Kraft Foods

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Kraft Foods Inc.
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Rechtsform Corporation
ISIN US50075N1046
Gründung 1903
Sitz Northfield, Illinois,
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Leitung Irene Rosenfeld, CEO
Mitarbeiter 127.000 (2010)[1]
Umsatz 49,2 Mrd. US-Dollar (2010)[2]
Branche Nahrungsmittel
Website www.kraftfoodscompany.com

Kraft Foods ist ein internationaler Lebensmittelkonzern, der 1903 in Chicago von James Lewis Kraft gegründet wurde. Heute ist der Sitz in Northfield, Illinois.

Kraft Foods ist – nach Nestlé und Pepsico – der drittgrößte Nahrungsmittelhersteller der Welt. Kraft Foods beschäftigt weltweit rund 103.000 Angestellte und beliefert Kunden in 155 Ländern.

Im ersten Quartal 2009 erzielte Kraft Foods einen Umsatz von 9,4 Milliarden US-Dollar, trotz gesunkenen Umsatzes stieg der Überschuss in diesem Zeitraum um zehn Prozent auf 660 Millionen US-Dollar.[3]

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Die Unternehmensgeschichte von Kraft begann 1903, als der Farmersohn James Lewis Kraft in Chicago mit einem Startkapital von 60 US-Dollar einen Käsehandel aufbaute.[4] Am 30. Oktober 1988 bot in einer der bis dahin größten Akquisitionen in den USA Philip Morris, der später zur Altria Group umbenannte weltweit größte Hersteller von Tabakwaren (Philip Morris, Marlboro), einen Kaufpreis von 13,1 Milliarden US-Dollar für das Unternehmen.[5] Der Kauf wurde im Dezember für einen Betrag von 12,9 Milliarden US-Dollar getätigt.[6] Im März 1989 fusionierten Kraft und General Foods zu einer Firma, der Kraft General Foods Inc. Ein Jahr später übernahm der Mutterkonzern den Schokoladenhersteller und Kaffeeröster Jacobs Suchard. Kraft General Foods Europe und Jacobs Suchard wurden 1993 zu Kraft Jacobs Suchard zusammengeführt. 2000 erwarb der Konzern Nabisco, einen Weltmarktführer im Bereich Kekse, Kuchen und Snacks.

Kraft-Produktlogo und ehemaliges Unternehmenslogo
Das Tivoli-Hochhaus in Bremen trägt das Logo einer der bekanntesten Kraft-Marken: Jacobs.

Ende März 2007 trennte sich die Altria Group von Kraft, unter anderem, damit Kraft nicht von möglichen Klagen von Tabakkonsumenten gegen Altria betroffen wird.[7] Kraft ist somit wieder unabhängig, da Altria ihre Beteiligung an Kraft anteilig an die eigenen Aktionäre in Form einer Sachdividende weitergereicht hat.[8]

Am 29. Oktober 2007 gab man bekannt, einen Teil der Kekssparte von Danone mit Marken wie LU oder auch Mikado für knapp 5,3 Milliarden Euro zu übernehmen.[9]

Im Jahr 2007 wurde der Europasitz von London in den Glattpark bei Zürich (CH) verlegt.

Das Unternehmen übernahm am 19. Januar 2010 für 11,5 Milliarden englische Pfund den britischen Süßwarenhersteller Cadbury plc. Finanziert wurde die Übernahme zum Teil mit dem Verkauf des Geschäftes mit Tiefkühlpizzen an den Konkurrenten Nestlé.[10]

[Bearbeiten] Aufspaltung

Am 4. August 2011 kündigte Kraft die Aufspaltung in zwei eigenständige börsennotierte Gesellschaften an. Ein Unternehmen beinhaltet die globalen Aktivitäten, während das andere für die nordamerikanischen Lebensmittelaktivitäten zuständig sein wird. Die Aufspaltung soll bis zum Jahresende 2012 abgeschlossen sein.[11]

[Bearbeiten] Produkte

Unternehmenszweige und Markennamen von Kraft Foods:[12]

Getränke:

Süßwaren:

Nahrungsmittel:

  • Fertigprodukte (u. a. Mirácoli)
  • Käse und Milchprodukte (u. a. Philadelphia)
  • Gelatinöse Nachspeisen (Jell-O)
  • Saucen und Würzmittel (Feinkostsaucen, Ketchup, Salatdressing, Miracel Whip, Vegemite)
  • Frühstücksgetreideflocken
  • Kartoffelchips

[Bearbeiten] Kraft Foods in Europa

Schweiz:

Der europäische Hauptsitz von Kraft Foods ist in Opfikon bei Zürich.

