Koziol

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Dieser Artikel behandelt den Haushaltswarenhersteller Koziol, für weitere Bedeutungen siehe Koziol (Begriffsklärung).
Koziol »ideas for friends GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 27. November 1927
Sitz Erbach (Odenwald)
Leitung Stephan Koziol (Geschäftsführer)
Thorsten Muntermann (Geschäftsführer)
Mitarbeiter 200 (2012)[1]
Bilanzsumme 7,2 Mio. Euro (2011)[2]Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Bilanzsumme
Branche Entwickler & Hersteller von Designproduktion
Website http://www.koziol.de

Die Koziol GmbH [koˈt͜siːɔl] ist ein führender Hersteller von Design-Haushalts- und Büroartikeln aus Kunststoff mit Sitz in Erbach.

Als Hersteller von Schneekugeln (Traumkugeln) zählt Koziol zu den drei größten weltweit, exportiert in über 50 Länder und beschäftigt in Erbach rund 180 Mitarbeiter bei einer Exportquote von 60 %.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahre 1927 eröffnete Bernhard Koziol eine Elfenbeinwerkstatt in Michelstadt. Die Anmeldung des Gewerbes erfolgte am 27. November 1927. 1930 wurde eine Scheune zur Werkstatt umgebaut, in der von mehreren Mitarbeitern Schmuck aus Elfenbein geschnitzt wurde. 1935 wurde eine handbetriebene Kunststoffspritzgussmaschine angeschafft. Im Jahre 1940 zogen die mittlerweile 150 Mitarbeiter in neue Fabrikhallen in Michelstadt ein. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die Produktion von Kunststoffartikeln ausgebaut. Ab 1950 wurden die Traumkugeln fabriziert. 1970 wurde ein Fabrikkomplex in Erbach errichtet. 1980 übernahmen die beiden Söhne des Unternehmensgründers, Bernhard Koziol jun., 1998 verstorben, und Stephan Koziol, die Leitung. Seit den 1990er Jahren produziert Koziol hauptsächlich Haushaltswaren und Geschenkartikel.[4]

Ende Oktober 2009 zog der bisherige „Outletshop“ vom alten Fabrikgebäude in einen Neubau an der aktuellen Produktionsstätte um. Gleichzeitig wurde ein Museum eröffnet, das die Unternehmensgeschichte dokumentiert.

Vorder- und Rückseite eines "Ei-Pott" der Firma koziol mit dem Label von Ernst & Young. Auf der Rückseite sieht man das nach dem Markenrechtsstreit unkenntlich gemachte "Pott".

2009 hatte Koziol einen Eierbecher auf den Markt gebracht, der bei Draufsicht eine Ähnlichkeit mit einem iPod des Unternehmens Apple aufweist und unter dem scherzhaften Namen „eiPOTT“ vermarktet wurde.[5] Apple beschritt daraufhin den Gerichtsweg wegen Markenrechtsverletzung, da es sich die Wortmarke iPod auch für Geräte und Behälter für Haushalt und Küche hatte schützen lassen.[6] Im August 2010 erließ das Oberlandesgericht Hamburg eine einstweilige Verfügung, mit der Koziol die Verwendung der Bezeichnung „eiPott“ untersagt wurde. Für den Fall der Zuwiderhandlung wurde eine Ordnungsstrafe von 250.000 Euro festgelegt.[7] Der Eierbecher wurde daraufhin in Pott umbenannt.[8][9]

2010 erneuerte das Unternehmen rund 50 % ihres Maschinenparks durch die neuesten Technologien im Bereich thermoplastischer Kunststoffe.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Odenwälder Fabrik Koziol: Der Glücksbringer
  2. Koziol >> Ideas for friends-GmbH Erbach, Jahresabschluss zum Geschäftsjahr vom 1. April 2011 bis zum 31. Dezember 2011 im Bundesanzeiger
  3. Florian Langenscheidt, Bernd Venohr (Hrsg.): Lexikon der deutschen Weltmarktführer. Die Königsklasse deutscher Unternehmen in Wort und Bild. Deutsche Standards Editionen, Köln 2010, ISBN 978-3-86936-221-2.
  4. Der Glücksbringer in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung vom 4. Februar 2012, Seite R3
  5. Koziol Eierbecher eiPott
  6. Markenschutz: „Eipott“: Ein Eierbecher macht Karriere
  7. Apple kontra Koziol „eiPott“ darf nicht weiter so heißen
  8. Koziol reagiert auf Apple-Klage „Pott“ fürs Ei statt „ei-Pott“
  9. "Eipott": Ein Eierbecher macht Karriere

49.6678398.996324Koordinaten: 49° 40′ 4″ N, 8° 59′ 47″ O