Kouvola

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Kouvolan kaupunki
Wappen Karte
Wappen von Kouvola Lage von Kouvola in Finnland
Basisdaten
Staat: Finnland
Landschaft: Kymenlaakso
Verwaltungsgemeinschaft: Kouvola
Geographische Lage 60° 52′ N, 26° 42′ O60.86666666666726.699722222222Koordinaten: 60° 52′ N, 26° 42′ O
Fläche: 2.883,32 km²[1]
davon Landfläche: 2.558,09 km²
davon Binnengewässerfläche: 325,23 km²
Einwohner: 86.587 (30. Sep. 2014)[2]
Bevölkerungsdichte: 33,8 Ew./km²
Gemeindenummer: 286
Sprache(n): Finnisch
Website: kouvola.fi

Kouvola [ˈkɔu̯vɔlɑ] ist eine Stadt im Süden Finnlands. Die am Fluss Kymijoki gelegene Stadt ist der Verwaltungssitz der Landschaft Kymenlaakso und ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt. Außer der eigentlichen Stadt gehört zu Kouvola verwaltungsmäßig ein ausgedehntes Gebiet von über 2.800 Quadratkilometern im Umland. Kouvola hat insgesamt 86.587 Einwohner (Stand 30. September 2014), von denen ein gutes Drittel in der Kernstadt lebt.

Geografie[Bearbeiten]

Fußgängerzone im Stadtzentrum von Kouvola

Die Kernstadt von Kouvola liegt im Norden der Landschaft Kymenlaakso 134 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Helsinki. Daneben gehört zum administrativen Stadtgebiet seit einer großen Gemeindefusion zum Jahresbeginn 2009 ein ausgedehntes Gebiet im Umland mit einer Fläche von insgesamt 2.885 km² (etwas mehr als Luxemburg). Dieses Gebiet ist größtenteils ländlich strukturiert mit einzelnen dazwischenliegenden Siedlungszentren (taajama). Die wichtigsten Siedlungszentren neben der Kernstadt sind die Industrieorte Kuusankoski, Myllykoski, Inkeroinen und Anjala.

Der Salpausselkä-Höhenzug teilt das Gebiet von Kouvola in einen seenreichen und stark bewaldeten Nordteil und einen Südteil, der arm an Binnengewässern ist und intensiver landwirtschaftlich genutzt wird. Das Gebiet wird vom Kymijoki, einem der größten Flüsse Südfinnlands durchströmt.

Nachbargemeinden von Kouvola sind Mäntyharju im Norden, Savitaipale im Nordosten, Luumäki im Osten, Hamina im Südosten, Kotka im Süden, Loviisa und Lapinjärvi im Südwesten, Iitti im Westen sowie Heinola im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gegend von Kouvola, das nördliche Kymenlaakso, gehört historisch zum Grenzgebiet der Landschaften Uusimaa und Karelien. Im Frieden von Åbo wurde das Gebiet 1743 entlang des Flusslaufs des Kymijoki zwischen Schweden und Russland geteilt. 1809 kam schließlich das gesamte Gebiet des heutigen Finnland zu Russland und wurde zum Großfürstentum Finnland.

Dank der Stromschnellen des Kymijoki erlebte die Gegend von Kouvola im 19. Jahrhundert eine starke Industrialisierung

Der Ort Kouvola ist bereits seit dem 15. Jahrhundert belegt, war bis ins 19. Jahrhundert ein unbedeutendes Dorf des Kirchspiels Valkeala. Der Aufschwung Kouvolas begann, nachdem der Ort 1875 einen Halt an der Bahnstrecke von Riihimäki nach Sankt Petersburg erhielt. Binnen der nächsten zwei Jahrzehnte wurden weitere Bahnstrecken von nach Norden in Richtung Kuopio und nach Süden in Richtung Kotka fertiggestellt, sodass Kouvola zu einem Eisenbahnknotenpunkt wurde und bald zu einem einwohnerstarken Ort anwuchs. Im Zuge der Industrialisierung entstanden im ausgehenden 19. Jahrhundert an den Stromschnellen des Kymijoki in der Gegend von Kouvola mehrere Papierfabriken. In Kuusankoski wurde 1872 die Aktiengesellschaft Kymin osakeyhtiö gegründet. Aus dieser ging der Kymmene-Konzern hervor, der 1996 wiederum im UPM-Kymmene, einem der weltweit größten Forst- und Papierkonzerne, aufging.

1922 wurde Kouvola aus der Gemeinde Valkeala gelöst. Bereits ein Jahr später wurde der Ort zu einem Marktflecken (kauppala) erhoben. Das Stadtrecht erhielt Kouvola 1960. Von 1955 bis zur Provinzreform von 1997 war Kouvola die Hauptstadt der Provinz Kymi. Im Zuge der laufenden Umstrukturierung der finnischen Gemeinden kam es zum Jahresbeginn 2009 zu einer großen Gemeindefusion, in welcher sich die Städte Anjalankoski und Kuusankoski sowie die Gemeinden Valkeala, Jaala und Elimäki mit Kouvola vereinigten. Dadurch verdreifachte sich die Einwohnerzahl Kouvolas, die Fläche vergrößerte sich gar über das mehr als Sechzigfache.

Politik[Bearbeiten]

Verwaltung[Bearbeiten]

Das Stadthaus von Kouvola ist Sitz der Stadtverwaltung

Die stärkste politische Kraft in Kouvola ist die Sozialdemokratische Partei, die vor allem in den Industrieorten traditionell starken Rückhalt genießt. Bei der Kommunalwahl 2008 erhielt sie rund ein Viertel der Stimmen, im Stadtrat, der höchsten Entscheidungsinstanz in lokalen Angelegenheiten, stellt sie 20 von 75 Abgeordneten. An zweiter Stelle folgt die konservative Sammlungspartei mit 17 Sitzen im Stadtrat. Die dritte große Partei des Landes, Zentrumspartei, die ihre Wählerschaft vor allem in den ländlichen Gebieten Finnlands hat, kommt auf dreizehn Sitze. Weiterhin im Stadtrat vertreten sind die unabhängige Wahlliste Kouvolan Seudun Sitoutumattomien yhteislista mit zehn, die Christdemokraten und die rechtspopulistischen Basisfinnen mit jeweils fünf, das Linksbündnis mit drei sowie der Grüne Bund mit zwei Abgeordneten.

Zusammensetzung des Stadtrats (2009–2012)
Partei Wahlergebnis[3] Sitze
Sozialdemokraten 25,7 % 20
Sammlungspartei 22,0 % 17
Zentrum 17,7 % 13
Unabhängige 12,7 % 10
Christdemokraten 7,2 % 5
Basisfinnen 6,8 % 5
Linksbündnis 4,0 % 3
Grüner Bund 3,7 % 2

Wappen[Bearbeiten]

Wappen von Kouvola
Altes Wappen von Kouvola

Die Stadt Kouvola nahm nach der Gemeindefusion von 2009 ein neues Wappen an, das vom Künstler Tapani Talari entworfen wurde. Es zeigt in Schwarz ein goldenes sechsspeichiges Glevenrad über einem mit Wellenschnitt abgesteilten silbernen Schildfuß. Die sechs Speichen symbolisieren die sechs Gemeinden, die in Kouvola aufgingen, während die Gleven für die Schwertlilie, die Landschaftsblume von Kymenlaakso, stehen. Die Wellen weisen auf den Fluss Kymijoki hin. Schwarz und Silber sind die heraldischen Farben der Landschaft Kymenlaakso.[4]

Vor der Gemeindefusion führte Kouvola von 1952 bis 2008 ein von Heraldiker Gustaf von Numers gezeichnetes Wappen. Es zeigte in Schwarz ein silbernes Schragenkreuz, darin zwei gekreuzte Schlüssel in Rot.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kouvola unterhält seit 2009 Städtepartnerschaften mit Balatonfüred in Ungarn, Mülheim an der Ruhr in Deutschland und Wologda in Russland. Die übrigen Städtepartnerschaften, welche die in Kouvola aufgegangenen Gemeinden unterhalten hatte, endeten zum Jahresende 2008, da die vormaligen Gemeinden durch die Gemeindefusion juristisch nicht mehr weiterbestehen.[5]

Verkehr[Bearbeiten]

Reisezentrum von Kouvola

Kouvola ist ein bedeutender Eisenbahnknotenpunkt. Von hier führen Bahnstrecken in vier Richtungen: Über Lahti nach Helsinki und Riihimäki, nach Kotka, nach Mikkeli und von dort weiter nach Pieksämäki und nach Luumäki, wo eine Strecke nach Joensuu und eine über den Grenzort Vainikkala nach Russland führt. Die Hauptstadt Helsinki ist in unter anderthalb Stunden zu erreichen. Die Züge halten am „Reisezentrum“ von Kouvola, einem kombinierten Busbahnhof und Eisenbahnhalt.

