Kraftwerk Jänschwalde

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Kraftwerk Jänschwalde, 2004 (erster Schornstein bereits abgerissen)
Kraftwerk Jänschwalde, 2004 (erster Schornstein bereits abgerissen)

Das Kraftwerk Jänschwalde liegt nahe dem Dorf Jänschwalde in Brandenburg an der deutsch-polnischen Grenze.

Die installierte Leistung des Braunkohlekraftwerks beträgt 3.000 Megawatt und besteht aus sechs 500 MW-Blöcken, wobei jeweils zwei Blöcke eine Einheit bilden. Das Kraftwerk wurde zwischen 1976 und 1989 gebaut. Nach der Wiedervereinigung wurde bis Mitte der neunziger Jahre Anlagen zur Entschwefelelung der Rauchgase nachgerüstet, so dass ein Weiterbetrieb möglich wurde. Seither wird aus dem Schwefeldioxid der Abgase mittels Kalkzugabe zusätzlich Gips produziert, welcher im benachbarten Lafarge-Werk verarbeitet oder auf der Abraumhalde des Tagebaus Jänschwalde zwischengelagert wird.

Im Kraftwerk Jänschwalde wird überwiegend Rohbraunkohle aus den nahe gelegenen Tagebauen Jänschwalde (ca. 14 Mio. t/Jahr, künftig ca. 11 Mio. t) und Cottbus-Nord (4-6 Mio. t/Jahr) verstromt. Ein steigender Anteil (8-11 Mio. t / a) wird zudem über die Kohleverbindungsbahn aus dem Tagebau Welzow-Süd zugeführt. Pro Tag benötigt das Kraftwerk bei Volllast ca. 80.000 Tonnen Braunkohle. Dabei werden aus einem Kilogramm Braunkohle etwa eine Kilowattstunde Strom erzeugt.

Nach Angaben des Betreibers erreicht das Kraftwerk Jänschwalde heute einen Netto-Wirkungsgrad von 35,5 %. Laut einem Spiegel Online-Bericht von November 2007 emittiert das Kraftwerk pro produzierte KWh 1,2 kg CO2. Sein jährlicher Ausstoß liegt bei 23,7 Millionen Tonnen CO2 (2006). Auf der Weltrangliste der Kraftwerke mit den meisten Emissionen liegt es damit auf Platz 7 - innerhalb der Europäischen Union auf Platz 3. Beim Ausstoß pro KWh liegt es hier (nach dem Kraftwerk Niederaußem) auf Platz 4.

Ein Weiterbestand des Kraftwerksstandortes nach 2020 soll nach Plänen des Vattenfall-Konzerns durch den Aufschluss neuer Braunkohlentagebaue in der Lausitz gesichert werden, zu denen der Tagebau Jänschwalde-Nord zählt. Für diesen sollen drei Ortschaften der Gemeinde Schenkendöbern (Grabko, Kerkwitz, Atterwasch) umgesiedelt werden.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Braunkohleförderung von Vattenfall in Deutschland

[Bearbeiten] 2005

Tagebau Jänschwalde 14,5 Mio. t
Tagebau Cottbus-Nord   4,5 Mio. t
Tagebau Welzow-Süd 21,4 Mio. t
Tagebau Nochten    19 Mio. t
dafür beanspruchtes Land 530 ha
Erdabraum 413 Mio. m³
"Wasserhebung" 400 Mio. m³


[Bearbeiten] Bauliche Maßnahmen

Letzter der 300 m hohen Schornsteine im Januar 2006
Letzter der 300 m hohen Schornsteine im Januar 2006

Seit Ende 2002 werden in einem aufwändigen Verfahren (Sprengung ist aus Platzgründen nicht möglich) drei 300 m hohe, durch die Umbaumaßnahmen der 1990er Jahre nicht mehr notwendige Schornsteine abgerissen. Der letzte Schornstein wurde im November 2007 abgerissen. Dabei kam ein weltweit einmaliges Verfahren zum Einsatz, die Schornsteine wurden bis auf 50 m Höhe von einer speziellen mit Baggern ausgestatteten Abrisseinrichtung abgetragen. Die restlichen 50 m wurden konventionell abgebrochen.

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

Koordinaten: 51° 50′ N, 14° 28′ O

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