Kostenstelle

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Eine Kostenstelle (vergleiche den englischen Begriff cost center) ist der Ort der Kostenentstehung und der Leistungserbringung. Sie wird nach Verantwortungsbereichen, räumlichen, funktionalen, aufbauorganisatorischen oder verrechnungstechnischen Aspekten gebildet. Die Kostenstelle ist ein Kostenrechnungsobjekt mit der Aufgabe, die in einem Unternehmensteil, meist einer Abteilung, angefallenen Kosten zu sammeln. Beispiele für funktionale Kostenstellen sind Materialkostenstellen, Fertigungskostenstellen, Forschungs- und Entwicklungskostenstellen, Verwaltungskostenstellen, Vertriebskostenstellen.

Eine Weiterentwicklung des Kostenstellenkonzepts ist das Profitcenter, das nicht nur mit Kosten, sondern auch mit Erlösen bebucht wird und auf diese Weise erlaubt, die Rentabilität einzelner Geschäftsbereiche zu ermitteln.

Die Kostenstellenrechnung ist ein Bestandteil der Kosten- und Leistungsrechnung.

Gliederung von Kostenstellen[Bearbeiten]

  • Hilfskostenstellen und allgemeine Kostenstellen werden auch als Vorkostenstelle oder Nebenkostenstellen bezeichnet. Sie geben ihre Leistungen an andere Kostenstellen ab, dienen nur zur Gemeinkostenerfassung und Gemeinkostenweiterverarbeitung.
  • Hauptkostenstellen werden auch als Endkostenstellen bezeichnet. Ihre Leistungen werden nicht auf andere Kostenstellen, sondern auf die Kostenträger (z. B. Produkte) verrechnet.

Kostenstellenplan[Bearbeiten]

Der Kostenstellenplan ist eine systematisch geordnete Zusammenstellung aller Kostenstellen eines Unternehmens. Im Allgemeinen umfasst der Kostenstellenplan:

  • Allgemeine Kostenstellen (Gebäudeverwaltung, Energiezentrale usw.)
  • Fertigungshilfsstellen (Reparaturwerkstatt, Arbeitsvorbereitung usw.)
  • Fertigungshauptstellen (Dreherei, Montage usw.)
  • Materialstellen (Materialprüfung, Materiallager usw.)
  • Verwaltung (Buchhaltung, Poststelle usw.)
  • Vertrieb (Verkauf, Werbung usw.)

Im Kostenstellenplan sind die Kostenstellen nach verschiedenen Kriterien differenziert und mit einer entsprechenden Schlüsselnummernsystematik ausgewiesen.

Beispiel[Bearbeiten]

0: Allgemeiner Bereich

  • 000: Kostenstelle Grundstücke und Gebäude
  • 001: Kostenstelle Wasser
  • 002: Kostenstelle Dampferzeugung
  • 003: Kostenstelle Stromerzeugung
  • 004: Sozialeinrichtungen
  • 005: Werkschutz

1: Materialbereich

  • 100: Einkaufsabteilung
  • 101: Materialannahme und -prüfung
  • 102: Materiallager

Kostenstellenkosten[Bearbeiten]

Kostenstelleneinzelkosten[Bearbeiten]

Kostenstelleneinzelkosten sind die Kosten, die auf einer Kostenstelle direkt anfallen, d.h. sie sind einer Kostenstelle einzeln zuordnenbar (bspw. Ersatzteile für eine Maschine). Als Nachweis besteht ein Beleg, z.B. in Form eines Materialentnahmescheins (intern) oder im Rechnungswesen in Form einer Rechnung (extern.) Sie sind abzugrenzen von Kostenstellengemeinkosten.

Kostenstellengemeinkosten[Bearbeiten]

Im Gegensatz zu den Kostenstelleneinzelkosten, sind die Kostenstellengemeinkosten nicht einer einzelnen Kostenstelle direkt zuordenbar. Sie entstehen durch Umlage von anderen vorgelagerten (Hilfs- oder Allgemein-)Kostenstellen.

Siehe auch[Bearbeiten]

 Wiktionary: Kostenstelle – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen