Koszęcin

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Koszęcin
Wappen von Koszęcin
Koszęcin (Polen)
Koszęcin
Koszęcin
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Schlesien
Landkreis: Lubliniec
Fläche: 40,94 km²
Geographische Lage: 50° 38′ N, 18° 51′ O50.63333333333318.85Koordinaten: 50° 38′ 0″ N, 18° 51′ 0″ O
Einwohner: 4563
Postleitzahl: 42-286
Telefonvorwahl: (+48) 34
Kfz-Kennzeichen: SLU
Wirtschaft und Verkehr
Straße: CzęstochowaToszek
Nächster int. Flughafen: Katowice
Gemeinde
Gemeindeart: Landgemeinde
Gemeindegliederung: 8 Schulzenämter
Fläche: 129,00 km²
Einwohner: 11.833
(31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 92 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2407062
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Grzegorz Ziaja
Adresse: ul. Powstańców 10
42-286 Koszęcin
Webpräsenz: www.koszecin.pl
Koszęcin

Koszęcin (deutsch Koschentin) ist ein Dorf und Sitz der gleichnamigen Landgemeinde in der Woiwodschaft Schlesien in Polen. Es zählt etwa 4.500 Einwohner.

Geografie[Bearbeiten]

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind Kalety, Lubliniec und Boronów.

Geografische Lage[Bearbeiten]

Der Ort liegt zwölf Kilometer südöstlich von Lubliniec im Woischnik-Lublinitzer Hügelland.

Geschichte[Bearbeiten]

Blick auf Koszęcin

Die erste urkundliche Erwähnung in einem Dokument des Bischofs von Krakau stammt aus dem Jahre 1275. Seit 1302 war der Ort Besitz des Zisterzienserklosters Himmelwitz. 1416 wurde der Ortsname Constantin gebräuchlich. 1587 gelangte der Ort in den Besitz der Familie von Kochczitz, die 1630 wegen ihrer Konfessionszugehörigkeit als Protestanten enteignet wurden. Neuer Eigentümer wurde 1647 Freiherr Nikolaus Philipp von Rauthen, in dessen Schloss sich auch Johann III. Sobieski aufhielt. 1693 erbten die Grafen Sobeck die Herrschaft Koschentin. Der letzte Mitglied aus dieser Familie auf Koschentin war Carl Heinrich Graf von Sobeck, welcher wegen seines prunkvollen Lebenswandel den Besitz verkaufen musste. Im Jahr 1774 kam die Herrschaft Koschentin im Besitz der schlesischen Fabrikantin Gräfin Sophie Karoline von Dyhrn zu Schönau (1712-1793), Standesherrin auf Loslau und Besitzerin der nachbarigen Herrschaft Lublinitz. Im selben Jahr (1774) erwarb die Gräfin noch das Rittergut Ollschin und die Herrschaft Boronów mit den Orten Boronow, Chwostek, Droniowitz, Hadra und Harbultowitz. Die Gräfin von Dyhrn und ihr Mann Anton Ulrich, der ehemalige Besitzer der Herrschaft Dyhernfurth, waren große Kunstliebhaber. Im Schloßkomplex ließ die Gräfin ein klassizistisches Theater erbauen (es ist heute nicht mehr erhalten) und besaß sogar ein eigenes Orchester. Nach dem Tod der Gräfin im 1793, erbte Koschentin ihr Sohn Graf Wilhelm Karl von Dyhrn-Schönau, Erbherr auf Loslau, Gimmel etc., der die große Koschentiner Herrschaft im 1799 an die Hohenzollern veräußerte.

1804 gelangte Koschentin an Friedrich Ludwig Fürst zu Hohenlohe-Ingelfingen. Unter den Hohenlohern erfolgte 1829 der Neubau eines dreiflügeligen Schlosses im klassizistischen Stil. Dabei wurden sowohl Teile des alten Schlosses als auch das 1784 geschlossene Theatergebäude als Schlossflügel mit einbezogen. Neben der Herrschaft Koschentin umfasste der Besitz 1860 noch fünf Rittergüter und 19 Dörfer sowie ausgedehnte Wälder links und rechts der Malapane.

Zum Ende des 19. Jahrhunderts entstanden in dem Ort im Landkreis Lublinitz einige Industriebetriebe. Auch wenn in Koschentin bei der Volksabstimmung in Oberschlesien vom 20. März 1921 etwa 65 % der gültigen Stimmen für den Verbleib bei Deutschland abgegeben wurden, fiel der Ort 1922 als Koszęcin an Polen. Nach der deutschen Besetzung von 1939 bis 1945 kam der Ort wieder zu Polen und das Fürstenhaus Hohenlohe-Ingelfingen wurde enteignet.

der neue Marktplatz
Dreifaltigkeitskirche
Schloss Koschentin

1958 wurde Koszęcin zur stadtartigen Siedlung erhoben und im gleichen Zuge die Orte Brusiek, Krywald (Kriewald), Irki (Irrkau), Piłka (Pielkau) und Rzyce (Rzytze) eingemeindet. Die Fläche von Koszęcin vergrößerte sich auf 60 km².

Seit den 90er Jahren bemüht sich die Gemeinde um die Verleihung des Stadtrechts. Aus diesem Grunde wurde in der Ortsmitte ein Marktplatz angelegt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Das Koschentiner Schloss stammt aus dem 16. Jahrhundert und gehörte ursprünglich den Herzögen von Oppeln. Ihre heutige Form erhielt die dreiflüglige Anlage 1829/30, als das alte Schloss klassizistisch erweitert wurde. Umgeben ist das Schloss von einem Schlosspark des 19. Jahrhunderts.
  • Schrotholzkirche der Hl. Dreifaltigkeit von 1724 mit reicher Ausstattung
  • weitere Schrotholzkirchen in Brusiek aus der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts und Cieszowa von 1751

Sendeanlage[Bearbeiten]

In der Nähe von Koszęcin befindet sich eine Hochleistungssendeanlage mit 1500 Kilowatt Sendeleistung. In vielen Tabellen wird dieser Sender als „Sender Kattowitz“ aufgeführt. Diese Sendeanlage verfügt über zwei abgespannte Stahlfachwerkmasten von 110 Metern Höhe. Einer der beiden Masten ist gegen Erde isoliert und dient als Sendeantenne für den Mittelwellensender. Der andere ist geerdet und trägt Sendeantennen für UKW und TV.

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

Schloss mit Theaterflügel

Gemeinde[Bearbeiten]

Die Landgemeinde (gmina wiejska) Koszęcin umfasst ein Gebiet von 129 km² mit etwa 11.500 Einwohnern. Dazu gehören die Schulzenämter (sołectwo):

  • Brusiek (Bruschiek), 16 km², 68 Einwohner
  • Cieszowa (Czieschowa), 11 km², 322 Einwohner
  • Koszęcin (Koschentin), 41 km², 4.563 Einwohner
  • Piłka (Pielkau), 2 km², 82 Einwohner
  • Rusinowice (Ruschinowitz), 6 km², 1.288 Einwohner
  • Sadów (Sodow), 11 km², 1.373 Einwohner
  • Strzebiń (Strzebien), 33 km², 3.444 Einwohner
  • Wierzbie (Wiersbie), 8 km², 399 Einwohner

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Koszęcin – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 10. Juli 2014.