Krakau

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Krakau (Begriffsklärung) aufgeführt.
Krakau
Wappen von Krakau
Krakau (Polen)
Krakau
Krakau
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Kleinpolen
Fläche: 326,85 km²
Geographische Lage: 50° 4′ N, 19° 56′ O50.06166666666719.937222222222Koordinaten: 50° 3′ 42″ N, 19° 56′ 14″ O
Höhe: 188-393 m n.p.m
Einwohner: 758.940
(30. Jun. 2013)[1]
Postleitzahl: 30-024 bis 31-962
Telefonvorwahl: (+48) 12
Kfz-Kennzeichen: KR
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Autobahn A4
Schnellstraße S7
Schienenweg: Dąbrowa Górnicza Ząbkowice–Kraków
Nächster int. Flughafen: Krakau-Balice
Gemeinde
Gemeindeart: Stadtgemeinde
Fläche: 326,85 km²
Einwohner: 758.940
(30. Jun. 2013)[2]
Bevölkerungsdichte: 2322 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 1261011
Verwaltung (Stand: 2012)
Stadtpräsident: Jacek Majchrowski
Adresse: Plac Wszystkich Świętych 3/4
31-004 Kraków
Webpräsenz: www.krakow.pl
Hauptmarkt (Rynek Główny) mit den Tuchhallen, Wawel, Barbakan, Marienkirche, St. Peter und Paul, Collegium Maius
Die 18 Verwaltungsbezirke

Krakau (polnisch Kraków Zum Anhören bitte klicken! [ˈkrakuf] ) ist die Hauptstadt der Woiwodschaft Kleinpolen und liegt an der oberen Weichsel im südlichen Polen, rund 250 km südlich der Landeshauptstadt Warschau. Krakau ist Sitz der zweitältesten Universität Mitteleuropas und entwickelte sich zu einem Industrie-, Wissenschafts- und Kulturzentrum. Eine Vielzahl an Bauwerken der Gotik, der Renaissance, des Barocks und späterer Epochen prägt das Bild der alten Stadt, die bis 1596 Hauptstadt Polens war. Noch heute wird die zweitgrößte Stadt des Landes als heimliche Hauptstadt Polens bezeichnet und gilt als das „Jahrhunderte alte Zentrum des polnischen Staatswesens“[3]. Dies zeigt sich auch an der Bedeutung des Wawel für die polnische Geschichte: In der Burg sind die meisten polnischen Könige sowie zahlreiche Persönlichkeiten von herausragender historischer Bedeutung begraben.

Krakau hat ca. 760.000 Einwohner, während etwa 8 Millionen Menschen innerhalb eines Umkreises von 100 km um die Stadt leben.[4] Heute ist Krakau ein lebendiger Technologie- und Biowissenschaftenstandort[5] für Zentral- und Osteuropa[6] und nach Warschau der zweitgrößte Büromarkt in Polen. Krakau ist auch ein bedeutender kultureller,[7] künstlerischer und wissenschaftlicher Dreh- und Angelpunkt, z. B. mit dem ansässigen Hauptsitz des Nationalen Zentrums für Wissenschaft (pl.: Narodowe Centrum Nauki),[8] dem Zentrum der Wissens- und Innovationsgemeinschaft und dem EIT[9] In der Nähe von Krakau befindet sich eines der bedeutendsten Filmstudios in Mitteleuropa.[10][11] Nach Angaben des World Investment Report 2011 der UNO-Konferenz für Handel und Entwicklung (UNCTAD) ist Krakau der aufstrebendste Standort für Investitionen in Innovationen der Welt.[12]

Im Jahre 2000 war Krakau Kulturhauptstadt Europas. Krakau wird einer der Austragungsorte der Volleyball-Weltmeisterschaft 2014 und der Handball-Europameisterschaft 2016. Außerdem wird Krakau 2014 Sportstadt Europas.[13] 2016 wird in Krakau der Weltjugendtag der katholischen Kirche stattfinden.

Geographie[Bearbeiten]

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Krakau gliedert sich seit 1990 in 18 Stadtbezirke:

  • I. Stare Miasto (Altstadt)
  • II. Grzegórzki
  • III. Prądnik Czerwony
  • IV. Prądnik Biały
  • V. Krowodrza
  • VI. Bronowice
  • VII. Zwierzyniec
  • VIII. Dębniki
  • IX. Łagiewniki-Borek Fałęcki
  • X. Swoszowice
  • XI. Podgórze Duchackie
  • XII. Bieżanów-Prokocim
  • XIII. Podgórze
  • XIV. Czyżyny
  • XV. Mistrzejowice
  • XVI. Bieńczyce
  • XVII. Wzgórza Krzesławickie
  • XVIII. Nowa Huta (Neue Hütte)
  • Siehe auch Kazimierz – Stadtteil im Stadtbezirk I, ursprünglich selbstständige Stadt

Klima und Wetter[Bearbeiten]

Krakau liegt an der Schwelle vom atlantischen See- zum Kontinentalklima. Je nach vorherrschender Windrichtung wird das Wetter beeinflusst. Westwinde (~40 %) bringen vor allem im Sommer feuchtes Wetter mit Regen, während Ostwinde (~22 %) besonders im Winter trockene und sehr kalte Witterung hervorrufen. Der Wind weht durchschnittlich mit 11 km/h.

Die mittlere Temperatur im Januar beträgt etwa −2 °C, wobei Tiefsttemperaturen von weniger als −20 °C keine Seltenheit sind. Die mittlere Temperatur im Juli beträgt etwa +19 °C, das Thermometer kann aber auch +35 °C und mehr erreichen. Allgemein ist das Wetter sehr ruhig mit geringen täglichen Schwankungen.

An sehr heißen Sommertagen kann es zu kräftigen Gewittern kommen. In den letzten Jahren haben in der Region die Extremwettererscheinungen zugenommen. Dazu gehören Sturzregen mit 50 l/m² oder auch kleine Tornados. Im Rekordsommer 2003 wurden Staubteufel beobachtet.

Krakau
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
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44
 
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2
-3
Temperatur in °C,  Niederschlag in mm
Quelle: wetterkontor.de
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Krakau
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) -0,4 1,6 6,8 13,5 19,1 22,4 24,3 23,5 19,5 13,1 6,5 2,2 Ø 12,7
Min. Temperatur (°C) -5,9 -4,5 -0,9 4,1 9,0 12,4 14,5 13,8 10,1 5,1 1,2 -2,6 Ø 4,7
Niederschlag (mm) 34 34 33 49 76 94 95 87 50 45 44 38 Σ 679
Sonnenstunden (h/d) 1,4 1,9 3,3 4,8 6,1 6,8 6,7 5,9 5,1 3,4 1,7 1,0 Ø 4
Regentage (d) 8 7 8 8 11 12 10 9 8 8 9 10 Σ 108
Luftfeuchtigkeit (%) 85 84 79 74 72 74 75 76 79 83 86 87 Ø 79,5
T
e
m
p
e
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a
t
u
r
-0,4
-5,9
1,6
-4,5
6,8
-0,9
13,5
4,1
19,1
9,0
22,4
12,4
24,3
14,5
23,5
13,8
19,5
10,1
13,1
5,1
6,5
1,2
2,2
-2,6
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
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Geschichte[Bearbeiten]

Vorgeschichte und frühes Mittelalter[Bearbeiten]

Die Weichsel fließt durch Krakau
Blick von der Weichsel auf den Wawel, Krakau

Der Wawelhügel, auf dem heute das Schloss und die Kathedrale stehen, wurde bereits seit 20.000 Jahren dauerhaft besiedelt. In der Nähe von Krakau wurde bereits in prähistorischen Zeiten Salz abgebaut. Im 9. Jahrhundert sind Wislanen von Method von Saloniki in der Gegend um Krakau beschrieben. Die Geschichte des Territoriums an der oberen Weichsel um Krakau beginnt vor der Eroberung durch die Polanen im Jahre 999 und deren Gründung des polnischen Staates.

