Kranhaus

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Kranhäuser von der Rheinseite: „Kranhaus Süd“, „Kranhaus Eins“ und „Kranhaus Nord“
Rückansicht der fertiggestellten Kranhäuser im März 2011

Als Kranhaus wird jedes der drei 61,60 bis 61,91 Meter hohen, 70,20 Meter langen und 33,75 m breiten Hochhäuser im Kölner Rheinauhafen in der Altstadt-Süd bezeichnet. In ihrer architektonischen Gesamtheit heißen sie auch Kranhäuser.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten]

Der Kölner Rheinauhafen hatte seine Funktion als Rheinhafen durch Veraltung der Hafenanlagen und durch andere konkurrierende Kölner Häfen verloren. Deshalb beschloss der Rat der Stadt Köln am 13. Juli 1976 die Umwandlung des Hafengeländes in eine „Freizeit- und Erholungsanlage“. Dazu gehörte die Sanierung von teilweise denkmalgeschützten alten Hafenbauwerken, aber auch der Neubau von Wohn- und Geschäftshäusern. Zur letzteren Kategorie gehörten die vom Aachener Architekten Alfons Linster und dem Hamburger Architekturbüro Bothe, Richter, Teherani (BRT) entworfenen Gebäude, die in ihrer Form (ein umgedrehtes L) drei Hafenkränen mit Auslegern in Richtung Rhein nachempfunden sind. Das der Häfen und Güterverkehr Köln gehörende Grundstücksareal wurde im November 2006 für die Errichtung der Kranhäuser von privaten Investoren erworben.

Gebäudekonstruktion[Bearbeiten]

Die Grundsteinlegung für das erste Gebäude fand am 16. Oktober 2006 statt, noch im November 2006 begannen die Bauerbeiten am Kranhaus EINS. Aus mehreren Konstruktionsentwürfen entschied man sich für die Stahlfachwerkskonstruktion. Bei der architektonisch wie optisch spektakulären Gebäudeform ragt ab einer Höhe von 40 Metern ein zweigeteilter Ausleger, der nur auf einem schlanken, vollverglasten Treppenturm aufliegt. Dafür verwendeten die Architekten Erkenntnisse der Brückenbautechnik. Baubeginn für das letzte „Kranhaus Nord“ war Juli 2008. Hier entstanden 133 luxuriöse Eigentumswohnungen mit einem faszinierendem Rheinblick zu einem durchschnittlichen Preis von 6000 Euro/m².

Die drei Kranhäuser wurden nicht zeitgleich, sondern nacheinander errichtet. Als letztes eröffnete das „Kranhaus Nord“ im Oktober 2010. Alle drei Wohn- oder Geschäftshäuser besitzen eine Bruttogeschossfläche von 52950 m². Die weltweit einzigartig gestalteten Gebäude sind der Blickfang des Rheinauhafens und prägen das moderne Kölner Stadtbild.

Haus Nutzung Nutz- oder
Wohnfläche
Bezugsfertig
„Kranhaus EINS“ Bürohaus 16000 m² April 2008
„Kranhaus Süd“ Bürohaus 16600 m² Mai 2009
„Kranhaus Nord“ Wohnhaus 15000 m² Oktober 2010

Das „Kranhaus Süd“ und das „Kranhaus EINS“ verfügen über 15 Etagen; beide sind reine Bürohochhäuser. Im „Kranhaus Nord“ - so der neue Name auf Beschluss der Eigentümer vom November 2011 - befinden sich 133 Luxus-Appartements; die Gesamtfläche von 15.000 Quadratmetern ist hier auf 18 Etagen verteilt. Da es in der Gebäudehöhe kaum Unterschiede zu den Nachbarhäusern gibt, sind die Geschosshöhen im Wohnhaus niedriger als in den beiden Bürogebäuden und die Nutzlasten geringer. Die Kranhäuser liegen an der einzigen Straße der Rheinauhalbinsel, „Im Zollhafen“, mit den Hausnummern 12 („Kranhaus Nord“), 18 und 24. Die Kranhäuser liegen nicht unmittelbar nebeneinander, sondern sind voneinander getrennt durch The Bench (zwischen Kranhaus Süd und Kranhaus EINS) und Halle 12 (zwischen Kranhaus EINS und Kranhaus Nord).

Architekturpreis[Bearbeiten]

Das mittlere Kranhaus im Kölner Rheinauhafen („Kranhaus EINS“) wurde am 12. März 2009 auf der internationalen Immobilienmesse MIPIM in Cannes mit dem „MIPIM-Award“ 2009 in der Kategorie „Business Centre" ausgezeichnet. [1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Immobilien-Oscar für das Kranhaus auf der MIPIM in Cannes. Stadt Köln. 13. März 2009. Archiviert vom Original am 2. August 2012. Abgerufen am 2. August 2012.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kölner Kranhäuser – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

50.9264166666676.96625Koordinaten: 50° 55′ 35″ N, 6° 57′ 59″ O