Kpelle (Volk)

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Die Kpelle (auch Kpèlé geschrieben, im Französischen Guerzé genannt) sind eine Ethnie in Westafrika, die hauptsächlich in Liberia sowie im Südwesten Guineas (Region Waldguinea) ansässig ist. In Liberia gibt es etwa 300.000 Kpelle, in Guinea 100.000. Ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung Liberias liegt bei ca. 20 %.

Sprache und Kultur[Bearbeiten]

Ihre Sprache, eine Mande-Sprache, wird ebenfalls Kpelle genannt und unterteilt sich in guineisches (nördliches) und liberianisches (südliches) Kpelle. Für beide Dialekte entwickelten die Kpelle ihr eigenes einheitliches Schriftsystem, die Kpelle-Schrift.

Es gibt unter den Kpelle sowohl Christen als auch Anhänger traditioneller Religionen und – insbesondere in Guinea – Muslime. Die guineischen Kpelle werden von den liberianischen auch „französische Kpelle“ genannt.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Wichtigstes Nahrungsmittel der Kpelle ist Reis, der in Brandrodungswirtschaft angebaut und einmal jährlich geerntet wird. Zweitwichtigstes Nahrungsmittel ist Maniok; daneben werden auch andere Feldfrüchte angebaut, Fischerei, Jagd und Sammlerei betrieben. Viehzucht ist hingegen eher selten. In den Dörfern wird Handwerk betrieben. Seit den 1960er Jahren existiert neben der Subsistenzwirtschaft auch der Anbau von Cash Crops wie Zuckerrohr, Kakao und Kaffee in bescheidenem Ausmaß. Viele Kpelle arbeiten heute auch als Lohnarbeiter in Kautschukplantagen und Eisenminen.

Literatur und Quellen[Bearbeiten]