Nach dem durch Wincenty Kadłubek und danach entstandenen Gründungsmythos der Stadt "errichtete Stammesfürst Krak die Stadt auf dem Wawelhügel über einer Drachenhöhle, nachdem er den dort hausenden Drachen getötet hatte". Aus dieser Zeit stammen zwei Grabhügel, in denen nach der Überlieferung Krak und seine Tochter Wanda ihre letzte Ruhestätte gefunden haben sollen.

Erste Überlieferungen von Slawen, die sich am Weichselufer ansiedelten, beziehen sich auf Chrobaten, die im 9. Jahrhundert in der Krakau Gegend wahrscheinlich zeitweise zum Großmährischen Reich gehörten. In großmährischen Chroniken wird erwähnt, dass Kyrill und Method dem (unbenannten) Herrscher der Wislanen die christliche Taufe angeraten haben. Es ist nicht bekannt, ob dieser das Angebot annahm. Doch soll bereits zu dieser Zeit die erste Kirche in Krakau an der Stelle eines heidnischen Kultortes (heute Andreaskirche) errichtet worden sein. Im Jahre 965 wurde Krakau von dem arabisch-jüdischen Kaufmann Ibrahim ibn Yaqub zum ersten Mal urkundlich erwähnt. Im Jahr des Todes Boleslav II. von Böhmen (999) wurde Krakau, welches zum Böhmischen Gebiet gehörte, von Boleslaw I. Chrobry, Herzog der Polanen, erobert und kam damit unter die Herrschaft der nachmaligen polnischen Piasten.

Ende des 10. Jahrhunderts war Krakau bereits ein bedeutender Handelsplatz und wurde im Jahre 1000 von Boleslaw I. dem Tapferen (Bolesław I Chrobry) zum Sitz des Bistums Krakau erhoben. Die ersten steinernen Gebäude wurden errichtet (eine Burg auf dem Wawelhügel und diverse romanische Sakralbauten).

Hochmittelalter[Bearbeiten]

Unter Kasimir I. dem Erneuerer wurde Krakau 1038 Hauptstadt Polens. Kasimir verließ das von dem tschechischen Herrscher Břetislav I. zerstörte Gnesen, das bisher die Hauptstadt Polens war, und wählte das günstiger gelegene Krakau als Königssitz. Gleichwohl blieb Gnesen bis heute Sitz des wichtigsten polnischen Erzbistums und damit des polnischen Primas. Durch die Übernahme der Rolle als polnische Hauptstadt entwickelte sich Krakau sehr schnell im 11. Jahrhundert. Es entstanden zahlreiche Bauten im romanischen Stil, u. a. die Wawelrotunde, die Kirchen St. Adalbert und St. Andreas, das Kloster Tyniec und Norbertanki sowie der Stadtteil Okół nördlich vom Wawel um den heutigen Maria-Magdalena-Platz. Im 11. Jahrhundert kam es aber auch zum Konflikt der weltlichen mit der kirchlichen Macht in Polen, der darin mündete, dass König Bolesław II. der Kühne (Bolesław II. Śmiały), der Sohn Kasimir´ I., den Erzbischof Stanislaus in der Michaeliskirche 1079 erschlug. Stanislaus wurde zu einem der ersten Schutzpatrone Polens. Bolesław II. musste aus Polen fliehen und wurde später in Ungarn vergiftet. Sein Bruder Władysław I. Herman, der 1079 ihm auf den Thron folgte, verlegte für kurze Zeit die Hauptstadt weiter nach Płock. In der Płocker Kathedrale sind Władysław Herman und sein Sohn Bolesław III. Schiefmund beigesetzt.

Blick vom Wawel auf die Altstadt

Doch bereits Anfang des 12. Jahrhunderts sicherte sich Krakau wieder die Stellung der polnischen Hauptstadt. Nach dem Tod Boleslaws III. war Krakau von 1138 bis 1320 Hauptstadt des Seniorats Polen. Die Krakauer Fürsten waren im Rahmen der Senioratsverfassung den übrigen polnischen Teilfürsten übergeordnet und versuchten das Königreich Polen wiederzuvereinen. In dieser Zeit wanderten viele Juden und Deutsche nach Krakau ein und erwarben das Bürgerrecht. Gleichzeitig wurde Krakau im 13. Jahrhundert mehrmals von den Tataren belagert. Besonders verheerend war im Zuge der Schlacht bei Wahlstatt der erste Ansturm der Mongolen der Goldenen Horde im Jahr 1241, den nur die Wawelburg und der Stadtteil Okół überstanden. Die Bürger konnten in der Andreaskirche und auf der Burg Schutz finden. Nach dieser Zerstörung wurde Krakau im Stil der Gotik planmäßig auf einem Schachbrettmuster wieder aufgebaut.

1257 wurde Krakau nach Magdeburger Stadtrecht von Bolesław dem Schüchternen neugegründet und in der heute noch in der Altstadt zu sehenden Weise wieder aufgebaut. In dieser Zeit wurden die Marktplätze und das schachbrettartige Straßennetz der Altstadt geformt, in das ältere Fragmente, wie die Marienkirche oder die Grodzka-Straße, eingebettet wurden. Bolesław der Schüchterne und seine Frau, die Heilige Kinga, förderten den Salzabbau in Bochnia und Wieliczka untertage. Damit legten sie einen Grundpfeiler für den Reichtum der Stadt im Spätmittelalter. 1281 erfolgte der letzte große tatarische Angriff auf Krakau, den die vom Turmbläser gewarnten Bürger jedoch abwehren konnten. Das Hejnał-Signal erinnert gemäß einer modernen Legende daran, ebenso wie die Figur des Lajkonik (ein Krieger mit Steckenpferd).

Im Jahre 1311 erhob sich die deutsche Bürgerschaft unter Führung des Vogtes Albert gegen den polnischen Seniorherzog Władysław I. Ellenlang. Nachdem er den Aufstand niedergeschlagen hatte, ließ Władysław die meisten Deutschen aus der Stadt verbannen, einige hinrichten. Die Nationalität der Bürger wurde durch einen einfachen polnischen Sprachtest überprüft: Als Deutscher galt, wer soczewica, koło, miele, młyn nicht fehlerfrei nachsprechen konnte. Laut dem britischen Historiker Norman Davies zeigten sich bei der Auseinandersetzung erste Züge eines polnischen Chauvinismus.[14] Um 1480 waren wieder 36 %[15] der Einwohner mit Stadtrecht deutschsprachig und in der prächtigsten Pfarrkirche, der Marienkirche, wurde deutsch gepredigt – bis auf königlichen Erlass hin die deutschen Predigten in die Barbarakirche verlegt wurden.

Weitere Repressionen gegen die Stadt waren der Entzug der Ratswahl und die Gründung von benachbarten Konkurrenzstädten wie Kazimierz. Die politischen Aspirationen der Städte, insbesondere von Krakau, wurden dadurch dauerhaft gebrochen.[16] 1320 wurde in der Wawelkathedrale zum ersten Mal seit der Teilung im Jahre 1138 wieder ein polnischer König gekrönt, Władysław Ellenlang. Krakau blieb Krönungs- und Begräbnisstätte der polnischen Könige bis 1734, im 16. Jahrhundert allerdings wurde Warschau Hauptstadt.

Seit 1150 existierte eine Lateinschule des Krakauer Erzbistums und Kasimir III. der Große (Kazimierz III Wielki) – der Sohn Władysław Ellenlangs – gründete 1364 die Krakauer Akademie (die spätere Jagiellonen-Universität), die nach der Universität Prag die zweitälteste in Mitteleuropa ist. Kasimir der Große gründete die Vorstädte Kazimierz (1335) und Kleparz (1366) und ließ die Wawelkathedrale und viele andere Kirchen im gotischen Stil umbauen bzw. neu errichten. Zu seiner Zeit kamen nach den Pestpogromen von 1348/49 besonders viele Juden nach Polen und Krakau, denen Kasimir III. weitgehende Privilegien und in der Ausweitung des Kalischer Toleranzedikts von 1265 die Religionsfreiheit sicherte. Entgegen einem weitverbreiteten Irrtum siedelten die Juden zunächst nicht in Kazimierz, sondern im heutigen Universitätsviertel um die St.-Anna-Straße.

Die Stadtregierung Krakaus unterstand jahrhundertelang dem Krakauer Erzbischof als Fürstbistum. Während der Herrschaft von Władysław II. Jagiełło Ende des 14. Jahrhunderts wurde Krakau ein Mitglied der Hanse, verließ diese aber 1478 wieder.

Spätmittelalter[Bearbeiten]

Stadtansicht von Krakau in der Schedel’schen Weltchronik von 1493
Der Hochaltar in der Marienkirche, Hauptwerk von Veit Stoß

Nach dem Tod Kasimirs III. des Großen 1370 kam sein Neffe Ludwig von Anjou an die Macht, der gleichzeitig auch König von Ungarn war. Nach dessen Tod bestieg die 12-jährige Hedwig 1384 den polnischen Thron als König (nicht Königin). Sie heiratete den litauischen Großfürsten Władysław II. Jagiełło und legte damit den Grundstein für die Union zwischen beiden Staaten. Sie verstarb sehr jung 1399 und vererbte ihr ganzes Vermögen der Krakauer Universität. Ihr Ehemann Władysław II. Jagiełło besiegte 1410 den Deutschen Orden bei Tannenberg militärisch und 1416 auf dem Konzil zu Konstanz juristisch. Nach der polnisch-litauischen Union von Krewo 1385 entwickelte sich Krakau als Hauptstadt einer der größten europäischen Kontinentalmächte ökonomisch, kulturell, wissenschaftlich und urban. Władysław II. Jagiełło gilt als Stammvater der Dynastie der Jagiellonen, die in Polen-Litauen, dem Königreich Böhmen und Ungarn regierten und starke familiäre Beziehungen mit Habsburg, Wittelsbach und Vasa unterhielten. Unter ihrer Herrschaft wuchs Krakau weiter. Es wurde ein Mitglied der Hanse. Der Fürstbischof regierte sehr geschickt ab 1434 für die minderjährigen Söhne Władysław II. Jagiełłos, Władysław III. von Warna und Kasimir IV. Jagiellonicus (Kazimierz IV Jagiellończyk). Unter letzterem blühte Krakau in der Spätgotik auf. Von den zahlreichen Kinder von ihm und seiner Frau Elisabeth von Habsburg, der Mutter der Jagiellonen, wurden allein vier Könige, sieben weitere bekleideten wichtige Kirchenämter oder heirateten in meist deutsche Adelsgeschlechter ein. Als Folge davon sind alle gegenwärtigen europäischen Monarchen mit Kasimir IV. und Elisabeth verwandt. Ausgebildet wurden die Kinder von dem italienischen Humanisten Kallimachus, der aus politisch-religiösen Gründen aus Rom nach Krakau geflohen war. 1475 warb der bayerische Herzog Georg der Reiche, der Erbe des Herzogtums Bayern-Landshut, um die Hand von Hedwig Jagiellonica (Jadwiga Jagiellonka). Nach einer zweimonatigen Reise fand in Landshut die Landshuter Fürstenhochzeit statt. Viele Gelehrte und Künstler aus dem deutschsprachigen Raum, meist aus Franken, gingen nach Krakau, so auch Buchdrucker. Kaspar Straube war 1473 der erste, aber erst Johann Haller konnte eine Druckerpresse für längere Zeit in Krakau betreiben. 1488 gründete der Humanist Conrad Celtis die Sodalitas Litterarum Vistulana, eine Gelehrtengesellschaft nach Vorbild der Römischen Akademie. 1489 beendete Veit Stoß (poln. Wit Stwosz) aus Nürnberg die Arbeit am Hochaltar der Krakauer Marienkirche, und fertigte dann den Marmorsarkophag für Kasimir IV. Jagiellonicus, Kallimachus sowie für Bischöfe von Krakau und Posen. Auch zahlreiche andere Künstler aus Italien, Holland und Süddeutschland kamen in der Zeit Kasimirs IV. nach Krakau und arbeiteten im Stil der Spätgotik und Renaissance. Drei seiner Söhne waren nacheinander polnische Könige, der älteste aber König von Böhmen und Ungarn. Die Könige Alexander und Jan I. Olbracht ließen die Stadtbefestigung gegen einen befürchteten Türkenansturm ausbauen und um die Barbakane 1499 ergänzen und legten in Kazimierz den Grundstein für das neue jüdische Viertel, in dem in der Renaissance die Alte Synagoge (die älteste erhaltene in Mitteleuropa ist freilich die Prager Altneusynagoge aus dem 13. Jahrhundert) errichtet wurde. Ihr jüngerer Bruder Sigismund I. der Alte (Zygmunt I Stary) und dessen Sohn Sigismund II. August (Zygmunt II August) bauten Krakau zum Machtzentrum der jagiellonischen Länder in Polen-Litauen und Tschechien-Ungarn aus. Zu dieser Zeit zählte Krakau ca. 30.000 Einwohner. Aus dieser kulturellen Blütezeit der Stadt ist noch heute eine Vielzahl von Baudenkmälern und Kunstschätzen der Gotik und Renaissance erhalten. Insbesondere der Schlosskomplex auf dem Wawelhügel und die befestigte Altstadt – Barbakane, Tuchhallen, Bürgerhäuser etc. Auch die Universität erlebte in dieser Zeit ihre Blüte. Hier studierte Ende des 15. Jahrhunderts Nikolaus Kopernikus zusammen mit zahlreichen deutschsprachigen Gelehrten.[17]

Frühe Neuzeit[Bearbeiten]

Leonardo da Vincis Dame mit dem Hermelin, Czartoryski-Museum, Krakau
Denkmal für Nikolaus Kopernikus vor der Alten Universität Krakau

Sigismund I. der Alte ließ das 1499 niedergebrannte gotische Königsschloss, das Kasimir der Große errichtet hatte, von den florentinischen Meistern Francesco Fiorentino und Bartolomeo Berrecci, einem der größten italienischen Renaissancebaumeister und -bildhauer, im Stil der Renaissance wiederaufbauen. Die Sigismundkapelle auf dem Wawel von Berrecci gilt als schönstes Bauwerk der italienischen Renaissance außerhalb Italiens. Das Werk von Berreccis war so überragend, dass einer seiner Landsleute, der ebenfalls als Künstler an den Krakauer Hof gekommen war, diesen 1534 aus Neid auf dem Krakauer Marktplatz niederstach. Berrecci wurde mit großen Ehren in der Fronleichnamskirche in Kazimierz beigesetzt. Sigismund I. heiratete Bona Sforza aus Mailand, die viele italienische Künstler an den Krakauer Hof brachte. Aber auch Deutsche, Niederländer und Polen waren unter Sigismund I. in Krakau künstlerisch aktiv. 1505 sind im Balthasar-Behem-Kodex die Statuten der deutschsprachigen Bürger-Gilden beschrieben. 1520 veranlasste Johann Beheim die Herstellung der heute noch größten polnischen Kirchenglocke, der Sigismund-Glocke. Peter Vischer aus Nürnberg eröffnete eine Bronzegießerei in Krakau. Stanislaus Samostrzelnik schuf viele Renaissancefresken in den Krakauer Kirchen. Im gleichen Zeitraum war Hans Dürer, der jüngere Bruder Albrecht Dürers, Hofmaler bei Sigismund I. dem Alten. Hans von Kulmbach malte den Johannes-Altar der Marienkirche.

1525 huldigte Albrecht, der Großmeister des Deutschen Ordens, dem polnischen König auf dem Krakauer Marktplatz und löste auf Anraten Martin Luthers und mit Billigung des polnischen Königs den Ordensstaat auf. Albrecht schuf mit diesem Herzogtum Preußen als polnischem Lehen das erste Gebiet, das den lutherischen Glauben annahm. Die Konflikte um Reformation und Gegenreformation wirkten sich auch bald auf Krakau aus.

