Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt

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Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt
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Trägerschaft Stadt Dresden
Ort Dresden
Bundesland Sachsen
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 3′ 29,6″ N, 13° 43′ 3,7″ O51.05822813.717697Koordinaten: 51° 3′ 29,6″ N, 13° 43′ 3,7″ O
Ärztlicher Direktor Thomas Demant
Versorgungsstufe Schwerpunktversorgung
Betten 940
Mitarbeiter etwa 1.800 (2012)
Gründung 27. November 1849
Website www.khdf.de

Das Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt, Städtisches Klinikum ist als Eigenbetrieb der Stadt Dresden organisiert. Als Akutkrankenhaus der Schwerpunktversorgung umfasst es 15 Kliniken und Fachabteilungen, die zusammen 973 Betten belegen. Jährlich werden zirka 35.000 Patienten stationär behandelt und versorgt.

Geschichte[Bearbeiten]

Marcolini-Palais
Hochreliefbrunnen um 1774 am Eingang

Aufgrund der immer unzugänglicher gewordenen Krankenhausverhältnisse in Dresden wurde 1845 der Entschluss gefasst, das Palais des Grafen Marcolini zu erwerben und zum Stadtkrankenhaus umzubauen. Das fast acht Hektar große Grundstück in der Friedrichstadt war sehr günstig zur Stadt gelegen und bot Raum für bauliche Erweiterungen. Im Palais (Altes Haus) wurden 53 Krankenzimmer mit 160 Betten, zehn Wärterzimmer, eine Apotheke, eine Küche, Badeeinrichtungen, Waschhaus und Wohnungen für Beamte eingerichtet. Der Dresdner Maiaufstand von 1849 verwandelte das Palais noch während der Umbauarbeiten in ein provisorisches Lazarett.

Eröffnet wurde das Städtische Krankenhaus am 27. November 1849. Es war zu dieser Zeit in zwei klinische Abteilungen für innere und äußere Krankheiten gegliedert. Hermann Walther leitete die Innere Abteilung und der Chirurg Eduard Zeis die Äußere Abteilung. Ab 1850 verfügte die Klinik als erste städtische Anstalt in Deutschland über eine Prosektur, die von Friedrich Albert von Zenker geleitet wurde. Von Beginn an hatte das Krankenhaus in der Bevölkerung und in medizinischen Fachkreisen einen guten Ruf, der neben der großzügigen Ausstattung vor allem dem Personal zu verdanken war. Dazu gehörten die Chirurgen Zeis und Fromme, der Urologe Nitze, die Internisten Päßler und Beickert, die Pathologen Zenker, Birch-Hirschfeld, Schmorl und Letterer, der Gynäkologe Ganse und der Dermatologe Werther, der Begründer der Friedrichstädter Moulagensammlung. Erfindungen wie das Cystoskop gehen auf Friedrichstädter Ärzte ebenso zurück, wie Initiativen zur Krebsfrüherkennung.

Ausbildung[Bearbeiten]

Das Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt engagiert sich seit 1892 in der praktischen Ausbildung der Ärzte und seit 1996 ist es Akademisches Lehrkrankenhaus der Technischen Universität Dresden. Die Medizinische Berufsfachschule am Klinikum bildet seit 1942 Pflegepersonal und seit 1951 Medizinisch-Technische Labor- und Radiologieassistenten aus.

Kliniken und Institute[Bearbeiten]

Kliniksgelände

Schwerpunkte des Leistungsspektrums sind im Bereich der internistischen Erkrankungen die kardiovaskuläre Medizin, die Rheumatologie und die Gastroenterologie, im Bereich der chirurgischen Versorgung die Bauchchirurgie, die Gefäßchirurgie und die Unfallchirurgie sowie die Fachkliniken für Orthopädie, Urologie, Frauenheilkunde, HNO-Erkrankungen, Dermatologie & Allergologie sowie Augenheilkunde. Von herausragender Bedeutung ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit, die in den zertifizierten Zentren für Brustkrebs, Prostatakrebs, Darmkrebs und Gefäßmedizin praktiziert wird. Eigene Institute stehen für Labormedizin und für Pathologie zur Verfügung.

Das Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt besteht aus folgenden Kliniken, Zentren und Instituten:

Kliniken[Bearbeiten]

Rückseite Haus B mit Patientengarten
  • I. Medizinische Klinik
  • II. Medizinische Klinik
  • III. Medizinische Klinik, einschließlich Reisemedizin
  • Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie
  • Klinik für Gefäßchirurgie, vaskuläre und endovaskuläre Chirurgie, Phlebologie
  • Klinik für Unfall-, Wiederherstellungs- und Handchirurgie, einschließlich Neurochirurgie
  • Klinik für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie
  • Frauenklinik
  • Urologische Klinik
  • Klinik für Anaesthesiologie und Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie
  • Augenklinik
  • Klinik für Dermatologie und Allergologie
  • Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie, Plastische Operationen
  • Radiologische Klinik
  • Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie
  • Zentrum für Physikalische und Rehabilitative Medizin

Institute[Bearbeiten]

  • Institut für Klinische Chemie und Labormedizin
  • Institut für Pathologie „Georg Schmorl“
  • Pharmazeutisches Zentrum

Kompetenzzentren[Bearbeiten]

  • Brustzentrum
  • Prostatakarzinomzentrum
  • Gefäßzentrum
  • Osteoporosezentrum
  • Darmkrebszentrum
  • Pankreaszentrum
  • DGAV-Zentrum Koloproktologie
  • Überregionales Traumazentrum DGU

Architektur und Kultur[Bearbeiten]

Neptunbrunnen

Ein „Haus der Stille“ steht seit dem 1. Dezember 2010 am Städtischen Klinikum als ein Ort der inneren Sammlung und Stärke im Klinikalltag offen. Im neobarocken Gewand findet sich im Mittelpunkt der „Raum der Stille“; um diesen herum sakrale und profane Funktionen wie die Seelsorge, Gesprächsräume, ein Garten der Stille und die Abschiednahme.

Im historischen Marcolini-Palais erfolgen Ausstellungen Dresdner Künstler sowie Konzerte im barocken Festsaal. Im Dezember 2011 wurden im Palais zudem die neuen Räumlichkeiten für eine Patienten- und Mitarbeiterbibliothek eingeweiht, die sich an der Architektur des 19. Jahrhunderts orientieren.

Das Gebäude ist denkmalgeschützt und gehört wie der auf dem Gelände des Krankenhauses befindliche Neptunbrunnen zu den Kulturdenkmalen in der Friedrichstadt.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien