Kottingbrunn

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Kottingbrunn
Wappen von Kottingbrunn
Kottingbrunn (Österreich)
Kottingbrunn
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Baden
Kfz-Kennzeichen: BN
Fläche: 11,56 km²
Koordinaten: 47° 57′ N, 16° 14′ O47.95194444444416.229166666667251Koordinaten: 47° 57′ 7″ N, 16° 13′ 45″ O
Höhe: 251 m ü. A.
Einwohner: 7.422 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 642 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 2540, 2542
Vorwahl: 02252
Gemeindekennziffer: 3 06 18
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schloss 4
2542 Kottingbrunn
Website: www.kottingbrunn.or.at
Politik
Bürgermeister Andreas Kieslich (SPÖ)
Gemeinderat: (2010)
(29 Mitglieder)
12 SPÖ, 10 ÖVP, 2 FPÖ, 2 Grüne, 1 BL Weiß, 1 BFK, 1 PRO
Lage der Marktgemeinde Kottingbrunn im Bezirk Baden
Alland Altenmarkt an der Triesting Bad Vöslau Baden Berndorf Blumau-Neurißhof Ebreichsdorf Enzesfeld-Lindabrunn Furth an der Triesting Günselsdorf Heiligenkreuz Hernstein Hirtenberg Klausen-Leopoldsdorf Kottingbrunn Leobersdorf Mitterndorf an der Fischa Oberwaltersdorf Pfaffstätten Pottendorf Pottenstein Reisenberg Schönau an der Triesting Seibersdorf Sooß Tattendorf Teesdorf Traiskirchen Trumau Weissenbach an der Triesting NiederösterreichLage der Gemeinde Kottingbrunn im Bezirk Baden (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Kottingbrunn ist eine Marktgemeinde mit 7422 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Südosten von Niederösterreich im Bezirk Baden, die ungefähr 30 km südlich von Wien liegt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Baden bei Wien
Bad Vöslau Nachbargemeinden Teesdorf
Leobersdorf Günselsdorf

Schönau an der Triesting

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappenbild zeigt symbolhaft die Geschichte und die wirtschaftliche Bedeutung der Gegenwart. Brandschatzend und plündernd haben Türken und andere Feinde immer wieder Niederösterreich heimgesucht, darunter auch Kottingbrunn. Neben den Schwertern deuten auch die rotgoldenen Flammen darauf hin. Zugleich stellt aber auch das Feuer zusammen mit dem Zahnrad eine Verbindung zur gegenwärtigen Eisen- und Metallindustrie her. Die Weinblätter verkörpern ebenfalls eine wirtschaftliche Komponente des Raumes Kottingbrunn. Die Wappenverleihung erfolgte am 2. Juli 1974.

Geschichte[Bearbeiten]

Kottingbrunn ist ein uraltes Siedlungsgebiet. Funde aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. und dem 4. Jahrhundert n. Chr. beweisen das. Sehr wahrscheinlich ist der Ortsname Kottingbrunn auf die Kotiner (röm.: Cotini) zurückzuführen. In den Blättern für Heimatkunde führt Göhlert Kottingbrunn auf das keltische „cot“ (Wald) und „bryn“ (Anhöhe) zurück.

Zur Zeit der Völkerwanderung wechselte die Bevölkerung sehr rasch, bis schließlich unter den Babenbergern die bisher ansässige slawische Bevölkerung von den zugewanderten Bayern und Franken assimiliert wurde. Es ist anzunehmen, dass aus dem keltischen Ortsnamen schließlich ein bayrisch-verdeutschtes Kottingbrunn wurde. Die Babenberger schoben die Grenze immer weiter nach Osten und sicherten sie durch die Errichtung von Felsen- und Wasserburgen. So entstand auch die Wasserburg Kottingbrunn. Ein Anselmus de Prunne wird im Jahr 1114 urkundlich erwähnt.

Die erste Türkenbelagerung (1529) hat die schwer befestigte Wasserburg wohl überstanden, doch 1683 wurde der ganze Ort und die Burg von den Türken verwüstet. Der Wiederaufbau erfolgte durch die Grafen Lamberg in der heutigen Form als Jagdschloss.