Sigismund II. August wurde 1530 zu Lebzeiten seines Vaters König von Polen und regierte bis zu dessen Tod 1548 mit diesem gemeinsam. Auf Anraten von Königin Bona Sforza holte auch er viele italienische Künstler nach Krakau, unter denen die Brüder Santi und Monti Gucci die bedeutendsten waren. Ersterer baute die Tuchhallen im Renaissancestil um und schuf viele Marmorskulpturen in der Wawelkathedrale, letzterer baute die alte Synagoge in Kazimierz um. Mitte des 16. Jahrhunderts wurde begonnen, die deutschsprachige Stadtregierung durch eine polnische bzw. italienische zu ersetzen.[18] 1572 starb der letzte Jagiellonenkönig, Sigismund II. August. Sein Nachfolger aus Frankreich Heinrich von Valois regierte nur ein Jahr auf dem Wawel. Ihm folgte der Ungar Stephan Báthory, unter dem Krakau sich weiter im Stil des Manierismus entwickelte. Doch verlegte 1596 der polnische und zeitweise schwedische König sowie zeitweilige Zar von Russland Sigismund III. Vasa (Zygmunt III Waza) die Residenz nach Warschau, das bis 1526 (dem Jahr des Erlöschens des masowischen Piastenhauses) Hauptstadt des Herzogtums Masowien gewesen war, welches an die polnische Krone zurückfiel. Sigismund bevorzugte die Nähe Warschaus zu seinem schwedischen Erbkönigreich und zu seinen russischen Ambitionen. Gleichwohl entstanden in der formellen Hauptstadt Krakau noch ehrgeizige barocke Projekte, wie die Peter-und-Paul-Kirche, die St.-Anna-Kirche, die Benediktinerkirche, die Kamaldulenser-Abtei etc. Die Bedeutung Krakaus nahm aber ab, beschleunigt durch die Plünderung während der schwedischen Invasionen 1655 und 1702 und durch die Pest, die 20.000 Opfer forderte. Ende des 17. Jahrhunderts und im 18. Jahrhundert lag Krakau abseits der polnischen Politik, die nun in Warschau ihren Mittelpunkt hatte. 1778 wurden in Krakau ohne die Vorstädte 8.894 Einwohner gezählt und 1782 insgesamt 9.193 Einwohner.[19]

Österreichische Zeit und Republik Krakau[Bearbeiten]

Juden in Krakau[20]
Jahr Ges.-Bev. Juden Anteil
1857 34.200 12.937 37,8 %
1869 49.800 17.670 35,5 %
1880 66.300 20.269 30,6 %
1890 72.400 20.939 28,0 %
1900 91.000 25.670 28,1 %
1910 152.000 32.321 21,3 %
Stadtplan aus dem Jahr 1896. Fast alle Straßen heißen 2010 so wie damals.

Im Zuge der Dritten Teilung Polens wurde Krakau 1795 im Kaisertum Österreich dem Kronland Galizien zugeordnet, dem habsburgischen Anteil aus der Ersten Teilung Polens 1772. 1809 bis 1815 gehörte es zum von Napoléon errichteten Herzogtum Warschau und war nach dem Wiener Kongress als Republik Krakau bis 1846 ein Kondominat unter dem gemeinsamen Protektorat seiner Nachbarn Russland, Preußen und Österreich. Nach dem Krakauer Aufstand 1846 annektierte Österreich Krakau mit Zustimmung von Russland und Preußen. Es folgte eine zunächst von Germanisierungstendenzen der Wiener Führung geprägte Zeit, die jedoch nach der Niederlage Österreichs im Krieg gegen das sich formierende Italien und einer Schwächung der Zentralisten in Wien durch den österreichisch-ungarischen Ausgleich von 1867 von weitreichender Autonomie für Galizien abgelöst wurde.

Im cisleithanischen Teil der nunmehr als k.u.k. Monarchie bezeichneten Realunion, der liberal regiert wurde und allen Nationalitäten Gleichberechtigung einräumte, entwickelte sich Krakau erneut zum Zentrum polnischer Kunst und Kultur. In diese Zeit fiel das Wirken von Jan Matejko, Stanisław Wyspiański, Jan Kasprowicz, Stanisław Przybyszewski, Juliusz Kossak, Józef Mehoffer und Wojciech Kossak, Stanisław Ignacy Witkiewicz und Leon Chwistek. Krakau wurde das Zentrum der neoromantischen Bewegung Junges Polen, des Jugendstils sowie des "polnischen Modernismus". So wurde Krakau neben Warschau eines der bedeutendsten Zentren der polnischen Unabhängigkeitsbewegung. Mit Wien als damaliger Hauptstadt war Krakau seit 1856 durch die k.k. Nordbahn verbunden, die wichtigste Bahnstrecke der Monarchie. In den letzten zwei Jahrzehnten vor dem Ersten Weltkrieg erlebte Krakau eine sprunghafte Modernisierung, die nicht zuletzt vom jüdischen Bürgertum getragen wurde.[21]

Der Wawel wurde von der k.u.k. Armee als Kaserne genutzt, wobei wesentliche historische Bauelemente beseitigt oder beschädigt wurden. Anlässlich eines Aufenthalts von Kaiser Franz Joseph I. in Krakau 1880 (er war im Stadthaus von Statthalter Graf Potocki auf dem Rynek Głowny zu Gast) wurde dem Monarchen eine Petition überreicht, den Wawel zur kaiserlichen Residenz zu erklären. Franz Joseph sagte dies zu; die Verhandlungen der Stadtverwaltung mit dem k.u.k. Kriegsministerium führten aber erst 1905 zur Räumung der königlichen Burg durch das Militär, worauf sofort Restaurierungsarbeiten begannen, die erst in der Zwischenkriegszeit abgeschlossen werden konnten.

Die russische Grenze war nur wenige Kilometer von Krakau entfernt. Das Militär ließ daher im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts zahlreiche Außenforts[22] rund um die von Mauern umgebene Stadt errichten, um diese gegebenenfalls als Festung gegen Russland verteidigen zu können. Einige dieser Forts sind bis heute erhalten.

1918–1945[Bearbeiten]

Am Ende des Ersten Weltkriegs sah sich Krakau ab 28. Oktober 1918 wie ganz Galizien als Teil des wieder erstehenden polnischen Staates. Dies wurde im September 1919 im Vertrag von Saint-Germain bestätigt. Krakau entwickelte sich in der Zwischenkriegszeit sehr schnell und war neben Warschau und Lemberg eines der wichtigsten kulturellen Zentren Polens.

Parade von SS und Polizei am 25. Oktober 1940 (Aufnahme aus dem deutschen Bundesarchiv)
Internierte Juden bei Krakau, etwa Ende 1939 (Aufnahme aus dem Bundesarchiv)

Im Polenfeldzug wurde Krakau am 6. September 1939 von der deutschen Wehrmacht besetzt. Westgalizien wurde Bestandteil des Generalgouvernements für die besetzten polnischen Gebiete mit Sitz in Krakau. Unter Generalgouverneur Hans Frank wurden in Stadtnähe die Konzentrationslager Plaszow und Auschwitz-Birkenau errichtet.

1941 errichteten die deutschen Besatzer im Stadtteil Podgórze am rechten Weichselufer für jüdische Stadtbürger das Ghetto Krakau, in dem zeitweise 20.000 Menschen als Arbeitssklaven gefangen gehalten wurden. Im Herbst 1941 wurden 2000 Menschen aus dem Sammellager selektiert, weggebracht oder vor Ort ermordet. Das Ghettogelände wurde anfänglich mit Mauern abgesperrt. Nach weiteren Deportationen (1.–8. Juni und 27.–28. Oktober 1942) wurde das ganze Gelände im Dezember in Wohnbezirk A und Wohnbezirk B unterteilt. Das war die Vorbereitung für die endgültige Liquidation, die am 13. März 1943 begann.

Die Besatzer vernichteten einen großen Teil der Kunstschätze des Wawels, insbesondere der polnischen Künstler. Die Bausubstanz Krakaus blieb zum großen Teil erhalten, da das NS-Regime Krakau als ursprünglich deutsche Stadt betrachtete. Krakau blieb von Bombardements und größeren Zerstörungen weitgehend verschont. Es verlor aber fast die Hälfte seiner Bevölkerung, so gut wie die ganze jüdische Gemeinde, und insbesondere in der „Sonderaktion Krakau“ vom November 1939 die universitäre Elite.

