Kraftwerk Scholven

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

f2

Kraftwerk Scholven
Kraftwerk Scholven
Kraftwerk Scholven
Lage
Kraftwerk Scholven (Nordrhein-Westfalen)
Kraftwerk Scholven
Koordinaten 51° 36′ 10″ N, 7° 0′ 34″ O51.6027777777787.0094444444444Koordinaten: 51° 36′ 10″ N, 7° 0′ 34″ O
Land Deutschland
Daten
Primärenergie Fossile Energie
Brennstoff Steinkohle
Leistung 2126 Megawatt
Typ Dampfkraftwerk
Eigentümer E.ON Kraftwerke GmbH
Betreiber E.ON Kraftwerke GmbH
Schornsteinhöhe 302 m
Kraftwerk Scholven von Südwesten
Kühltürme von Norden
Kraftwerk Scholven von Nordwesten

Das Kraftwerk Scholven ist ein Kraftwerk der E.ON Kraftwerke GmbH im Stadtteil Scholven der Stadt Gelsenkirchen. Es gilt mit einer installierten elektrischen Leistung von 2126 MW als eines der leistungsstärksten Steinkohlekraftwerke Europas. Zwei am Standort befindliche Kraftwerksblöcke wurden bis zu ihrer Stilllegung 2001 und 2003 mit Heizöl befeuert. Das Kraftwerk produziert jährlich 10,7 Millionen Tonnen CO2; dies entspricht 900 g CO2 pro erzeugter Kilowattstunde.

Die im Kraftwerk Scholven produzierte elektrische Energie deckt etwa drei Prozent des deutschen Bedarfes. Die Blöcke B–F, das Fernwärmekraftwerk Buer (FWK) und das Dampfwerk Scholven (DWS) liefern Dampf an benachbarte Chemiebetriebe und Fernwärme an einige umliegende Städte. Die bereitgestellte elektrische Energie wird in benachbarte Betriebe sowie ins Netz von Amprion eingespeist.

Kraftwerkssilhouette[Bearbeiten]

Die 302 Meter hohen Schornsteine, welche zu den höchsten in Deutschland gehören, bilden zusammen mit den noch fünf existierenden Kühltürmen eine beeindruckende Industriekulisse. Daher wurde das Kraftwerksgelände und die benachbarte Halde Oberscholven Schauplatz im Tatort „Die Kugel im Leib“ von 1979.

Früher verfügte das Kraftwerk über insgesamt fünf Schornsteine, davon einer baugleich zum südlichen Schornstein; ein weiterer, von geringerer Höhe als die noch existierenden drei, war allein dem Block F zugeordnet. Diese wurden 1992/93 aufgrund der Umstrukturierung der Rauchgasentschwefelungsanlagen zurückgebaut und die Turmstümpfe, die auf aktuellen Luftbildern noch erkennbar sind, umgenutzt.

Die zwei nördlich stehenden Kühltürme wurden am 10. August 2008 gesprengt,[1] da sie nach der Außerdienststellung der ölgefeuerten Blöcke G und H nicht weiter genutzt werden konnten.

Das 67 m hohe und 43 m breite Kesselhaus im Block G wurde 17. Januar 2010 gesprengt.[2] Damit ist der Rückbau der Blöcke G und H weitgehend abgeschlossen.

Geschichte[Bearbeiten]

Hervorgegangen ist das Kraftwerk aus einem Betrieb zur Deckung des Eigenbedarfes an Strom und Dampf der Zeche Scholven. Daraus entwickelte sich ein leistungsstarkes Großkraftwerk. In den Jahren 1968 bis 1971 gingen die nahezu baugleichen Steinkohlekraftwerk-Blöcke B–E in Betrieb, 1974 und 1975 folgten die baugleichen Ölkraftwerk-Blöcke G und H (50 % Anteil RWE Power), 1979 der Block F und Ende 1985 das Fernwärmekraftwerk Buer (FWK). Der Block G wurde im Sommer 2001, der Block H im Sommer 2003 endgültig stillgelegt. Der Rückbau der beiden Blöcke hatte Ende 2007 begonnen. Die Sprengung der beiden Kühltürme fand am 10. August 2008 um 12:17 Uhr statt.

Im Dezember 2013 gab E.ON bekannt, dass die Blöcke D bis F bis Frühjahr 2015 abgeschaltet werden sollen.[3]

Technische Daten[Bearbeiten]

Brennstoff Steinkohle
  Dampfwerk Scholven: Heizöl EL
  Dampfwerk Zweckel: HSR, HS
Nettoleistung Block B − E je 345 MW
  Block F 676 MW
  FWK 138 MW äquivalent
Inbetriebnahme Block B 1968
  Block C 1969
  Block D 1970
  Block E 1971
  Block F 1979
  DWS 1973
  DWZ 1971
stillgelegte Blöcke, im Rückbau
Brennstoff Öl
Nettoleistung Block G und H je 672 MW
Betriebszeit Block G • 1974 − 2001
  Block H • 1975 − 2003

Netzanschluss[Bearbeiten]

Der Anschluss ans Übertragungsnetz von Amprion erfolgt bei den Blöcke B–E erfolgt auf der 220-kV-Höchstspannungsebene und beim Block F auf der 380-kV-Ebene.[4]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kraftwerk Scholven – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. ORF.at: IPTV-Video der Sprengung
  2. Sabrina Steiling: Kessel gesprengt. WAZ-Mediengruppe, abgerufen am 25. Januar 2010.
  3. Das Kraftwerk in Gelsenkirchen-Scholven soll im kommenden Jahr deutlich verkleinert werden.
  4. Kraftwerksliste Bundesnetzagentur (bundesweit; alle Netz- und Umspannebenen) Stand 16. Oktober 2013, abgerufen am 18. November 2013.