Februar 2014 (deutsch).
  2. Korvette Braunschweig-Klasse (Offizielle Seite der Marine)
  3. a b c d e f g h i j k l Die Korvette Klasse 130. In: Schiff und Hafen. Abgerufen am 1. Februar 2014 (deutsch).
  4. a b Corvette BRAUNSCHWEIG Handed Over. In: ThyssenKrupp. Abgerufen am 1. Februar 2014 (englisch).
  5. a b c d e f g h i j k l m  Norman Friedman: The Naval Institute Guide to World Naval Weapons Systems. US Naval Inst Pr, 2006, ISBN 1557502625, S. 262–263.
  6. a b Neuer Typ am Start. In: Y-Punkt. Abgerufen am 4. Februar 2014 (deutsch).
  7. Liste der Namen deutscher Kriegsschiffe (A–M), Liste der Namen deutscher Kriegsschiffe (N–Z)
  8. K 130. In: Freundeskreis Schnellboote und Korvetten e.V. Abgerufen am 3. Februar 2014 (deutsch).
  9.  Hajo Lippke: Die Zukunft der Deutschen Marine. Internationaler Verlag Der Wissenschaften, 2009, ISBN 3631599390.
  10. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatLeinen Los!: Bewährt und auf Kurs! Korvette Klasse 130 im Einsatz. 4/2013, abgerufen am 1. Februar 2014.
  11. a b c MDR: Milliardenprojekt Korvette 130: Pannenserie reißt nicht ab – Marineinspekteur fordert schärfere Kontrolle. na-presseportal, 20. Juni 2011, abgerufen am 23. Juni 2011.
  12. Thomas Wiegold: Und wieder Ärger mit den Korvetten (mit Update). 24. Juni 2012, abgerufen am 1. Februar 2014.
  13. Frank Menning: K130 – Sachstand Anfang 2013. In: Marineforum 1/2-2013, S. 20
  14.  Norman Polmar: The Naval Institute Guide to the Soviet Navy. Naval Institute Press, 1991, ISBN 0870212419, S. 29, 40–41, 347.
  15. a b c d e f g h i j k  Eric Wertheim: The Naval Institute Guide to Combat Fleets of the World: Their Ships, Aircraft, and Systems. US Naval Inst Pr, 2007, ISBN 159114955X, S. 248.
  16. a b c d e f g h i j Korvetten kommen in Fahrt. In: Europäische Sicherheit & Technik· März 2013. Abgerufen am 1. Februar 2014 (deutsch).
  17. a b c d  Norman Friedman: The Naval Institute Guide to World Naval Weapons Systems, 1997–1998. US Naval Inst Pr, 2007, ISBN 1557502684, S. 316.
  18. a b c Free Gyro Imaging IR Sensor In Rolling Airframe Missile Application. In: Raytheon Missile Systems. Abgerufen am 4. Januar 2014 (englisch).
  19. a b  Norman Polmar: The Naval Institute Guide to the Ships and Aircraft of the U.S. Fleet. US Naval Inst Pr, 2005, ISBN 1591146852, S. 519.
  20. Lenkflugkörpersysteme der Deutschen Marine – Sachstand und Nachfolgeplanung. In: Europäische Sicherheit & Technik. Abgerufen am 25. Januar 2014 (deutsch).
  21. a b c Navy Recognition: K130 Braunschweig Class Corvette – German Navy. 13. August 2013, abgerufen am 1. Februar 2014.
  22. MTU: Next Generation MTU Series 1163. 1. Februar 2014, abgerufen am 1. Februar 2014.
  23. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatSpiegel: Schraube locker. 22/2009, abgerufen am 1. Februar 2014.
  24. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatSpiegel Online: Deutsche Marine: Waffensystem auf Kriegsschiffen ist fehlerhaft. 29.07.2012, abgerufen am 1. Februar 2014.