Kostel (Slowenien)

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Kostel
Wappen von Kostel Karte von Slowenien, Position von Kostel hervorgehoben
Basisdaten
Staat: Slowenien
Historische Region: Kočevje/Gottschee
Statistische Region: Jugovzhodna Slovenija (Südostslowenien)
Koordinaten: 45° 31′ N, 14° 55′ O45.50861111111114.91385Koordinaten: 45° 30′ 31″ N, 14° 54′ 36″ O
Höhe: 385 m. i. J.
Fläche: 56,1 km²
Einwohner: 681 (2008)
Bevölkerungsdichte: 12 Einwohner je km²
Postleitzahl: 1336
Struktur und Verwaltung
Bürgermeister: Valentin Južnič
Webpräsenz:

Kostel (deutsch: Grafenwarth) ist eine Gemeinde in der Region Dolenjska in Slowenien.

Die aus 54 Ortschaften und Weilern bestehende Gesamtgemeinde Kostel hat rund 681 Einwohner. Sie liegt im Süden Sloweniens an der Kolpa, die gleichzeitig die Grenze zu Kroatien bildet.[1]

Burg Kostel (Castrum Grauenwarth)[Bearbeiten]

Bekannt ist Kostel durch die ursprünglich zweitgrößte Burganlage Sloweniens. Die Burg wurde 1336 erstmals urkundlich erwähnt und steht auf einem Felsen über dem Kolpatal Im Jahre 1808 bzw. 1809 wurde sie von den Franzosen zerstört und nicht wieder aufgebaut. Allein die sog. Niedere Burg wurde später wieder erneuert. Im Jahre 1943 wurde die Burg schließlich von den Partisanen niedergebrannt. Seit dem Jahre 1999 steht die Burg als Denkmal von nationaler Bedeutung unter Schutz. Die Anlage ist auch als archäologischer Fundort (Keramiken, Tongeschirr) interessant.

Die Anlage besteht aus der Oberen (Zgornji grad) und Niederen Burg (Spodnji grad), der Kirche der Hl. Drei Könige und der Siedlung Trg (deutsch: Markt) innerhalb der Burgmauern, die noch erhalten geblieben sind. Frühere Eigentümer der Burg waren die Ortenburger. Nach dem Tod des Grafen Friedrichs II. im Jahre 1418 fiel es an die Grafen von Cilli, welche die Burg erweitert haben und in Grauenwarth umbenannt haben. Sie bauten eine zwei Meter breite Befestigungsmauer mit fünf Türmen. Die Festung diente zum Schutz ihrer krainer und cillier Besitzungen sowie später zur Abwehr gegen die Türken. Somit war sie ein Teil der Militärgrenze. Die Türken griffen Kostel, das auf einer deren wichtigsten Einfallsrouten lag, erstmals im Jahre 1476 an. Nach dem Tod des letzten Grafen von Cilli, Ulrich II. fielen dessen Besitztümer im Jahre 1456 an die Habsburger. Die letzte Besitzerin der Burg war Gräfin Ana, die Enkelin des Grafen Laval Nugent.[2]

Die Burganlage befindet sich in Besitz der Republik Slowenien, soll aber im Juni des Jahres 2014 auf die Gemeinde Kostel übertragen werden, weil der Staat sich von einigen seiner Schlösser und Burgen trennen will, für die er keine Mittel zum Erhalt hat. Die Gemeinde selber jedoch ist hoch verschuldet. Mit etwa nur 680 Einwohnern liegt sie im Vergleich mit anderen Gemeinden Sloweniens an vierter Stelle was die Pro-Kopf-Verschuldung anbelangt. Die Anlage steht nun für 73.977 Euro zum Verkauf, obwohl vor ca. 10 Jahren noch eine Renovierung in Höhe von 6 Mio. Euro durch den Staat geplant war. Es wurden zwar Renovierungsarbeiten begonnen, aber bei der sog. 3. Bauphase beendet. Somit sind weder Installationen noch Heizung vorhanden.[3]

Burg Kostel

Ortsteile der Gesamtgemeinde[Bearbeiten]

Ajbelj, Banja Loka, Briga, Brsnik, Colnarji, Delač, Dolenji Potok, Dren, Drežnik, Fara, Gladloka, Gorenja Žaga, Gorenji Potok, Gotenc, Grgelj, Grivac, Hrib pri Fari, Jakšiči, Jesenov Vrt, Kaptol, Kostel, Krkovo nad Faro, Kuželj, Laze pri Kostelu, Lipovec pri Kostelu, Mavrc, Nova Sela, Oskrt, Padovo pri Fari, Petrina, Pirče, Planina, Poden, Podstene pri Kostelu, Potok, Puc, Rajšele, Rake, Sapnik, Selo pri Kostelu, Slavski Laz, Srednji Potok, Srobotnik ob Kolpi, Stelnik, Stružnica, Suhor, Štajer, Tišenpolj, Vas, Vimolj, Vrh pri Fari, Zapuže pri Kostelu

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Bilder auf Wikimedia Commons

Quellen[Bearbeiten]

  1. Kostel im Slowenischen Tourismus-Informationsportal
  2. M. Leskovšek-Svete, "Toliko zgodb, kot jih imajo le redki" (deutsch: Soviele Geschichten haben nur wenige"), slow. Wochenzeitung Dolenjski list, 30. Januar 2014.
  3. Simona Fajfar, "Veličasten grad obubožanem lastniku" (deutsch: Die prächtige Burg dem verarmten Eigentümer), slow. Tageszeitung Delo, 21. Januar 2014, S. 11.