Nach dem Zweiten Weltkrieg begann auch in Kottingbrunn der Wiederaufbau. Am 11. April 1955 reiste vom Flugplatz Kottingbrunn eine österreichische Delegation nach Moskau und kehrte am 15. April mit dem fertiggestellten Entwurf des Staatsvertrages hierher zurück.


Politik[Bearbeiten]

Der Gemeinderat Kottingbrunn besteht aus 29 Mandataren mit folgender politischer Aufteilung:

Wahlergebnisse[Bearbeiten]

Stimmen Mandate
SPÖ 12
ÖVP 10
BL 1
Die Grünen 2
Pro Kottingbrunn 1
FPÖ 2
PFK 1
Bundespräsidentenwahl 2004
Kandidat/in Stimmen Prozent
Benita Ferrero-Waldner 1.441 39,21 %
Heinz Fischer 2.234 60,79 %
  GR '05 EU '04 LT '03 NR '02
Partei Stimmen Prozent Stimmen Prozent Stimmen Prozent Stimmen Prozent
ÖVP 1.055 28,01 % 370 17,55 % 1.368 34,55 % 527 14,77 %
SPÖ 1.862 49,43 % 923 43,79 % 1.863 47,06 % 1.561 43,75 %
FPÖ     110 5,22 % 340 8,59 % 1.060 29,71 %
GRÜNE 258 6,85 % 263 12,48 % 307 7,75 % 186 5,21 %
PRO 205 5,44 %            
BL 387 10,27 %            
Martin     435 20,64 %        

Unbeständige Parteien wie DU, LIF, GRÜNÖ, NEIN, CWG und BGÖ, sowie Parteien mit weniger als 1 %, wurden in dieser Tabelle vernachlässigt.
LT = Landtagswahl, NR = Nationalratswahl, EU = EU-Wahl, GR = Gemeinderatswahl
PRO = Pro Kottingbrunn, BL = Bürgerliste Inge Weiss

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Daten lt. Statistik Austria [1]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Größter Betrieb in Kottingbrunn ist die Firma Wittmann Battenfeld, welche sich bei dieser Niederlassung auf die Produktion von Kunststoffmaschinen und Spritzgusstechnik spezialisiert hat. Als weitere Großbetrieb hat im Jahre 2009 die Firma Modine Austria ihren Produktionsstandort von Berndorf nach Kottingbrunn verlegt. Die restliche Wirtschaft besteht aus Klein- und Dienstleistungsbetrieben. Im Bereich Dienstleistung unter anderem: Banken, Fleischhauerei, Gastronomie und Heurige und dergleichen.

Das „Dienstleistungszentrum Wasserschloss Kottingbrunn“ schließt neben dem Gemeindeamt einen Rechtsanwalt, eine Steuerberatungskanzlei, ein Versicherungsbüro und Vermögensberatung, einen praktischen Arzt sowie technische und kaufmännische Büros zusammen. Auch die örtliche Musikschule hat hier ihre Räume.

Kottingbrunner Heurige und Buschenschanken sind "Wein&Gut - Weingut Rathbauer", "Forellenheuriger Riegler", "Weinbau Ednisch", "Heuriger Routil", "Zum alten Rebstock - Grabner".

Von 1958 bis 1962 hatten die Halleiner Motorenwerke ein Werk in Kottingbrunn. Nahe dem Flugplatzgelände des Vöslauer Flugplatzes befand sich auch ein Reifentestgelände der Semperit AG, auf dem auch in den Jahren 1957 bis 1961 Motorradrennen veranstaltete.[2] Heute verwaltet dieses Gelände die CCK Craft Center Kottingbrunn, an der die Eco Plus beteiligt ist.[3]

Verkehr[Bearbeiten]

In der Ortsmitte befindet sich ein Bahnhof, welcher Teil des Südbahnnetzes ist. Im Süden grenzt die Gemeinde an die Hainfelder Straße B 18, und seit 2005 besteht eine eigene Autobahnanschlussstelle auf die A2. Nordöstlich von Kottingbrunn befindet sich auch der Flugplatz Bad Vöslau/Kottingbrunn der nun genauso wie das entstehende Gewerbegebiet CCK Kottingbrunn einfach über die neue Autobahnanschlussstelle Bad Vöslau der A2 zu erreichen ist.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Die Marktgemeinde Kottingbrunn verfügt über vier Kindergärten und eine Volksschule, die mit nahezu 330 Schülern zu den größten Volksschulen Niederösterreichs zählt. Außerdem besitzt sie eine Musikschule und eine Polytechnische Schule.

