Koserow

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Koserow führt kein Wappen
Koserow
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Koserow hervorgehoben
54.05144Koordinaten: 54° 3′ N, 14° 0′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Greifswald
Amt: Usedom-Süd
Höhe: 4 m ü. NHN
Fläche: 6,01 km²
Einwohner: 1714 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 285 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17459
Vorwahl: 038375
Kfz-Kennzeichen: VG, ANK, GW, PW, SBG, UEM, WLG
Gemeindeschlüssel: 13 0 75 066
Adresse der Amtsverwaltung: Markt 1
17406 Usedom
Webpräsenz: http://www.amtusedom-sued.de/
Bürgermeister: Detlef Kronenfeld
Lage der Gemeinde Koserow im Landkreis Vorpommern-Greifswald
Brandenburg Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Buggenhagen Krummin Lassan Wolgast Wolgast Zemitz Ahlbeck (bei Ueckermünde) Altwarp Eggesin Grambin Hintersee (Vorpommern) Leopoldshagen Liepgarten Luckow Luckow Lübs (Vorpommern) Meiersberg Mönkebude Vogelsang-Warsin Bargischow Bargischow Blesewitz Boldekow Bugewitz Butzow Ducherow Iven Krien Krusenfelde Neetzow-Liepen Medow Neetzow-Liepen Neu Kosenow Neuenkirchen (bei Anklam) Postlow Rossin Sarnow Spantekow Stolpe (Peene) Alt Tellin Bentzin Daberkow Jarmen Kruckow Tutow Völschow Behrenhoff Dargelin Dersekow Diedrichshagen Hinrichshagen (Vorpommern) Levenhagen Mesekenhagen Neuenkirchen (bei Greifswald) Weitenhagen (bei Greifswald) Bergholz Blankensee (Vorpommern) Boock (Vorpommern) Glasow (Vorpommern) Grambow (Vorpommern) Löcknitz Nadrensee Krackow Penkun Plöwen Ramin Rossow Rothenklempenow Brünzow Hanshagen Katzow Kemnitz (bei Greifswald) Kröslin Kröslin Loissin Lubmin Neu Boltenhagen Rubenow Wusterhusen Görmin Loitz Sassen-Trantow Altwigshagen Ferdinandshof Hammer a. d. Uecker Heinrichswalde Rothemühl Torgelow Torgelow Torgelow Wilhelmsburg (Vorpommern) Jatznick Brietzig Damerow (Rollwitz) Fahrenwalde Groß Luckow Jatznick Jatznick Koblentz Krugsdorf Nieden Papendorf (Vorpommern) Polzow Rollwitz Schönwalde (Vorpommern) Viereck (Vorpommern) Zerrenthin Züsedom Karlshagen Mölschow Peenemünde Trassenheide Benz (Usedom) Dargen Garz (Usedom) Kamminke Korswandt Koserow Loddin Mellenthin Pudagla Rankwitz Stolpe auf Usedom Ückeritz Usedom (Stadt) Zempin Zirchow Bandelin Gribow Groß Kiesow Groß Polzin Gützkow Gützkow Karlsburg (Vorpommern) Klein Bünzow Lühmannsdorf Murchin Rubkow Schmatzin Wrangelsburg Ziethen (bei Anklam) Züssow Heringsdorf Pasewalk Strasburg (Uckermark) Ueckermünde Wackerow Greifswald Greifswald PolenKarte
Über dieses Bild

Seebad Koserow ist eine Gemeinde auf der Insel Usedom direkt am Ufer der Ostsee und des Achterwassers. Sie wird vom Amt Usedom-Süd mit Sitz in der Stadt Usedom verwaltet. Bis 2005 war die Gemeinde Sitz des Amtes Usedom-Mitte.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Kirche Koserow
Koserower Salzhütte

Koserow liegt an der schmalsten Stelle der Landenge zwischen Nord- und Süd-Usedom an der Bundesstraße 111, inmitten einer landschaftlich reizvollen Region zwischen der Ostsee und dem Achterwasser. Der Ort liegt direkt an den Hängen des dicht bewaldeten Streckelsberges (etwa 60 Meter über NN). Der größte Teil der Küste von Koserow ist Steilküste, mit dem Streckelsberg als höchstem Punkt. Nur im nordwestlichen Abschnitt, Richtung Zempin, wo sich auch der Hauptstrand und die Seebrücke befinden, flacht die Küste ab.

