Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien

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Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien
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Trägerschaft Konvent der Barmherzigen Brüder Wien
Ort Johannes von Gott Platz 1, 1020 Wien
Leitung Frater Paulus Kohler OH, Prior und Rechtsträgervertreter
Versorgungsstufe Schwerpunktkrankenhaus
Betten 411
Mitarbeiter rund 850
Fachgebiete 9 medizinische Abteilungen, 2 Institute, Zahnambulanz, Gehörlosenambulanz und Interdisziplinäres Brustgesundheitszentrum
Gründung 1614
Website http://www.bbwien.at/
Luftaufnahme Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien
Kloster der Barmherzigen Brüder in der Taborstraße, Stich von 1812
Erweiterungsbau aus 1905

Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien ist das größte und älteste Ordensspital in Wien. Das vom Wiener Konvent der Barmherzigen Brüder geführte Schwerpunktkrankenhaus verfügt über 411 Betten und versorgt jährlich ca. 29.000 stationäre Patienten und rund 130.000 Ambulanzfälle. Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien ist Lehrkrankenhaus der Medizinischen Universität Wien sowie Pflegewissenschaftliches Ausbildungskrankenhaus der UMIT, Private Universität für Gesundheitswissenschaften, Medizinische Informatik und Technik GmbH. Seit 1978 betreibt das Krankenhaus eine eigene Pflegeakademie. Bekannt ist das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien auch für die Behandlung von mittellosen und unversicherten Menschen. Finanziert werden diese Leistungen durch die fünf Mal jährlich stattfindende Spendensammlung, auch Haussammlung genannt.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Kloster und das Krankenhaus mit 20 Betten wurden 1614[1] von Frater Gabriele Ferrara OH, einem hoch angesehenen Chirurgen aus Italien, gegründet. Grund für die Berufung nach Wien waren gute Erfahrungen von Fürsten Karl I. von Liechtenstein in Rom mit dem Krankenhaus der Barmherzigen Brüder auf der Tiberinsel. Die Tätigkeit in der Krankenpflege und auch das soziale Engagement bewahrten in späteren Jahren das Kloster der Barmherzigen Brüder unter Kaiser Joseph II. vor der angeordneten Klosteraufhebung.

Der zwischen 1883 und 1885 nach Plänen von Karl Freiherr von Hasenauer, Otto Hofer und Anton Schönmann durch Stadtbaumeister Cajetan Miserovsky errichtete Zubau war bereits bei der Fertigstellung zu klein und so wurde zwischen 1903 und 1905 neuerlich ein Erweiterungsbau errichtet. Im Zuge dieser Arbeiten erhielt das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder auch einen aseptischen Operationssaal, einen Röntgenapparat, elektrische Beleuchtung und eine Zentralheizung. 1945 konnte Bürgermeister Theodor Körner die Beschlagnahmung durch die sowjetischen Besatzer verhindern.

1973 wurde ein Erweiterungsbau fertiggestellt, und 1985 wurden weitere Renovierungsarbeiten abgeschlossen [2]. 1994 bis 2004 folgte die nächste große Ausbaustufe. Der Haupteingang findet sich nun am Johannes von Gott Platz 1 und der Neubau verläuft entlang der Schmelzgasse. Im Jahr 1999 wurde im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien die erste und bisher einzige Gehörlosenambulanz Ostösterreichs in Betrieb genommen. Alle Mitarbeiter der Gehörlosenambulanz kommunizieren mit den Patienten in der Österreichischen Gebärdensprache.

2007 wurde im Krankenhaus in der Leopoldstadt eine Dialysestation mit zehn Behandlungsplätzen in Betrieb genommen. Zwei Jahre später folgte ein weiterer Meilenstein in der Geschichte des Konventes und des Krankenhauses: die Eröffnung des Wiener Dialysezentrums. Dabei handelt es sich um ein Kooperationsprojekt des Wiener Krankenanstaltenverbunds (KAV), der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) und des Konvents der Barmherzigen Brüder. Das Wiener Dialysezentrum ist Europas modernstes und größtes Dialysezentrum mit 72 Betten und Dialysegeräten und bietet im 3-Zyklusbetrieb Kapazitäten für rund 430 Patienten. Im Jahr 2008 wurde in der Leopoldstadt beim Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Wien der Johannes-von-Gott-Platz nach dem Ordensgründer benannt.

2011 wurde die Augentagesklinik mit 11 tagesklinischen Betten, in der vorwiegend Katarakt (Grauer Star)-Operationen durchgeführt werden, in Betrieb genommen. Seit August des gleichen Jahres setzt das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder mit dem „da Vinci“ Operationsroboter die modernste Generation der roboterassistierten Chirurgie ein. Seit Mai 2012 ist im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder an der Abteilung für Radiologie und Nuklearmedizin der modernste Magnetresonanztomograf (MRT), ein 1.5T Philips Ingenia mit Sonalleve, im Einsatz. Das in Österreich einzigartige Hybridgerät kombiniert zwei gänzlich unterschiedliche Techniken miteinander: die Magnetresonanztomografie und die hoch intensive fokussierte Ultraschalltherapie (HIFU).