Freizeit- und Sportanlagen[Bearbeiten]

Kottingbrunn ist in Besitz verschiedener Parks Freizeitanlagen und Sportplätzen. Darunter auch eines Fußballstadions mit Flutlichtanlage für den ASK Kottingbrunn. Außerdem werden noch verschieden Kurse durch zahlreiche Vereine in der Mehrzweckhalle der Volksschule und im Gemeindesaal angeboten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Das Schlossmuseum der Marktgemeinde Kottingbrunn zeigt die Geschichte der Gemeinde von ersten Besiedlungen der Jungsteinzeit (6000 v. Chr.) bis zur Gegenwart. Das Museum befindet sich im Wasserschloss von Kottingbrunn und ist jeden 2. Samstag im Monat von 14:00 – 17:00 Uhr (ausgenommen Januar) geöffnet.

Bauwerke[Bearbeiten]

Dreifaltigkeitssäule Kottingbrunn
Wasserschloss Kottingbrunn

Das fast 1.000jährige Wasserschloss von Kottingbrunn wurde mehrmals zerstört und danach immer wieder verstärkt, letztlich wurde es in ein Jagdschloss umgebaut. 1991 wurde das Schloss von der Marktgemeinde Kottingbrunn gekauft und renoviert. Heute befinden sich darin das Gemeindeamt, das Schlossmuseum, eine Arztpraxis, ein Restaurant, ein Versicherungsbüro bzw. eine Vermögensberatung und weitere Unternehmen. Verantwortlich für das Wasserschloss Kottingbrunn sowie die Veranstaltungshalle der Volksschule ist die Marktgemeinde Kottingbrunn Betriebsgmbh. In Nebengebäuden des Schlosses hat seit 1997 die sehr aktive Kulturszene Kottingbrunn ihre Heimstatt gefunden. Der gemeinnützige Verein erarbeitet in Zusammenarbeit von Theaterprofis und Laiendarstellern jährlich ein Stück, das im Verlauf des Monats September mehrfach präsentiert wird. (2007 Friedrich Dürrenmatt: Der Besuch der alten Dame) Diese Aufführungen, die seit der Aufführungsserie 2006 (Faust I) in einem neu gestalteten Veranstaltungsgebäude stattfinden, haben in der gesamten Thermenregion und darüber hinaus Aufmerksamkeit erweckt.

Die Schlosskapelle wurde nach der ersten Zerstörung des Schlosses angebaut, das Altarbild zeigt die Hochzeit Mariens. Die Kapelle ist katholisch geweiht und kann für Trauungen gemietet werden (64 Sitzplätze).

Kottingbrunn (links unten) und Umgebung um 1873 (Aufnahmeblatt der Landesaufnahme)

Die Dreifaltigkeitssäule wurde zum Dank dafür, dass Kottingbrunn von der Pest verschont wurde, vom Grafen Carl Josef von Lamberg im Jahre 1716 errichtet. Sie wurde im Jahre 1987 renoviert.

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Kottingbrunn

Literatur[Bearbeiten]

  • Kurt Janetschek: Kottingbrunn im Wandel der Zeit. Eine Chronik, verfaßt anläßlich der Markterhebung am 15. Dezember 1974. Eigenverlag, Kottingbrunn 1974.
  • Rudolf Mehlstaub: Heimatbuch Marktgemeinde Kottingbrunn. Von der Frühgeschichte zur Gegenwart. 2. vermehrte Auflage. Elbemühl, Wien 1992.
  • Walter Reichel: 300 Jahre Pfarrkirche Kottingbrunn. 1687–1987. Festschrift. Röm.-Kath. Pfarramt, Kottingbrunn 1987.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kottingbrunn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungsentwicklung Kottingbrunn bei Statistik Austria (PDF; 35 kB)
  2. Rundstreckenrennen in Kottingbrunn auf der Seite des Technisches Museum Wien abgerufen am 27. Februar 2013
  3. CCK Craft Center Kottingbrunn abgerufen am 27. Februar 2013