Kozy

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Dieser Artikel erläutert die Gemeinde Kozy. Für weitere Orte dieses Namens siehe Kozy (Begriffsklärung).
Kozy
Wappen von Kozy
Kozy (Polen)
Kozy
Kozy
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Schlesien
Landkreis: Bielsko-Biała
Fläche: 26,00 km²
Geographische Lage: 49° 51′ N, 19° 9′ O49.84555555555619.143888888889Koordinaten: 49° 50′ 44″ N, 19° 8′ 38″ O
Einwohner: -
(31. Dez. 2013)[1]
Postleitzahl: 43-340
Telefonvorwahl: (+48) 33
Kfz-Kennzeichen: SBI
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DK 52: Bielsko-Biała – Głogoczów
Nächster int. Flughafen: Katowice
Krakau
Gemeinde
Gemeindeart: Landgemeinde
Gemeindegliederung: 1 Kernort
Einwohner: 12.529
(31. Dez. 2013)[1]
Gemeindenummer (GUS): 2402072
Verwaltung (Stand: 2009)
Bürgermeister: Edward Kućka
Adresse: ul. Krakowska 4
43-340 Kozy
Webpräsenz: kozy.vot.pl

Kozy (deutsch Seiffersdorf, Seibersdorf, Kosy; wilmesaurisch Zajwyśdiüf) ist mit 12.000 Einwohnern das größte Dorf Polens[2] und bildet eine Landgemeinde im Powiat Bielski, Woiwodschaft Schlesien.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Kozy liegt am Nordrand der Kleinen Beskiden (Beskid Mały), am Fuße des Berges Hrobacza Łąka (828 m), 5 Kilometer nordöstlich der Kreisstadt Bielsko-Biała und ist damit ein Vorort derselben.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Landgemeinde Kozy umfasst den Kernort Kozy und hat keine Ortsteile

Geschichte[Bearbeiten]

Blick vom Hang des Bergs Hrobacza Łąka auf Kozy, 2008
Katholische Pfarrkirche, 2009
Palast aus dem 18. Jahrhundert, 2010

Laut einer Legende geht der Ort auf zwei Dörfer zurück: Kozy Górne und Kozy Dolne, also Ober- und Nieder-Kozy, die jeweils einen eigenen Schultheiß hatten, aber eine gemeinsame, 1326 gegründete Parochie bildeten. In diesem Jahr wurde der Ort lateinisch als „Duabuscapris seu Siffridivilla“ erwähnt,[2] übersetzt Auf-zwei-Ziegenböcken oder Siffrids Dorf. Diese Erwähnung enthielt also bereits den deutschen und den polnischen Ortsnamen (Kozy ist das polnische Wort für Ziegenböcke). Bereits in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts war eine Holzkirche errichtet worden.[3]

Das Dorf gehörte historisch zum Herzogtum Auschwitz, das wiederum seit 1327 der böhmischen Krone angehörte und 1457 an Polen fiel. Die Grundherren wechselten über die Jahrhunderte. Jakub Gierałtowski schließlich, führte im Jahre 1559 in der katholischen Ortskirche den Calvinismus ein. 1658 wurde die Kirche wieder dem römisch-katholischen Glauben zugeführt. Im 18. Jahrhundert fiel Seiffersdorf an die reiche Krakauer Familie Jordan.[2] Seiffersdorf lag zwar im Königreich Polen, die Bevölkerung war aber größtenteils deutschsprachig und reformiert und wurde dementsprechend von der Gegenreformation unterdrückt.[4] Unter dem Gutsherrn Jordan musste die Bevölkerung zudem harte Fronarbeit leisten. Deshalb siedelten mehr als 300 Seiffersdorfer am 25. Mai 1770 über die nahe Weichselgrenze bei Dzieditz in die preußische Standesherrschaft Pless aus.[5] Unterstützt wurde die Umsiedlung von König Friedrich dem Großen. Die Seiffersdorfer wurden auf dem Vorwerk Kielpow bei Imielin angesiedelt,[6] und dort die neue reformierten Kolonie Anhalt gegründet.[7]

1772 fiel der Ort mit der Ersten Polnischen Teilung an Österreich. 1918 wurde Kozy wieder Teil des nach dem Ersten Weltkrieg wiedererstandenen Polens.

Um 1899 wurde die alte Schrotholzkirche aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts zugunsten eines Neubaus abgerissen. Die mit Malereien versehene Holzdecke ging in den Bestand des Nationalmuseums Krakau über.[2] Von 1900 bis 1901 wurde dann die heutige Pfarrkirche St. Simon und Judas Thaddäus im neugotischen Stil errichtet.[3]

Politik[Bearbeiten]

Partnerschaften[Bearbeiten]

Die Gemeinde Kozy unterhält Partnerschaften mit

Wappen[Bearbeiten]

Über silbernem Dreiberg, in Rot zwei einander zugewandte silberne Ziegenbockköpfe mit goldenen Hörnern.

Die Gemeinde Kozy führt dieses Wappen seit 2004.

Die Farben Silber, Rot und Gold gehen auf die Woiwodschaft Krakau zurück, der das Dorf von 1564 bis 1772 angehörte. Die zwei Ziegenböcke gehen auf den historischen Namen Duabuscapris, Dwie Kosy, also „zwei Böcke“ zurück. Der Dreiberg steht für das Massiv Magura Wilkowska.[8]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

In Kozy befindet sich neben der neugotischen Pfarrkirche St. Simon und Judas Thaddäus von 1900 bis 1901 ein verfallener Gutshof aus dem 18. Jahrhundert.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Durch Kozy verläuft die Staatsstraße DK 52, die Bielsko-Biała mit dem Nordosten (Krakau) verbindet.

Bildung[Bearbeiten]

Die in Kozy bestehenden zwei Grundschulen wurden 1993 um Anbauten eines Liceum Ogólnokształcące und 1999 eines gimnazjums (Mittelschule) ergänzt. Ferner ist im Ort ein Kulturhaus tätig. Seit 1998 verfügt Kozy über eine Sporthalle und 2001 ein Schwimmbad.[2]

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kozy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 10. Juli 2014.
  2. a b c d e Vgl. Gemeindewebsite abger. am 9. November 2009
  3. a b Vgl. parafiakozy.pl abger. am 9. November 2009
  4. Vgl. Tomasz Wicherkiewicz: The making of a language: the case of the idiom of Wilamowice, southern Poland. 2003
  5. Vgl. Walter Kuhn: Geschichte der deutschen Sprachinsel Bielitz. 1998. Zitiert auf historia.beskidia.pl abger. am 9. November 2009
  6. Vgl. Gustav Adolf Benrath: Quellenbuch zur Geschichte der evangelischen Kirche in Schlesien. Oldenbourg-Verlag, 1992. S. 257 f.
  7. Vgl. Johann Georg Knie: Alphabetisch-statistisch-topographische Uebersicht der Dörfer, Flecken, Städte und andern Orte der Königl. Preuss. Provinz Schlesien. Breslau 1845
  8. Vgl. kozy.pl abger. am 10. November 2009