Kräuselspinnen

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Kräuselspinnen
Grüne Kräuselspinne (Nigma walckenaeri)

Grüne Kräuselspinne (Nigma walckenaeri)

Systematik
Unterstamm: Kieferklauenträger (Chelicerata)
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Teilordnung: Entelegynae
Familie: Kräuselspinnen
Wissenschaftlicher Name
Dictynidae
O. P.-Cambridge, 1871

Die Kräuselspinnen (Dictynidae) sind eine Familie von meist kleinen Spinnen, die weltweit 579 Arten in 52 Gattungen umfasst.[1] Einzelne Arten haben auch die Bezeichnung Lauerspinnen. Die Typusart der Familie ist die Gemeine Kräuselspinne (Dictyna arundinacea).

Aussehen und Körperbau[Bearbeiten]

Kräuselspinnen sind allesamt kleine Spinnen. Nur wenige Arten, darunter die in Europa häufige Cicurina cicur überschreiten eine Körperlänge von vier Millimetern. Viele Arten sind unscheinbar braun gefärbt, einige jedoch auffällig bunt, wie beispielsweise die hellgrüne Nigma walckenaeri.

Kräuselspinnen gehören zu den cribellaten Spinnen. Die meisten Arten stellen mit ihrem speziellen Spinnapparat keine Leimfäden her, sondern eine besonders feine und gekräuselte Spinnwolle. Diese wird in unregelmäßigen Netzen auf Pflanzen versponnen.[2] In diesen feinen Netzen verfangen sich Insekten hoffnungslos und werden so zur Beute der Kräuselspinnen. Einige Gattungen wie Cicurina, Chorizomma, Mizaga und Mastigusa können keine Kräuselwolle produzieren, da ihr Cribellum reduziert ist.[3]

Lebensweise und Vorkommen[Bearbeiten]

Kräuselspinnen kommen in Mitteleuropa in unterschiedlichen Lebensräumen vor; auf Stauden, auf Trockenrasen, auf Bäumen und Büschen. Die Gemeine Kräuselspinne (Dictyna arundinacea) bevorzugt die Blütenstände von vertrockneten Pflanzen wie Rainfarn oder verschiedenen Doldenblütlern. Die Gelbe Kräuselspinne (Nimba flavescens) ist dagegen oft auf Eichenblättern zu finden, die Grüne Kräuselspinne auf Efeublättern und Wildem Wein. Arten wie die Gemeine Kräuselspinne sind überaus häufig und fast überall zu finden, wo es geeignete Standorte gibt, auch an Wegrändern und auf Ruderalflächen.

Während des Sommers findet die Paarung statt. Das Männchen vibriert vorsichtig am Netz des Weibchens, um nicht selbst zur Beute zu werden. Während der Paarung hält das Männchen die Cheliceren des Weibchens mit den eigenen Cheliceren. Nach der Paarung lebt das Männchen dann noch eine Zeitlang zusammen mit dem Weibchen in einem Netz, bis es stirbt. Das Weibchen spinnt einen Kokon in ihrem Gespinst und legt darin ihre Eier ab.[4]

Gattungen und Arten[Bearbeiten]

In Europa sind 80 Arten verbreitet.[1] Die wichtigsten in Mitteleuropa vorkommenden Gattungen und Arten sind:

Derzeit sind 52 Gattungen beschrieben.[5] 17 Gattungen sind monotypisch:

Stand: 25. Mai 2015

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Y. M. Marusik, S. L. Esyunin & T. K. Tuneva: A survey of Palaearctic Dictynidae (Araneae). 1. Taxonomic notes on Dictynomorpha Spassky, 1939, Brigittea Lehtinen, 1967 and Lathys Simon, 1884. Zootaxa, 3925, 1, S. 129-144, Februar 2015 doi:10.11646/zootaxa.3925.1.9
  2. Heiko Bellmann: Kosmos-Atlas Spinnentiere Europas. Kosmos-Verlag, 2006 ISBN 3-440-09071-X
  3. Jeremy A. Miller, Anthea Carmichael, Martín J. Ramírez, Joseph C. Spagna, Charles R. Haddad, Milan Řezáč, Jes Johannesen, Jiří Král, Xin-Ping Wang, Charles E. Griswold: Phylogeny of entelegyne spiders: Affinities of the family Penestomidae (NEW RANK), generic phylogeny of Eresidae, and asymmetric rates of change in spinning organ evolution (Araneae, Araneoidea, Entelegynae). Molecular Phylogenetics and Evolution, 55, S. 786–804, 2010
  4. Michael J. Roberts: Spiders of Britain and Northern Europe. Collins Field Guide, Bath 1995 ISBN 0-00-219981-5

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kräuselspinnen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien