Kourteye

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Landgemeinde Kourteye
Landgemeinde Kourteye (Niger)
Landgemeinde Kourteye
Landgemeinde Kourteye
Koordinaten 13° 51′ N, 1° 36′ O13.8488888888891.6069444444444Koordinaten: 13° 51′ N, 1° 36′ O
Basisdaten
Staat Niger

Region

Tillabéri
Departement Tillabéri
Fläche 1112 km²
Einwohner 66.379 (2010)
Dichte 59,7 Ew./km²

Kourteye ist eine Landgemeinde im Departement Tillabéri in Niger.

Geographie[Bearbeiten]

Die Gemeinde befindet sich im Süden des Departements am linken Ufer des Flusses Niger. Die Nachbargemeinden sind Tillabéri, Sakoïra und Ouallam im Norden, Simiri im Osten, Karma und Namaro im Süden sowie Gothèye im Westen. Das Gemeindegebiet ist in 56 administrative Dörfer, 67 traditionelle Dörfer, 27 Weiler und ein Lager gegliedert.[1] Der Hauptort der Landgemeinde ist das administrative Dorf Sansané Haoussa.[2] Die großen Dörfer wie Sansané Haoussa, Lossa Kado, Sona und Kokomani liegen im westlichen Teil der Gemeinde in der Nähe des Flusses. Zum Gemeindegebiet gehört auch das historisch bedeutende administrative Dorf Sorbon Haoussa.

Kourteye liegt in der Sahelzone und ist von Harmattan und Monsun geprägt. Die klimatischen Verhältnisse gliedern sich in eine Regenzeit (von Mai bis September), eine kalte Trockenzeit (von Oktober bis Februar) und eine heiße Trockenzeit (von März bis Mai). In geologischer Hinsicht gehört das Gemeindegebiet zum Erdzeitalter Präkambrium. Prägende Gesteine sind Granit und Schiefer. Die Böden sind eisenhaltig, lehmig oder von Dünen geprägt. Unter anderem entlang des Nigers befinden sich Galeriewälder. Die Hochebenen sind Buschland, wo Akazien, Kinkéliba und Wüstendatteln gedeihen.

Geschichte[Bearbeiten]

Kourteye ist nach der Volksgruppe Kurtey benannt. Die Bezeichnung Kurtey kommt von kourou tê (Zarma), das „die Herde ist vollzählig“ bedeutet. Diese Bezeichnung wird darauf zurückgeführt, dass die Kurtey in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Kleingruppen aus dem Massina-Reich einwanderten und sich in ihrem neuen Siedlungsgebiet am Niger stückchenweise einfanden. 1904 gründeten die Franzosen den Kanton der Kurtey (canton des Kourtey),[3] der 1905 dem neu geschaffenen Militärterritorium Niger (Territoire militaire du Niger) angeschlossen wurde[4] und aus dem 2002 die Landgemeinde Kourteye hervorging. 2008 zerstörten Überschwemmungen 129 Häuser und Hütten im Dorf Dia Dia, wo insgesamt über 1000 Personen materiellen Schaden erlitten.[5] Bei der Flutkatastrophe in West- und Zentralafrika 2010 wurden ebenfalls über 1000 Einwohner von Kourteye als Katastrophenopfer eingestuft, davon knapp 800 im Dorf Sorbon Haoussa.[6]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Kourteye ist noch vor der Regionalhauptstadt Tillabéri die bevölkerungsreichste Gemeinde des Departements. Bei der Volkszählung 2001 hatte Kourteye 50.171 Einwohner. Für das Jahr 2010 wurden 66.379 Einwohner berechnet.[7] Die wichtigsten Volksgruppen in der Gemeinde sind Zarma-Songhai, Kurtey, Fulbe und Bella. Die dominante Sprache ist Zarma.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Mehr als 90 Prozent der arbeitenden Bevölkerung von Kourteye sind in der Landwirtschaft tätig. Im Dorf Lossa und auf der Insel Kouboutchiré wird Fischerei betrieben. Fulbe und Tuareg in den Dörfern Tamtala und Balleybangou arbeiten in der Viehzucht.

Die geomorphologischen Verhältnisse in der Gemeinde erschweren die Nutzung der unterirdischen Trinkwasservorkommen.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Répertoire National des Communes (RENACOM). Website des Institut National de la Statistique, abgerufen am 22. Januar 2011.
  2. Republik Niger: Loi n° 2002-014 du 11 JUIN 2002 portant création des communes et fixant le nom de leurs chefs-lieux (Online-Version; PDF; 108 kB).
  3. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 78–79.
  4. Edmond Séré de Rivières: Histoire du Niger. Berger-Levrault, Paris 1965, S. 235.
  5. Situation des dégâts causés par les inondations (2008). Website des Centre d’Information et de Communication, veröffentlicht am 18. November 2008, abgerufen am 31. März 2012.
  6. Situation des besoins des populations victimes d’inondations (2010). Website des Centre d’Information et de Communication, veröffentlicht am 23. September 2010, abgerufen am 31. März 2012.
  7. Institut Nationale de la Statistique du Niger (Hrsg.): Annuaire statistique des cinquante ans d’indépendance du Niger. Niamey 2010 (Online-Version; PDF; 3,1 MB), S. 56.