Im Juni 2012 wurden Umbauarbeiten an einer ehemaligen chirurgischen Bettenstation im Altbau beendet. Zweck dieser Umbauarbeiten war die räumliche und infrastrukturelle Adaption zum modernsten Schlaganfallzentrum (inkl. einer Stroke Unit mit 7 Überwachungsbetten). Das neu geschaffene Schlaganfallzentrum bietet 7 Akutbetten auf der Stroke Unit sowie 16 Betten in der Frührehabilitation (davon stehen 7 Überwachungsbetten für Patienten von der Stroke Unit, die stabil genug sind, um bereits mit der Rehabilitation zu beginnen, aber noch einer Überwachung bedürfen, zur Verfügung). Heute ist dieses Schlaganfallzentrum ein fixer Bestandteil im Wiener Notfallrettungswesen, für die Bettenzentrale der Wiener Rettung (weist den Rettungswagen ihre Zielspitäler anhand freier Kapazitäten zu) wird täglich eine fixe Anzahl an freien Betten in der Stroke Unit bereitgestellt, die die Bettenzentrale dann selbst belegen kann. Das Schlaganfallzentrum ist auf interdisziplinäre Arbeit ausgerichtet, sodass nicht nur die Pflege sowie die Medizin im Mittelpunkt steht, sondern auch Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden und weitere Berufsgruppen in die tägliche Arbeit mit eingebunden werden.

Aus- und Weiterbildung[Bearbeiten]

Auch im Bereich der Ausbildung junger Menschen leistet das Krankenhaus in der Leopoldstadt einen wichtigen Beitrag, denn es ist seit dem Wintersemester 2005/2006 Lehrkrankenhaus der Medizinischen Universität, Pflegewissenschaftliches Ausbildungskrankenhaus der UMIT (seit 2010) und führt seit 1978 eine eigene Krankenpflegeschule. Durch die Kooperation mit der UMIT können Studierende des „Kombistudiums Pflege“ sowohl die Berufsberechtigung für den gehobenen Dienst der Gesundheits- und Krankenpflege (Diplom) als auch zusätzlich einen universitären Abschluss in der Pflegewissenschaft (Bachelor of Science in Nursing, BScN) erlangen.

Abteilungen[Bearbeiten]

  • Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie
  • Augenheilkunde
  • Chirurgie
  • Gynäkologie
  • HNO & Phoniatrie
  • Innere Medizin (Herzintensivstation, Dialyse)
  • Neurologie und neurologische Frührehabilitation (mit Stroke-Unit) und Akutgeriatrie
  • Radiologie und Nuklearmedizin
  • Urologie und Andrologie

Besonderheiten[Bearbeiten]

  • Ambulanz für Gehörlose
  • Dialysestation mit 10 Plätzen seit März 2007 [3]
  • Für Häftlinge, die eine Spitalsbehandlung benötigen, besteht seit 1999 eine der Justizanstalt Wien Josefstadt angegliederte „Gesperrte Abteilung“ mit acht Betten.
  • Institut für Physikalische Medizin und Rehabilitation
  • Interdisziplinäres Brustgesundheitszentrum
  • Labor
  • Zahnambulanz

Spitalskapelle hl. Familie[Bearbeiten]

Die Kapelle als tonnengewölbter Raum mit Apsis im 2. Obergeschoß in der Großen Mohrengasse mit einer Orgelempore hat ein Glasfenster hl. Johannes von Gott heilt die Kranke, darüber ein Glasfenster hl. Familie, 1949 wiederhergestellt von der Glasmalerwerkstatt Geyling. An der linken Seitenwand ist eine Wandmalerei zur Grundsteinlegung im Jahre 1914 mit einer Allegorie der Krankenheilung von T. Hafner aus 1963. Die Orgel von Franz Strommer stammt wahrscheinlich aus dem Jahr 1884.[4]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bezirksmuseum Leopoldstadt Luise Rauchenberger und Gertraud Rothlauf: 400 Jahre Barmherzige Brüder in Wien Rathauskorrespondenz, 6. Mai 2014
  2. Czeike: „Historisches Lexikon der Stadt Wien“
  3. Weblink: http://www.wien.gv.at/vtx/vtx-rk-xlink?SEITE=%2F2007%2F0424%2F017.html
  4. Dehio Wien, II. Bezirk, Kirchen, Seite 7

48.21527777777816.381666666667Koordinaten: 48° 12′ 55″ N, 16° 22′ 54″ O