Seit 1945[Bearbeiten]

In der Schlussphase des Zweiten Weltkriegs trieb die Rote Armee die deutsche Wehrmacht durch Polen vor sich her und besetzte das Land. Die UdSSR und die polnische Regierung unterdrückten die bürgerlichen und aristokratischen Strömungen der Krakauer. Am 11. August 1945 kam es zum Pogrom von Krakau an der jüdischen Bevölkerung (siehe hierzu auch: Pogrom von Kielce). Die Behörden weigerten sich, einzuschreiten und die vom Tod bedrohten Menschen zu retten.

Aus ideologischen Überlegungen wurden in unmittelbarer Nachbarschaft zur Stadt das damals weltgrößte Stahlwerk und die sozialistische Trabantenstadt Nowa Huta (Neue Hütte) errichtet. Die Regierung erhoffte sich durch einen größeren Anteil an „sozialistischen Arbeitern“ den Einfluss der „kapitalistischen Intellektuellen“ zu beseitigen. Nowa Huta wurde später während der Solidarność-Bewegung zu einem Brennpunkt des sozialen und politischen Reformwillens gegen den Kommunismus. Bis in die 1990er Jahre hinein schädigten die Emissionen des Stahlwerks die historische Bausubstanz Krakaus.

1978 wurden die Altstadt von Krakau und der Wawel zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Das Salzbergwerk Wieliczka vor den Stadttoren Krakaus wurde 1978 ebenfalls UNESCO-Weltkulturerbe. Im selben Jahr wurde der Erzbischof von Krakau, Karol Wojtyła, zum Papst gewählt und nahm als solcher den Namen Johannes Paul II. an. Er besuchte Krakau während seines Pontifikates mehrmals. Diese Wahl hatte bedeutende Auswirkungen auf die polnische Oppositionsbewegung.

Nach den Gesprächen am Runden Tisch 1988/89 und den ersten freien Wahlen 1989 konnte sich Krakau wieder frei entwickeln. Die Versäumnisse früherer Restaurierungsarbeiten konnten in den 1990er Jahren nachgeholt werden. Es wurden Autobahnverbindungen nach Katowice und Breslau errichtet und der Flughafen in Balice ausgebaut. Nunmehr wird die Autobahn A4 in Richtung Tarnów ausgebaut und die Schnellstraße „Zakopianka“ in die Hohe Tatra modernisiert.

Architektur[Bearbeiten]

Da nach dem Tatarensturm im 13. Jahrhundert keine wesentlichen Zerstörungen mehr erfolgten und sich die Industrialisierung eher außerhalb abspielte, ist Krakau reich an Beispielen aller Epochen ab dem Hochmittelalter (Romanik und Gotik), vor allem Renaissance, aber auch Barock, Jugendstil und Neogotik sind zu finden (Collegium Novum). Bausünden wurden erfreulich wenige begangen, allerdings existiert eine bemerkenswerte Investitionsruine, das unvollendete Hochhaus Szkieletor. Seit dem Jahr 2002 werden viele Baulücken im Stadtgebiet durch angepasste Neubauten geschlossen.

Kulturelles Leben, Veranstaltungen[Bearbeiten]

Das Słowacki-Theater zwischen Florianstor und Hauptbahnhof
Die Jama Michalikowa in der Ulica Floriańska
Aufgang zum Wawel mit Reiterstandbild von Tadeusz Kościuszko

Die bekanntesten Theater[Bearbeiten]

  • Altes Theater (Stary Teatr)
  • Juliusz-Słowacki-Theater (Teatr im. Juliusza Słowackiego)
  • Teatr Bagatela ("Theater Kleinigkeit")
  • Teatr Ludowy ("Volkstümliches Theater")
  • Teatr Groteska ("Groteskes Theater")

Die Opera Krakowska war bis zur Vollendung des neuen Opernhauses im Słowacki-Theater untergebracht.

Bekannte Regisseure und Schauspieler Krakaus sind Andrzej Wajda und Jerzy Stuhr.

Kabarett[Bearbeiten]

Krakau ist bekannt für seine alte Tradition des literarischen Kabaretts, die bis heute gepflegt wird. Bekannteste Kabarett-Theater sind Piwnica pod Baranami und Jama Michalika. Ein neues, junges Kabarett ist Loch Camelot. Im Piwnica pod baranami hatte die legendäre Chansonsängerin Polens Ewa Demarczyk ihre ersten Auftritte. Sie ist dem Kabarettkeller bis heute eng verbunden. Tradition hat der jährliche Kabarettwettbewerb PAKA, der u.a. dem bekanntesten deutschen "Nicht-Politiker" in Polen, Steffen Möller zum Durchbruch verhalf.

Die bekanntesten Kinos[Bearbeiten]

Direkt in der Altstadt gelegen sind das Ars und das Pod Baranami, zwei Programmkinos, die mit origineller Einrichtung und unterschiedlichen Aktionen und Veranstaltungen besonders unter Studenten beliebt sind. Mainstream-Filme werden aber genauso gezeigt. Dagegen sind die gemeinsam betriebenen Kinos Kijów und Mikro reine Programmkinos, die sich (v.a. da Mikro) auf alternative Independent-Filme spezialisiert haben. Zu den reinen Blockbuster-Kinos wiederum gehören die drei Kinos der Kette Cinema City und das Multikino, das für seine Filmmarathons bekannt ist. Das Orange IMAX zeigt dreidimensionale Filme.

Die wichtigsten Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • stündliches Trompetensignal (Hejnał Mariacki, anhören?/i) vom Turm der Marienkirche (von einem Trompeter gespielt)
  • Internationales Festival der Seemannslieder (Shanties) – (Februar)
  • Internationales Festival des Alternativ- und Experimentaltheaters – Krakowskie Reminiscencje Teatralne – (März)
  • Kabarettwettbewerb PAKA (März)
  • Internationales Theaterfestival "Krakowskie Reminiscencje Teatralne" – (April)
  • Tage der Orgelmusik – (April)
  • Juwenalia – Studentenfestival – (Mai)
  • Krakowski Festiwal Filmowy – (Mai/Juni)
  • Jüdisches Kulturfestival in Krakau – (Juni/Juli), einer der Höhepunkte des Krakauer Kulturjahres
  • Jazzfestival im „Pod Baranami“ – (Juli)
  • Festival „Klassische Musik an historischen Orten“ – (August)
  • Festival der Jazztrompeter – Miles Davis Memorial Night – (September)
  • Festival „Genius Loci“ in Kazimierz – (Oktober)
  • Wettbewerb der Krakauer Weihnachtskrippen – (Dezember)

Parks und Umweltschutz[Bearbeiten]

In Krakau gibt es ca. 40 Parks, die insgesamt 318,5 ha (Stand von 2002) umfassen. Es stellt beinahe ein Prozent der Gesamtfläche der Stadt dar.

Auf dem Stadtgebiet gibt es viele wertvolle Tier- und Pflanzenarten. In Krakau gib es 5 Naturschutzgebiete mit der Gesamtfläche von 48,6 ha (0,14 % des Stadtgebiet). Auf dem Gebiet kann man auch kleine grüne Flächen finden, die zum Komplex der Landschaftsschutzgebiete Jurajskie Parki Krajobrazowe gehören. Es dient zum Schutz der folgenden Gebiete: Jura Krakowsko-Częstochowska u.a. Fragmente der Parks Bielańsko-Tyniecki, Tenczyński und Dolinki Krakowskie mit Ihrer Umhüllung. Die Flora des Gebietes Jura Krakowsko-Czestochowska gehört zum Programm Corine biotopes in Bezug auf seine Tier- und Pflanzenwelt, Geomorphologie und Landschaft.

Der westliche Teil von Krakau ist das so genannten Gebiet Obszar Krakowski und ist dem polnischen ökologischen Netz unterstellt. Ein Teil der Stadt liegt im Bereich der Biotopvernetzung der Weichsel. Flüsse, ihre Täler sowie Gewässer sind die interessantesten Plätze in Krakau in Bezug auf die Naturschätze.

Bildung[Bearbeiten]

Krakau ist seit Jahrhunderten eines der wichtigsten Bildungszentren Polens. In der Stadt sind elf Hochschulen mit etwa 10.000 Angestellten und 51.000 Studenten sowie eine Reihe weiterer höherer Bildungseinrichtungen angesiedelt. Insgesamt gibt es in der Stadt 160.000 Studenten.

  • Jagiellonen-Universität (Uniwersytet Jagielloński), gegründet 1364
  • Technische Universität Krakau (Politechnika Krakowska), gegründet 1945
  • Akademie für Bergbau und Hüttenwesen Krakau (Akademia Górniczo-Hutnicza), gegründet 1919
  • Kunsthochschule Krakau ( Akademia Sztuk Pięknych im. Jana Matejki), gegründet 1818
  • Musikakademie Krakau (Akademia Muzyczna)
  • Landwirtschaftsuniversität Krakau (Uniwersytet Rolniczy w Krakowie)
  • Wirtschaftsuniversität Krakau (Universytet Ekonomiczny), gegründet 1882
  • Sportakademie Krakau (Akademia Wychowania Fizycznego w Krakowie)
  • Pädagogische Universität Krakau (Uniwersytet Pedagogiczny im. Komisji Edukacji Narodowej w Krakowie), gegründet 1946
  • Staatliche Theaterhochschule Krakau (Państwowa Wyższa Szkoła Teatralna)
  • Päpstliche Universität Johannes Paul II. (Uniwersytet Papieski Jana Pawła II)
  • Das Ignatianum – Hochschule für Philosophie und Pädagogik (Wyższa Szkoła Filozoficzno-Pedagogiczna „Ignatianum“)
  • Bogdan-Jański-Hochschule (Szkoła Wyższa im. Bogdana Jańskiego)
  • Hochschule für Management und Bankwesen (Wyższa Szkoła Zarządzania i Bankowości)
  • Krakauer Andrzej-Frycz-Modrzewski-Akademie (Krakowska Akademia im. Andrzej 'Frycza' Modrzewskiego)
  • Hochschule für Wirtschaftswissenschaften und Informatik (Wyższa Szkoła Ekonomii i Informatyki)
  • Hochschule für Management (Wyższa Szkoła Zarządzania)
  • Józef–Tischner–Europa-Hochschule (Wyższa Szkoła Europejska im. Ks. Józefa Tischnera)
  • Kleinpolnische Fachhochschule Krakau (Małopolska Wyższa Szkoła Zawodowa w Krakowie)

Wirtschaft[Bearbeiten]

Krakau gehört zu den wirtschaftlich erfolgreichsten Städten in Polen. Das lässt sich sowohl auf die zentrale geographische Lage mit 8 Millionen Menschen im Umkreis von 100 km als auch auf die junge und gut ausgebildete Bevölkerung zurückführen. 60 % der Einwohner der Stadt sind jünger als 45 Jahre verglichen mit 46 % im restlichen Polen. 2005 betrug die Arbeitslosenrate 6,9 %, mehr als 10 Prozentpunkte niedriger als der nationale Durchschnitt.[23]

In Krakau haben einige ausländische Unternehmen investiert wie zum Beispiel HVB, Deutsche Bank, Allianz SE, Volvo, Phillip Morris, Tishman Speyer Properties oder Motorola. Ebenso haben sich ausländische Handelsketten wie Metro, Tesco, Carrefour oder Ikea in der Stadt niedergelassen. Das deutsche Unternehmen ECE Projektmanagement errichtete Ende 2006 eine Einkaufsgalerie inklusive Hotel mit fast 250 Geschäften auf 60.000 m² auf dem Bahnhofsvorplatz. Der Busbahnhof wurde dafür hinter den Hauptbahnhof verlegt.

Die Stadt fördert die Ansiedlung von Hochtechnologieunternehmen mit einem Technologiepark, der auf vier Gebiete in Krakau und Tarnow verteilt ist. Der Park bietet moderne Infrastruktur wie auch steuerliche Anreize. Seit 1998 haben dort IT/Elektronikfirmen wie Motorola (USA), RR Donnelly (USA) und Comarch (PL) investiert, ebenso einige Forschungseinrichtungen der Krakauer Hochschulen.

Auch der Tourismus ist ein wichtiger Faktor der Krakauer Wirtschaft. Mehr als 5 Millionen Besucher zählt die Stadt jedes Jahr und mit den Billigflugverbindungen nach Westeuropa steigt die Zahl der Gäste insbesondere aus Großbritannien und Irland stark an.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Da Krakau im Mittelalter die Hauptstadt Polens war und seine Bausubstanz in der Neuzeit weitgehend von Kriegszerstörungen verschont blieb, hat es ein historisch geprägtes Stadtbild und zahlreiche original erhaltene Baudenkmäler.

Übersicht[Bearbeiten]

Marienkirche am Hauptmarkt (2008)
Adam-Mickiewicz-Denkmal auf dem Hauptmarkt
  • auf dem Wawel (Burg) das Königsschloss im Stil der Renaissance und die Kathedrale (Katedra św. Stanisława i Wacława)
  • auf dem von zahlreichen Bürgerhäusern umstandenen Rynek Główny 50.06156119.937396 (Ring, Hauptmarkt) der größte mittelalterliche Bürgerbau der Stadt, die Tuchhallen (Gewandhaus, polnisch: Sukiennice) sowie der Rathausturm (Wieża Ratuszowa) des 1832 abgerissenen Rathauses
  • über 100 Kirchen und Klöster, darunter am Rynek Główny die Marienkirche und die Barbarakirche
  • 28 Museen mit bedeutenden Ausstellungsstücken aus ganz Polen
  • Kazimierz, jüdisches Viertel und früher eine eigene Stadt, gegenüber der Altstadt auf dem rechten Weichselufer (Drehort für den Film Schindlers Liste)
  • der Błonia-Park, dessen Geschichte (als städtische Weide) bis ins Mittelalter zurückreicht
  • über 200 Kellerkneipen
  • das Hochhaus Szkieletor, eine große Investitionsruine

Kirchen und Klöster[Bearbeiten]

Altstadt

  • Marienkirche (Kościół Mariacki), gotische Basilika am Ring, von 1287–1320 errichtet auf romanischen Fundamenten
  • St. Barbara-Kirche (Kościół św. Barbary), neben der Marienkirche, etwa zeitgleich mit dieser erbaut
  • St.-Adalbert-Kirche (Kościół św. Wojciecha) am Ring, älteste Kirche Krakaus
  • Dominikanerkirche (Kościół św. Trójcy) und Dominikanerkloster
  • Franziskanerkirche (Kościół Franciszkanów) und Franziskanerkloster, Basilika aus dem 13. Jhdt. mit farbigen Glasfenstern von Stanisław Wyspiański
  • St. Josef-Kirche (Kościół św. Józefa) und Bernhardinerkloster
  • St. Peter-und-Paul-Kirche (Kościół św. Piotra i Pawła), 1605–1619 errichtete Jesuitenkirche, erste Barockkirche Krakaus
  • St.-Andreas-Kirche (Kościół św. Andrzeja) und Klarissenkloster, romanische Kirche (Baubeginn 1080)
  • St. Martin-Kirche (Kościół św. Marcina), evangelische Kirche
  • St. Ägidius-Kirche (Kościół św. Idziego)
  • St. Anna-Kirche (Kościół św. Anny), 1689 als Universitätskirche erbaut
  • St. Norbert-Kirche (Kościół św. Norberta)
  • Reformatenkirche oder St. Kasimir-Kirche (Kościół św. Kazimierza) und Reformatenkloster, 1673 erbaut
  • St. Markus-Kirche (Kościół św. Marka)
  • St. Johannes-Kirche (Kościół św. Jana) und Johanneskloster
  • Piaristenkirche (Kościół Pijarów) und Piaristenkloster, 1718 bis 1728 erbaute Barockkirche an der Stadtmauer
  • Heiligkreuz-Kirche (Kościół św. Krzyża), gotische Kirche aus dem 14. Jhdt.
  • Maria-Schnee-Kirche (Kościół Matki Boskiej Śnieżnej)