Durch Kouvola führen auch die Staatsstraßen 6 von Pernå nach Kajaani sowie 15 von Kotka nach Mikkeli. Zudem ist Kouvola Endpunkt der aus Rauma kommenden Staatsstraße 12.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kartonfabrik von Verla
Zentralkirche von Kouvola

Kouvola ist eine recht gesichtslose Stadt, die von Zweckbauten aus den 1970er Jahren geprägt wird. Einige wertvolle Baudenkmäler finden sich aber außerhalb der Kernstadt: Im Dorf Verla befindet sich eine 1882 gegründete Kartonfabrik, die 1964 in ein Industriemuseum umgewandelt wurde. 1996 wurde der Fabrikkomplex als herausragendes Beispiel für die Industriearchitektur des 19. Jahrhunderts in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Sehenswert sind ferner die Gutshöfe Anjala und Sippola. Im Norden des Stadtgebiets von Kouvola liegt ein Teil des Repovesi-Nationalparks.

Die moderne Zentralkirche von Kouvola wurde 1977 fertiggestellt. Die orthodoxe Heiligkreuzkirche stammt aus dem Jahre 1915 ist im russisch-byzantinischen Stil erbaut und diente ursprünglich als Garnisonskirche für russische Soldaten. Nach der finnischen Unabhängigkeit wurde sie in eine evangelisch-lutherische Kirche umgewandelt, mit der Fertigstellung der Zentralkirche aber wieder den orthodoxen Gläubigen überlassen. In der Kernstadt von Kouvola befinden sich ferner die Kirche von Käpylä (1952) und die römisch-katholische St.-Ursula-Kirche (1993). Unter den Kirchen in den übrigen Orten im Stadtgebiet ist die 1638 erbaute und 1678 zur Kreuzkirche umgewandelte Kirche von Elimäki die Älteste. Auch die 1755–56 erbaute Kirche von Anjala ist eine hölzerne Kreuzkirche. Den Stil der Neugotik vertreten die hölzerne Kirche von Jaala (1878) und die aus Backstein erbaute Kirche von Sippola (1879). Aus dem 20. Jahrhundert stammen die Kirchen von Inkeroinen (1910), Voikkaa (1925), Valkeala (1927) Kuusankoski (1929), Myllykoski (1936) und Koria (1951) sowie die orthodoxe Kapelle von Myllykoski (1954).

Sport[Bearbeiten]

Der zu Kouvola gehörende Ort Myllykoski ist die Heimat des Fußballvereins Myllykosken Pallo -47 (MyPa), der 2005 den Meistertitel in der finnischen Veikkausliiga gewann. Zudem stammen aus Kouvola der Pesäpallo-Verein Kouvolan Pallonlyöjät (KPL) sowie zwei Eishockeyvereine, die in der Mestis, der zweithöchsten finnischen Eishockeyliga, spielen: Kouvolan Kiekko-65 (KooKoo) und Lempäälän Kisa (LeKi).

In Kouvola steht die Skisprungnormalschanze Palomäen Hyppyrimäki. Kouvola war ein Austragungsort der U-18-Fußball-Europameisterschaft 1982. 1997 fand in der Stadt die Europameisterschaft im Ringen statt. Zweimal, am 18. Juli 1937 und am 1. September 1949 wurde in Kouvola der Weltrekord im 10.000-Meter-Lauf gelaufen.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Maanmittauslaitos (finnisches Vermessungsamt): Suomen pinta-alat kunnittain 1. 1. 2010. (PDF; 199 kB)
  2. Väestörekisterikeskus (finnisches Bevölkerungsregister): Bevölkerung der finnischen Gemeinden am 30. September 2014.
  3. Finnisches Justizministerium: Ergebnis der Kommunalwahlen 2008
  4. Website der Stadt Kouvola: Vaakuna ja markkinointitunnus (finn.)
  5. Website der Stadt Kouvola: Ystävyyskaupunkitoiminta (finn.)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kouvola – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien