Kräuselspinnen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Für die häufig als Kräuselspinne bezeichnete, kürzlich nach Mitteleuropa eingewanderte Spinnenart siehe Zoropsis spinimana
Kräuselspinnen
Nigma walckenaeri

Nigma walckenaeri

Systematik
Unterstamm: Kieferklauenträger (Chelicerata)
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Teilordnung: Entelegynae
Familie: Kräuselspinnen
Wissenschaftlicher Name
Dictynidae
O. P.-Cambridge, 1871

Die Kräuselspinnen (Dictynidae) sind eine Familie von meist kleinen Spinnen, die weltweit 563 Arten in 48 Gattungen umfasst.[1]

Aussehen und Körperbau[Bearbeiten]

Kräuselspinnen sind allesamt kleine Spinnen von maximal vier Millimetern Körpergröße.[2] Viele Arten sind unscheinbar braun gefärbt, einige jedoch auffällig bunt, wie beispielsweise die hellgrüne Nigma walckenaeri.

Kräuselspinnen sind cribellate Spinnen, stellen also mit ihrem speziellen Spinnapparat keine Leimfäden her, sondern eine besonders feine und gekräuselte Spinnwolle. Diese wird in unregelmäßigen Netzen auf Pflanzen versponnen.[3] In diesen feinen Netzen verfangen sich Insekten hoffnungslos und werden so zur Beute der Kräuselspinnen.

Lebensweise und Vorkommen[Bearbeiten]

Kräuselspinnen kommen in Mitteleuropa in unterschiedlichen Lebensräumen vor; auf Stauden, auf Trockenrasen, auf Bäumen und Büschen. Dictyna arundinacea bevorzugt die Blütenstände von vertrockneten Pflanzen wie Rainfarn oder verschiedenen Doldenblütlern. Nigma flavescens dagegen ist häufig an den Unterseiten von Eichenblättern zu finden. Arten wie Dictyna arundinacea sind überaus häufig und fast überall zu finden, wo es geeignete Standorte gibt, auch an Wegrändern und auf Ruderalflächen.

Während des Sommers findet die Paarung statt. Das Männchen vibriert vorsichtig am Netz des Weibchens, um nicht selbst zur Beute zu werden. Während der Paarung hält das Männchen die Cheliceren des Weibchens mit den eigenen Cheliceren. Nach der Paarung lebt das Männchen dann noch eine Zeitlang zusammen mit dem Weibchen in einem Netz, bis es stirbt. Das Weibchen spinnt einen Kokon in ihrem Gespinst und legt darin ihre Eier ab.[2]

Gattungen und Arten[Bearbeiten]

Die wichtigsten in Mitteleuropa vorkommenden Gattungen und Arten sind:[1]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Norman I. Platnick: The World Spider Catalog, Version 8.0 - Dictynidae
  2. a b Michael J. Roberts: Spiders of Britain and Northern Europe, Collins Field Guide, ISBN 0-00-219981-5
  3. Heiko Bellmann: Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas, Kosmos-Verlag, ISBN 3-440-09071-X

Weblinks[Bearbeiten]