Koserows Nachbargemeinden sind Zempin im Westen und Loddin im Osten. Zirka 16 Kilometer östlich der Gemeinde liegt das Seebad Ahlbeck und sechs Kilometer westlich liegt Zinnowitz. Bahntechnisch ist Koserow über die Strecke Züssow–Wolgaster Fähre–Swinemünde erreichbar. Die Strecke wird von der Usedomer Bäderbahn bedient. Von 1911 bis 1945 bestand eine Bahnanbindung von Ducherow über die bei Kriegsende teilweise zerstörte Karniner Brücke im Süden der Insel.

Tourismus[Bearbeiten]

Der (überwiegend saisonale) Fremdenverkehr ist der bedeutsamste Wirtschaftsfaktor der Gemeinde. Der breite feinkörnige Sandstrand und die bis zu 60 Meter hohe Steilküste machen den Ort vor allem für Badetouristen attraktiv. Die 261 Meter lange Seebrücke besitzt eine Schiffsanlegestelle, von der aus Schiffe der Adler-Linie verkehren. Parallel zur Küste verläuft ein Radwanderweg, der Koserow und die übrigen Küstenorte miteinander verbindet. In der Gemeinde sind viele Betriebe des Hotellerie- und Gastronomiegewerbes ansässig. Daneben betreiben viele Haushalte der Gemeinde private Zimmervermietung. Koserow gehört gemeinsam mit Ückeritz, Loddin und Zempin dem Vereinsverbund Usedomer Bernsteinbäder[2] an, dessen Ziel die gemeinsame touristische Vermarktung ist. Die Gemeinde erhebt eine Kurtaxe.

Postkarte Koserow: Strand mit Damenbad

Die ersten Anfänge des Badetourismus in Koserow datieren etwa auf die Mitte des 19. Jh. Die erste Seebadeanstalt öffnete 1853 - sie wurde aber schon 1857 durch eine Sturmflut wieder zerstört. Als sich mit dem Chausseebau und dem Anschluss an das Eisenbahnnetz im Jahr 1911 die Reisemöglichkeiten verbesserten, nahm die Zahl der Badegäste stetig zu, auch wenn die Gemeinde keine ernsthafte Konkurrenz für die Kaiserbäder im Osten der Insel darstellte. Zu DDR-Zeiten war Koserow, wie auch die anderen Usedomer Küstenorte, ein sehr beliebtes Urlaubsziel aller Bevölkerungsschichten, vor allem auch im Rahmen des gewerkschaftlich organisierten Tourismus. Auch bei Badegästen aus der ČSSR war Koserow mit seinem großen Zeltplatz sehr beliebt. Nach dem Mauerfall ging der Tourismus zunächst zurück. Vor allem der Tourismus aus der Tschechoslowakei kam völlig zum Erliegen. Mittlerweile kann die Gemeinde jedoch in der Badesaison wieder hohe Besucherzahlen verzeichnen.

Im Ostteil der Gemeinde, Richtung Loddin (Ortsteil Kölpinsee) befindet sich ein Campingplatz. Dieser ist nach der Wende stark verkleinert worden und bietet heute vor allem Stellplätze für Wohnmobile.

Geschichte[Bearbeiten]

Koserow wurde 1347 erstmals urkundlich erwähnt, die Kirche ist aber älter. Der Name „Cuzerowe“ stammt aus dem Slawischen und bedeutet so viel wie (Ort der) Amsel (= Kos) oder möglicherweise auch Ziege (= Koze). Der Ort wurde im Dreißigjährigen Krieg geplündert und die Kirchenglocke wurden verschleppt - man fand sie später in der Swine wieder. Mit dem Westfälischen Frieden von 1648 geriet Vorpommern und somit auch der Ort Koserow unter schwedische Herrschaft, nachdem der Ort vorher zum Herzogtum Pommern gehörte. Nach dem Frieden von Stockholm vom 1. Februar 1720 wurde die Insel Usedom und somit auch der Ort Koserow preußischer Besitz. Nach der Verwaltungsreform 1815 kam Koserow zur preußischen Provinz Pommern und gehörte von 1818 bis 1945 zum Landkreis Usedom-Wollin.

Im Jahr 1820 wurden die ersten Salzhütten gebaut, um den gefangenen Fisch zu konservieren. Koserow zählte damals zu den ärmsten Gemeinden auf Usedom. Mehrere Sturmfluten trafen den Ort, so wurde bei dem verheerenden Ostseesturmhochwasser 1872 in der Nacht vom 12. zum 13. November die Insel Usedom zwischen Zempin und Koserow durchbrochen. Das Vorwerk Damerow wurde schwer beschädigt. Als im Februar 1874 eine schwächere Flut einsetzte, wurde das Vorwerk Damerow total zerstört und aufgegeben, weil auch große Mengen Treibsand von den Dünen zum Hinterland aufgespült wurden. Der Durchbruch wurde zwar alsbald beseitigt und später ein Damm von Zempin nach Koserow gebaut, aber erst in der neueren Zeit wurde eingedenk der damaligen Fluthöhe von bis zu 3,5 Meter der Deich mehr befestigt und erhöht. Erst danach wurde an Stelle des ehemaligen Vorwerks Damerow ein Forsthaus errichtet (heute Hotelanlage).

Am 1. Juni 1911 erhielt Koserow einen Bahnanschluss. Im Zweiten Weltkrieg wurde die damalige Seebrücke im Eiswinter zerstört. Seit 1993 verfügt die Gemeinde wieder über eine neue Seebrücke. Im selben Jahr erhielt Koserow den Titel „Staatlich anerkanntes Seebad“.

Von 1945 bis 1952 bildete die Gemeinde, mit dem nach dem Zweiten Weltkrieg bei Deutschland verbliebenen Teil des Landkreises Usedom-Wollin, den Landkreis Usedom im Land Mecklenburg. Dieser ging im Jahr 1952 im Kreis Wolgast im Bezirk Rostock auf.

Die Gemeinde gehört seit dem Jahr 1990 zum Land Mecklenburg-Vorpommern. Von 1994 bis 2011 gehörte sie zum Landkreis Ostvorpommern, welcher am 4. September 2011 im Landkreis Vorpommern-Greifswald aufging.

Küstenschutz[Bearbeiten]

Koserow befindet sich auf der schmalsten Stelle der Insel. Beim ehemaligen Vorwerk Damerow, das heute Teil der Gemeinde ist, ist die Landenge zwischen Ostsee und Achterwasser lediglich etwa 300 Meter breit. An dieser Stelle gab es immer wieder Durchbrüche mit einer Zweiteilung der Insel, so dass das Vorwerk Damerow schließlich aufgegeben werden musste. Überdies ist die bis zu 60 Meter hohe Steilküste stark von Erosion bedroht. Die Rückgangsrate beträgt hier etwa 90 Meter in 100 Jahren - gegenüber durchschnittlich 34 Metern/100 Jahre an der Küste von Mecklenburg-Vorpommern.[3] Dem Küstenschutz kommt daher an diesem Teil der Küste eine besonders große Bedeutung zu. Der Küstenschutz wird durch ein Bündel von Maßnahmen umgesetzt.

In die Schorre sind hölzerne Buhnen gerammt, die bis zu 80 Meter ins Meer hinein reichen. Die Buhnenreihen erstrecken sich bis Zinnowitz im Nordwesten und Ückeritz im Südosten. Sie sollen die Brandungsströmung seewärts verlagern, die Wellenenergie reduzieren und ein Abschwämmen von Sand verhindern bzw. Sand akkumulieren.[4]

Alte Brandungsmauer am Streckelsberg, 1954

Der Streckelsberg war bis zum Anfang des 19. Jh. fast vollständig waldfrei. Da oberflächennah Sand ansteht, kam es zu windbedingten Umlagerungen von Sand, die für den Ort ein zunehmendes Problem darstellten. Diese Problematik wurde durch die Bewaldung des Streckelsberges 1818 bis 1819 nachhaltig gelöst.

Gegen den starken Küstenrückgang wurde Ende des 19. Jh. am Fuße des Streckelsbergs eine mehrere 100 Meter lange Uferschutzmauer errichtet. Diese punktuelle Lösung führte jedoch an den angrenzenden Küstenabschnitten zu verstärkter Erosion und zu einer Störung des natürlichen Profils der Schorre. Das Bauwerk hatte dennoch ein Jahrhundert lang Bestand. Erst in den 1990er Jahren wurde die inzwischen stark beschädigte Mauer entfernt. Als alternative Lösung, welche die Dynamik des gesamten Küstenbereichs stärker berücksichtigen sollte, wurden in einer Entfernung von 200 Metern von der Küste drei jeweils 200 Meter lange Wellenbrecher aufgeschüttet. Unterhalb des Streckelsbergs wurde Sand aufgespült und eine 615 Meter lange flache Schwergewichtsmauer errichtet. Damit konnte der Küstenrückgang aufgehalten werden, wenngleich in den angrenzenden Küstenbereichen weiterhin Sedimentdefizite bestehen.[5] Ein weiterer Vorteil gegenüber der alten Brandungsmauer besteht darin, dass dieser Strandabschnitt nunmehr wieder touristisch genutzt werden kann.

→ Siehe: Streckelsberg

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

→ Siehe: Liste der Baudenkmale in Koserow

  • Back- und Feldsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert, siehe Kirche Koserow
  • Salzhütten am Strand (zur Konservierung von Fisch)
  • Seebrücke (261 Meter lang)
  • Streckelsberg (eine der höchsten Erhebungen auf Usedom, ca. 60 Meter). Auf diesem befanden sich zwei viergeschossige Betontürme. Sie dienten vor 1945 als Flakhochbunker und zur Beobachtung der Flugbahn der von Peenemünde aus nach Łeba startenden Raketen. Nach Kriegsende wurden beide Türme gesprengt, wobei diese nicht zerstört wurden, sondern nur umkippten. So bildeten sie jahrzehntelang ein charakteristisches Ruinendenkmal. Der küstennahe Bunker stürzte in den 1970er Jahren die Steilküste hinab und wurde entsorgt. Ende der 1990er Jahre wurde der verbliebene Bunker aus Sicherheitsgründen entfernt, auch er drohte abzustürzen.
  • Auf halber Strecke nach Zempin: Lüttenort, ehemaliges Wohnhaus und Atelier (heute Museum mit Skulpturen-Garten) des Malers Otto Niemeyer-Holstein
  • Zwischen Koserow und Zempin der große Riegeldeich an der Stelle wo 1872 die Ostsee die Insel zum Achterwasser durchbrochen hatte. Auf ihm der Usedom-Radweg.

Wappen[Bearbeiten]

Logo von Koserow

Laut Satzung hat Koserow kein offizielles Wappen, nur ein wappenähnliches Logo.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

Vor Ort wirkten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Koserow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Koserow – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2012 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. http://www.usedomer-bernsteinbaeder.de
  3. Gösta Hoffmann, Reinhard Lampe: Die Insel Usedom – Spätpleistozäne und holozäne Landschaftsentwicklung, in: Reinhard Lampe, Sebastian Lorenz (Hrsg.): Eiszeitlandschaften in Mecklenburg-Vorpommern, Verlag Geozon Science Media, 2010. ISBN 3941971050. S.99.
  4. Gösta Hoffmann, Reinhard Lampe: Die Insel Usedom – Spätpleistozäne und holozäne Landschaftsentwicklung, in: Reinhard Lampe, Sebastian Lorenz (Hrsg.): Eiszeitlandschaften in Mecklenburg-Vorpommern, Verlag Geozon Science Media, 2010. ISBN 3941971050. S.99.
  5. Gösta Hoffmann, Reinhard Lampe: Die Insel Usedom – Spätpleistozäne und holozäne Landschaftsentwicklung, in: Reinhard Lampe, Sebastian Lorenz (Hrsg.): Eiszeitlandschaften in Mecklenburg-Vorpommern, Verlag Geozon Science Media, 2010. ISBN 3941971050. S.100 f.