Kowal

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Kowal (Begriffsklärung) aufgeführt.
Kowal
Wappen von Kowal
Kowal (Polen)
Kowal
Kowal
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Kujawien-Pommern
Landkreis: Włocławek
Fläche: 4,68 km²
Geographische Lage: 52° 32′ N, 19° 9′ O52.532519.1475Koordinaten: 52° 31′ 57″ N, 19° 8′ 51″ O
Höhe: 90 m n.p.m
Einwohner: 3538
(31. Dez. 2013)[1]
Postleitzahl: 87-820
Telefonvorwahl: (+48) 54
Kfz-Kennzeichen: CWL
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK1 Włocławek-Krośniewice
Nächster int. Flughafen: Łódź
Bydgoszcz
Gemeinde
Gemeindeart: Stadtgemeinde
Einwohner: 3538
(31. Dez. 2013)[1]
Gemeindenummer (GUS): 0418011
Verwaltung (Stand: 2008)
Bürgermeister: Eugeniusz Gołembiewski
Adresse: ul. Piwna 24
87-820 Kowal
Webpräsenz: www.kowal.eu

Kowal (deutsch 1939–43 Freistadt, 1943–45 Kowall) ist eine Stadt in Polen in der Woiwodschaft Kujawien-Pommern. Kowal bildet eine Stadtgemeinde und ist zugleich Sitz einer Landgemeinde

Geschichte[Bearbeiten]

Der Zeitpunkt der Entstehung des heutigen Kowal ist nicht bekannt. Die erste urkundliche Erwähnung der Stadt stammt vom 20. Januar 1185. Am 30. April 1310 soll der spätere polnische König Kasimir III. hier geboren worden sein.[2]

Der Deutsche Orden zerstörte während zweier Kreuzzüge in den Jahren 1327 und 1331 Stadt und Schloss und verleibte das Gebiet bis zum Frieden von Kalisch 1343 in den Deutschordensstaat ein.

Nachdem der Ort wieder Teil Polens war erhielt Kowal das Stadtrecht, diese Vergabe wurde 1519 durch Sigismund I. erneuert.

1793 bis 1807 kam Kowal durch die Zweite Teilung Polens vorübergehend an Preußen.

1807 wurde Kowal mit der Bildung des Herzogtums Warschau wieder polnisch, kam aber 1815 nach dem Wiener Kongress als Teil Kongresspolens an das Russische Reich. Nach dem polnischen Januaraufstand 1864 reduzierte Zar Alexander II. die Zahl der Orte mit Stadtrecht auf polnischem Gebiet, und so verlor auch Kowal 1870 sein Stadtrecht.

Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde der Ort 1918 Teil des wiederentstandenen Polens und erhielt erneut das Stadtrecht verliehen.

Zu Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde Kowal am 3. September 1939 von zwei Fliegerbomben getroffen, am 13. September 1939 besetzte die deutsche Wehrmacht die Stadt. Während der Besetzung wurden etwa 1.500 Juden der Stadt in Ghettos und Konzentrationslager deportiert, nur wenige überlebten. Am 19. Januar 1945 marschierten sowjetische Soldaten der 1. Weißrussischen Front in Kowal ein. In der Folge wurde die Stadt wieder Teil Polens.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Anfang des 17. Jahrhunderts gab es in Kowal 240 Häuser, in welchen etwa 1.440 Menschen lebten. Ende des 17. Jahrhunderts, nach den Nordischen Kriegen, wurden nur noch 30 Häuser gezählt. In der Zwischenkriegszeit lebten etwa 4.000 bis 5.000 Einwohner in der Stadt. Dies waren Polen, Juden und Deutsche und entsprechend gab es auch drei Hauptreligionen: die katholische, evangelische und die jüdische.[2]

Gemeinde[Bearbeiten]

Kowal ist Sitz einer Landgemeinde, ist aber selber nicht Teil dieser. Die Landgemeinde hat eine Fläche von 114,75 km² auf welcher 3995 Menschen leben (30. Juni 2010[3]). Zur Gemeinde gehören die folgenden Ortschaften, die 17 Ortsteile (sołectwo) bilden:

polnischer Name deutscher Name
(1943-45)
polnischer Name deutscher Name
(1943-45)
Bogusławice Schutzhain Kępka Szlachecka 1939-43 Kempka Szlachecka
1943-45 Büschel
Czerniewiczki Vorwerk Schernhausen Krzewent Krzewent
Dąbrówka 1939-43 Dombrowka
1943-45 Hollershof
Nakonowo 1939-43 Kolonie Nakonowo
1943-45 Nackenau
Dębniaki 1939-43 Dembniaki
1943-45 Niederbrück
Przydatki Gołaszewskie (zu Kowall)
Dobrzelewice Dobern Rakutowo Krebsdorf
Dziardonice Garden Strzały Hasing
Gołaszewo Gohlen Unisławice Rühmen
Grabkowo Grabenhorst Więsławice 1939-43 Wienslawice
1943-45 Peisingen
Grodztwo 1939-43 Vorwerk Freistadt
1943-45 Vorwerk Kowall
Więsławice-Parcele 1939-43 Gut Wienslawice
1943-45 Kleinschönfelde

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Die Stadt Kowal liegt an der in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Landesstraße 1, zugleich Europastraße 75. Diese führt im Norden nach etwa 15 Kilometern durch Włocławek und im Süden nach etwa 30 Kilometern nach Krośniewice. Zukünftig soll die Autostrada A1 an der Stadt vorbeiführen. Weiterhin führt in Ost-West-Richtung die Wojewodschaftsstraße 265 (droga wojewódzka 265) durch Kowal. In westlicher Richtung führt sie dabei nach etwa 18 Kilometern durch Brześć Kujawski, im Osten nach 25 Kilometern durch Gostynin. Die Wojewodschaftsstraße 269 beginnt in Kowal. Sie verläuft in südwestlicher Richtung und führt dabei nach etwa 20 Kilometern durch Chodecz.

Die nächsten zwei internationalen Flughäfen sind der Władysław-Reymont-Flughafen Łódź welcher etwa 90 Kilometer südlich liegt und der Ignacy-Jan-Paderewski-Flughafen Bydgoszcz, etwa 100 Kilometer nordöstlich.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 3. Juli 2014.
  2. a b Website der Stadt, „Historia - Historia Kowala“ abgerufen am 22. Dezember 2009
  3. Główny Urząd Statystyczny, „LUDNOŚĆ – STAN I STRUKTURA W PRZEKROJU TERYTORIALNYM“, Stand vom 30. Juni 2010 (Memento vom 7. November 2010 auf WebCite)