Deutschland:

Die deutsche Zentrale von Kraft Foods befindet sich in Bremen, dem Stammsitz der aufgekauften Kaffeerösterei Jacobs. In München ist das europäische Forschungs- und Entwicklungszentrum von Kraft Foods für Schokoladen- und Food-Produkte angesiedelt. In Berlin-Neukölln befindet sich Krafts weltweit größte Fabrik zur Herstellung von Trockenprodukten wie Kaffee und Tee.[17]

Österreich:

Die österreichische Zentrale von Kraft Foods befindet sich in Wien. Außerdem sitzt dort an einem zweiten Standort die zentrale Verwaltung für Ost- und Südost-Europa und Afrika.

Standorte im deutschsprachigen Raum
Ort Tätigkeitsfeld Anmerkung
→ Deutschland
Bad Fallingbostel Herstellung von Käse (Philadelphia, Jocca und Lindenberger), Fertiggerichten (Miracoli), Feinkost (Miracel Whip und Ketchup) und Tassimo-Produkten größtes Werk von Kraft Foods in Europa
Berlin Herstellung von Kaffee (u. a. Jacobs Krönung, Meisterröstung, Kaffee Onko, Kaffee Hag und Tassimo) Hauptlieferant für den deutschen Kaffeemarkt
Bremen-Hemelingen Herstellung von löslichem Kaffee. Herstellung sämtlicher Röstkaffeesorten wie im Werk in Berlin. Sowie Herstellung von Entcoffeinierten Röstkaffe. Verpackung von Cappuccino Um 2009/10 wurden 21 Millionen Euro in das Kaffeewerk investiert.
Bremen-Holzhafen Entkoffeinierung von Kaffee
Elmshorn Herstellung von löslichem Kaffee (u. a. Jacobs Krönung, Maxwell und Kaffee Hag)
Lörrach Herstellung von Schokolade (Milka) größter Produktionsstandort für Schokolade in Europa
München europäisches Forschungs- und Entwicklungszentrum von Kraft Foods für Schokoladen- und Food-Produkte
→ Österreich
Bludenz Herstellung von Schokolade (Bensdorp, Milka und Suchard)
Wien Herstellung von Kaffee
→ Schweiz
Bern-Brünnen Herstellung der Toblerone
Glattpark Vertrieb für die Schweiz Hauptsitz in Europa[18]
Zug Handel mit Rohkaffee, Kakaobohnen, Kakaoprodukten und Trockenfrüchten

[Bearbeiten] Kritik

Im Schwarzbuch Markenfirmen – Die Machenschaften der Weltkonzerne werden der Schokoladenindustrie, auch Kraft Foods, schwere Menschenrechtsverletzungen wie Ausbeutung und Kindersklaverei bei den Kakao-Zulieferern der Elfenbeinküste vorgeworfen.[19] Eine Reportage der ARD kam 2010 zu dem Schluss, dass große Firmen wie Mars Inc. aber auch Kraft Foods oder Nestlé Kindersklaverei „zumindest dulden.“[20]

Am 18. Dezember 2009 verhängte das deutsche Bundeskartellamt gegen die Kaffeeröster Melitta, Dallmayr und Tchibo ein Bußgeld in Höhe von ca. 159,5 Millionen Euro wegen verbotener Preisabsprachen. Kraft ermöglichte durch einen Bonusantrag die Ermittlungen und wurde im Rahmen einer Kronzeugenregelung von einem Bußgeld verschont.[21]

Im Juni 2010 wurde dem Deutschen Kaffee-Verband Hamburg vom Bundeskartellamt vorgeworfen, mit einer Pressemitteilung im Februar 2005 ein Kartell von Kaffeeunternehmen gefördert zu haben, weswegen ein Bußgeld von bis zu 90.000 € verhängt wurde. Zu den beteiligten Kaffeeröstereien gehörten neben Kraft Foods Außer Haus Service die Unternehmen Tchibo, Hamburg, Luigi Lavazza Deutschland, Frankfurt, Seeberger, Ulm, Segafredo Zanetti Deutschland, München, Gebr. Westhoff, Bremen, Melitta System Service, Minden, und J. J. Darboven, Hamburg. Den letzteren beiden Unternehmen wurden die Geldbußen wegen ihrer Kooperation bei der Aufklärung der Vorwürfe reduziert. [22]

Die Verbraucherzentrale kritisierte im März 2010 das Strecken des Kaffees »Onko« mit billigen Zutaten wie Maltodextrin und Karamell, wodurch eine 500-Gramm-Packung nur noch 440 Gramm Kaffee enthält.[23] Nicht zuletzt durch den Druck des Verbraucherportals lebensmittelklarheit.de füllte Kraft kurz darauf wieder 100% Kaffee in die Onko-Packungen.[24]

Im Oktober 2011 erhielt der Konzern vom Bundeskartellamt erneut eine Strafe. Zusammen mit dem Kaffeehersteller Krüger wurde Kraft Foods Deutschland zu einer Geldstrafe in Höhe von neun Millionen Euro verurteilt. Die beiden Unternehmen hatten zum Jahreswechsel 2007/2008 bei Instant-Cappuccino eine Preiserhöhung - je Packung 20 bis 40 Cent - abgesprochen.[25] Dem Unternehmen wurde aufgrund der Kooperation bei der Aufklärung eine Minderung der Geldbuße gewährt. Das Bußgeldverfahren wurde auf Antrag der Melitta Kaffee GmbH aus Bremen eingeleitet, die als Kronzeuge fungierte.[26]

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Kraft – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. http://www.sec.gov/Archives/edgar/data/1103982/000119312511048979/d10k.htm
  2. http://www.sec.gov/Archives/edgar/data/1103982/000119312511048979/d10k.htm
  3. Q1/2009: Kraft Foods mit weniger Umsatz und mehr Gewinn vom 5. Mai 2009
  4. Unternehmen / Historie / 1900-1949 , kraftfoods.de
  5. http://books.google.de/books?um=1&ie=ISO-8859-1&output=html&q=%22Philip+Morris%22+Kraft+1988+%22October+30%22+-Wikipedia&btnG=Nach+B%FCchern+suchen
  6. http://www.fundinguniverse.com/company-histories/Kraft-Foods-Inc-Company-History.html
  7. http://www.manager-magazin.de/geld/artikel/0,2828,326535,00.html
  8. Vollständige Trennung Altria stößt Kraft ab. handelsblatt.com, 31. März 2007, abgerufen am 21. Dezember 2009.
  9. EU-Entscheidung Danone Kekse gehen an Kraft. handelsblatt.com, 9. November 2007, abgerufen am 21. Dezember 2009.
  10. Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 20. Januar 2010, S. 11
  11. http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/Kraft-Foods-schlaegt-Erwartungen-erhoeht-Ausblick-plant-Aufspaltung-1247946
  12. Largest Brands, kraft.com – alphabetisches Markenverzeichnis der Kraft-Gruppe
  13. http*//www.jacobs.de/
  14. http://www.kraftfoods.de/kraft/page?siteid=kraft-prd&locale=dede1&PagecRef=2518&Mid=2518
  15. http://www.test.de/themen/essen-trinken/meldung/Mogelpackungen-Weniger-drin-als-frueher-4129048-4129052/
  16. http://www.mozartkugel.at/
  17. Deutschlands beliebtester Kaffee kommt aus Neukölln - Tsp. vom 24. Oktober 2011
  18. http://www.moneyhouse.ch/firmensuche.htm?f=Kraft+Foods&o=&fr=on&ge=on
  19. Klaus Werner Lobo, Hans Weiss: Das neue Schwarzbuch Markenfirmen - Die Machenschaften der Weltkonzerne. Ullenstein, Berlin 2010, ISBN 978-3-548-37314-0, S. 160-162, 312 f.
  20. Schmutzige Schokolade. Reportage/Dokumentation von Miki Mistrati im Auftrag des NDR, 43:23 Minuten, deutsche Erstausstrahlung am 6. Oktober 2005 in Das Erste, abrufbar unter http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=8577084, Stelle: 40:02-41:30
  21. Pressemitteilung B11-18-08 des Bundeskartellamtes
  22. Erneut Bußgelder gegen Kaffeeröster, dpa-Meldung vom 10. Juni 2010
  23. www.derwesten.de
  24. [1]
  25. Kaffeehersteller haben ihre Preise abgesprochen. In: Frankfurter Rundschau online vom 18. Oktober 2011, abgerufen am 18. Oktober 2011
  26. Cappuccino-Kartell muss neun Millionen Euro Geldbuße zahlen, dpa-Meldung vom 19. Oktober 2011
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