Krönten

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Krönten

BWf1

Höhe 3'107,7 m ü. M.
Lage Kanton Uri, Schweiz
Gebirge Alpen (Urner Alpen)
Koordinaten 686610 / 18197446.7833118.5728513107.7Koordinaten: 46° 47′ 0″ N, 8° 34′ 22″ O; CH1903: 686610 / 181974
Krönten (Uri)
Krönten
Erstbesteigung 3. August 1868 durch John Sowerby und mit den Führern Josef Maria Tresch-Exer und Ambros Zgraggen
Normalweg Hochtour über den Westgrat

Der Krönten ist ein 3'107,7 m ü. M. hoher Berg in den Urner Alpen und bildet deren östlichster Dreitausender. Er liegt im Schweizer Kanton Uri rund sieben Kilometer westlich von Silenen im Reusstal.

Geographie[Bearbeiten]

Der Krönten liegt östlich des Gross Spannorts. Zusammen mit diesem, dem Chli Spannort und dem weiter nördlich liegenden Schlossberg und seinem direkten westlichen Partner, dem Zwächten (3'080 m ü. M.) umrahmt er den etwa fünf Quadratkilometer grossen Glatt Firn. Nordöstlich befindet sich mit dem Erstfelder Tal ein circa sechs Kilometer langes Seitental zum Reusstal. Durch dieses Tal kann die auf 1'903 m ü. M. liegende Kröntenhütte (SAC) erreicht werden. In der Ostflanke liegt der Leitschachfirn, aus welchem nach Osten, später Richtung Südosten das Leutschachtal (auch Leitschachtal) hervorgeht. In diesem Tal liegt auf 2'208 m ü. M. die Leutschachhütte (SAC).

Der eigentliche Gipfel besteht aus zwei Türmen, die den Grat etwa zehn Meter überragen.

Erstbesteigung[Bearbeiten]

Der Krönten wurde am 3. August 1868 durch John Sowerby und mit den Führern Josef Maria Tresch-Exer und Ambros Zgraggen erstbestiegen. Als Route wählten sie den Westgrat, welcher auch heute noch als Normalweg gilt. Den Grat erreichten sie durch das Erstfeldertal.[1]

Namensherkunft[Bearbeiten]

Der Krönten hatte in den vergangenen Jahrhunderten mehrere verschiedene Namen. Friedrich Wilhelm Delkeskamp bezeichnete 1830 in seinem Malerisches Relief des klassischen Bodens der Schweiz in dem Blatt IV den damals noch unbestiegenen Krönten als „Grindlet“ (Urner Mundart: Grind = auf den Schultern aufliegender Kopf). Der Name deutet dabei auf die dem eigentlichen Hauptkamm aufliegende Gipfelformation hin. Delkeskamp übernahm die Bezeichnung wohl nach Angaben Einheimischer.

1834 berichtet Karl Franz Lusser, welcher die erste touristische Besteigung des Bristen durchführte, vom „Gekrönten“.

Georg Hoffmann bezeichnet den Berg 1843 in seiner Veröffentlichung Wanderungen in der Gletscherwelt als „Krönlet“. 1871 wurde er vom Präsidenten des Schweizer Alpen-Clubs Rudolf Simler ebenso bezeichnet. Als weitere Bezeichnungen tauchen unter anderem „Kröntlet“ und „Krönte“ auf.

Der Name bezieht sich auf den kronenartigen Gipfelaufbau des Krönten. Zum einen wird der Gipfelgrat durch die eigentlichen Gipfeltürme gekrönt, zum anderen erinnern die sägezahnartigen Gipfeltürme an die Form einer Krone.[1]

Besteigungsmöglichkeiten[Bearbeiten]

Möglich Stützpunkte für eine Besteigung bilden die Kröntenhütte und die Leutschachhütte. Die Kröntenhütte ist in vier Stunden von Erstfeld durch das Erstfeldertal zu erreichen. Der Aufstieg kann durch eine bewilligungspflichtige Strasse nach Bodenberg auf 2,5 Stunden abgekürzt werden.[2] Die Leutschachhütte kann durch das Leutschachtal in rund 2,5 Stunden vom Arnisee (1'370 m ü. M.) erreicht werden.[3]

Der Normalweg führt über den Westgrat, welcher von der Kröntenlücke auf den Gipfel führt. Die Kröntenlücke kann sowohl von der Kröntenhütte über den Glattfirn, als auch von der Leutschachhütte über den kleinen Sassfirn erreicht werden. Die Schlüsselstelle der Tour bildet der 10 Meter hohe Gipfelturm, welcher durch einen Riss erklettert wird (II. Schwierigkeitsgrad).

Im Winter ist der Normalweg von beiden Hütten auch als Skitour begehbar, wobei der letzte Teil zum Gipfel zu Fuss zurückgelegt wird.

Eine Kletterei bis zum oberen III. Schwierigkeitsgrad fordert die Überschreitung des Krönten. Man beginnt meist im Osten und überschreitet dabei die 2'839 m ü. M. hohe Sunnig und den (2'910 m ü. M.) hohen Chli Krönten. Die Schlüsselstelle liegt dabei im Krönten Ostgrat.[4]

Eine weitere Anstiegsmöglichkeit bietet der Südgrat mit der Überschreitung des markanten Südturmes. Die Kletterschwierigkeit liegt im V. Grad.[5]

Literatur und Karte[Bearbeiten]

  • Toni Fullin, Andy Bankholzer: Clubführer Urner Alpen 3 - Vom Susten zum Urirotstock. SAC-Verlag.
  • Landeskarte der Schweiz 1:25.000. Blatt 1191, Engelberg und Blatt 1211, Meiental.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Der Krönten auf top-of-uri.ch
  2. Jürg von Känel: Schweiz plaisir Ost. Edition Filidor, 2002, S. 179.
  3. Leutschachhütte
  4. Der Krönten auf summitpost.org
  5. Der Südturm auf summitpost.org