Stradom und Kazimierz

  • Kathedrale St. Stanislaus und Wenzel oder Waweldom (Katedra Wawelska)
  • Bernhardinerkirche (Kościół Bernardynów), Barockkirche, errichtet 1659 bis 1680, mit Kloster der Bernhardiner
  • Paulinerkirche oder St.-Michael-und-Stanislaus-Kirche „Auf dem Felsen“ (Kościół św. Michała Archanioła i św. Stanisława Biskupa), urspr. gotische Basilika, 1733–1751 barock umgebaut
  • St. Katharinen-Kirche (Kościół św. Katarzyny) und Augustinerkloster, 1463 für die Augustiner errichtet
  • St. Agnes-Kirche (Kościół św. Agnieszki)
  • Fronleichnamskirche (Bazylika Bożego Ciała)
  • Kirche und Spital der Barmherzigen Brüder

Kleparz, Piasek, Nowy Świąt und Wesoła

  • St. Florians-Kirche (Kościół św. Floriana)
  • Missionarenkloster und -kirche
  • Visitantinnenkloster und -kirche
  • St. Josef-Kirche und Kloster der Barfüßigen Karmeliter
  • Karmeliterkloster und –kirche (Kościół Nawiedzenia Najświętszej Maryi Panny)
  • Kapuzinerkirche (Kościół Kapucynów)
  • St. Nikolaus-Kirche (Kościół św. Mikołaja), urspr. romanische Kirche aus dem 12. Jhdt., 1655 barock umgebaut
  • Herz-Jesu-Kirche (Kościół Najświętszego Serca Pana Jezusa), errichtet 1909 bis 1912 im Jugendstil
  • Erlöserkirche (Kościół Najświętszego Salwatora), Margaretenkapelle (Kaplica św. Małgorzaty) und Prämonstratenserinnenkloster

Zwierzyniec

Norbertiner-Kloster am Weichsel-Ufer
  • Norbertiner-Kloster (Kościół Klasztorny Norbertanek)

Podgórze

  • Fronleichnamskirche
  • St. Benedikt-Kirche

Nowa Huta

  • Kirche der Muttergottes von Tschenstochau (Kościół Matki Boskiej Częstochowskiej)
  • Kirche Arche des Herrn (Kościół Arka Pana)
  • Kirche St. Johannes der Täufer (Kościół św. Jana Chrzciciela)
  • St. Bartholomäus-Kirche (Kościół św. Bartłomieja)

Łagiewniki

Königsweg[Bearbeiten]

Der Königsweg ist ein touristischer Rundgang durch die Altstadt. Er beginnt nördlich der Altstadt am Denkmal der Schlacht von Tannenberg, welches an den Sieg der Polen über den Deutschen Orden erinnert. Man überquert die innere Ringstraße um die Altstadt und steht vor der Barbakane, die als größter gotischer Wehrturm Europas gilt. Weiter kommt man zu den Resten der Stadtmauer mit dem Krakauer Florianstor. Durch dieses letzte erhaltene Stadttor betritt man die Altstadt. Im Verlauf der ul. Florianska kommt man unter anderem am Pharmazeutischen Museum vorbei und erreicht den Rynek Główny, den größten europäischen Marktplatz des Mittelalters.

Der Hauptmarkt (Rynek)

Hier begegnet der Weg einem zweiten Rundgang, der Universitätsroute durch die historische Studentenstadt, die der Geschichte der Jagiellonen-Universität gewidmet ist. Folgt man aber dem Königsweg, kommt man entlang der ul. Grodzka an weiteren Kirchen vorbei – der Dominikanerkirche, der Peter-und-Paul-Kirche, der romanischen Andreaskirche und der evangelischen Martinskirche. Am Ende des Weges sieht man das überwältigende Königsschloss auf dem Wawelhügel am Ufer der Weichsel mit dem feuerspeienden Denkmal des legendären Wawel-Drachen.

Via Jagiellonica und Via Regia[Bearbeiten]

Die Via Jagiellonica ist eine neue europäische Kulturstraße und touristische Angebotspalette, die im Jahr 2010 anlässlich des 600. Jahrestages der Schlacht von Tannenberg eröffnet wurde. Die Straße verbindet Krakau (als südlicher Endpunkt) auf zwei Routen mit Lublin, Białystok, der weißrussischen Grenzstadt Brest und endet in der litauischen Hauptstadt Vilnius. Die Straße orientiert sich an der ehemaligen Heerstraße der polnischen Jagiellonen-Könige und der Großfürsten von Litauen nach Masowien, die in der Schlacht als Waffenbrüder auftraten und dem Deutschen Ritterorden eine vernichtende Niederlage beibrachten. Im Mittelpunkt stehen heute die kulturellen Sehenswürdigkeiten und Naturschönheiten, denn die Straße möchte zur Entwicklung der Europäischen Union beitragen.

Bereits seit 2005 wird die Via Regia als bekannteste europäische Kulturstraße entwickelt. Krakau bildete seit dem Mittelalter einen wichtigen Etappenort auf dieser wichtigsten West-Ost-Handelsstraße, die von Spanien (Santiago de Compostela) durch Frankreich (Bordeaux, Paris) über Frankfurt am Main, Leipzig, Görlitz, Breslau bis nach Kiew verlief. In umgekehrter Richtung war die Via Regia auch ein Pilgerweg (Jacobsweg), der wiederum bis zum Pilgerort Santiago de Compostela führte.

Jüdisches Viertel und Ghetto[Bearbeiten]

Die Alte Synagoge in Kazimierz

Der Stadtteil Kazimierz (benannt nach König Kasimir dem Großen) war einst eine selbstständige Stadt. In Kazimierz gab es früher einen hohen jüdischen Bevölkerungsanteil. Das bei Einheimischen und Touristen beliebte Ausgeh-Viertel wird gegenwärtig saniert und besticht durch seinen alternativen Charme und seine Künstlerszene sowie durch die jüdische Tradition. Jedoch wird es kaum mehr von Juden bewohnt. Nur noch etwa 150 praktizierende, vor allem ältere Juden sind derzeit noch ansässig. Ehemalige Synagogen in Kazimierz:

  • Alte Synagoge
  • Hohe Synagoge
  • Isaak-Synagoge
  • Kupa-Synagoge
  • Popper-Synagoge
  • Remuh-Synagoge (neben dem alten Jüdischen Friedhof)
  • Tempel-Synagoge

Reste des ehemaligen Ghettos Krakau, wie Teile der Mauer und die Ghetto-Apotheke, befinden sich im südlich der Weichsel gelegenem, angrenzendem Stadtteil Podgórze. Dort ist auch die ehemalige Fabrik Oskar Schindlers. Seit Kriegsende wurden dort Radio- und Fernsehgeräte hergestellt. Nach aufwändiger Renovierung wurde in dem Gebäude am 10. Juni 2010 das Museum Fabryka Emalia Oskara Schindlera eröffnet.[24] Es beherbergt eine Ausstellung zum Leben der Polen und Juden während der deutsche Besatzung. Die Ghettoaufnahmen im Kinofilm Schindlers Liste wurden aufgrund der dort vorhandenen, historischen Bausubstanz zum größten Teil in Kazimierz gedreht.

