Kouré (Niger)

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Landgemeinde Kouré
Landgemeinde Kouré (Niger)
Landgemeinde Kouré
Landgemeinde Kouré
Koordinaten 13° 19′ N, 2° 35′ O13.3108333333332.5758333333333Koordinaten: 13° 19′ N, 2° 35′ O
Basisdaten
Staat Niger

Region

Tillabéri
Departement Kollo
Einwohner 41.181 (2010)
Politik
Bürgermeister Hamadou Salifou (2012)

Kouré ist eine Landgemeinde im Departement Kollo in Niger.

Geographie[Bearbeiten]

Westafrikanische Giraffen in Kouré

Kouré befindet sich in der Großlandschaft Sudan an deren Übergang zur Sahelzone und liegt südlich der nigrischen Hauptstadt Niamey am Fluss Niger. Die Nachbargemeinden Kourés sind Hamdallaye im Norden, Dantchandou im Nordosten, Harikanassou im Osten, N’Gonga im Südosten, Fakara im Süden, Kirtachi und Say im Südwesten, Kollo im Westen und N’Dounga im Nordwesten. Das Gemeindegebiet ist in 26 administrative Dörfer und 24 Weiler gegliedert.[1] Der Hauptort der Landgemeinde ist das administrative Dorf Kouré.[2]

In Kouré gibt es die letzte freilebende Population Westafrikanischer Giraffen, die Mitte der 1990er Jahre kurz vor der Ausrottung stand. Der Tigerbusch bietet den Giraffen im felsigen Hochland ausreichend Futter. In der Trockenzeit ziehen sie auf Grund von Wassermangel in benachbarte Gebiete, etwa nach Harikanassou.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Der traditionelle Herrschaftssitz (französisch: chefferie) der Zarma in Kouré wurde Mitte des 17. Jahrhunderts geschaffen.[4] Die Landgemeinde Kouré ging 2002 bei einer landesweiten Verwaltungsreform aus dem Kanton Kouré hervor. 2008 wurden bei Überschwemmungen 27 Häuser im administrativen Dorf Boula Koaratégui zerstört und über 300 Dorfbewohner geschädigt.[5] 2009 versuchten Überschwemmungen in drei anderen Dörfern im Gemeindegebiet materielle Schäden, von denen insgesamt wieder rund 300 Einwohner unmittelbar betroffen waren.[6]

Bevölkerung[Bearbeiten]

99 % der Bevölkerung gehören der Volksgruppe der Zarma an. Daneben gibt es Minderheiten von Fulbe und Tuareg.[7] Bei der Volkszählung 2001 hatte Kouré 29.481 Einwohner. Für das Jahr 2010 wurden 41.181 Einwohner berechnet.[8]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Rund 90 % der Bevölkerung leben vom Ackerbau. Angebaut werden vor allem Augenbohnen, Erderbsen, Erdnüsse, Hirse und Sorghum. Die agropastoralistische Wirtschaftsform ist im Vormarsch. Es gibt vier Wochenmärkte in der Gemeinde: im Hauptort Kouré sowie in den Dörfern Boula, Karoubédji und Kokoaré. Zu den wichtigsten dort gehandelten Gütern zählen Hirse, Augenbohnen, Erdnüsse, kleine Wiederkäuer und Geflügel. Die Westafrikanischen Giraffen sind die Hauptattraktion für ökotouristische Bemühungen.[7] Kouré liegt an der Nationalstraße 1, die hier Teil der internationalen Fernstraße Dakar-N’Djamena-Highway ist.

Partnergemeinde[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kouré (Niger) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Répertoire National des Communes (RENACOM). Website des Institut National de la Statistique, abgerufen am 22. Januar 2011.
  2. Republik Niger: Loi n° 2002-014 du 11 JUIN 2002 portant création des communes et fixant le nom de leurs chefs-lieux (Online-Version; PDF; 108 kB).
  3. Jolijn Geels: Niger. Bradt, Chalfont St Peter 2006, ISBN 1-84162-152-8, S. 134.
  4. Jean-Paul Rothiot: L’ascension d’un chef africain au début de la colonisation: Aouta le Conquérant. L’Harmattan, Paris 1988, ISBN 2-7384-0013-2, S. 29.
  5. Situation des dégâts causés par les inondations (2008). Website des Centre d’Information et de Communication, veröffentlicht am 18. November 2008, abgerufen am 31. März 2012.
  6. Situation des besoins des populations victimes d’inondations (2009). Website des Centre d’Information et de Communication, veröffentlicht am 22. September 2009, abgerufen am 31. März 2012.
  7. a b Présentation de la commune de Kouré. Website der ANIYA Coopération Décentralisée Niger-France, veröffentlicht im Oktober 2005, abgerufen am 27. Januar 2011.
  8. Institut Nationale de la Statistique du Niger (Hrsg.): Annuaire statistique des cinquante ans d’indépendance du Niger. Niamey 2010 (Online-Version; PDF; 3,1 MB), S. 56.
  9. Jean-Claude Peyronnet: La solidarité internationale à l’échelle des territoires: état des lieux et perspectives. Annexe 5: Document de travail de l’ambassade de France au Niger sur les coopérations décentralisées dans ce pays. Senat der Französischen Republik, 13. November 2012, abgerufen am 6. Juli 2013 (französisch).