Błonia[Bearbeiten]

Błonia vom Kosciuszkohügel aus gesehen

Westlich des historischen Zentrums befinden sich die berühmten 48 ha großen Błonia-Wiesen, die eine der größten Grünanlagen im Zentrum einer europäischen Großstadt darstellen. Seit 2000 sind sie offiziell als Denkmal geschützt. Ihre Geschichte geht auf das Jahr 1162 zurück, als der wohlhabende Adelige Jaksa z Miechowa, der später den Orden der Gottesgrabhüter stiftete, die Wiesen zwischen Zwierzyniec und Łobzów vor seiner Pilgerfahrt ins Heilige Land den Norbertanerinnen vermachte. 1254 hat Bischof Jan Prandota hier bei der Feier der Heiligsprechung des Stanisław ze Szczepanowa die Abgeordneten aus Assisi empfangen. Die Norbertanerinnen tauschten die Błonia 1366 beim Stadtrat gegen ein Gebäude in der Altstadt an der ulica Floriańska ein. König Kazimierz der Große sicherte den Bürgern zu, dass die Wiesen nicht bebaut, sondern den Krakauern stets zur Vieh- und Pferdehaltung dienen werden. Dieses Privileg wurde Ende des 14. Jahrhunderts von der Heiligen Königin Jadwiga bestätigt. 1809 wurde hier zu Ehren von Napoléon Bonaparte eine Militärparade abgehalten, die Fürst Józef Antoni Poniatowski und General Jan Henryk Dąbrowski organisierten. 1834 bestätigte der Senat der Republik Krakau das Privileg von Kazimierz dem Großen. 1849 hielt Zar Nikolaus I. hier vor dem Einmarsch in Ungarn eine Militärparade ab. 1906 wurden um die Błonia die drei Krakauer Sportvereine Wisła Kraków, Cracovia und Juvenia Kraków gegründet. 1910 fand hier die 500-Jahr-Feier der Schlacht bei Tannenberg (1410) (Grunwald) und 1933 die 250-Jahr-Feier der Schlacht am Kahlenberg (Wien) statt. Nach der deutschen Besetzung 1939 sollten die Błonia zugebaut und der nahegelegene Tadeusz-Kościuszko-Hügel abgetragen werden. 1965 wurde an den Błonia das Hotel Cracovia errichtet. Seit 1979 fanden hier vor einer Gemeinde von einer bis drei Millionen Menschen mehrere von den Päpsten Johannes Paul II. und Benedikt XVI. abgehaltene katholische Messen statt, hier verabschiedeten die Krakauer auch am 2./3. April 2005 in einer Trauerfeier den verstorbenen Papst Johannes Paul II. Entgegen oft wiederholten Meinungen handelte es sich allerdings dabei weder um die größten in Polen, noch um die größten von Johannes Paul II. jemals abgehaltenen Messen. (Die größte Messe in Polen hielt Johannes Paul II. 1979 auf dem Flughafen Katowice vor über drei Millionen Menschen und seine größten Messen überhaupt auf den Philippinen und in Lateinamerika vor ca. fünf Millionen Gläubigen). Die Błonia wird wegen dieser Besuche des Papstes auch "Papstwiese" genannt.

Museen[Bearbeiten]

Von den insgesamt 28 Museen seien hier erwähnt:

In der Nachbargemeinde Wieliczka befindet sich des Weiteren eine berühmte Salzmine, die für ihre spektakulär ausgestalteten Innenräume berühmt ist.

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Die Stadt ist über die Autobahn A4 mit dem oberschlesischen Industriegebiet und Westeuropa angeschlossen. Bis 2014 soll die Autobahn bis zur ukrainischen Grenze fertiggestellt werden. Richtung Süden führt die Schnellstraße S7 und die Landesstraße 7 zum Wintersportort Zakopane.

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Von Krakau Hauptbahnhof (Kraków Głowny) gibt es direkte Bahnverbindungen nach Danzig über Warschau, nach Posen über Breslau, in die Ukraine über Przemyśl sowie nach Prag, Budapest, Wien und Bratislava. Ganzjährig gibt es mit dem EC 248/249 „Wawel“ auch eine Direktverbindung über Breslau, Berlin und Uelzen bis Hamburg.

Luftverkehr[Bearbeiten]

Der Flughafen Johannes Paul II. Krakau-Balice in Balice ist der zweitgrößte Flughafen Polens mit Linienverbindungen u. a. nach Chicago, Frankfurt am Main, Wien und Berlin sowie Köln-Bonn, Düsseldorf, München, Hamburg und Stuttgart.

Nahverkehr[Bearbeiten]

Das Straßenbahn- und Autobusnetz ist dicht. Siehe dazu Straßenbahn Krakau.

Besonders die Außenbezirke verbindet die Straßenbahn mit dem Zentrum. Im Dezember 2008 wurde die erste Schnellstraßenbahn in Krakau in Betrieb genommen. Die gesamte Strecke der Krakauer Stadtbahn hat eine Länge von 14 km und verläuft teilweise in einem unterirdischen Tunnel. Daneben gibt es einen Linienbusverkehr ins Umland, aber auch internationale Verbindungen.

Das Straßenbahnsystem war ursprünglich in der seltenen Spurweite von 900 mm aufgebaut, ab etwa 1910 wurden Strecken abschnittsweise in Normalspur in Betrieb genommen.

Schiffsverkehr[Bearbeiten]

Die Weichsel wird für Ausflugsdampfer und in kleinem Maßstab für den Transport von Kies genutzt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Berühmte, in Krakau geborene Persönlichkeiten sind unter anderem der Schauspieler Jerzy Zelnik, der polnische Innenminister Jerzy Miller, der Musikproduzent DJ Tomekk sowie der Rennfahrer Robert Kubica.

Umgebung[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Krakau unterhält Partnerschaften mit folgenden Städten:

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Krakau – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Krakau – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikivoyage: Krakau – Reiseführer

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 13. November 2013.
  2. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 13. November 2013.
  3. Reise-Infos zu Polen [1].
  4. Cracow.welcome.com.
  5. http://www.lifescience.pl/index.php
  6. Kraków – A Technology Hub for Central and Eastern Europe.
  7. Krakau – Kulturhauptstadt Polens.
  8. [2]
  9. http://www.kic-innoenergy.com/index.php?id=93
  10. Alvernia Studios
  11. http://www.hollywoodreporter.com/news/10-production-facilities-are-giving-185795
  12. UNCATD’s World Investment Report 2011.
  13. Krakau Sportstadt Europas 2014
  14. Norman Davies: God’s Playground. S. 77
  15. Henryk Samsonowicz: Gesellschaftliche Pluralität und Interaktion in Krakau. S. 121-122 In: Marina Dmitrieva, Karen Lambrecht (Hrsg.): Krakau, Prag und Wien: Funktionen von Metropolen im frühmodernen Staat. Franz Steiner Verlag, 2000, ISBN 3-515-07792-8.
  16. Slawomir Gawlas: Die Probleme des Lehnswesens und des Feudalismus aus polnischer Sicht, S. 120, In: Michael Borgolte, Ralf Lusiardi: Das europäische Mittelalter im Spannungsbogen des Vergleichs. Akademie Verlag, 2001, ISBN 3-05-003663-X.
  17. The greatest number of foreign students was registered in the closing years of the fifteenth and the very early years of the sixteenth centuries. Thus, for example, the number of German scholars at Cracow was as follows: 1400–1460, ninety-eight; 1461–1470 fifty-eight; 1471–1480, sixty-one; 1481–1490, one hundred eighty-one; 1491–1500, three hundred forty-one.31 In the decade 1501–1510, no less than 3215 students registered at Cracow University, of whom 1,501 came from Poland-Lithuania and 1,714 from other countries. The most influential of all early Polish humanists was Gregory of Sanok. He was born around 1407. As a child of twelve unable to accept without protest the strict discipline imposed by his father, he escaped from home, first to Cracow and then to Germany, visiting many cities and towns as a scholar and a tutor. After his return to Cracow, he registered with the University in 1428 and obtained his B.A. in 1433. Subsequently, he became tutor to the sons of John Tarnowski – Ludwik Krzyzanowski: The Polish review, Published by Polish Institute of Arts and Sciences in America, 1971 p. 36
  18. Jaroslav Miller: Urban societies in East-Central Europe: 1500–1700. Ashgate Publishing, 2008, ISBN 978-0-7546-5739-2, S. 73.
  19. Anton Friedrich Büsching: Magazin für die neue Historie und Geographie. 16. Band, Halle 1782, S. 12 und S. 17 (online)
  20. Ergebnisse der Volkszählungen der K. K. Statistischen Central-Kommission u.a., in: Anson Rabinbach: The Migration of Galician Jews to Vienna. Austrian History Yearbook, Volume XI, Berghahn Books/Rice University Press, Houston 1975, S. 46/47 (Table III)
  21. Nathanial Wood: Becoming Metropolitan – Urban Selfhood and the Making of Modern Cracow, 2010 Northern Illinois University Press
  22. Meyers Konversations-Lexikon, 5. Auflage, 10. Band, Bibliographisches Institut, Leipzig und Wien 1896, S. 621
  23. Gospodarka – Krakow – www.krakow.pl
  24. Eröffnung des Museums in der Schindler-Fabrik. 10. Juni 2010 (zenit.org)